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Einleitung - was ist eine Elektroheizung?

Um Wärme zu produzieren, wird bei der Elektroheizung der Strom aus der Steckdose verwendet. Auf Grundlage des physikalischen Stromwärmegesetztes machen sich die meisten Geräte Heizstäbe zunutze, die (von Strom durchflossen) Wärme an ihre Umgebung abgeben.

Diese Art der Energienutzung ist zwar anwenderfreundlich, aber nicht sehr effizient, da in den entsprechenden Kraftwerken zuvor Wärmeenergie in Strom umgewandelt wurde. Nutzt man den Strom dann nur, um Wärme zu erzeugen, wird sehr viel Energie durch die Umwandlungsprozesse verschwendet. Durch diese Energieverluste ist das Heizen mit Strom meist sehr teuer. Ausnahmen bestehen nur dort, wo eigener Strom aus Photovoltaik-Anlagen genutzt wird.

Alle Bauarten der Elektroheizung im Vergleich

Bild: Nachtspeicherheizung an Wand
Nachtspeicherheizung als eine Form der Elektroheizung | © Jürgen Fälchle / fotolia.com

Grundsätzlich existieren zwei verschiedene Bauarten der Elektroheizung, die wiederum in verschiedenen Ausführungen erhältlich sind. Die Direktheizung gibt Wärme unmittelbar ab und erwärmt damit Räume schnell und effektiv.

Die Direktheizung lässt sich noch mal differenzieren in ihrem Prozess der Erwärmung. Wird die Raumluft erwärmt, spricht man von Konvektion. Im Gegensatz zur Wärmestrahlung werden in diesem Fall einzelne Elemente, die sich im Raum befinden, erwärmt. Das können Gegenstände sowie Menschen sein.

Die zweite Art der Elektroheizung ist die Speicherheizung. Sie gibt ihre Wärme über den Tag verteilt ab. Die elektrische Heizung sammelt zunächst Wärme und gibt diese dann zeitversetzt ab. Ein Beispiel für eine Elektroheizung, die als Speicherheizung fungiert, ist die Flächenspeicherheizung. Diese elektrische Heizung nutzt, entsprechend ihrer Eigenschaft, den Nachtstromtarif. Sie bezieht nachts den etwas günstigeren Strom zum Nachttarif (etwa 22 Cent pro kWh) und nutzt ihn, um tagsüber bei Bedarf Wärme zu erzeugen.

Diese Technik wurde früher häufig verwendet, um eine gleichmäßigere Auslastung der Stromkraftwerke zu unterstützen. Heute sind die Kraftwerke jedoch wesentlich besser ausgesteuert, sie können mit der schwankenden Nachfrage nach Strom über den Tag besser umgehen. Die Nachtstromtarife sind aus diesem Grunde auch nicht mehr so viel günstiger als früher.

Direktheizung Speicherheizung Warmwasserbereitung
Radiator Nachtspeicherheizung Durchlauferhitzer
Konvektor Flächenspeicherheizung Boiler
Heizlüfter Natursteinheizung  
Infrarotheizung    
Wandheizung    
Fußleistenheizung    

Radiator (Direktheizung)

Als Elektroheizung bilden Radiatoren ein geschlossenes System, das meist mit Öl befüllt ist. Letzteres wird über einen Heizstab erwärmt und gibt die Wärme allmählich an die Umgebungsluft. Da jedoch kein Lüfter vorhanden ist, verteilt sich die Wärme nur sehr langsam im Raum. Ein Unterschied in der Wärmeentfaltung ist im Vergleich zu herkömmlichen Heizkörpern kaum zu spüren.

Konvektor (Direktheizung)

Nutzt man eine Elektroheizung als Konvektor, dann werden die kalten Luftschichten am Boden des Raumes angesaugt und erwärmt. Die wärmere Luft steigt dann nach oben und sinkt anschließend wieder, nachdem sie sich abgekühlt hat. Durch dieses Prinzip findet eine stetige Luftzirkulation statt, die von vielen Menschen als angenehm empfunden wird.

Heizlüfter (Direktheizung)

Heizlüfter sind eine beliebte Form der Elektroheizung, wenn beispielsweise Partyräume sehr schnell, aber nur über einen kurzen Zeitraum aufgeheizt werden sollen. Im Dauerbetrieb sind Heizlüfter meist noch teurer als herkömmliche Elektroheizungen.

Infrarotheizung (Direktheizung)

Eine Infrarotheizung erwärmt nicht die Luft, sondern die Objekte, die sich in einem Raum befinden. Viele Hersteller werben mit der theoretisch hohen Energieeffizienz von Infrarotheizungen, die jedoch nur in seltenen Fällen erreicht wird. Unabhängig davon ist auch eine Infrarotheizung in Altbauten (im Dauerbetrieb) niemals günstiger als moderne Ölheizungen oder Gasheizungen. Für einzelne Räume oder Wintergärten ist eine Infrarotheizung aber trotzdem bestens geeignet. Weitere Informationen zur Infrarotheizung finden Sie hier.

