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Beratung zur Förderung

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Inhaltsverzeichnis

Allgemeines über die KfW

Bild: KfW Logo
Förderung durch die KfW | © Kreditanstalt für Wiederaufbau

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist eine staatliche Förderbank und hat unter anderem die Aufgabe, die Energiewende in Deutschland voranzutreiben. Hierfür gewährt die KfW sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen entweder attraktive zinsgünstige Kredite inklusive Tilgungszuschüsse oder einmalige Investitionszuschüsse.

Träger der KfW-Förderprogramme ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Konkret werden die Förderprogramme aus dem CO2-Gebäudesanierungs-Programm und dem Anreizprogramm Energieeffizienz finanziert. Gefördert werden sowohl energetische Sanierungen von Bestandsbauten zum KfW-Effizienzhaus als auch Einzelmaßnahmen und Maßnahmenpakete zur Verbesserung der Energieeffizienz.

Außerdem fördert die KfW den Neubau energieeffizienter Immobilien. Wichtige Voraussetzung hierfür sind jedoch die fristgerechte Antragsstellung und die Förderfähigkeit der Sanierung bzw. des Neubaus. Wer z. B. Baukindergeld beantragt, muss natürlich auch Kinder haben.

KfW-Programm Geeignet für Beispiel
KfW 124 Kauf oder Bau von Eigenheimen Kredit zum Erwerb oder Bau von Eigenheimen
KfW 151 Energetische Sanierung zum KfW-Effizienzhaus Kredit zum Umbau / Ausbau einer Bestandsimmobilie nach Effizienzhaus-Standard: Gesamtsanierung Dach, Dämmung, Fenster und Heizung
KfW 152 Energetische Sanierung durch Einzelmaßnahmen Kredit zur Durchführung von Einzelmaßnahmen und Maßnahmenpaketen: Einzelsanierung von Dach, Dämmung, Fenster oder Kombinationen von Maßnahmen
KfW 153 Energieeffizientes Bauen Kredit zum Bau oder Ersterwerb eines Effizienzhauses
KfW 167 Einbau von Heizungsanlagen auf Basis erneuerbarer Energien Ergänzungskredit für den Einbau von Pelletheizung, Solarthermie oder Wärmepumpe
KfW 270 Förderung von Photovoltaik-Anlagen Kredit zur Anschaffung und Installation von Photovoltaik-Anlagen, z. B. in Kombination mit Wärmepumpe (KfW 167)
KfW 424 Baukindergeld Zuschuss zum Bau oder Kauf eines Eigenheims imt anschließender Wohnnutzung, kombinierbar mit anderen KfW-Förderungen (KfW 124, KfW 151 /152, KfW 430, KfW 153, KfW 167 und anderen) und Förderungen des BAFA (MAP, Heizungsoptimierung)
KfW 430 Investitionszuschuss für energetische Sanierungsmaßnahmen

Zuschuss zur Durchführung einer energetischen Sanierung mit Einzelmaßnahmen, Maßnahmepaketen oder zum KfW Effizienzhaus

KfW 431 Zuschuss zur Energieberatung Übernimmt 50 %, max. 4.000 € der Kosten für den Energieberater
KfW 433 Investitionszuschuss für Brennstoffzellen Zuschuss zur Anschaffung und Installation einer Brennstoffzelle
KfW 455 B Investitionszuschuss für altersgerechte Barrierefreiheit Zuschuss zur altersgerechten Sanierung des Eigenheims z. B. durch den Einbau rutschfester Bodenbeläge, mobiler Liftsysteme für die Badewanne oder Treppenlifte
KfW 455 E Investitionszuschuss für zur Verbesserung des Einbruchsschutzes Zuschuss zum Umbau zum verbesserten Einbruchschutz, z. B. durch den Einbau einer Alarmanlage, verbesserter Türbeschläge oder einbruchshemmender Türen und Fenster

KfW-Förderung nach Maßnahme geordnet

Bild: Panorama-Fenster
KfW-Förderung auch für Fenster | © qimono / pixabay.com CC0

Genaue Angaben zur Höhe der Förderung sind nicht pauschal möglich. Wie hoch die Förderung letztendlich ausfällt, hängt zum einen von der gewählten Maßnahme und zum anderen der Förderungsart ab. Für den Bau oder die Sanierung eines Hauses nach KfW Effizienzhaus-Standard steht Ihnen ein Kredit (KfW 151) bis zu 120.000 Euro zur Verfügung.

