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Dämmung mit Mineralwolle

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Inhaltsverzeichnis

Herstellung und Geschichte

Mineralwolle besteht aus künstlich hergestellten Fasern mineralischen Ursprungs. Es existieren drei Möglichkeiten zur Herstellung der Fasern. Während das Ziehverfahren vor allem in der Textilbranche Anwendung findet, zerfasert das sogenannte Blasverfahren die Schmelze aus Glas oder Stein durch Anblasen.

Das Schleuderverfahren arbeitet mit einer schnell rotierenden Schwungscheibe, auf die Tropfen der Schmelze aufgetragen werden. Durch die Drehbewegung entstehen Fasern, die sich ineinander zu einem Vlies verweben. Dieses wird anschließend mit Binde- und Imprägniermittel versehen und läuft durch einen Härteofen.

Die Geschichte von Mineralwolle steht in enger Verbindung mit der Historie der industriellen Herstellung von Eisen sowie der Geschichte von Glaswolle und Steinwolle als Dämmstoff. Die Entdeckung, dass sich bei bestimmten Verbrennungsprozessen von Eisen faseratige Flocken bilden, wird grob in der Mitte des 19. Jahrhunderts vermutet. Die Produktion von Glaswolle und Steinwolle durch die Industrie lässt sich bis in die 1850er- bzw. 1880er-Jahre zurückverfolgen.

Bild: Energieheld Tipp

Aufgrund der guten Wärmedämmeigenschaft von Dämmungen aus Mineralwolle kommt sie sehr häufig und in nahezu allen Bereichen zum Einsatz. Allerdings verliert Mineralwolle ihre Dämmfähigkeit beim Kontakt mit Feuchtigkeit vollständig. Die Verarbeitung des Stoffs sollte mit Schutzkleidung erfolgen, da währenddessen Fasern freigesetzt werden, die unter anderem die Atemwege reizen.

Besonderheiten und Einsatzbereiche von Mineralwolle

Bild: Flüssige Mineralwolle
Produktion von Mineralwolle | © zephylwer0 / pixabay.com CC0

Mineralwolle ist ein ausgezeichneter Dämmstoff, wenn Sie neben einer guten Dämmleistung auch auf einen hohen Brandschutz setzen möchten. Denn sowohl Glas- als auch Steinwolle gehören der Brandschutzklasse A1 an. Dabei handelt es sich um die höchst mögliche Einstufung, die dem Material die Eigenschaft "nicht brennbar" verleiht.

Diese Besonderheit können Sie sich zunutze machen, wenn Sie beispielsweise die Dämmung eines Hochhauses planen. Darüber hinaus verfügt Mineralwolle über gute Wärmedämmeigenschaften und eine geringe Wärmeleitfähigkeit. Das bedeutet, dass Sie bei einer Dachdämmung mit Mineralwolle mit geringem Wärmeverlust nach außen rechnen können.

Neben dem Dach wird Mineralwolle ebenfalls im Bereich der Fassadendämmung eingesetzt. Doch unter Beachtung des hohen Eigengewichts des Dämmstoffs kann Mineralwolle in nahezu allen Bereichen Verwendung finden. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass sie nicht in Kontakt mit Feuchtigkeit kommt, da sonst die Dämmwirkung verloren geht.

Dämmstoff Besonderheit Einsatzbereich
Mineralwolle Sehr guter Brandschutz Dach und Fassade
Gute Dämmeigenschaften Dach und Fassade

Sinnvolle Alternativen zu Mineralwolle

Wenn Sie sich gegen den Einsatz von Mineralwolle entschieden haben, können Sie auch auf Polyurethan, kurz PUR, als Dämmstoff zurückgreifen. Mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,027 Watt pro Meter und Kelvin erbringt das Material eine noch bessere Leistung in Sachen Wärmedämmung als Mineralwolle. Allerdings wird der Brandschutz in der Kategorie B2 eingestuft, damit gilt das Material als normal entflammbar.