Wandheizung (Direktheizung)

Die Wandheizung ist eine Variante der Infrarotheizung. Sie ist auch als Spiegelheizung, Tafelheizung oder Bildheizung erhältlich und kann an der Wand oder unter der Decke montiert werden. Hinsichtlich der Wirkung, der Kosten und der Vorteile und Nachteile unterscheidet sich die Wandheizung nicht von einer normalen Infrarotheizung.

Fußleistenheizung (Direktheizung)

Eine Fußleistenheizung wird am unteren Rand der Wände installiert. Die elektrisch erzeugte Wärme steigt allmählich an den Wänden hoch und wird von dort aus an den Raum abgegeben. Bei leichtem Schimmelbefall kann eine Fußleistenheizung dabei helfen, die Wände trocken und warm zu halten, um weiterem Befall vorzubeugen.

Nachtspeicherheizung (Speicherheizung)

Nachtspeicherheizungen hatten ihre Blütezeit in den 1950er und 1960er Jahren, als Kraftwerksbetreiber daran interessiert waren, ihre Anlagen auch nachts besser auszulasten. Mit dem erheblich günstigeren Nachtstrom wurden die Nachtspeicherheizungen "aufgeladen", um die gespeicherte Wärme dann über den Tag verteilt abzugeben.

Bei diesem theoretisch guten System gab es jedoch einige Nachteile. Wurde tagsüber mehr Wärme benötigt, als nachts gespeichert werden konnte, dann musste mit teurem Tagstrom nachgeheizt werden. Zusätzlich wurden viele Nachtspeicherheizungen mit Asbest ausgestattet, was sie theoretisch zu einer Gesundheitsgefahr machen kann.

Im Laufe der Zeit wurde der Nachtstrom immer teurer oder in manchen Gebieten komplett abgeschafft. Heutzutage wird die Nachtspeicherheizung weitestgehend als gescheitertes Projekt angesehen, obwohl es mit dem Prinzip theoretisch möglich wäre, erneuerbare Energien besser zu nutzen.

Flächenspeicherheizung (Speicherheizung)

Die Flächenspeicherheizung ist ein moderner Vertreter der Nachtspeicherheizung, der besser gesteuert werden kann und die Wärme effizienter an den Raum abgibt. Eine Wunderlösung ist die Flächenspeicherheizung nicht, aber in speziellen Anwendungsfällen hat diese Bauart trotzdem ihre Berechtigung.

Natursteinheizung (Speicherheizung)

Eine Natursteinheizung ist eine weitere Variante der Infrarotheizung. Statt anderen Designelementen wird ein Naturstein verwendet, der einen gewissen Teil der gewonnenen Wärme speichern kann. Im direkten Vergleich zu Nachtspeicherheizungen und Flächenspeicherheizungen kann aber nur sehr wenig Energie gespeichert werden.

Durchlauferhitzer (Warmwasserbereitung)

Durchlauferhitzer werden genutzt, um Warmwasser in der Küche oder im Badezimmer bei konkretem Bedarf zu erwärmen. Das Wasser fließt dabei einfach aus der Leitung in das Gerät und wird dort erwärmt. Je nach Leistung können Durchlauferhitzer einen größeren Wärmebedarf jedoch meist nicht adäquat abdecken. Besonders beim Duschen kann man so häufig nur auf lauwarmes Wasser zurückgreifen.

Boiler (Warmwasserbereitung)

Boiler bestehen primär aus einem Warmwasserspeicher, der sich selbst aufwärmt. Mit diesem System kann Wasser auf Vorrat erwärmt werden, um beispielsweise beim Duschen sofort heißes Wasser nutzen zu können. Da das Wasser meist über längere Zeiträume zwischengespeichert wird, entstehen gegenüber einem einfachen Durchlauferhitzer mehr Energieverluste und damit höhere Kosten im Betrieb.

Vorteile und Nachteile der Elektroheizung

Wie jede Heizung hat auch die Elektroheizung diverse Vorteile und Nachteile. Hier finden Sie eine Übersicht:

Vorteile Nachteile
 Sehr geringe Anschaffungskosten Strompreis sehr hoch, pro kWh (2017)
(Vergleich: Heizöl = 8 Cent pro kWh, Erdgas = 7 Cent pro kWh)
Elektrische Heizung ist fast wartungsfrei (kein Schornsteinfeger, etc.) Der CO2 Ausstoß liegt bei hohen 600 g pro kWh (Vergleich: Heizöl = 302 g, Erdgas = 244 g
Geringer Platzbedarf (kein Heizungskeller) Abhängig von den Schwankungen der Strompreise
Elektrische Heizung ist fast unabhängig vom Öl- und Gasmarkt Nachtspeicherheizungen schlecht regelbar
(abends eventuell keine Wärme mehr)
Elektrische Heizung verursacht keinen Staub und Dreck  
Installation oft unkompliziert, keine Verrohrung nötig  
Wirtschaftlichste Lösung für nur zeitweilig genutzte Räume  

Kosten und Wirtschaftlichkeit einer Elektroheizung

Die Kosten für eine elektrische Heizung richten sich in erster Linie nach dem Stromverbrauch und sind zudem abhängig von der Strompreisentwicklung, die leider konstant steigend ist. In einem umfassenden Vergleich mit anderen Heizsystemen müssen zudem die Anschaffungskosten (inklusive Warmwasserbereitung) und die Wartungskosten berücksichtigt werden.