Außerdem können Sie zusätzlich einen Tilgungszuschuss bis zu 40 Prozent der Kreditsumme, also maximal 48.000 Euro erhalten. Wenn Sie sich stattdessen nur eine Einzelmaßnahme oder ein Maßnahmepaket (Kombination aus verschidenen Einzelmaßnahmen) fördern lassen wollen, können Sie nach KfW 152 einen Kredit bis 50.000 Euro in Anspruch nehmen. Dazu gibt es einen Tilgungszuschuss in Höhe von 20 Prozent der Kreditsumme, also maximal 10.000 Euro.

Alternativ können Sie auch einen Investitionsszuschuss (KfW 430) in Höhe von 40 % der maximal förderfähigen Investitionssumme von 120.000 Euro beantragen. So können Sie einen Zuschuss bis zu 48.000 Euro erhalten. Für Einzelmaßnahmen wie Wärmedämmung oder den Austausch von Fenstern liegen die förderfähigen Investitionskosten bei 50.000 Euro. Bis zu 20 Prozent dieser Kosten können Sie als Förderung erhalten. So steht Ihnen ein Zuschuss von maximal 10.000 Euro beispielsweise für eine neue Dreifachverglasung zur Verfügung.

Sanierung Kredit Zuschuss Alternative Förderung durch BAFA
Dachsanierung mit Dämmung KfW 152 (20 % der Kreditsumme von  50.000€ / Tilgungszuschuss bis maximal 10.000 €) KfW 430 (20 % der förderfähigen Kosten von 50.000 / Zuschuss bis 10.000 €) n/a
Fassadendämmung KfW 152 (20 % der Kreditsumme von  50.000€ / Tilgungszuschuss bis maximal 10.000 €) KfW 430 (20 % der förderfähigen Kosten von 50.000 / Zuschuss bis 10.000 €) n/a
Kellerdämmung KfW 152 (20 % der Kreditsumme von  50.000€ / Tilgungszuschuss bis maximal 10.000 €) KfW 430 (20 % der förderfähigen Kosten von 50.000 / Zuschuss bis 10.000 €) n/a
Neue Fenster (3-fach-Verglasung) KfW 152 (20 % der Kreditsumme von  50.000€ / Tilgungszuschuss bis maximal 10.000 € KfW 430 (20 % der förderfähigen Kosten von 50.000 / Zuschuss bis 10.000 €) n/a
Brennstoffzelle n/a KfW 433 (5.700Basis-Förderung + 450 € / je 100 W bis zu 28.200 €) 1.900 - 3.500 € Basis-Förderung
Gas-Brennwertheizung „Renewable Ready" KfW 167 Ergänzungskredit (bis 50.000 €); KfW 151 (40 % des Kredits von  120.000 € / Tilgungszuschuss bis maximal 48.000 €, nur im Rahmen von Effizienzhaus-Sanierung) KfW 430 (40 % der förderfähigen Kosten von 120.000 € / Zuschuss bis 48.000 €, nur im Rahmen von Effizienzhaus-Sanierung) BAFA Gas-Brennwertheizung „Renewable Ready", Zuschuss von 20 % der förderfähigen Investitionskosten
Hybridheizung (Gas-Brennwertheizung+ EE*-Heizung) KfW 167 Ergänzungskredit (bis 50.000 €); KfW 151 (40 % des Kredits von  120.000 € / Tilgungszuschuss bis maximal 48.000 €, nur im Rahmen von Effizienzhaus-Sanierung) KfW 430 (40 % der förderfähigen Kosten von 120.000 € / Zuschuss bis 48.000 €, nur im Rahmen von Effizienzhaus-Sanierung) BAFA Hybrid (Gasbrennwert + EE*-Heizung, z. B. Solarthermie), Zuschuss von 30 % der förderfähigen Investitionskosten
EE*-Hybridheizung (z. B. Wärmepumpe + Pelletheizung) KfW 167 Ergänzungskredit (bis 50.000 €); KfW 151 (40 % des Kredits von  120.000 € / Tilgungszuschuss bis maximal 48.000 €, nur im Rahmen von Effizienzhaus-Sanierung) KfW 430 (40 % der förderfähigen Kosten von 120.000 € / Zuschuss bis 48.000 €, nur im Rahmen von Effizienzhaus-Sanierung) BAFA EE*-Hybridheizung, Zuschuss von 35 % der förderfähigen Investitionskosten
Biomasseheizung KfW 167 Ergänzungskredit (bis 50.000 €); KfW 151 (40 % des Kredits von  120.000 € / Tilgungszuschuss bis maxima48.000 €, nur im Rahmen von Effizienzhaus-Sanierung) KfW 430 (40 % der förderfähigen Kosten von 120.000 € / Zuschuss bis 48.000 €, nur im Rahmen von Effizienzhaus-Sanierung) BAFA Biomasse, Zuschuss von 35 % der förderfähigen Investitionskosten
Wärmepumpe KfW 167 Ergänzungskredit (bis 50.000 €); KfW 151 (40 % des Kredits von  120.000 € / Tilgungszuschuss bis maximal 48.000 €, nur im Rahmen von Effizienzhaus-Sanierung) KfW 430 (40 % der förderfähigen Kosten von 120.000 € / Zuschuss bis 48.000 €, nur im Rahmen von Effizienzhaus-Sanierung) BAFA Wärmepumpe, Zuschuss von 35 % der förderfähigen Investitionskosten
Solarthermie KfW 167 Ergänzungskredit (bis 50.000 €); KfW 151 (40 % des Kredits von  120.000 € / Tilgungszuschuss bis maximal 48.000 €, nur im Rahmen von Effizienzhaus-Sanierung) KfW 430 (40 % der förderfähigen Kosten von 120.000 € / Zuschuss bis 48.000 €, nur im Rahmen von Effizienzhaus-Sanierung) BAFA Solarthermie, Zuschuss von 30 % der förderfähigen Investitionskosten
Photovoltaik KfW 270 Erneuerbare Energien Standard (bis 50 Mio. €) n/a n/a
Lüftungsanlage KfW 152 (20 % der Kreditsumme von  50.000€ / Tilgungszuschuss bis maximal 10.000 €) KfW 430 (20 % der förderfähigen Kosten von 50.000 / Zuschuss bis 10.000 €) n/a

