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Inhaltsverzeichnis

Grundlegendes zu den Kosten einer Holzheizung

Der Kauf einer Holzheizung ist ein großer Schritt. Und leider einer, der häufig mit sehr hohen Kosten verbunden ist. Aber warum ist das so? Im Vergleich zu einer Öl- oder Gasheizung besitzt eine Holzheizung viel mehr Komponenten und ein komplexes System zur Steuerung der Brennvorgangs und der mechanischen Brennstoffzuführung.

Außerdem werden Holzheizungen zurzeit noch in geringeren Stückzahlen gebaut, sie sind (noch) keine „Massenware“, wodurch die Kosten bei der Herstellung etwas höher sind. Dementsprechend sind die Kosten für den Kauf einer Holzheizung häufig recht hoch.

Aber auch hier bestätigt der Holzvergaser als Ausnahme die Regel: Die Kosten sind geringer als bei vielen anderen Heizungen. Warum das so ist, was eine Holzheizung alles benötigt, um effizient und damit kostengünstig zu funktionieren, und wie hoch die letztendlichen Kosten sind, erklären wir im Folgenden.

Kosten einer Holzheizung im Komplettpaket

Allgemeine Angaben von Kosten sind immer schwierig. Es gibt nicht nur mehrere Arten der Holzheizung, jede Art hat auch unzählige Modelle, deren Kosten sich alle unterscheiden. Trotzdem kann man mit relativer Genauigkeit einen Preisrahmen angeben, in dem sich die Preise beim Kauf einer Holzheizung bewegen.

Pelletheizung Hackschnitzelheizung Holzvergaser
19.000 - 24.000 € 20.000 - 26.000 € 9.000 - 13.000 €

Man sieht: Kosten-Unterschiede können ziemlich groß sein, was nicht zuletzt mit der Vielzahl an Einzelteilen zusammenhängt. Für eine besserer Übersicht hat das Technologie- und Förderzentrum TFZ des Freistaats Bayern durch die Auswertung originaler Heizungsrechnungen Durchschnittspreise für die verschiedenen Holzheizungen in unterschiedlichen Leistungsbereichen ermittelt:

Nennleistung des Heizkessels Kosten (Pelletheizung) Kosten (Hackschnitzelheizung) Kosten (Holzvergaserheizung)
10 kW 11.150 € / /
20 kW 14.301 € 20.357 € 10.802 €
30 kW 16.541 € 21.443 € 12.037 €
40 kW 18.341 € 22.230 € 12.998 €
50 kW 19.871 € 22.869 € 13.796 €
60 kW / 23.405 € /

Anschaffungskosten

Eine Holzheizung muss man stets als Gesamtkonzept verstehen: Die Holzheizung besteht immer aus mehreren Komponenten, die nur im Zusammenspiel funktionieren und eine effiziente, kostengünstige Heizungsanlage bilden. Die Kosten der einzelnen Bauteile finden Sie in der untenstehenden Tabelle.

Einzelne Komponente Kosten (Pelletheizung) Kosten
(Hackschnit-zelheizung)
Kosten
(Holzvergaser)
Heizkessel 7.500 - 11.500 10.000 - 13.000 € 5.500 - 8.000 €
Brennstofflager 1.000 - 3.000 € 1.500 - 4.000 € /
Förderanlage 1.500 - 3.000 € 1.500 - 3.000 € /
Pufferspeicher 1.500 - 3.500 € 1.500 - 3.500 € 1.500 - 3.500 €
Abgasanlage (Brennwerttechnik) 1.000 - 1.500 € 1.000 - 1.500 € 1.000 - 1.500 €
Montage 1.000 - 2.500 € 1.000 - 2.500 € 500 - 2.000 €
Förderung - 3.500 € - 3.500 € - 2.000 €
Gesamtkosten 10.000 - 20.500 € 13.500 - 24.500 € 7.000 - 10.000 €

Wie entstehen die Kosten für den Heizkessel?