Auch Styropor, das eigentlich den Namen Polystyrol trägt, kann alternativ zur Mineralwolle verwendet werden. Es weist eine hohe Feuchtigkeitsbeständigkeit auf und besitzt gute Wärmedämmeigenschaften. Styropor ist einfach zu verarbeiten und vergleichweise preiswert.

Vorteile und Nachteile von Mineralwolle als Dämmstoff

Bild: Daumen nach oben
Mineralwolle hat viele Vorteile | © TeroVesalainen / pixabay.com CC0

Neben den guten Brandschutzeigenschaften bringt der Einsatz von Mineralwolle noch weitere Vorteile mit sich, denn der Dämmstoff ist resistent gegenüber Ungeziefer. Auch Fäulnis und Schimmel können der Dämmung nichts anhaben.

Darüber hinaus zeichnet sich Mineralwolle durch gute Wärmedämmeigenschaften aus. Die Wärmeleitfähigkeit von Glaswolle und Steinwolle liegt durchschnittlich zwischen 0,035 und 0,028 Watt pro Meter und Kelvin. Um den von der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) vorgegebenen U-Wert von 0,24 W/(m²K) für die Dämmung einer Fassade zu erreichen, ist somit eine Dämmdicke von 14 Zentimetern notwendig. Doch Mineralwolle bringt auch einige Nachteile mit sich. Zum einen verliert das Material seine Fähigkeiten in Sachen Dämmung, wenn es in Berührung mit Feuchtigkeit kommt.

Zum anderen bringt Mineralwolle als Dämmstoff ein hohes Eigengewicht mit, sodass Sie dies beim Einbau des Stoffs berücksichtigen sollten. Zusätzlich schlägt sich die Herstellung der Dämmung negativ auf dessen Öko-Bilanz nieder, da die Produktion extrem viel Primärenergie benötigt. Weiterhin verfügt Mineralwolle über eine schlechte Wärmespeicherkapazität, sodass sich Ihr Haus im Sommer schnell aufheizen kann.

Dämmstoff Vorteile Nachteile
Mineralwolle Hoher Brandschutz Verliert bei Nässe Dämmwirkung
Resistent gegenüber Ungeziefer Hohes Eigengewicht
Resistent gegenüber Schimmel und Fäulnis Hoher Energieverbrauch bei Produktion
Gute Dämmeigenschaften Schlechte Wärmespeicherkapazität
Geringe Dämmdicke notwendig -

Übliche Preise für Mineralwolle (Material / Einbau)

Glaswolle und Steinwolle unterscheiden sich unter anderem im Preis. Dieser wiederum ist vom konkreten Anwendungsfall abhängig. Die reinen Materialkosten sind bei Steinwolle tendenziell etwas höher als bei Glaswolle.

Beispiel: Fassadendämmung (130 m²) mit Steinwolle oder Glaswolle

Mit unserem Beispiel erhalten Sie einen ersten Eindruck, mit welchen Kosten bei einer Dämmung mit Glaswolle oder Steinwolle gerechnet werden sollte. Dabei haben wir die Dämmung der Fassade mit einer Fläche von 130 Quadratmetern und einer Dämmdicke von 14 Zentimetern berechnet. Die Einbaukosten beinhalten neben der Eindeckung auch alle anderen Maßnahmen für den Erhalt bewohnbarer Wände, wie beispielsweise das Verputzen oder neue Fensterbänke.

Maßnahme Dämmstoff Materialkosten Einbaukosten + Eindeckung Kosten für 130 m²
Fassadendämmung Steinwolle 20 € pro m² 130 € pro m² 19.500 €
Glaswolle 19 € pro m² 130 € pro m² 19.370 €

Die wichtigsten Eigenschaften von Mineralwolle

Bild: Baustelle eines Hauses
Mineralwolle ist einfach zu verarbeiten | © 2211438 / pixabay.com CC0

Dämmstoffe aus Mineralwolle verfügen über viele nützliche Eigenschaften. So sind sie in der Regel wasserabweisend, was dazu führt, dass das Material beständig gegen Schimmel und Fäulnis ist. Feuchte oder nasse Mineralwolle verliert jedoch für diese Zeit bis zur vollständigen Trocknung oder zum Austausch ihre Dämmwirkung.

Gleichzeitig handelt es sich bei Mineralwolle um einen langlebigen Dämmstoff. Da Mineralwolle aus Stein oder Glas besteht und diese als Stoffe nicht altern, ist der Mineralstoff-Dämmung eine Alterungsbeständigkeit zuzuschreiben. Darüber hinaus verfügt Mineralwolle über sehr gute Eigenschaften in Sachen Schallschutz. Die miteinander verwobenen Fasern absorbieren Geräusche, die im oder am Haus enstehen.

Gleichzeitig ist Mineralwolle leicht zu verarbeiten. Allerdings sollte hier auf einen erhöhten Schutz bei der Arbeit geachtet werden. So können Sie sich beispielsweise mit Handschuhen oder Schutzkleidung vor Hautreizungen beim Einbau schützen.

Dämmstoff Eigenschaft Wirkung in der Praxis
Mineralwolle Wasserabweisend Resistent gegenüber Schimmel und Fäulnis
Mineralische Basis Langlebiges Material
Verwobene Faserstruktur Guter Schallschutz
Flexibles Material Einfache Verarbeitung

Umweltfreundlichkeit

Die Produktion von Mineralwolle erfordert sehr viel Energie, was sich negativ auf die Öko-Bilanz des Dämmstoffs aufwirkt. Allerdings können die Langlebigkeit von Glaswolle und Steinwolle sowie deren Herstellung aus mineralischen Materialien als umweltfreundlich bewertet werden. Mineralwolle die nach dem Jahr 2000 in Deutschland produziert oder nach 2005 aus dem europäischen Ausland importiert wurde gilt als gesundheitlich unbedenklich.

Kälteschutz und Hitzeschutz

Sowohl Steinwolle als auch Glaswolle verfügen aufgrund ihrer geringen Rohdichte über einen schlechten sommerlichen Hitzeschutz. Mit einer Wärmespeicherkapazität von circa 840 Joule pro Kilogramm und Kelvin lassen Dämmungen aus Mineralwolle heiße Luft ins Innere des Hauses vordringen. Die Leistungen als Kälteschutz sind hingegen als gut zu bewerten.

Brennbarkeit und Feuchtigkeitsregulierung (Schimmelgefahr)

Mineralwolle besteht aus nicht brennbarem Material, sodass Glaswolle und Steinwolle in die höchste Brandschutzklasse A1 eingeordnet werden. Die natürliche Beschaffenheit macht eine Behandlung mit Chemikalien für einen erhöhten Brandschutz unnötig.

Zwar ist Mineralwolle resistent gegenüber Schimmel und Fäulnis, allerdings wirkt der Dämmstoff nicht feuchtigkeitsregulierend. Anders als natürliche Dämmstoffe, die in der Lage sind, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben, weist Mineralwolle Nässe lediglich ab.

Entsorgung von Mineralwolle

Bei der Entsorgung ausgedienter Mineralwolle müssen Sie beachten, dass die Reste nicht mit anderem Müll oder Schutt vermischt werden dürfen. Wenn Sie Mineralwolle aus Zwischenwänden oder Dachbalken entfernen, entsteht Staub, der Schleimhäute und Atemwege reizen kann. Tragen Sie deshalb einen Mundschutz, Handschuhe und Schutzkleidung.

Sammeln Sie die Mineralwolle in großen Beuteln aus Plastik, die oben verschlossen werden können, und bringen Sie diese zur Deponie. Für die Entsorgung können Sie mit Kosten von rund 45 Euro pro Tonne rechnen.