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Neue Heizung gesucht?

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Inhaltsverzeichnis

Förderung einer Pelletheizung durch das BAFA

Im Rahmen des Marktanreizprogramms (MAP) des Bundes vergibt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) verschiedene Förderungen in Form von Investitionszuschüssen zum Einbau von Biomasseanlagen, also einer Pelletheizung, Hackschnitzelheizung oder eines Holzvergasers.

In erster Linie ist das Marktanreizprogramm auf die energetische Modernisierung von Altbauten ausgerichtet. Zusammen mit einem KfW-Kredit (s. u.) kann damit die Modernisierung in die Jahre gekommener Heizungssysteme sehr attraktiv werden. Doch auch für den Einbau einer Pelletheizung in Neubauten vergibt das BAFA einen Zuschuss (siehe Innovationsförderung).

Antragsberechtigt ist grundsätzlich jeder, der in eine Pelletheizung investiert (Privatpersonen, kleine und mittelständische Unternehmen, freiberuflich Tätige, gemeinnützige Organisationen, Kommunen, beauftragte Energiedienstleistungs-unternehmen (Contractoren)).

Lediglich für Großunternehmen gelten besondere Antragsvoraussetzungen. Dabei sind jedoch verschiedene Antragsfristen zu beachten (s. u.). Um von den BAFA-Zuschüssen profitieren zu können, müssen jedoch bestimmte Förderbedingungen erfüllt werden:

1. Basis-Förderung des BAFA

Damit das BAFA die Zuschüsse für eine Pelletheizung aus der Basis-Förderung gewährt, müssen die folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

- Das mit einer Pelletheizung zu modernisierende Gebäude muss ein Bestandsgebäude (siehe INFO-Kasten) sein.

- Die Pelletheizung muss fest eingebaut werden und den Gesamtjahreswärmebedarf des Gebäudes oder Gebäudeteils abdecken.

- Die zu installierende Nennwärmeleistung der Pelletheizung muss zwischen 5 kW und 100 kW liegen.

- Die Pelletheizung muss folgende technischen Eigenschaften aufweisen:

  • Der Kesselwirkungsgrad muss mindestens 89 Prozent betragen,

  • die staubförmigen Emissionen dürfen maximal 50 mg/ cbm betragen (ab 2014: 20 mg/ cbm),

  • der Kohlenmonoxid-Ausstoß darf maximal 250 mg/ cbm betragen (ab 2014: 200 mg/ cbm).

Eine Liste mit den förderungsberechtigten Pelletheizungen wird von dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zur Verfügung gestellt.

INFO: Welche Gebäude zählen zum Gebäudebestand?
Die Basis-Förderung für die Errichtung oder Erweiterung Ihrer Biomasseanlage erhalten Sie, wenn in Ihrem Gebäude zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme der neuen Anlage, bereits seit mindestens 2 Jahren ein anderes Heizungssystem installiert war.

Sofern die oben genannten grundlegenden Voraussetzungen für die Basis-Förderung erfüllt werden, können beim BAFA folgende Investitionszuschüsse je nach Typ der Pelletheizung bzw. Nennwärmeleistung beantragt werden. Seit April 2015 gelten die verbesserten Förderbedinungen:

Modernisierungs-Maßnahme Fördersumme
Pelletöfen mit Wassertasche (mindestens 5 kW) mindestens 2.000 - 6.375 €*
Pelletkessel ohne Pufferspeicher mindestens 4.500 - 8.750 €*
Pelletkessel mit Pufferspeicher (mindestens 30 l pro kW) mindestens 5.250 - 8.750 €*
* 80 € je kW installierter Nennwärmeleistung 

2. Zusätzlich mögliche Förderungen des BAFA

Über die Basis-Förderung hinaus können bei Erfüllung weiterer Voraussetzungen beim BAFA weitere Fördermittel beantragt werden.

BAFA-Innovationsförderung

Diese Förderung kann anstatt der Basisförderung für eine Pelltheizung beantragt werden, wenn zusätzliche Voraussetzungen erfüllt werden. Zusätzlich zu den grundlegenden Voraussetzungen (siehe oben) müssen für die Innovationsförderung zusätzliche Bedingungen erfüllt werden.