*Erneuerbare Energien

Klassiker: KfW 430 - Zuschuss ohne Rückzahlung

Bild: Altbau Sanierung Förderung
Die KfW unterstützt Sie | © nattanan23 / pixabay.com CC0

Das Programm KfW 430 stellt eine der beiden wichtigsten Förderungen der KfW dar. Es handelt sich dabei um einen einmaligen Investitionszuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss. Dabei dient das Programm hauptsächlich der energetischen Sanierung der Gebäudehülle.

In erster Linie richtet es sich an Privatpersonen, die selber sanieren oder sanierten Wohnraum kaufen. Gefördert werden Dach-Dämmungen, Fassaden-Dämmungen, Dämungen der Geschossdecken, Keller-Dämmungen, moderne dreifach-verglaste Fenster und Fenstertüren sowie energiesparende Außentüren.

Um das Programm in Anspruch nehmen zu können, muss ein Energieberater vor der Umsetzung der Maßnahme mit der Antragsstellung beauftragt werden. Als Baubeginn gilt der Start der Bauarbeiten vor Ort. Zudem muss Ihr Haus vor dem 01.02.2002 errichtet sein. Für dieses Programm stellt die KfW im Rahmen der Sanierung zum KfW-Effizienzhaus Zuschüsse bis maximal  48.000 Euro zur Verfügung. Wie hoch die Förderung letztlich ausfällt, hängt davon ab, welcher KfW-Effizienzhaus-Standard mit der Sanierung erreicht wird.

Wird kein Effizienzhaus-Standard angestrebt, hängt die Höhe der Förderung letztlich davon ab, ob es sich bei der Sanierung um eine Einzelmaßnahme oder ein Maßnahmenpaket handelt. In jedem Fall beträgt die Förderung jedoch immer 20 Prozent der förderfähigen Investitionskosten. Diese sind bei 50.000 Euro gedeckelt, sodass man maximal 10.000 Euro Zuschuss erhalten kann. Eine Steigerung der Förderung über die Kombination des Heizungs-/Lüftungspakets mit anderen Maßnahmen ist nicht mehr möglich.