Bild: Holzscheitvergaser
Der Heizkessel der Holzheizung verursacht die höchsten Kosten | © Buderus

Der Heizkessel ist das Herzstück jeder Holzheizung. In ihm wird der Brennstoff verfeuert, um Wärme zu gewinnen. Entsprechend seiner Bedeutung verursacht der Heizkessel mit etwa zwei Dritteln auch den größten Teil der gesamten Kosten.

Die genauen Kosten eines Heizkessels hängen dabei von vielen Faktoren ab. Die beiden wichtigsten dabei sind die Leistung und der Wirkungsgrad, also wie effizient der Brennstoff in Energie umgesetzt wird.

Um die laufenden Kosten gering zu halten, sollte man auf einen hohen Wirkungsgrad setzen.  Zwar sind Kessel mit solch hohen Wirkungsgraden am Anfang teurer, rentieren sich dann aber auf Dauer. Die höchsten Wirkungsgrade und somit größte Kostenersparnis erreicht man mit einer Holzheizung samt Brennwerttechnik.

Kosten für die Brennwerttechnik

Einfache Heizwertkessel beziehen die Energie nur aus der Verbrennung des Brennstoffes. Im Gegensatz dazu nutzen moderne Brennwertkessel zusätzlich auch die Wärme aus den Abgasen der Heizung und führen sie dem Heizkreislauf hinzu. Dadurch wird mehr Heizwärme gewonnen - bei gleichem Brennstoffbedarf und damit geringeren Kosten.

Die Verwendung von Brennwerttechnik ist mit etwa 1.400 bis 2.300 Euro höheren Investitionskosten verbunden. Hauptsächlich ist es die notwendige Schornsteinsanierung, die die Brennwerttechnik teurer bei der Anschaffung macht. Diese zusätzliche Investition hat sich jedoch bereits nach wenigen Jahren amortisiert.

Kosten für das Brennstofflager

Pellet- und Hackschnitzelheizungen benötigen unbedingt ein zentrales Brennstofflager wie ein Pelletsilo oder ein Hackschnitzelbunker, aus dem der Brennstoff dann in die Holzheizung transportiert wird. Holzvergaser benötigen weitaus weniger aufwändige Brennstofflager. Je nach Bauweise verursachen alle Holzlager Kosten zwischen 1.000 und 5.000 Euro.

Kosten für die Förderanlage

Um die Pellets oder Hackschnitzel aus dem Silo in den Kessel der Holzheizung zu bekommen wird natürlich auch eine Förderanlage benötigt. Hier kommen meist Förderschnecken oder Saugsysteme zum Einsatz, die alle um die 2.000 Euro kosten.

Kosten für den Pufferspeicher

Bild: Pufferspeicher von Junkers
Die Kosten für einen Pufferspeicher sind berechtigt | © Junkers

Ein Pufferspeicher ist eigentlich unverzichtbar, wenn man die Stärke der Holzheizung richtig ausnutzen will: Effizientes und damit günstiges Heizen. Das funktioniert nur, wenn die Anlage konstant durchheizen kann. Die überschüssige Wärme wird dann im Pufferspeicher eingelagert.

Pufferspeicher sind gut isolierte Wassertanks, deren Inhalt von der Heizungsanlage erhitzt wird. Durch die Isolation bleibt die Wärme erhalten, bis sie benötigt wird. So können Sie effizient heizen ohne Wärmeverlust.

Außerdem ist ein solcher Warmwasserspeicher in der Regel nötig, um staatliche Förderung zu erhalten und außerdem ein großes Plus an Komfort bei Holzvergasern. Die Kosten für einen Pufferspeicher belaufen sich je nach Größe auf 800 bis 1.500 Euro.

Kosten für die Montage der Holzheizung

Die Kosten für die Installation einer Holzheizung können stark variieren. Hackschnitzelheizungen bestehen aus vielen Teilen, die umständlich miteinander verbunden werden müssen. Holzvergaser werden dagegen schnell und unkompliziert eingerichtet. Die Kosten hängen also hauptsächlich vom Arbeitsaufwand ab. In der Regel liegen die Montage-Kosten aber zwischen 500 und 2.500 Euro.

