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Flachdachdämmung - Methoden, Kosten und Förderung

Bild: Häuser mit Flachdach
Häuser mit Flachdachdämmung | © Free-Photos / pixabay.com CC0

Ähnlich wie bei den gängigen Arten der Dachdämmung stellt auch die Flachdachdämmung keine einfache Aufgabe dar. Bei der Dämmung eines Flachdachs können verschiedene Varianten durchgeführt werden:

Warmdach, Kaltdach und Umkehrdach. Wir zeigen Ihnen, welche Dämmung für Sie in Frage kommt und welche Kosten inklusive Einbau und Förderung entstehen. Außerdem: Flachdachbegrünung inklusive Dämmung!

Inhalt


    Allgemeines zum Flachdach

    Ein Flachdach ist im Vergleich zum Steildach die deutlich simplere Konstruktion. Allerdings ist der Bau nicht überall erlaubt und ganz ohne Wartung ist ein Flachdach auf Dauer auch sehr anfällig für Undichtigkeiten. Letztendlich bietet kein Dach gravierende Nachteile - man muss einfach mit den Besonderheiten leben.

    Sofern es die Traglast hergibt, kann eine Flachdachdämmung sehr unkompliziert und schnell durchgeführt werden - teilweise sogar deutlich günstiger als bei einem Steildach. Ein Architekt oder Dachdecker wird Ihnen vor Ort Auskunft darüber geben können, ob und wie eine Dämmung bei Ihrem Flachdach realisierbar ist.

    Bild: Energieheld-Tipps

    Prinzipiell gibt es für jedes Flachdach die richtige Dämmung. Viele Experten würden grundsätzlich eine hinterlüftete Konstruktion (Kaltdach) empfehlen, aber nur, wenn diese auch wirklich gut ausgeführt ist. Ansonsten sind Sie am besten mit einem Umkehrdach bedient.


    Flachdachdämmung geplant?

    Die Flachdachdämmung - drei verschiedene Methoden

    Je nach Bauart des Flachdaches bieten sich unterschiedliche Methoden der Flachdachdämmung an. Im Folgenden finden Sie alle drei Methoden übersichtlich erläutert. Im Bezug zum Thema Feuchtigkeit ist heute die größte Herausforderung eher der Umgang mit Kondenswasser. Die Abdichtung verursacht hingegen nur noch selten Probleme.

    Flachdach Dämmung Vorteile Nachteile
    Kaltdach Abdichtung oben, Luftschicht in der Mitte, Dämmung darunter Gute Belüftung der Konstruktion, Feuchtigkeit kann selbstständig entweichen Funktioniert nur bei guter Planung und Verarbeitung
    Warmdach Abdichtung oben, darunter Dämmung Einfache Konstruktion Kann leichter undicht werden
    Umkehrdach Dämmung oben, darunter Abdichtung Dämmung schützt Abdichtung, Dampfsperre und Abdichtung in einem Dämmung muss dicker dimensioniert werden
    Dachbegrünung Mit Kaltdach, Warmdach und Umkehrdach möglich Weitere Schutzschicht, Begrünung unterstützt Dämmung Höhere Kosten, alle Schichten müssen aufeinander abgestimmt sein

    1. Flachdach mit Kaltdach-Dämmung (hinterlüftet)

    Bild: Modernes Flachdach
    Modernes Flachdach | © Giovanni_cg / pixabay.com CC0

    Der Name Kaltdach-Dämmung klingt zunächst verwirrend, da man es durch Dämm-Maßnahmen eigentlich nicht kalt haben möchte. Zurückzuführen ist der Begriff Kaltdach auf eine kalte Luftschicht, welche zwischen Dämmung und Dachabdichtung als Hinterlüftung verbleibt.

    Besonders geeignet ist diese Dämmform für Flachdächer mit einer geringen Neigung, bei denen ausreichend Platz (30 bis 50 cm) zwischen Raumdecke und Dachabdichtung vorhanden ist. In diesem Hohlraum wird dann die Dämmung über eine Dampfsperrfolie auf der Raumdecke lückenlos eingeblasen oder, falls das Dach oben offen ist, mit Klemmfilz ausgelegt. Ist noch keine Dampfbremse vorhanden, so kann diese auch nachträglich von unten angebracht werden, was den Aufwand aber natürlich deutlich erhöht.

    Auch hier ist es wieder wichtig, dass die Dampfbremse gegen die Außenwände ordentlich abgedichtet und die Dämmung ohne Wärmebrücken verlegt wird. Zu beachten ist, dass über der Dämmung noch ein Luftspalt von mindestens 10 bis 15 Zentimeter als Hinterlüftungsebene verbleibt, um eventuell anfallende Feuchtigkeit aus der Holzkonstruktion abzutransportieren. Als Dämmstoffe kommen Mineralwolle oder organische Dämmmaterialien wie Zellulose in Frage.

    2. Flachdach mit Warmdach-Dämmung (unter der Abdichtung)

    Bild: Warmdach Dämmung Flachdach
    Residenzen mit Flachdach | © StockSnap / pixabay.com CC0

    Für eine Flachdachdämmung mit fast waagerechtem Dach bietet sich das sogenannte Warmdach an. Der Dämmstoff wird hier über der Decke, aber unter der Abdichtung angebracht.