Entweder muss das Gerät die Brennwerttechnik nutzen oder über einen Partikelabscheider verfügen, der die Umweltverschmutzung senkt. Auch eine Nachrüstung dieser beiden Eigenschaften an einer bestehenden Anlage ist förderbar. Seit kurzem führt das BAFA auch eine Liste mit Kesseln und Bauteilen, die von dieser Förderung profitieren können.

Infografik: Fördergelder
Welche Förderung gibt es für Pelletheizungen? | © Energieheld

Innovationsförderung Brennwertnutzung

Werden zusätzliche Wärmetauscher zur Wärmerückgewinnung aus den Abgasen der Pelletheizung installiert oder ein förderfähiger Pellet-Brennwertkessel installiert, kann man diese Förderung beantragen:

Holzheizung Förderung Neubau Förderung Bestand
Pelletkessel ohne Pufferspeicher 3.000 € 80 € pro kW - mindestens 4.500 €
Pelletkessel mit Pufferspeicher 3.500 - 8.750 € 80 € pro kW - mindestens 5.250 €

Innovationsförderung Partikelabscheidung

Wenn eine zusätzliche Komponente zur weiteren Emissionsverringerung der Pelletheizung, meist ein elektrostatischer Abscheider für Feinstaubpartikel, installiert wird, kann diese Förderung bewilligt werden.

Pelletheizung Förderung Neubau Förderung Bestand
Pelletofen mit Wassertasche 3.000 € 80 € pro kW - mindestens 3.000 €
Pelletkessel ohne Pufferspeicher 3.000  80 € pro kW - mindestens 4.500 €
Pelletkessel mit Pufferspeicher 3.500 € 80 € pro kW - mindestens 5.250 €

Nachrüstung Brennwertnutzung oder Partikelabscheidung bei einer Pelletheizung

Auch eine bereits laufende Pelletheizung kann eine Förderung erhalten, wenn sie mit einer Komponente zur Brennwertnutzung oder verringerten Partikelabscheidung nachgerüstet wird. In diesem Fall erhalten Sie eine Förderung von 750 Euro.

BAFA-Zusatzförderung

Mit diesen kleineren Förderpaketen sparen Sie zwar weniger, dafür kann diese Förderung aber zusätzlich zu Basis- oder Innovationsförderung beantragt werden und man ist nicht auf eine einzige Förderung aus diesem Pool beschränkt sondern kann mehrere auf einmal in Anspruch nehmen.

Kombinationsbonus Solarkolletoranlage, Wärmepumpenanlage, Wärmenetz

Falls gleichzeitig (maximal neun Monate zwischen den Inbetriebnahmen) mit der Pelletheizung eine förderberechtigte Solarkollektoranlage oder Wärmepumpe installiert wird, können Sie weitere Förderung in Höhe von 500 Euro beantragen. Auch für den Kombinationsbonus „Wärmenetz“ können sie nochmals 500 Euro Förderung erhalten. Dazu muss nachgewiesen werden, dass noch mindestens ein weiteres Haus durch die Pelletheizung mit Wärme versorgt wird.

Optimierungsmaßnahme

Eine einzelne Maßnahme, um die Heizanlage oder die Warmwasserbereitung zu optimieren, lässt sich mit 10 Prozent der Investitionskosten bezuschussen (maximal 50 % der Grund-Förderung). Auch ein nachträglicher Check der Pelletheizung (3 bis 7 Jahre nach Inbetriebnahme) kann gefördert werden, die Förderung hierfür beträgt 100 bis maximal 200 Euro.

Gebäudeeffizienzbonus

Die wohl lohnendste Bonusförderung, die nur für besonders energieeffiziente Gebäude erreichbar ist. Zusätzlich zu den anderen Anforderungen muss unter anderem:

  • Die Anforderungen an das KfW-Effizienzhaus 55 erfüllt werden,
  • die Heizkurve angepasst werden,
  • und alles von einem zugelassenen Sachverständigen bestätigt werden.

Ist dies der Fall, erhalten Sie nochmals eine Förderung in Höhe von 50 Prozent Ihrer Basis- oder Innovations-Förderung.

Antragstellung: Was ist zu beachten?

