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Förderung einer Pelletheizung - Infos aus 2022

Bild: Pelletheizung in Heizungskeller
Pelletheizungen werden hoch gefördert | © Abbildung: Viessmann Werke

Für die Installation einer Pelletheizung in einem Bestandsbau können Sie seit der Überarbeitung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) Ende Juli 2022 bis zu 12.000 Euro als Förderung vom BAFA erhalten. Ziel der Förderung ist es, die CO2-Emissionen des Gebäudesektors nachhaltig zu senken.

Deshalb fördert die Bundesregierung Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien. Wie hoch die Förderung ist, wer sie wofür vergibt und welche Bedingungen dafür erfüllt werden müssen, können Sie im folgenden Artikel erfahren.

Inhalt


    Über die Pelletheizung in Deutschland

    Bild: Pelletheizung mit Silo
    Pelletheizungen werden immer beliebter | © tchara / shutterstock.com

    Die Pelletheizung stellt momentan noch eher ein Nischenprodukt dar. Ihre Anschaffung ist vergleichsweise teuer. Im Schnitt kostet eine Pelletheizung für ein 140 Quadratmeter großes Haus mit einem jährlichen Wärmebedarf von 28.000 Kilowattstunden ca. 28.000 Euro.

    Allerdings ist sie eine gute Lösung, wenn man z. B. seine alte Ölheizung ersetzt und automatisiert mit Holz heizen will. Denn ein Pelletsilo hat im Vergleich zu anderen Holzheizungen einen niedrigen Platzbedarf. Außerdem wird die Pelletheizung gefördert, was den Anschaffungspreis senkt.

    Bild: Energieheld-Tipps

    Pelletheizungen heizen klimaneutral, da sie einen Rohstoff nutzen, der bei seiner Verbrennung genau so viel CO2 abgibt, wie er im Verlauf seines Wachstums aus der Atmosphäre absorbiert hat. Daher wird die Pelletheizung vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) als Träger der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) mit bis zu 12.000 Euro gefördert.


    Pelletheizung mit Förderung

    Förderung für Pelletheizungen im Überblick

    Bild: Förderung für Pelletheizung
    Förderung für Pelletheizung | © geralt / pixabay.com CC0

    Auf Bundesebene steht für Pelletheizungen die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zur Verfügung. In ihrem Rahmen vergibt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bis zu 12.000 Euro Förderung für Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien in Bestandsbauten.

    Plant man dagegen eine Komplettsanierung zum Effizienzhaus, kann man von der KfW anteilig an den Gesamtkosten der Sanierung Förderung für die Heizung bekommen. Und auch für die Förderung von Neubauten nach Effizienzhaus-Standard ist die KfW zuständig.

    BAFA - Förderung für Einzelmaßnahmen (BEG EM)

    Das BAFA bietet im Rahmen der BEG Förderung zur Sanierung von Bestandsbauten mit Einzelmaßnahmen (BEG EM). Dabei vergibt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ausschließlich einmalige Zuschüsse. Für eine Pelletheizung erhält man immer mindestens 10 Prozent der förderfähigen Kosten als Förderung - also ein Zuschuss bis zu 6.000 Euro. Tauscht man seine alte Öl- Kohle oder Nachtspeicherheizung gegen eine Pelletheizung aus, erhält man weitere 10 Prozent der förderfähigen Kosten.

    Insgesamt steht für eine Pelletheizung somit eine Förderung von bis zu 20 Prozent der förderfähigen Kosten von höchstens 60.000 Euro - also ein Betrag von maximal 12.000 Euro zur Verfügung.

    Heizung BAFA (BEG EM) Förderung gesamt
    Pelletheizung Basis-Förderung (10 %) Zuschuss von 10 % der förderfähigen Kosten von höchstens 60.000 €, maximal 6.000 €
    Heizungs-Austauschprämie (+ 10 %) Zuschuss von 20 % der förderfähigen Kosten von höchstens 60.000 €, maximal 12.000 €

    Seit dem 15.08.2022 entfallen der Innovationsbonus sowie der iSFP-Bonus für Pelletheizungen, die zuvor mit jeweils 5% angerechnet wurden. 

    KfW - Förderung für Sanierungen und Neubauten

    Seit dem 28.07.2022 können Sie das Programm KfW 262 (BEG EM) der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für einen zinsgünstigen Kredit leider nicht mehr in Anspruch nehmen. Mit der Überarbeitung der Bundesförderung für effiziente Gebäude wurde unter anderem dieses Förderprogramm gestrichen. Diese und weitere Änderungen können Sie in diesem Artikel nachvollziehen.