Maßnahme Förderungshöhe pro Wohneinheit
Heizungs-/Lüftungspaket Seit 2020 nicht mehr förderfähig, Programm ausgelaufen
Einzelmaßnahmen 20 % Ihrer förderfähigen Kosten, Zuschuss bis maximal 10.000 € pro Woheinheit
Sanierung zum KfW-Effizienzhaus Zuschuss bis maximal  48.000 € pro Wohneinheit

Klassiker: Kredite 151 und 152 - mit Tilgungszuschuss

Bild: Online Antrag für KfW-Förderung
KfW-Antrag online stellen | © Free-Photos / pixabay.com CC0

Paradebeispiele für eine KfW-Förderung sind die KfW-Kredite 151 und 152. Diese Förderungen unterstützten Eigenheimsanierer, die die Energiebilanz ihres Gebäudes auf lange Sicht verbessern wollen. Dabei umfassen die Förderungen sowohl komplette Gebäudesanierungen zum KfW-Effizienzhaus (KfW 151) als auch Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz (KfW 152). Allerdings ist die Gewährung der Förderungen an bestimmte Voraussetzungen geknüpft.

Dazu gehört einerseits die fristgerechte Antragsstellung mit einem Energieberater vor Baubeginn. Andererseits spielt das Datum des Bauantrags oder der Bau­anzeige eine wichtige Rolle. So werden nur Maßnahmen an Gebäuden gefördert, die vor dem 01.02.2002 errichtet worden sind. Die KfW stellt im Rahmen des Kredits 152 sowohl für Einzelmaßnahmen als auch für Maßnahmepakete zur Verbesserung der energetischen Effizienz einen Kredit in Höhe von 50.000 Euro in Aussicht. Dazu vergibt sie einen Tilgungszuschuss von 20 Prozent der Kreditsumme, maximal also 10.000 Euro.

Für das KfW-Energieeffizienzhaus steht mit dem Programm KfW 151 sogar ein Kredit bis maximal 120.000 Euro zur Verfügung. Zusätzlich vergibt die KfW mit dem Programm einen Tilgungszuschuss in Höhe von bis zu 40 Prozent. Das heißt, dass sich die Laufzeit verkürzt und Sie nicht den kompletten Kredit zurückzahlen müssen. Wie hoch der Zuschuss konkret ist, hängt letztlich vom jeweiligen Maßnahmepaket ab. Maximal können Sie jedoch einen Tilgungszuschuss von 48.000 Euro erhalten.

Sollten Sie in Einzelmaßnahmen investieren, können Sie den Tilgungszuschuss erhöhen, indem Sie das Anreizprogramm Energieeffizienz nutzen. Es besteht aus Maßnahmepaketen zum Austausch und zur Optimierung alter Heizungsanlagen oder aus der Installation einer Lüftungsanlage in Kombination mit einer weiteren förderfähigen Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle und kann mit den Einzelmaßnahmen kombiniert werden.

Maßnahme Kredithöhe (max.) Tilgungszuschuss in Prozent (max.) Tilgungszuschuss in Euro (max.)
Einzelmaßnahme 50.000 € 20 % 10.000 €
Maßnahmenpaket 50.000 € 20 % 10.000 €
KfW-Effizienzhaus-Sanierung 120.000 € 40 % 48.000 €

Förderung beantragen - das sollten Sie unbedingt beachten

Der erste und wichtigste Schritt zur erfolgreichen Beantragung von Fördergeldern ist, dass Sie noch VOR der Auftragsvergabe einen Energieberater finden und den Antrag auf Förderung mit ihm zusammen stellen. Sollten Sie die Maßnahme bereits durchgeführt haben und anschließend den Antrag stellen, dann besteht keine Chance eine Förderung zu erhalten.

Der Energieberater erstellt ein Sanierungskonzept und übernimmt die Baubegleitung bis zum Abschluss der Baumaßnahme und gewährleistet so die korrekte Umsetzung. Darüber hinaus hilft der Energieberater auch in allen Fragen der Antragstellung. So berät er bei der Auswahl der Fördermaßnahme, bestimmt die Höhe der förderfähigen Kosten und hilft Ihnen bei der Beantragung Ihrer gewünschten Fördermittel.

Sollten Sie einen Zuschuss beantragen, müssen Sie den Antrag online über das KfW-Zuschussportal stellen. Achten Sie darauf, dass Sie Ihre Kontaktdaten vollständig hinterlassen, da Änderungen nachträglich nicht möglich sind. Der Energieberater berät Sie dabei, wenn es nötig ist. Die Höhe der Förderung können Sie anhand der bereits eingeholten Angebote ungefähr berechnen.

