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Brennwerttechnik: Zusätzliche Wärme wird genutzt

Bild: Energiesparen durch Brennwerttechnik
Mit der Brennwerttechnik lässt sich Energie deutlich einsparen | © DirtyOpi / pixabay.com CC0

Die Brennwerttechnik nutzt die latente Wärme die in den Abgasen steckt und die bei normalen Heizwertanlagen durch den Schornstein ungenutzt verloren geht.

Die daraus entstehenden Vorteile der Brennwerttechnik sprechen für sich: Der Wärmeverlust wird gesenkt, die Abgase werden minimiert und der Nutzungsgrad erhöht sich. Es wird eine deutliche Energieeinsparung erreicht, die sich wiederum auf die Heizkosten niederschlägt.

Durch die Nutzung der Wärme in den Abgasen, sinkt die Temperatur der Abgase und sie steigen langsamer nach oben, wodurch der Rauchabzug gehemmt wird. Um wieder einen geregelten Rauchabzug herzustellen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten: Ein Gebläse oder eine Schornsteinverlängerung können gleichermaßen installiert werden.

Üblicherweise wird bei einer Sanierung der Querschnitt des Schornsteins durch den Einsatz eines Kunststoff-Doppelrohrs verkleinert. Dadurch wird der Rauchabzug wieder verstärkt und zusätzlich kann die Zuluft für die Verbrennung über dieses Doppelrohr angesaugt werden.

Was muss der Schornstein für Brennwertheizungen aushalten?

Der Schornstein muss den hohen Anforderungen der Rußbrandbeständigkeit und der Feuchteunempfindlichkeit gerecht werden, ebenso muss er druckfest und korrosionsbeständig sein. Die Abgastemperaturen kühlen durch die Brennwerttechnik stark herunter. Dabei bildet sich viel Kondenswasser - sehr viel mehr als bei einer üblichen Heizung. Um zu verhindern, dass diese Feuchtigkeit den Schornstein von innen schädigt, sind widerstandsfähige Materialien nötig.

Die hohe Menge an Kondensat muss außerdem über einen Ablaufschlauch in die Kanalisation geführt werden. Der Schlauch ist meist ohne Probleme von einem Fachmann an das bestehende Abwassersystem anzubringen. Ist kein Abfluss in der Nähe der Heizung vorhanden, kann eine kleine Pumpe (Kondensathebeanlage) genutzt werden, um das Kondensat in den nächsten Ablauf zu befördern.

Achtung: Das Kondensat ist säurehaltig!

Das Kondensat weist einen zu beachtenden Säure-Anteil auf, wodurch unter Umständen eine Neutralisationseinrichtung erforderlich wird.Während des Verbrennungsprozesses wird Schwefel durch die Reaktion mit Wasser zu Schwefelsäure. Das abgesonderte Kondensat ist schwefelhaltig, wobei der Schwefelgehalt variiert. Oftmals ist der Säureanteil in einem ausreichend neutralen Bereich und kann ohne Konsequenzen in das normale Abwasser geführt werden.

Ein Richtwert für den PH-Wert des Kondensats, der ohne Probleme ins Abwasser geleitet werden darf, liegt bei 4 (zur Erinnerung: Wert 7 = neutral). Ist dieser Wert unterschritten ist eine Neutralisationseinrichtung nötig, die den PH-Wert des Kondensats neutralisiert. Grundsätzlich gilt aber, dass eine Neutralisation für gasbetriebene Anlagen mit weniger als 25 kW nicht notwendig ist.

Handelt es sich um eine Anlage mit 25 - 200 kW kann bei einer ausreichenden Menge an Abwasser im Verhältnis zum Kondensat (25:1) ebenfalls auf eine Neutralisation verzichtet werden. Heizen Sie hingegen mit Öl, ist das Kondensat grundsätzlich zu neutralisieren. Um sicherzugehen, sollten Sie sich an einen Experten (Fachbetriebe oder Schornsteinfeger) wenden, der auch bei dem Einbau einer Neutralisationsvorrichtung als Ansprechpartner gerne zur Seite steht.

Grafik: Brennwerttechnik
Schornsteinkondensat ist säurehaltig | © Energieheld

Kosten

Die Kosten der Schornsteine die geeignet sind unterscheiden sich recht stark. Sie sind abhängig von der Qualität und der Lebensdauer. Jedes der hier genannten Schornsteinrohre ist gut gegen die schwefelhaltigen Abgase der Brennwertanlage gewappnet, wobei sie natürlich dennoch Unterschiede aufweisen. Die hier angegeben Preise sind lediglich Richtwerte und haben die Montage nicht inbegriffen.

Schornstein Kosten
Keramikschornstein ab 1.000 €
Kunststoffschornstein ab 300 €
Edelstahlrohr einwandig ab 300 €
Edelstahlrohr doppelwandig ab 500 €

Welches Material ist am besten für die Schornsteinsanierung geeignet?

Das Material muss bei einem Brennwert-Schornstein viel aushalten - der wichtigste Punkt ist die Säurebeständigkeit. Der Schwefelsäuregehalt ist im Vergleich zu anderen Heizanlagen bei der Brennwerttechnik sehr viel konzentrierter.

Speziell dafür entwickelte, hoch verdichtete Keramikrohre werden den Anforderungen am besten gerecht, da sie säure-, rußbrand- und hitzebeständig sind. Sie rosten nicht, sind korrosionsbeständig und haben daher eine sehr lange Lebensdauer. Bei dem Kauf sollten Sie auf die Kennzeichnung „W3G“ achten, die bezeugt dass sie bauaufsichtlich zugelassen sind.

Aber auch das Edelstahl- und Kunststoffrohr sind langlebige Lösungen. Sie sind ebenfalls rußbrand-, temperatur- und säurebeständig. Unterschiede zum Keramikrohr sind unter Umständen bei der Dämmung und der Lebensdauer zu finden. Trotzdem sind diese Rohre sehr gut für die Brennwerttechnik geeignet und stellen teilweise die kostengünstigere Alternative dar.

Bauliche Umsetzung

Bild: Nachgerüsteter Schornstein für Brennwerttechnik
Ein nachgerüsteter Schornstein | © danielverhoef / pixabay.com CC0

Das Kunststoff- oder Edelstahlrohr kann dank des geringen Durchmessers und der Flexibilität im Einbau, ohne Probleme von einem Fachmann installiert werden. Das Rohr wird innen in den schon bestehenden Schornstein geschoben.

Wollen Sie Ihren bestehenden Schornstein nicht mehr nutzen, gibt es auch anderweitige Möglichkeiten zur Modernisierung der Anlage. Der Schornstein kann ebenfalls problemlos an der Außenwand des Hauses entlanggeführt werden.

LAS - Luft-Abgas-System

Für die Brennwerttechnik eignet sich am besten ein Luft-Abgas-System (LAS), da den Abgasen hiermit effizient die Restwärme entzogen werden kann. Es kann sowohl durch eine Modernisierung der Schornsteinanlage, als auch bei einem Neubau des Schornsteins installiert werden. Allgemein existieren zwei bauliche Umsetzungen dieses Systems:

LAS-System Funktionsweise
Ein-Rohr-System Das Rohr fungiert als Abgasrohr, der diese nach draußen leitet. Der verbleibende Querschnitt des Schornsteins dient als Leitung für die Zuluft von draußen.
Rohr-in-Rohr-System Hier gibt es ein inneres und ein äußeres Rohr. Das innere dient als Abgasleitung und das äußere lässt die Zuluft von draußen rein. 

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