    Seit dem 01.07.2021 ist eine nach BEG überarbeitete Förderung für Sanierungen oder Neubauten nach Effizienzhaus-Standard (BEG WG) verfügbar. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine direkte sondern um eine anteilige Förderung. Zudem wurde die Förderung der KfW Ende Januar 2022 wegen Budgetmangels vorübergehend eingestellt, für Sanierungen ist diese seit Ende Februar jedoch wieder erhältlich. Die Änderungen der BEG von Ende Juli 2022 findet auch hier Anwendung, wodurch das Programm KfW 461 für einmalige Zuschüsse nicht mehr zur Verfügung steht.

    Der Kredit KfW 261 ist aktuell noch immer erhältlich. Durch diesen erhält man zusätzlich zum Tilgungszuschuss bis zu 45.000 Euro (30 Prozent der Kreditsumme) noch einen Kredit von bis zu 150.000 Euro. Die Förderung für Neubauten nach Effizienzhaus-Standard ist überarbeitet worden und seit 20. bzw. 21.04.2022 mit höherem Mindeststandard, geänderten Konditionen und halbiertem Fördersatz neu aufgelegt worden. So kann man nur noch den Kredit KfW 261 bis zu 150.000 Euro inkl. Tilgungszuschuss bis zu 7.500 Euro in Anspruch nehmen. Lohnen kann sich der Kredit bei der KfW jedoch dennoch, denn sowohl für Sanierungen, als auch für Neubauten ist eine Zinsvergünstigung von maximal 15 % möglich, was ein zusätzliches Ersparnis von 22.500 Euro bedeuten kann.

    KfW Förderprogramm Gebäudeart Gegenstand der Förderung Förderung
    Kredit KfW 261
    (BEG WG)
    Altbau Sanierung zum Effizienzhaus Kredit bis zu 150.000 € inkl. Tilgungszuschuss bis zu bis zu 30 % der Kreditsumme, max. 45.000 €
    Neubau Neubau nach Effizienzhaus-Standard Kredit bis zu 150.000 € inkl. Tilgungszuschuss bis zu 5 % der Kreditsumme, max. 7.500 €
    Zuschuss KfW 461
    (BEG WG)
    Altbau Sanierung zum Effizienzhaus Seit 28.07.2022 nicht mehr erhältlich
    Neubau Neubau nach Effizienzhaus-Standard Seit 24.01.2022 nicht mehr erhältlich

    Steuervorteile und regionale Programme

    Alternativ zur Förderung des BAFA (BEG EM) und der KfW gibt es noch die Möglichkeit die Kosten der Pelletheizung im Rahmen einer Sanierung über drei Jahre steuerlich geltend zu machen. Hier stehen 20 Prozent der förderfähigen Kosten von höchstens 200.000 Euro - also maximal 40.000 Euro - als Förderung zur Verfügung. Die Förderung ist nicht mit anderen Förderprogrammen kombinierbar. Außerdem gibt es zahlreiche regionale Förderungen, die zur Verfügung stehen.

    Hier stellen die Bundesländer, die Regionen und Städte Förderung zur Verfügung. Dabei handelt es sich häufig um Programme in Ergänzung zu den Programmen der KfW und des BAFA. Einen vollständigen Überblick über die zur Verfügung stehenden Programme können wir hier jedoch nicht geben, da dies den Rahmen sprengen würde. Sollten Sie Fragen hierzu haben, nutzen Sie einfach unser Anfrageformular. Unsere Berater haben jahrelange Erfahrung mit der Modernisierung von Heizungen und helfen Ihnen gerne weiter.


    Beispiel für Förderung in der Praxis

    Bild: Förderung für die Pelletheizung
    Hohe Förderung nach BEG | © Minerva Studio / shutterstock.com

    Die Förderung für eine Pelletheizung kann leicht unterschiedlich ausfallen. Wie hoch sie letztlich ist, hängt auch davon ab, ob man den Heizungs-Austauschbonus in Anspruch nehmen kann.

    Deshalb haben wir für Sie ein Szenario der Förderung einer Pelletheizung erstellt. So können Sie sich eine ungefähre Vorstellung davon machen, wie hoch die Förderung des BAFA ausfallen kann und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.

    Szenario: Pelletheizung mit Heizungs-Austauschprämie

    Der Besitzer eines alten Bauernhauses hat sich dazu entschlossen, seine fast 30 Jahre alte Gasheizung zu ersetzen, da diese sehr viel verbraucht und so immense Betriebs-Kosten verursacht. Er entscheidet sich für eine Pelletheizung. Diese kostet ca. 25.000 Euro inklusive Montage und allem notwendigem Zubehör. Als Basisförderung würden ihm nach BEG EM 10 Prozent der förderfähigen Kosten als Zuschuss-Förderung vom BAFA zustehen.

    Da er jedoch seine alte Gasheizung ersetzt, erhält er weitere 10 Prozent im Rahmen der Heizungs-Austauschprämie nach BEG EM, insgesamt also 20 Prozent der förderfähigen Kosten. Das entspricht einer Förderung von 5.000 Euro. Die Pelletheizung kostet also nur noch 20.000 Euro. Bei den laufenden Kosten schneidet die Pelletheizung jedoch langfristig deutlich besser ab. Deshalb hat sich der Hausbesitzer für sie entschieden.

    Heizung Kosten Förderung inkl. Ölaustauschprämie Gesamtkosten
    Pelletheizung 25.000 € 20 % der förderfähigen Kosten, 5.000 € 20.000 €
    Pelletheizung mit Förderung

    Ausblick: Förderung in der Zukunft

    Bild: Flagge der EU
    Heizungsförderung durch die EU | © Capri23auto / pixabay.com CC0

    Wie bereits erwähnt, wurde Anfang 2021 die Bundesförderung für effiziente Gebäude eingeführt. Durch sie wurden die bisherigen Förderprogramme von KfW und BAFA zusammengefasst, neu strukturiert und vereinfacht. Dadurch wurde die Förderung in drei Teilbereiche gegliedert.

    Bei den drei Teilbereichen handelt es sich um die Förderung der Sanierung von Bestandsbauten mit Einzelmaßnahmen (BEG EM) sowie die Förderung von Sanierungen und Neubauten von Wohngebäuden (BEG WG) und Nichtwohngebäuden (BEG NWG) nach Effizienzhaus-Standard. Für jeden der drei Teilbereiche der BEG gab es bis Sommer 2022 entweder eine Version als Kredit mit Tilgungszuschuss und eine Version als Zuschuss.

    Die Zuschuss-Förderung der BEG EM für die Sanierung mit Einzelmaßnahmen ist bereits seit 01.01.2021 gültig und wird vom BAFA angeboten. Die Programme BEG WG und BEG NWG sind ebenfalls seit 01.07.2021 verfügbar und werden von der KfW als Kredit mit Zuschuss (BEG WG: KfW 261) angeboten.

    Die Förderung der KfW wurde wegen Budgetmangels im Januar 2022 vorübergehend eingestellt und teilweise überarbeitet. Die KfW Förderung für Sanierungen war bereits Ende Februar 2022 in unveränderter Form wieder erhältlich. Die Förderung für Neubauten ist jedoch mit höheren Mindeststandards, geänderten Konditionen und halbierten Fördersätzen zum 20.04.2022 neu aufgelegt worden.

    Ihr Budget war zudem auf 1 Mrd. Euro limitiert. Das Budget war jedoch nach wenigen Stunden erschöpft, sodass die Förderung am 21.04.2022 erneut neu aufgelegt wurde. Seit dem gibt es nur noch Förderung für das Effizienzhaus EH 40 Nachhaltigkeits-Klasse mit Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG).

    Eine weitere Überarbeitung der Bundesförderung für effiziente Gebäude am 28.07.2022 sorgte dafür, dass sowohl das Programm KfW 262 Tilgungszuschüsse für Einzelmaßnahmen, als auch das Programm KfW 461 Zuschüsse für Sanierungsmaßnahmen gestrichen wurden. Somit wurden die Förderungen in ihrer Struktur simplifiziert, da nun nur noch die BAFA für Einzelmaßnahmen und die KfW für die Sanierung und den Neubau von Effizienzhäusern verantwortlich sind.

    Bis 2023 soll die Förderung dann generell grundlegend überarbeitet und ab 2023 neu aufgelegt werden. Dabei soll der Fokus dann vor allem auf energetischen Sanierungen von Bestandsbauten liegen.

    Anpassung der BEG

    Mit der Einführung der BEG WG am steigen auch die Fördersätze. So wurden neue Effizienzhaus-Klassen geschaffen Dadurch steigen sowohl Förderrahmen als auch Kreditrahmen von bisher max. 120.000 Euro auf 150.000 Euro. Die Novellierung der BEG sorgte hingegen für eine generelle Senkung der Fördersätze.

    Zusätzlich sind jedoch neue Boni eingeführt worden (Worst-Performance-Building 5 % (zum 22.09.2022), Heizungs-Austauschbonus 10 % & Wärmepumpen-Bonus 5 % (jeweils zum 28.07.2022)). Insgesamt verschiebt sich der Schwerpunkt der Förderungen zu Gunsten von effizienten Wärmepumpen und dem generellen Austausch von Heizungen mit fossilen Brennstoffen, sowie der Sanierung von Gebäuden mit einer schlechten Energiebilanz.