Das BAFA unterscheidet die förderfähigen Antragssteller wie folgt:

1. Privatpersonen, Kommunen, kommunale Gebietskörperschaften, kommunale Zweckverbände und gemeinnützige Organisationen (z. B. eingetragene Vereine)

Wenn Sie zu diesem Kreis von Antragstellern gehören, muss der Antrag bei dem BAFA immer VOR Baubeginn zu stellen. Als Baubeginn gilt  dabei bereits die schriftliche Auftragsvergabe bzw. der Abschluss eines Leistungs - und Liefervertrages. Eine Ausnahme bildet das Programm "Nachträgliche Optimierung": Hier muss der Antrag spätestens 6 Monate nachdem die Maßnahme durchgeführt wurde gestellt werden.

Für die Basis-Förderung sind folgende Unterlagen einzureichen:

  • Der Förderantrag (für Privatpersonen, Kommunen usw.),

  • die Fachunternehmererklärung (wird vom Installateur ausgefüllt; darin ist auch die Durchführung des hydraulischen Abgleichs zu bestätigen),

  • die Kopie der vollständigen Rechnung, die an den/die Antragsteller/Antragstellerin adressiert sein muss.

Für jede zusätzlich beantragte Bonus-Förderung müssen Sie weitere Nachweise einreichen:

- Beim 'Regenerativen Kombinationsbonus' wird pro thermischer Solar-Anlage ein gesonderter Antrag und die Kopie der Rechnung der Anlage(n) benötigt,

- Beim 'Effizienzbonus' wird zum Nachweis des Energiebedarfs des Gebäudes ein Energieausweis oder Energie-bedarfsausweis benötigt. (Energieausweis auf der Basis des Energiebedarfs nach EnEV 2009 oder EnEV 2007 oder Energiebedarfsausweis nach § 13 der EnEV 2002 oder EnEV 2004 g)

2. Kleine oder mittlere Unternehmen (KMU), Contractoren, KMU, an denen mehrheitlich Kommunen beteiligt sind, freiberuflich Tätige, Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau

Wenn Sie zu diesem Kreis an Antragstellern gehören, muss der Antrag gestellt werden, bevor Sie mit der Modernisierung der Pelletheizung beginnen. Als Beginn der Modernisierung gilt der Abschluss eines Lieferungs- und/ oder Leistungsvertrages sowie die Auftragsvergabe.

Für die Basis-Förderung sind folgende Unterlagen einzureichen:

  • Der Förderantrag (für kleine und mittlere Unternehmen, Contractoren usw.).

Für jede zusätzlich beantragte Bonus-Förderung müssen Sie weitere Nachweise einreichen:

- Beim 'Regenerativen Kombinationsbonus' wird pro thermischer Solar-Anlage ein gesonderter Antrag benötigt,

- Beim 'Effizienzbonus' wird zum Nachweis des Energiebedarfs des Gebäudes ein Energieausweis oder Energiebedarfs-ausweis benötigt. (Energieausweis auf der Basis des Energiebedarfs nach EnEV 2009 oder EnEV 2007 oder Energiebedarfsausweis nach § 13 der EnEV 2002 oder EnEV 2004 g)

Förder-Kredite der KfW

Zusätzlich zu den Zuschüssen des BAFA vergibt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Kredite für den Kauf von Pelletheizungen. Das von der KfW 'Förderkredit' genannte Programm (Nr. 167) ermöglicht Kredite in Höhe von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit der förderfähigen Kosten. Die Voraussetzungen der KfW für eine Förderung entsprechen denen des BAFA (s.o.).

Die Kreditlaufzeit beträgt in der Regel 10 Jahre bei 1-2 tilgungsfreien Anlaufjahren (Mindestlaufzeit 4 Jahre). Derzeit (2017) wird ein Förderkredit mit einem Zinssatz von etwa 1,36 % bei 10 Jahren Zinsbindung vergeben. Wird der KfW-Kredit mit den BAFA-Zuschüssen kombiniert, kann dies die Finanzierung der gesamten Pelletheizung ermöglichen!

Weitere Förderprogramme

Bild: Flagge der EU
Heizungsförderung durch die EU | © Capri23auto / pixabay.com CC0

Neben den Förderprogrammen des Bundes (BAFA und KfW) haben einige Bundesländer und Kommunen bzw. die Europäische Union ebenfalls eigene Förderinstrumente zur Finanzierung von Pelletheizungen. Dabei ist jedoch darauf zu achten:

- Ob die jeweilige Förderung sich auch mit anderen Förderprogrammen kombinieren lässt,

- Ob Sie zum Kreis der Antragsberechtigten gehören.

Weitere Information zu diesen regionalen und europäischen Förderprogrammen finden Sie unter: