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Förderung einer Pelletheizung - Infos aus 2022

Bild: Pelletheizung in Heizungskeller
Pelletheizungen werden hoch gefördert | © Abbildung: Viessmann Werke

Für die Installation einer Pelletheizung in einem Bestandsbau können Sie seit der Einführung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) Anfang 2021 bis zu 33.000 Euro als Förderung vom BAFA oder der KfW erhalten. Ziel der hohen Förderung ist es, die CO2-Emissionen des Gebäudesektors nachhaltig zu senken.

Deshalb fördert die Bundesregierung Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien besonders hoch. Wie hoch die Förderung ist, wer sie wofür vergibt und welche Bedingungen dafür erfüllt werden müssen, können Sie im folgenden Artikel erfahren.

Inhalt


    Über die Pelletheizung in Deutschland

    Bild: Pelletheizung mit Silo
    Pelletheizungen werden immer beliebter | © tchara / shutterstock.com

    Die Pelletheizung stellt momentan noch eher ein Nischenprodukt dar. Ihre Anschaffung ist vergleichsweise teuer. Im Schnitt kostet eine Pelletheizung für ein 140 Quadratmeter großes Haus mit einem jährlichen Wärmebedarf von 28.000 Kilowattstunden ca. 20.000 Euro.

    Allerdings ist sie eine gute Lösung, wenn man z. B. seine alte Ölheizung ersetzt und automatisiert mit Holz heizen will. Denn ein Pelletsilo hat im Vergleich zu anderen Holzheizungen einen niedrigen Platzbedarf. Außerdem wird die Pelletheizung hoch gefördert, was den Anschaffungspreis senkt.

    Energieheld-Hinweis

    Pelletheizungen heizen klimaneutral, da sie einen Rohstoff nutzen, der bei seiner Verbrennung genau so viel CO2 abgibt, wie er im Verlauf seines Wachstums aus der Atmosphäre absorbiert hat. Daher wird die Pelletheizung vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) als Träger der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) mit bis zu 33.000 Euro besonders hoch gefördert.


    Pelletheizung mit Förderung

    Förderung für Pelletheizungen im Überblick

    Bild: Förderung für Pelletheizung
    Förderung für Pelletheizung | © geralt / pixabay.com CC0

    Auf Bundesebene steht für Pelletheizungen die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zur Verfügung. In ihrem Rahmen vergibt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bis zu 33.000 Euro Förderung für Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien in Bestandsbauten.

    Fehlt einem das nötige Kapital zur Anschaffung der Pelletheizung, kann man alternativ dazu seit 01.07.2021 auch einen zinsgünstigen Kredit bis zu 60.000 Euro inklusive Tilgungszuschuss bis zu 33.000 Euro von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erhalten. Plant man dagegen eine Komplettsanierung zum Effizienzhaus, kann man von der KfW anteilig an den Gesamtkosten der Sanierung Förderung für die Heizung bekommen. Und auch für die Förderung von Neubauten nach Effizienzhaus-Standard ist die KfW zuständig.

    BAFA - Förderung für Einzelmaßnahmen (BEG EM)

    Das BAFA bietet im Rahmen der BEG Förderung zur Sanierung von Bestandsbauten mit Einzelmaßnahmen (BEG EM). Dabei vergibt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ausschließlich einmalige Zuschüsse. Für eine Pelletheizung erhält man immer mindestens 35 Prozent der förderfähigen Kosten als Förderung - also ein Zuschuss bis zu 21.000 Euro. Tauscht man seine alte Ölheizung gegen eine Pelletheizung aus, erhält man sogar 45 Prozent der förderfähigen Kosten.

    Weitere 5 Prozent Förderung erhält man mit dem Innovationsbonus für Holzheizungen mit besonders niedrigen Feinstaub-Emissionen. War die Installation der Pelletheizung Teil eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP), kann man mit dem iSFP-Bonus zusätzlich 5 Prozent Förderung erhalten. Insgesamt steht für eine Pelletheizung somit eine Förderung bis zu 55 Prozent der förderfähigen Kosten von höchstens 60.000 Euro - also ein Betrag von maximal 33.000 Euro zur Verfügung.

    Heizung BAFA (BEG EM) Förderung gesamt
    Pelletheizung Basis-Förderung (35 %) Zuschuss von 35 % der förderfähigen Kosten von höchstens 60.000 €, maximal 21.000 €
    Öl-Austauschprämie (+ 10 %) Zuschuss von 45 % der förderfähigen Kosten von höchstens 60.000 €, maximal 27.000 €
    Innovationsbonus (+ 5 %) Zuschuss von 50 % der förderfähigen Kosten von höchstens 60.000 €, maximal 30.000 €
    iSFP-Bonus (+ 5 %) Zuschuss von 55 % der förderfähigen Kosten von höchstens 60.000 €, maximal 33.000 €

    KfW - Förderung für Sanierungen und Neubauten

    Sollten Sie trotz Zuschuss des BAFA (BEG EM) nicht über genügend Kapital zur Anschaffung einer Pelletheizung verfügen, können Sie seit 01.07.2021 das Programm KfW 262 (BEG EM) der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Anspruch nehmen. Das Programm bietet einen zinsgünstigen Kredit bis zu 60.000 Euro inklusive Tilgungszuschuss von mindestens 35 Prozent der Kreditsumme, also bis zu 21.000 Euro. Inklusive aller möglicher Boni kann man jedoch bis zu 55 Prozent der Kreditsumme, also max. 33.000 Euro als Förderung erhalten. In der nachfolgenden Tabelle finden Sie einen Überblick zum Kredit KfW 262 und allen möglichen Boni.

    Heizung KfW 262 (BEG EM) Förderung gesamt
    Pelletheizung Basis-Förderung (35 %) Tilgungszuschuss von 35 % der Kreditsumme von höchstens 60.000 €, maximal 21.000 €
    Öl-Austauschprämie (+ 10 %) Tilgungszuschuss von 45 % der Kreditsumme von höchstens 60.000 €, maximal 27.000 €
    Innovationsbonus (+ 5 %) Tilgungszuschuss von 50 % der Kreditsumme von höchstens 60.000 €, maximal 30.000 €
    iSFP-Bonus (+ 5 %) Tilgungszuschuss von 55 % der Kreditsumme von höchstens 60.000 €, maximal 33.000 €

    Ebenfalls seit 01.07.2021 verfügbar ist eine nach BEG überarbeitete und erhöhte Förderung für Sanierungen oder Neubauten nach Effizienzhaus-Standard (BEG WG). Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine direkte sondern um eine anteilige Förderung. Zudem wurde die Förderung der KfW Ende Januar 2022 wegen Budgetmangels vorübergehend eingestellt. Für Sanierungen ist diese seit Ende Februar in unveränderter Form wieder erhältlich. Zur Verfügung steht mit dem Programm KfW 461 ein einmaliger Zuschuss bis maximal 75.000 Euro (50 Prozent der förderfähigen Kosten von max. 150.000 Euro).

    Mit dem Kredit KfW 261 erhält man alternativ dazu zusätzlich zum Tilgungszuschuss bis zu 75.000 Euro (50 Prozent der Kreditsumme) noch einen Kredit bis zu 150.000 Euro. Die Förderung für Neubauten nach Effizienzhaus-Standard ist jedoch überarbeitet worden und seit 20. bzw. 21.04.2022 mit höherem Mindeststandard, geänderten Konditionen und halbiertem Fördersatz neu aufgelegt worden. So kann man nur noch den Kredit KfW 261 bis zu 150.000 Euro inkl. Tilgungszuschuss bis zu 18.750 Euro in Anspruch nehmen. Weitere Informationen zur Neuregelung der KfW-Förderung für energieeffiziente Neubauten, finden Sie hier.

    KfW Förderprogramm Gebäudeart Gegenstand der Förderung Förderung
    Kredit KfW 261
    (BEG WG)
    Altbau Sanierung zum Effizienzhaus Kredit bis zu 150.000 € inkl. Tilgungszuschuss bis zu bis zu 50 % der Kreditsumme, max. 75.000 €
    Neubau Neubau nach Effizienzhaus-Standard Kredit bis zu 150.000 € inkl. Tilgungszuschuss bis zu 12,5 % der Kreditsumme, max. 18.750 €
    Zuschuss KfW 461
    (BEG WG)
    Altbau Sanierung zum Effizienzhaus Zuschuss bis zu 50 % der förderfähigen Kosten von höchstens  150.000 €, max. 75.000 €
    Neubau Neubau nach Effizienzhaus-Standard Der Zuschuss KfW 461 für Neubauten nach Effizienzhaus-Standard ist wegen Budgetmangels am 24.01.2022 eingestellt worden und kann nicht mehr beantragt werden.

    Steuervorteile und regionale Programme

    Alternativ zur Förderung des BAFA (BEG EM) und der KfW gibt es noch die Möglichkeit die Kosten der Pelletheizung im Rahmen einer Sanierung über drei Jahre steuerlich geltend zu machen. Hier stehen 20 Prozent der förderfähigen Kosten von höchstens 200.000 Euro - also maximal 40.000 Euro - als Förderung zur Verfügung. Die Förderung ist nicht mit anderen Förderprogrammen kombinierbar. Außerdem gibt es zahlreiche regionale Förderungen, die zur Verfügung stehen.

    Hier stellen die Bundesländer, die Regionen und Städte Förderung zur Verfügung. Dabei handelt es sich häufig um Programme in Ergänzung zu den Programmen der KfW und des BAFA. Einen vollständigen Überblick über die zur Verfügung stehenden Programme können wir hier jedoch nicht geben, da dies den Rahmen sprengen würde. Sollten Sie Fragen hierzu haben, nutzen Sie einfach unser Anfrageformular. Unsere Berater haben jahrelange Erfahrung mit der Modernisierung von Heizungen und helfen Ihnen gerne weiter.


    Beispiele für Förderung in der Praxis

    Bild: Förderung für die Pelletheizung
    Hohe Förderung nach BEG | © Minerva Studio / shutterstock.com

    Die Förderung für eine Pelletheizung kann sehr unterschiedlich ausfallen. Wie hoch sie letztlich ist, hängt auch davon ab, ob und welche Boni man in Anspruch nehmen kann.

    Deshalb haben wir für Sie nachfolgend zwei verschiedene Szenarien der Förderung einer Pelletheizung zusammengestellt. So können Sie sich eine ungefähre Vorstellung davon machen, wie hoch die Förderung des BAFA ausfallen kann und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.

    Szenario 1: Pelletheizung mit Öl-Austauschprämie

    Der Besitzer eines alten Bauernhauses hat sich dazu entschlossen, seine fast 30 Jahre alte Ölheizung zu ersetzen, da diese sehr viel Heizöl verbraucht und so immense Betriebs-Kosten verursacht. Er entscheidet sich für eine Pelletheizung. Diese kostet 21.000 Euro inklusive Montage und allem notwendigem Zubehör. Als Basisförderung würden ihm nach BEG EM 35 Prozent der förderfähigen Kosten als Zuschuss-Förderung vom BAFA zustehen.

    Da er jedoch seine alte Ölheizung ersetzt, erhält er weitere 10 Prozent im Rahmen der Öl-Austauschprämie nach BEG EM, insgesamt also 45 Prozent der förderfähigen Kosten. Das entspricht einer Förderung von 9.450 Euro. Die Pelletheizung kostet also nur noch 11.550 Euro und ist damit in der Anschaffung kaum teurer als eine Ölheizung. Bei den laufenden Kosten schneidet die Pelletheizung jedoch langfristig besser ab. Deshalb hat sich der Hausbesitzer für sie entschieden.

    Heizung Kosten Förderung inkl. Ölaustauschprämie Gesamtkosten
    Pelletheizung 21.000 € 45 % der förderfähigen Kosten, 9.450 € 11.550 €

    Szenario 2: Zusätzlich iSFP-Bonus und Innovationsbonus

    Der Besitzer eines alten Landhauses hat nach mehreren kostspieligen Reparaturen seiner alten Ölheizung einen vom BAFA dafür zertifizierten Energieberater mit der Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) beauftragt. Da eine Dämmung des Gebäudes schwierig ist, entscheidet er sich auf die Empfehlung im iSFP hin seine alte Ölheizung durch eine Pelletheizung zu ersetzen. Sie kostet inklusive Installation und Zubehör 23.000 Euro. Die Erstellung des iSFP hat weitere 1.700 Euro gekostet.

    Insgesamt sind ihm also Kosten von 24.700 Euro entstanden. Da es sich bei der Pelletheizung um ein sehr umweltfreundliches Modell mit besonders niedrigen Feinstaub-Emissionen handelt, erhält er zusätzlich zur Öl-Austauschprämie den Innovationsbonus von 5 Prozent. Weitere 5 Prozent erhält er dafür, dass er die im iSFP empfohlene Pelletheizung auch tatsächlich installieren hat lassen. Insgesamt erhält er also eine Förderung von 12.650 Euro sodass die Heizung noch 10.350 Euro kostet.