Fragen Sie im Zweifel den Energieberater bereits im Vorfeld der Antragstellung. Es gehört zu seinen Aufgaben, Ihnen einen realistischen Betrag vorzuschlagen und Sie zu beraten. Denn falls die Kosten höher ausfallen als von Ihnen angegeben, ist eine nachträgliche Erhöhung der Förderung nicht möglich. Fallen die Kosten jedoch niedriger aus als geplant, dann verringert sich der Betrag automatisch.

Zu guter Letzt identifizieren Sie sich per Videoidentifizierung oder dem Post­identverfahren der Deutschen Post. Sollte all dies geklappt haben, dann heißt es abwarten: Die KfW benötigt für die Überprüfung der Unterlagen bis zu fünf Wochen. Nach der Zusage erhalten Sie Ihre Förderung zum nächsten Monatsende.

Infografik: Antragstellung KfW 430
Beachten Sie bei der Antragstellung die richtige Vorgehensweise | © Energieheld

Finanzierungspartner finden mit der KfW

Sollte Ihnen das nötige Eigenkapital für eine Sanierung fehlen und Sie deshalb einen Kredit der KfW in Anspruch nehmen, brauchen Sie zwingend einen örtlichen Finanzierungspartner. Dieser wird benötigt, da die KfW keine eigenen Filialen betreibt und Kredite nicht direkt an die Antragsteller auszahlt. Deshalb muss der Finanzierungspartner online über das KfW-Zuschussportal angefragt werden, wenn Sie nicht selber nach einem suchen wollen.

Die KfW vermittelt Ihnen dann in wenigen Schritten mögliche Finanzierungspartner. Bei der Online-Antragstellung vergleichen Sie die möglichen Finanzierungspartner, wählen einen aus und hinterlassen Ihre persönlichen Kontaktdaten. Hier sollten Sie unbedingt auf die Vollständigkeit der Angaben achten, da nachträgliche Änderungen auch hier nicht möglich sind. Zum Abschluss bestätigen Sie Ihren Antrag. Der Energieexperte berät Sie gegebenenfalls auch hierbei.

KfW-Konditionen (KfW 151/152)

  • Maximale Zinsbindung 10 Jahre
  • Die bereitstellungs-provisionsfreie Zeit beträgt 12 Monate
  • Kostenfreie Sondertilgungen sind nicht möglich
  • Sollzins / Effektivzins pro Jahr: 0,75 % / 0,75 %
  • Tilgungsfreie Anlaufzeit: Je nach Laufzeit 1 bis 2 Jahre, 1 bis 3 Jahre oder 1 bis 5 Jahre
  • Mögliche Laufzeiten: 4 bis 10 Jahre / 11 bis 20 Jahre / 21 bis 30 Jahre

Die Rolle des Energieberaters

Für den Antrag auf Förderung bzw. den Erhalt einer Förderung ist der Energieberater, wie bereits erwähnt, verpflichtend. Das heißt, Sie müssen ihn noch vor Baubeginn hinzuziehen. Eine Verpflichtung nach Baubeginn führt zum Verlust des Fördergeldanspruchs. Doch weshalb eigentlich? Wer ist er und was macht er, dass er unentbehrlich ist? Und wie viel kostet die Leistung eines Energieberaters?

Um diese Fragen zu klären, soll seine Rolle hier noch einmal genauer beleuchtet werden. Der Energieberater ist ein Fachmann, der Immobilien energetisch bilanziert und begutachtet. Auf dieser Grundlage werden Energiesparpotenziale aufgedeckt und Investitionen, unterschieden nach rentablen und ökologisch sinnvollen Sanierungsmaßnahmen, aufgezeigt. Deshalb ist seine Verpflichtung auch nur VOR Baubeginn zielführend.

Mit der Beratungspflicht stellt die KfW sicher, dass die von ihr vergebenen Fördergelder optimal und zweckgebunden investiert werden. Das Ziel der KfW ist schließlich nicht die Vergabe von Geldern als Selbstzweck, sondern die Förderung der Energiewende und das Erreichen der damit verbundenen Klimaschutzziele. Deshalb umfasst die Tätigkeit des Energieberaters weitere Aufgabenfelder. So plant der Energieberater unabhängig und ggf. gewerkeübergreifend die erforderlichen Maßnahmen und sucht, je nach Service, geeignete Fachbetriebe aus, die die Maßnahme(n) durchführen. Außerdem begleitet er die Sanierungsmaßnahme vom Baubeginn bis zur abschließenden Umsetzung des Sanierungsplans.

Dabei überwacht er auch die korrekte Umsetzung durch den Handwerksbetrieb und stellt sicher, dass die technischen Mindestanforderungen eingehalten werden. Das ist auch im Interesse des Antragstellers, denn so unterliegt der jeweilige ausführende Handwerksbetrieb einer neutralen Kontrollinstanz, die ihn zu einer qualitativ hochwertigen Leistung zwingt.

Was kostet mich der Einsatz des Energieberaters?

Die Leistung des Energieberaters ist natürlich nicht kostenlos. Dabei können sich die Kosten aus Thermografie, Blower Door Test, Vorortberatung, Fördermittelberatung und Energieausweis zusammensetzen. Sollten Sie diese Leistungen alle benötigen, fallen Kosten ab 1.300 Euro an. Das ist jedoch nur bei Effizienzhaussanierungen der Fall. Üblicherweise ist mit Kosten um die 700 Euro zu rechnen.

Dazu kommen weitere 150 Euro für einen Antrag zur Förderung einer Heizung und 300 Euro für andere Förderanträge. Allerdings müssen Sie die Kosten für den Energieberater nicht alleine tragen. Sie können bei der KfW eine Förderung beantragen - natürlich VOR Beginn der Baumaßnahme. Die KfW übernimmt dann die Hälfte der Kosten für die Beratertätigkeit.

Leistung des Energieberaters Kosten
Energetische Bilanzierung und Begutachtung 700 - 1.300 €
Förderantrag für Heizungen 150 €
Alle anderen Förderanträge 300 €

Kann man die Förderung auch nach dem Einbau beantragen?

Wenn man sich beruflich mit Energieberatung beschäftigt, ist diese Frage leider eine, die sehr häufig gestellt wird. Die Antwort ist für die Fragestellenden und den Berater gleichermaßen frustrierend und einfach: Nein, das ist nicht möglich. Anträge auf Förderung durch die KfW müssen IMMER VOR Beginn der Baumaßnahme zusammen mit dem Energieberater gestellt werden.

Dabei gilt der Start der Bauarbeiten vor Ort als Baubeginn. Liefer- und Leistungsverträge sowie Plaungsarbeiten und Beratungen gelten nicht als Baubeginn. Das heißt, schon in dem Moment, in dem der Handwerksbetrieb in Ihrer Immobilie mit der Umsetzung der Baumaßnahmne beginnt, ohne dass Sie VORHER mit einem Energieberater den Antrag auf Förderung gestellt haben, verspielen Sie Ihre Chance auf eine Förderung durch die KfW unwideruflich.

Der Abschluss eines Leistungs- oder Leifervertrages sowie Planungs und -Beratungsarbeiten sind aber erlaubt. Einzige Ausnahme: Das Programm KfW 433 für die Brennstoffzelle. Hier gilt schon die vertragliche Auftragsvergabe als Baubeginn.

Auch Interessant: Das KfW Effizienzhaus

Bild: KfW Effizienzhaus-Logo
KfW-Effizienzhaus 55 Logo | © Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)

Der Begriff KfW-Effizienzhaus ist nun des Öfteren gefallen und bedarf einer Erklärung. Der Kennwert des KfW-Effizienzhauses gibt Auskunft darüber, wie energieeffizient Ihr Gebäude ist und zusammenhängend damit, wie hoch Ihre Förderung ausfällt.

Ausgangsbasis ist ein nach EnEV 2009 genormtes Referenzhaus mit einem energetischen Kennwert von 100 (Prozent), dass auch für das anstatt der EnEV am 01.11.2020 neu eingeführte Gebäudeenergiegesetz (GEG) weitgehend Gültigkeit hat (die Ölheizung als Referenz wurde durch eine Gasheizung ersetzt).

