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Inhaltsverzeichnis

Allgemeines zu Wärmepumpen

Wärmepumpen gibt es in zahlreichen Varianten, die unterschiedliche Ressourcen zur Wärmegewinnung nutzen. Demnach stellen sie auch unterschiedliche Anforderungen an den Standort. Je nach örtlichen (z. B. Bodenbeschaffenheit) und baulichen Gegebenheiten (Größe des Gebäudes, Dämmzustand usw.) können die Kosten für Wärmepumpen stark variieren.

Sole-Wasser-Wärmepumpen und Wasser-Wasser-Wärmepumpen sind teurer, da für sie aufwendige Bohrungen bzw. Erdarbeiten durchgeführt werden müssen. Bohrungen für Erdsonden und Brunnen benötigen zudem eine Genehmigung. Die Installation von Luft-Wasser-Wärmepumpen und Luft-Luft-Wärmepumpen ist weniger aufwendig und daher auch günstiger.

Bild: Energieheld Tipp

Die teilweise hohen Anschaffungskosten werden bei einer Wärmepumpe schnell durch die niedrigen laufenden Kosten und die hohe staatliche Förderung ausgeglichen. Dadurch ist eine Wärmepumpe inzwischen billiger als eine konventionelle Öl- oder Gasheizung, die nach Gebäudeenergiegesetz (GEG, vormals EnEV) mit einer Solarthermie-Anlage (oder einer anderen Heizung auf Basis erneuerbarer Energien) kombiniert werden muss.

Schnell erklärt: Die Wärmepumpe im Überblick

In diesem Energieheld-Whiteboard geben wir einen Überblick über die wichtigsten Informationen zur Wärmepumpe. Die Angaben zu den Kosten sind stets nur ungefähre Näherungswerte und sollen lediglich als grobe Richtwerte dienen.

Achtung: Die Angaben zu Förderungen beziehen sich in den Energieheld-Whiteboards immer auf den aktuellen Stand bei Videoveröffentlichung und haben sich im Januar 2020 geändert. Alle Veränderung im Überblick finden Sie hier.

Quelle: © Energieheld / youtube.com

Preis-Vergleich für Wärmepumpen

Bild: Preise für Wärmepumpen im Vergleich
Wärmepumpen sind dank Förderung erschwinglich | © STIEBEL ELTRON

Die folgende Kosten-Übersicht ermöglicht Ihnen einen Überblick über die Preisunterschiede der Wärmepumpen. Bei den aufgelisteten Kosten handelt es sich um Durchschnittswerte inklusive Einbau.

Fallen umfangreiche Erdarbeiten oder Bohrungen an, dann sind diese im Neubau tendenziell günstiger, weil die Maschinen häufig ohnehin vor Ort sind und noch keine Bebauung im Weg steht. Das wird aber alles schon im Vorfeld der Bauarbeiten geklärt.

Wie wir in einem späteren Abschnitt noch zeigen werden, gehen von diesen Kosten noch einmal 35 Prozent der Investitionskosten durch staatliche Förderung ab, was die Anschaffung noch weiter vergünstigt. Die genauen Konditionen sollten Sie jedoch vorab überprüfen, da die förderfähigen Umfeldmaßnahmen zwischen Bestandsbauten und Neubauten variieren.

Wärmepumpen Grundgerät Installation + Zubehör Kosten inkl. Einbau Gesamtkosten inkl.  Förderung
Erdwärmepumpe mit Erdsonden 9.000 - 15.000 € 9.000 - 17.500 € ca. 25.000 € ca. 16.250 €*
Erdwärmepumpe mit Erdwärmekollektoren 9.000 - 15.000 € 4.500 - 9.000 € ca. 18.000 € ca. 11.700 €*
Wasser-Wasser-Wärmepumpe 8.000 - 12.000 € 15.000 - 18.000 € ca. 30.000 € ca. 19.500 €*
Luft-Wasser-Wärmepumpe innen 10.000 - 12.000 € 2.000 - 4.000 € ca. 15.000 € ca. 9.750  €*
Luft-Wasser-Wärmepumpe außen 10.000 - 13.000 € 2.000 - 4.000 € ca. 15.000 € ca. 10.100 €*
Luft-Luft-Wärmepumpe** 7.000 - 8.000 € 6.000 € ca. 15.000 € ca. 12.000 €**