Laufende Kosten einer Holzheizung

Im Gegensatz zu den höheren Kosten bei der Anschaffung sind die Kosten im laufenden Betrieb bei Holzheizungen ziemlich niedrig. Das sorgt dafür, dass sich die Investitionskosten je nach Wärmeverbrauch schon nach relativ kurzer Zeit amortisieren.

Die betriebs- und verbrauchsgebundenen Kosten einer Holzheizung

Die niedrigen Brennstoff-Kosten für Holz sind einer der Hauptgründe für die Anschaffung einer Holzheizung. Bei einem jährlichen Bedarf von 35.000 Kilowattstunden (kWh) Heizwärme kommen folgende Kosten zusammen:

Brennstoff Jährliche Brennstoffkosten*
Heizöl 2.865 €
Erdgas 2.487 €
Holzpellets 1.863 €
Hackschnitzel (Wassergehalt 35 %) 1.075 €
Scheitholz (Wassergehalt 20 %) 2.000 €

(*zum 3-Jahres-Durchschnittspreis des jeweiligen Brennstoffes)

Sonstige laufende Kosten

Neben den Kosten für Brennstoff fallen bei einer Holzheizung auch noch andere betriebsgebundene Kosten an:

1. Wartung: Eine Holzheizung sollte regelmäßig gewartet werden, um den einwandfreien Betrieb zu gewährleisten. Hierfür fallen Kosten von etwa 150 bis 400 Euro jährlich an.

2. Schornsteinfeger: Regelmäßige Kaminreinigungen durch einen Schornsteinfegersist sind bei einer Holzheizung nötig. Kostenpunkt hierfür: circa 130 Euro im Jahr.

3. Hilfsenergie: Die Kosten für den Strom, mit dem die Holzheizung gestartet und gesteuert wird, bewegen sich um 140 bis 240 Euro.

4. Sonstige Kosten für Betrieb und Reinigung: ca. 60 (bei einer Pelletheizung) bis 180 Euro.

Heizungstyp
(30 kW Nennleistung)
jährliche Brennstoffkosten sonstige laufende Kosten pro Jahr jährliche laufende Kosten Gesamt Jährliche Einsparungen gegenüber einer Ölheizung
Ölheizung 2.865 € 225 € 3.090 € /
Pelletheizung 1.863 € 689 € 2.552 € 538 €
Hackschnitzelheizung 1.075 € 854 € 1.929 € 1.161 €
Holzvergaser 2.000 € 606 € 2.606 € 484 €

Man sieht: Auch wenn die betriebsgebundenen Kosten einer Holzheizung höher sind als die einer Ölheizung, die Einsparungen beim Brennstoff übersteigen diese zusätzlichen Kosten bei weitem.

Kostenentwicklung bei Brennstoffen für die Holzheizung

Durch die niedrigen Brennstoff-Kosten können die Investitionskosten nach relativ kurzer Zeit ausgeglichen werden. Weil Holz ein nachwachsender Rohstoff ist, ist auch noch eine langfristige Preisstabilität zu erwarten, anders als bei fossilen Brennstoffen wie Erdgas oder Öl, die Millionen von Jahren brauchen, um zu entstehen.

Infografik: Grafische Darstellung eines Preisvergleichs verschiedener Brennstoffe
Die Brennstoffe für die Holzheizung kosten vergleichsweise wenig | © Energieheld

Die Grafik zeigt die Preisentwicklung verschiedener Energieträger über den Zeitraum der letzten Jahre. Vor allem bei Scheitholz und Hackschnitzeln ist eine sehr stabile, nur langsam ansteigende Preisentwicklung zu beobachten. Bei Pellets ist der Verlauf etwas unruhiger.

Im Gegensatz dazu springt der Preis von Heizöl geradezu auf und ab. Auch wenn er im Moment auf einem Tiefpunkt war - alleine die Tatsache, dass Öl ein endlicher Rohstoff ist, wird vermutlich dazu führen, dass der Preis früher oder später wieder ansteigt. Auf jeden Fall zeigt sich Holz als dauerhaft günstigster Brennstoff.