Für die verschiedenen Standards der Effizienzhäuser hat die KfW Kennwerte (40, 55, 70, 85, 100 = Referenzhaus, 115 und KfW-Effizienzhaus Denkmal) aufgestellt. Sie geben, gemessen am Referenzhaus, den prozentualen Energieverbrauch der jeweiligen Effizienzhäuser wieder. So benötigt beispielsweise ein KfW-Energieeffizienzhaus mit einem energetischen Standard von 40, nur 40 Prozent der Energie des virtuellen Referenzhauses. Ein KfW-Energieeffizienzhaus 55 hat demnach einen Energiebedarf von 55 Prozent des Standardhauses.

Wie oben bereits kurz angedeutet wurde, spielen die Kennzahlen für die Förderungshöhe der Programme KfW 430 und KfW 151 sowie KfW 153 eine entscheidende Rolle: Denn je niedriger die Kennzahl, desto höher fällt die Förderung für Sie aus. Außerdem muss man für Neubauten die Vorgaben des GEG (vormals Energieeinsparverordnung 2014 / EnEV 2014) hinsichtlich der energetischen Gebäudestandards erfüllen. Derzeit entspräche das theoretisch einem KfW-Effizienzhausstandard von 75.

Sanierung zum KfW Effizienzhaus Höhe der KfW 430 Zuschüsse zur Sanierung
KfW-Effizienzhaus 55 40 % Ihrer förderfähigen Kosten, bis zu 48.000 € für jede Wohneinheit
KfW-Effizienzhaus 70 35 % Ihrer förderfähigen Kosten, bis zu 42.000 € für jede Wohneinheit
KfW-Effizienzhaus 85 30 % Ihrer förderfähigen Kosten, bis zu 36.000 € für jede Wohneinheit
KfW-Effizienzhaus 85 27,5 % Ihrer förderfähigen Kosten, bis zu 33.000 € für jede Wohneinheit
KfW-Effizienzhaus 115 25 % Ihrer förderfähigen Kosten, bis zu 30.000 € für jede Wohneinheit
KfW-Effizienzhaus Denkmal 25 % Ihrer förderfähigen Kosten, bis zu 30.000 € für jede Wohneinheit

Sollten Sie einen Kredit der KfW in Anspruch genommen haben, können Sie mit dem Tilgungszuschuss die Laufzeit verkürzen und so den zurückzuzahlenden Kreditbetrag reduzieren. Anders ausgedrückt: Sie müssen nicht den gesamten Betrag zurückzahlen. Mehr Informationen zu den Zinssätzen, Laufzeiten und Tilgungszuschüssen des Kredits KfW 151 können Sie hier finden.

KfW-Effizienzhaus-Typ Höhe des Tilgungszuschusses pro Wohneinheit (KfW 151)
KfW-Effizienzhaus 55 40 % des Kreditbetrags von höchstens 120.000 €, also maximal 48.000 €
KfW-Effizienzhaus 70 35 % des Kreditbetrages von höchstens 120.000 €, also maximal 42.000 €
KfW-Effizienzhaus 85 30 % des Kreditbetrages von höchstens 120.000 €, also maximal 36.000 €
KfW-Effizienzhaus 100 27,5 % des Kreditbetrages von höchstens 120.000 €, also maximal 33.000 €
KfW-Effizienzhaus 115 25 % des Kreditbetrages von höchstens 120.000 €, also maximal 30.000 €
KfW-Effizienzhaus Denkmal 25 % des Kreditbetrages von höchstens 120.000 €, also maximal 30.000 €

Sollten Sie einen Neubau anstreben, dann müssen Sie mindestens den Effizienzhausstandard 55 erreichen, um eine Förderung bewilligt zu bekommen. Bei dieser Förderung handelt es sich um den KfW-Kredit 153. Auch hier können Sie über den Tilgungszuschuss den zurückzuzahlenden Kreditbetrag reduzieren.

Energiestandard Tilgungszuschuss (Altbau) Tilgungszuschuss (Neubau)
KfW-Effizienzhaus 40 Plus -------------------------------------------------- 25 % des Kreditbetrages von höchstens 120.000 €, also maximal 30.000 €
KfW-Effizienzhaus 40 -------------------------------------------------- 20 % des Kreditbetrages von höchstens 120.000 €, also maximal 24.000 €
KfW-Effizienzhaus 55 40 % des Kreditbetrages von höchstens 120.000 €, also maximal 48.000 € 15 % des Kreditbetrages von höchstens 120.000 €, also maximal 18.000 €

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