* BAFA-Förderung (35 %); ** KfW-Förderung nur in Kombination mit zentraler Lüftungsanlage (20 %)

Erd-Wärmepumpe mit Erdsonde

Die Kosten einer Sole-Wasser-Wärmepumpe variieren je nach Bauart. Neben dem Grundgerät (ca. 8.000 bis 15.000 Euro) und den Kosten für Installation und Zubehör (3.000 bis 5.500 Euro) fällt hier vor allem die Erschließung der Wärmequelle ins Gewicht. Für die Erschließung der Erdwärme mit einer Erdsonde entstehen aufgrund der Bohrung und Gebühren für die Genehmigung Kosten von ca. 6.000 bis 12.000 Euro. Insgesamt ist also mit Kosten von 25.000 Euro zu rechnen (ohne Förderung).

Erd-Wärmepumpe mit Flächenkollektor / Erdwärmekörben

Die Erschließung der Erdwärme mit Erdwärmekörben oder Flächenkollektoren kostet dagegen nur ca. 3.000 bis 6.000 Euro. Somit wirken die Erdwärmekörbe bzw. die Flächenkollektoren billiger als die Variante mit Erdsonde. Allerdings dürfen Erdwärmekörbe / Flächenkollektoren nicht überbaut werden. Das bedeutet, dass man ein relativ großes Grundstück benötigt, um diese verlegen zu können - und das kostet je nach Wohnlage auch recht viel Geld. Bezieht man diese Variable nicht in die Rechnung mit ein, kann man mit Kosten von ca. 18.000 Euro kalkulieren (ohne Förderung).

Wasser-Wasser-Wärmepumpe

Die Kosten einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe entstehen durch das Grundgerät (ca. 8.000 bis 12.000 Euro), die Installation samt Zubehör (zusammen ca. 6.000 Euro) und die Erschließung der Wärmequelle sowie die dazugehörigen Genehmigungsgebühren. Die Kosten dafür liegen bei ca. 4.500 bis 5.500 Euro pro 15 Meter Bohrtiefe - durchschnittlich 9.000 bis 11.000 Euro. Je nach Bohrtiefe liegt der Gesamtbetrag für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe also bei ca. 30.000 Euro (ohne Förderung).

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Die Kosten der Luft-Wasser-Wärmepumpe sind ebenfalls abhängig von der Bauart: Außen aufgestellte Geräte kosten ca. 10.000 bis 13.000 Euro. Für eine Innenaufstellung entstehen Kosten von ca. 10.000 bis 12.000 Euro. Die Installation und das Zubehör schlagen mit weiteren 2.000 Euro zu Buche. Insgesamt liegen die Kosten also bei ca. 15.000 Euro (ohne Förderung).

Luft-Luft-Wärmepumpe

Die Kosten für eine Luft-Luft-Wärmepumpe ergeben sich aus dem Grundgerät (ca. 7.000 Euro) und der dazugehörigen Lüftungsanlage (ca. 3.000 Euro). Außerdem entstehen Kosten durch die Installation und weiteres Zubehör (ca. 3.000 Euro). Insgesamt ist also mit Kosten von ca. 15.000 Euro zu rechnen (ohne Förderung).

Laufende Kosten einer Wärmepumpe

Bild: Kosten einer Wärmepumpe
Wärmepumpen: geringe Strom-Kosten | © geralt / pixabay.com CC0

Wärmepumpen zeichnen sich im Vergleich zu anderen Heizungen durch geringe Heizkosten aus. Wie diese konkret ausfallen, hängt besonders vom Wärmebedarf des Hauses und der Effizienz der Wärmepumpe ab (hohe Jahresarbeitszahl = hohe Effizienz).

Teilt man den Wärmebedarf durch die Jahresarbeitszahl (JAZ), dann erhält man den groben Strombedarf. Bei 10.000 Kilowattstunden Wärme und einer JAZ von 4,5 sollten Sie also ungefähr von ca. 2.300 Kilowattstunden Strom pro Jahr ausgehen.

Ganz realistisch sollten Sie im Altbau für ein Einfamilienhaus mit 140 Quadratmetern und einem 4-Personen-Haushalt mit einem Wärmebedarf von ca. 28.000 Kilowattstunden und im Neubau mit etwa 7.200 Kilowattstunden rechnen. Daher sind Wärmepumpen in gänzlich ungedämmten Altbauten nicht ohne Weiteres zu empfehlen. Dazu kommt dann noch die jährliche Wartung, die aber durch den Wegfall das Schornsteinfegers meist nur im Bereich von 50 Euro liegt.