    Für den Dienst des Energieberaters erhält er durch die Bundesförderung für Energieberatung für Wohngebäude des BAFA eine Förderung von 1.300 Euro, sodass dessen Leistung noch 400 Euro kostet. Die Gesamtkosten liegen also bei 10.750 Euro. Da die Pelletheizung aber weniger Energiekosten verursacht als eine neue Öl-Brennwertheizung, amortisiert sich die Pelletheizung auf ihre Lebensdauer betrachtet.

    Heizung / Service Kosten Förderung inkl. aller möglicher Boni Kosten inkl. Förderung
    Pelletheizung 23.000 € 55 % der förderfähigen Kosten, 12.650 € 10.350 €
    iSFP 1.700 € 80 % der förderfähigen Kosten, 1.300 € 400 €
    Gesamtkosten 24.700 € 13.950 € 10.750 €
    Pelletheizung mit Förderung

    Ausblick: Förderung in der Zukunft

    Bild: Flagge der EU
    Heizungsförderung durch die EU | © Capri23auto / pixabay.com CC0

    Wie bereits erwähnt, wurde Anfang 2021 die Bundesförderung für effiziente Gebäude eingeführt. Durch sie wurden die bisherigen Förderprogramme von KfW und BAFA zusammengefasst, neu strukturiert und vereinfacht. Dadurch wurde die Förderung in drei Teilbereiche gegliedert.

    Bei den drei Teilbereichen handelt es sich um die Förderung der Sanierung von Bestandsbauten mit Einzelmaßnahmen (BEG EM) sowie die Förderung von Sanierungen und Neubauten von Wohngebäuden (BEG WG) und Nichtwohngebäuden (BEG NWG) nach Effizienzhaus-Standard. Für jeden der drei Teilbereiche der BEG gibt es jeweils eine Version als Kredit mit Tilgungszuschuss und eine Version als Zuschuss.

    Die Zuschuss-Förderung der BEG EM für die Sanierung mit Einzelmaßnahmen ist bereits seit 01.01.2021 gültig und wird, vom BAFA angeboten. Die Kredit-Version ist seit 01.07.2021 verfügbar und wird von der KfW angeboten (Kredit KfW 262). Die Programme BEG WG und BEG NWG sind ebenfalls seit 01.07.2021 verfügbar und werden von der KfW als Kredit mit Zuschuss (BEG WG: KfW 261) oder reiner Zuschuss (BEG WG: KfW 461) angeboten.

    Allerdings wurde die Förderung der KfW wegen Budgetmangels im Januar 2022 vorübergehend eingestellt und teilweise überarbeitet. Die KfW Förderung für Sanierungen ist bereits Ende Februar 2022 in unveränderter Form wieder erhältlich. Die Förderung für Neubauten ist jedoch mit höheren Mindeststandards, geänderten Konditionen und halbierten Fördersätzen zum 20.04.2022 neu aufgelegt worden.

    Ihr Budget war zudem auf 1 Mrd. Euro limitiert. Das Budget war jedoch nach wenigen Stunden erschöpft, sodass die Förderung am 21.04.2022 erneut neu aufgelegt wurde. Seit dem gibt es nur noch Förderung für das Effizienzhaus EH 40 Nachhaltigkeits-Klasse mit Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG). Bis 2023 soll die Förderung dann generell grundlegend überarbeitet und ab 2023 neu aufgelegt werden. Dabei soll der Fokus dann vor allem auf energetischen Sanierungen von Bestandsbauten liegen.

    Höhere Förderung durch BEG

    Mit der Einführung der BEG WG steigen auch die Fördersätze. So wurden neue Effizienzhaus-Klassen geschaffen Dadurch steigen sowohl Förderrahmen als auch Kreditrahmen von bisher max. 120.000 Euro auf 150.000 Euro. Da Förder- / Kreditrahmen als Referenzwerte zur Berechnung der Zuschüsse dienen, steigen diese auch entsprechend.

    Außerdem sind neue Boni eingeführt worden (iSFP-Bonus, Innovationsbonus, EE-Bonus, NH-Bonus). Sie liegen bei jeweils 5 Prozent im Altbau und 2,5 Prozent im Neubau (Innovationsbonus und iSFP-Bonus nur im Gebäudebestand, NH-Bonus nur im Neubau). Insgesamt steigt die Förderung dadurch recht deutlich. Die BAFA- Förderung für Heizungen als Einzelmaßnahme im Neubau ist dagegen vollständig entfallen. Der Zuschuss KfW 461 ist - wie bereits erwähnt - ebenfalls nicht mehr erhältlich.