Kosten reduzieren durch Förderung

Bild: Zarte Pflanze auf Münzstapel
Die BAFA-Förderung senkt Ihre Kosten | © Markgraf-Ave / pixabay.com CC0

Um die hohen Kosten für die Anschaffung einer Holzheizung etwas abzumildern gibt es die Möglichkeit, verschiedene Förderungen in Anspruch zu nehmen. Am geeignetsten sind hier die die Förderung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Die KfW hat sowohl Kredite als auch Zuschüsse für Komplettsanierungen und Einzelmaßnahmen im Programm, während das BAFA sich auf Zuschüsse für Einzelmaßnahmen spezialisiert hat.

BAFA-Förderung

Das BAFA bietet verschiedenste Förderungen für energetische Modernisierungen an. Auch eine Holzheizung lässt sich damit fördern, wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt werden:

1. Die Holzheizung hat eine Nennleistung von fünf bis 100 Kilowatt.

2. Der Antrag muss spätestens neun Monate nach Inbetriebnahme der Holzheizung beim BAFA eingehen.

3. Eine Schornsteinfegerabnahmebestätigung für die neue Holzheizung muss vorgelegt werden (für Holzvergaser erst ab 2016) Außerdem muss auch die Holzheizung gewisse technische Vorgaben erfüllen:

maximale CO-Emission maximale Feinstaub-Emission minimaler Kesselwirkungsgrad
200 mg/m³

20 mg / m³ (Holzvergaser: 15 mg / m³)

89 %

Auch ein Pufferspeicher muss an die Heizung angeschlossen sein. Dessen Mindestvolumen muss bei Hackschnitzelheizungen 30 und bei Holzvergasern 55 Liter pro kW Leistung der Holzheizung betragen.

Pelletheizungen werden zwar auch ohne Pufferspeicher gefördert, die Fördermenge erhöht sich aber um 500 Euro, wenn einer vorhanden ist. Abgesehen von der hier aufgelisteten Basis-Förderung gibt es noch weitere Möglichkeiten, Zuschüsse für eine Holzheizung zu beantragen.

Förderung Pelletheizung
(oder HVK*)
Förderung Hackschnitzel-
heizung (oder HVK*)
Förderung Holzvergaser
80 € pro kW (mindestens 3.000 €) 3.500 € 2.000 €

(*HVK= Holzvergaser-Kombikessel mit zusätzlicher Verbrennung des jeweiligen Brennstoffes)

KfW-Kredit

Auch die KfW bietet diverse Zuschüsse und Förderkredite an. Der KfW-Zusatzkredit 167 ist mit der BAFA-Förderung kombinierbar. Er bietet einen großzügigen Kredit von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit. Neben den Kriterien, die Ihre Holzheizung erfüllen muss (identisch mit denen der BAFA-Förderung), muss die aktuelle Heizung vor 2009 installiert worden sein.

Dabei ist bei Zahlung eines Vorfälligkeitsentgeltes auch eine frühzeitige Tilgung möglich, sie bleiben also flexibel. Beachten Sie auch, den gewünschten Betrag möglichst genau zu wählen, da nach vier Monaten für nicht abberufene Beträge Kosten in Form einer Bereitstellungsprovision anfallen.

(Effektiver) Jahreszins Laufzeit Tilgungsfreie Zeit Zinsbindung
(1,36 %) 1,35 % 4 - 10 Jahre 1 - 2 Jahre 10 Jahre

(Konditionen des KfW-Zusatzkredites 167 (Stand: 7.11.2018))

Weitere Förderung

Es ist grundsätzlich möglich, weitere Zuschüsse und Förderungen von Ländern oder EU zu erhalten. Diese sollten aber bei Verwendung der BAFA-Förderung den BAFA-Förderungssatz nicht überschreiten, da der Bund sonst die Fördermittel kürzt. Außerdem sollten Sie darauf achten, ob Sie für die entsprechende Förderung förderberechtigt sind und ob sie mit bereits in Anspruch genommenen Förderangeboten kombinierbar ist.