Wärmepumpe (Kosten pro Jahr) Wartung Stromkosten Altbau Stromkosten Neubau
Erd-Wärmepumpe 50 € 1.300 € 340 €
Wasser-Wasser-Wärmepumpe 50 € 1.300 € 340 €
Luft-Wasser-Wärmepumpe 50 € 1.700 € 430 €
Luft-Luft-Wärmepumpe 50 € 2.350 € 590 €
Bild: Infografik Wärmepumpen

Partner: Spezieller Wärmepumpentarif von Polarstern Energie

Wirtschaftlichkeit im Altbau und Neubau

Bei der Betrachtung der Wirtschaftlichkeit werden wir uns an dieser Stelle auf ein Szenario im Altbau konzentrieren. Im Neubau können Sie realtiv sicher davon ausgehen, dass eine Wärmepumpe unterm Strich die geringsten Kosten verursacht. Das gilt vor allem dann, wenn man bedenkt, dass beim Vergleich mit einer Öl-Brennwertheizung der Schornstein und die im GEG - vormals EnEV 2014 - vorgeschriebene Solarthermie-Anlage (oder eine andere Heizung auf Basis erneuerbarer Energien) wegfallen.

Zudem werden Heizungen auf Basis fossiler Energieträger im Neubau nicht mehr als Einzelmaßnahme gefördert. Bei einer Sanierung im Altbau können Sie anhand unserer Tabelle sehen, dass auch hier die Sole-Wasser-Wärmepumpe (mit Photovoltaik-Anlage) nach 25 Jahren am günstigsten ist. Hierbei sollte man jedoch beachten, dass eine Erd-Wärmepumpe nicht überall eingesetzt werden kann.

Aber auch eine herkömmliche Luft-Wasser-Wärmepumpe ist auf Dauer deutlich rentabler als eine Öl-Brennwertheizung. Unsere Berechnung basiert auf der Nutzung von Wärmepumpenstrom, der etwas günstiger angeboten wird. Wer wirklich nachhaltig heizen möchte, sollte hier auch gleichzeitig einen Ökostrom-Tarif wählen oder eine Photovoltaik-Anlage zur eignen Stromgewinnung installieren lassen.

Heizung Jahr 1 Jahr 5 Jahr 15 Jahr 20 Jahr 25
Öl-Brennwertheizung 12.300 € 26.500 € 70.900 € 97.900 € 129.600 €
Luft-Wasser-Wärmepumpe 12.900 € 26.000 € 67.300 € 92.900 € 122.500 €
Erd-Wärmepumpe 19.000 € 31.000 € 66.800 € 89.500 € 115.400 €
Erd-Wärmepumpe mit PV-Anlage 26.800 € 36.000 € 65.500 € 84.500 € 108.000 €

Kosten-Unterschiede Neubau / Altbau nachrüsten

Bei der Anschaffung einer Wärmepumpe gibt es hinsichtlich der Kosten Unterschiede zwischen der Installation in einem Neubau und der Nachrüstung in einem Altbau: So sind beispielsweise die Erdarbeiten für die Verlegung von Erdwärmekörben oder eines Flächenkollektors im Neubau grundsätzlich billiger, da dafür nötige Baumaschinen wie etwa ein Bagger im Neubau ohnehin vor Ort sind.

Und auch Bohrungen können einfacher und kostengünstiger durchgeführt werden, wenn das Grundstück noch nicht bebaut worden ist. Zudem sind für die Wärmepumpe wichtige zusätzliche Bauteile wie etwa eine Fußbodenheizung oder eine zeitgemäße Dämmung im Neubau Standard und müssen nicht extra nachgerüstet werden. Allerdings werden die Nachrüstung dieser Bauteile und die damit zusammenhängenden Installation im Altbau im Rahmen der Umfeldmaßnahmen mitgefördert, wenn die Wärmepumpe förderfähig ist. So gleichen sich die Kosten etwas aus.

Bei den laufenden Kosten gibt es ebenfalls Unterschiede zwischen Neubau und Altbau. Diese sind im Altbau höher. Das ist im Wesentlichen auf die unterschiedlichen Dämmstandards und Wärmebedarfe zurückzuführen. Der Dämmstandard eines Neubaus ist in einem Altbau - wenn überhaupt - nur unter unverhältnismäßigen Kosten realisierbar. Der Wärmebedarf von Altbauten liegt durchschnittlich bei ca. 28.000 Kilowattstunden pro Jahr, bei Neubauten dagegen nur bei 7.200 Kilowattstunden jährlich. Somit sind die laufenden Kosten im Neubau deutlich niedriger.

Förderung für Wärmepumpen

Bild: Förderung für Wärmepumpen
Die passende Förderung für Wärmepumpen finden | © STIEBEL ELTRON

Stand 2020: Für den Kauf einer Wärmepumpe gibt es vom Staat einiges an Förderung. Hier sind besonders die Zuschüsse des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zu nennen. Zwar ist auch eine Förderung durch die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) möglich.

Sie erfolgt aber sowohl im Altbau als auch im Neubau anteilig an den förderfähigen Gesamtkosten für die Sanierung oder den Neubau nach Effizienzhaus-Standard. Eine direkte Heizungsförderung als Einzelmaßnahme gibt es bei der KfW nicht.

Wärmepumpe mit BAFA-Förderung

Die Förderung des BAFA für Wärmepumpen (keine Luft-Luft-Wärmepumpe) liegt im Altbau wie im Neubau immer bei 35 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten. Dabei werden im Altbau die sogenannten Umfeldmaßnahmen wie etwa die Installation einer Fußbodenheizung uvm. umfangreich mitgefördert. Wenn man im Rahmen der „Öl-Austauschprämie" seine alte Ölheizung durch eine förderfähige Wärmepumpe ersetzt, erhält man sogar 45 Prozent der förderfähigen Kosten als Förderung.

Da die Umfeldmaßnahmen in geringerem Umfang gefördert werden, fällt die BAFA-Förderung im Neubau insgesamt etwas niedriger aus als im Altbau. So wird z. B. die für die Effizienz der Wärmepumpe wichtige Fußbodenheizung nicht vom BAFA mitgefördert. Allerdings ist es im Neubau im Gegensatz zum Altbau möglich, die Förderprogramme von BAFA und KfW miteinander zu kombinieren. Das ist auch zu empfehlen, da man so insgesamt eine höhere Förderung erhält.

Förderinstitut Gebäudeart Programm Förderung
BAFA Altbau „Heizen mit Erneuerbaren Energien" 35 % der förderfähigen Gesamtkosten
Altbau „Heizen mit Erneuerbaren Energien; Öl-Austauschprämie" 45 % der förderfähigen Gesamtkosten
Neubau „Heizen mit Erneuerbaren Energien" 35 % der förderfähigen Gesamtkosten

Wärmepumpe mit KfW-Förderung

Wer für die Sanierung seines Altbaus eine Förderung der KfW in Anspruch nehmen möchte, muss sich zwischen zwischen dem Zuschuss KfW 430, und dem Kredit KfW 151 entscheiden. In beiden Fällen erhält man einen Zuschuss bis zu 48.000 Euro und im Kreditprogramm zusätzlich noch ein Darlehen bis zu 120.000 Euro. Die Förderung der KfW ist nicht mit der des BAFA kombinierbar.

Im Neubau bietet die KfW den Kredit KfW 153 an. Hier kann man ebenfalls einen Kredit von 120.000 Euro erhalten. Dazu gibt es noch einen Tilgungszuschuss von 30.000 Euro. Im Gegensatz zum Bestandsbau ist hier eine Kombination mit der Förderung des BAFA möglich und zu empfehlen.

Antragstellung und Energieberater

Unabhängig davon, ob Sie eine Förderung des BAFA oder der KfW in Anspruch nehmen, müssen Sie den Förderantrag unbedingt VOR Sanierungs- bzw. Baubeginn stellen. Bei der KfW müssen Sie diesen zudem zusammen mit einem Energieberater stellen - seine Einbindung in Planung und Durchführung der Sanierung / des Neubaus ist eine Fördervoraussetzung der KfW.

Beim BAFA ist seine Mitwirkung zwar nicht vorgeschrieben, um eine Förderung zu erhalten. Zu empfehlen ist ein Energieberater aber eigentlich immer, da er den Nutzen einzelner Sanierungsmaßnahmen schon in der Planungsphase bewerten kann und eine abschließende Qualitätskontrolle der geleisteten Handwerkerarbeiten durchführt. Außerdem ist sein Service ebenfalls förderfähig.

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