    Dabei müssen die hohen Anforderungen an die Dichtheit des Daches berücksichtigt werden, da eindringendes Wasser nur schwer entweichen kann und somit zu Schimmelbildung oder Dämmstoffzerstörung führt. Man setzt hier meist auf druckfeste Dämmplatten, beispielsweise aus XPS oder PUR.

    Über den Dämmplatten wird dann ggf. eine Schalung aus Holz in das Dämmsystem integriert, auf welcher die so wichtige Dachabdichtung aufgebracht wird. In den meisten Fällen kommen dabei Bitumenbahnen, welche miteinander verschweißt werden, zum Einsatz. Über der Dachabdichtung kann dann noch eine lose Kiesbettaufschüttung folgen. Diese ist jedoch nicht zwingend notwendig. Bei der Begehung oder Nutzung des Daches muss darauf geachtet werden, dass die Abdichtung nicht beschädigt wird.

    3. Flachdach mit Umkehrdach-Dämmung (über der Abdichtung)

    Die einfachste Art der Flachdachdämmung stellt das Umkehrdach dar, bei dem die Isolierung auf die bereits vorhandene Dachabdichtung aufgebracht wird. Hierbei empfehlen sich, wie schon beim Warmdach, druckfeste Dämmplatten aus XPS oder PUR. Unter der Dämmung wird eine Dampfsperre verlegt, die gleichzeitig als Abdichtung dient.

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    Quelle: © Büsscher & Hoffmann GmbH / youtube.com

    Flachdachdämmung geplant?

    Kosten und Förderung für Ihre Flachdachdämmung

    Die Kosten für eine Flachdachdämmung belaufen sich auf ungefähr 55 bis 150 Euro pro Quadratmeter inklusive Einbau. Die letztendlichen Kosten hängen aber auch immer stark vom allgemeinen Zustand des Daches ab. Im Höchstfall sollten Sie mit etwa 310 Euro pro Quadratmeter rechnen, wenn wirklich viel erneuert werden muss.

    Flachdachdämmung Kosten mit Einbau
    Kaltdach 55 - 95 € pro m²
    Warmdach 100 - 150 € pro m²
    Umkehrdach 100 - 150 € pro m²
    Umfassende Sanierung 135 - 310 € pro m²
    Grafik: Vergleich der Kosten für eine Flachdachdämmung
    Kosten der Flachdachdämmung | © Energieheld

    Diese Förderung steht Ihnen zu

    Sollten Sie sich für eine Flachdachdämmung entschieden haben, dann haben Sie Anrecht auf eine staatliche Förderung Ihrer Sanierung. Mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) für Einzelmaßnahmen (BEG EM) vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erhalten Sie einen Zuschuss von 15 Prozent.

    Alternativ kam ein zinsgünstiger Förderkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Frage. Der KfW-Kredit 262 steht seit einer Novellierung der BEG im Juli 2022 jedoch nicht mehr zur Verfügung.

    Ist die neue Flachdachdämmung Bestandteil eines individuellen Sanierungsfahrplans (ISFP), erhöht sich die Förderung auf 20 Prozent. Der Sanierungsfahrplan muss vor Beginn der Maßnahme von einem Energie-Effizienz-Experten (dena-zertifizierter Energieberater) ausgestellt worden sein. Dann kann der ISFP-Bonus beansprucht werden.

    Programm Art Förderung für Dachdämmung
    BAFA BEG EM Zuschuss 15 % der förderfähigen Ausgaben (zwischen min. 2.000 € und max. 60.000 € - also bis zu 9.000 €)

    + 5 % Bonus mit Individuellem Sanierungsfahrplan (bis zu 3.000 € zusätzlich)
    KfW 262 Kredit Diese Förderung steht seit dem 28.07.2022 nicht mehr zur Verfügung
    Flachdachdämmung inkl. Förderung

    Dachbegrünung mit Dämmung kombinieren

    Eine Dämmung auf dem Flachdach kann auch mit einer Begrünung kombiniert werden. Je nach Bauweise (Kaltdach, Warmdach oder Umkehrdach) müssen die einzelnen Schichten jedoch unterschiedliche Anforderungen erfüllen - die Planung mit einem Profi ist also unerlässlich.

    Zu den allgemeinen Vorteilen einer Dachbegrünung zählen neben der Optik auch die zusätzliche Isolierung (Wärme und Schall) sowie der gewonnene Lebensraum für Pflanzen, Insekten und andere Tiere. Soll ohnehin gedämmt werden, dann liegt der Aufpreis für eine zusätzliche Flachdachbegrünung bei etwa 60 Prozent.

    Flachdachdämmung Hinweis zur Dachbegrünung
    Kaltdach Tragfähigkeit meist nicht ausreichend
    Warmdach Keine besonderen Einschränkungen
    Umkehrdach Dampfdiffusion beachten, Sickerschicht und Filterschicht über Dämmung anbringen