Wichtig ist hierbei, dass Elektroheizungen zusätzliche Boiler oder Durchlauferhitzer benötigen, um die Warmwasserbereitung zu gewährleisten, und dass die Austattung eines ganzen Gebäudes in der Regel auch nicht sehr günstig ist.

Infografik: Vergleich Elektroheizung und Gasheizung
Vergleich der Kosten für eine Elektroheizung und eine Gasheizung | © Energieheld

In diesem Beispiel ist das Gebäude unsaniert und wurde in den 50er Jahren mit Nachtspeicheröfen ausgestattet. In solchen Fällen lohnt sich immer der Umstieg auf Ölheizungen oder Gasheizungen. Egal welche Einsparungen die Hersteller von Elektroheizungen versprechen: In einem normalen Bestandsgebäude sollte man nicht ausschließlich mit Strom heizen. Unter dem Strich ist die Gasheizung in diesem Beispiel und in fast allen anderen Fällen immer günstiger (obwohl sie jährlich gewartet werden muss). Erfahren Sie hier mehr über die Kosten einer Elektroheizung.

Leistung in Watt Heizleistung pro Jahr Preis pro Heizkörper Heizkosten pro Jahr
200 W 288 kWh ab 100 € 80 € 
300 W 432 kWh ab 250 € 120 €
400 W 576 kWh ab 350 € 160 €
600 W 864 kWh ab 400 € 240 €
800 W 1152 kWh ab 500 € 320 €
1000 W 1440 kWh ab 600 € 400 €
1500 W 2160 kWh ab 800 € 600 €

Förderung für eine Elektroheizung

Eine direkte Förderung für Elektroheizungen ist in Deutschland nicht verfügbar. Zuschüsse und vergünstigte Kredite erhalten Sie nur für den Einbau von Holzheizungen und modernen Ölheizungen oder Gasheizungen. In Neubauten ist es jedoch möglich, eine Elektroheizung in ein sinnvolles Heizkonzept einzubinden und die Anschaffung damit in die Neubau-Förderung zu integrieren. Voraussetzung für ein solches Vorhaben ist jedoch eine hochwirksame Wärmedämmung.

Anwendungsgebiete der Elektroheizung

Elektrische Heizungen werden hauptsächlich bei der Beheizung von nur zeitweilig besuchten Räumen genutzt. Bei einer regelmäßigen Nutzung der Elektroheizung entstehen hohe Kosten und ein vermehrter CO2-Ausstoß, daher wird in den meisten Fällen dann auf ein herkömmliches Heizsystem, etwa mit Gas oder Öl, zurückgegriffen. Elektrische Heizungen lohnen sich nur in Ferienhäusern, Gartenhäusern in Schrebergärten, Garagen, Dach-Geschossen oder ähnlichen Bauten, in denen sich die Installation einer komplexeren Heizung nicht rechnen würde.

Sinnvolle Anwendung Unwirtschaftliche Anwendung
Gästezimmer Großflächige Anwendung
Dachausbau Als Ersatz für eine Zentralheizung
Schrebergarten Einsatz in ungedämmten Altbauten
Ferienhaus Dauerhafte Nutzung ohne effiziente Steuerung
Partykeller  
Bautrockung  

Sinnvolle Größe der Elektroheizung berechnen

Nutzt man eine Elektroheizung für einzelne Räume, dann sollte mit einer benötigten Leistung zwischen 60 und 100 Watt pro Quadratmeter gerechnet werden. Im Idealfall wird die errechnete Größe dann auf noch mehrere kleine Heizungen verteilt. Je nach Raumaufteilung kann außerdem mehr oder weniger Leistung notwendig sein, wenn beispielsweise große Möbelstücke die Verteilung der Wärme erschweren.

25 m² Wohnfläche Gut gedämmt
(60 W pro m²)
Schlecht gedämmt
(100 W pro m²)
Benötigte Heizleistung 1.5 kW (3 x 500 W) 2.5 kW (5 x 500 W)
Heizdauer pro Jahr 1.440 Stunden (180 Tage) 1.440 Stunden (180 Tage)
Heizleistung pro Jahr 2.160 kWh 3.600 kWh
Anschaffungskosten 1.000 - 1.200 € 1.800 - 2.000 €
Heizkosten pro Jahr ca. 600 € pro Jahr ca. 1.000 € pro Jahr

Elektroheizung mit Photovoltaik-Strom betreiben

Bild: Photovoltaik auf Dach
Photovoltaik-Anlage zur Versorgung der Elektroheizung | © P-association / pixabay.com CC0

Auf den ersten Blick scheinen sich natürlich alle Energieprobleme erledigt zu haben, wenn man eine Elektroheizung mit eigenem Photovoltaik-Strom betreibt. Es sollte jedoch klar sein, dass es sich hierbei nicht um ein Perpetuum Mobile handelt und dass es einen Grund geben muss, warum nicht jeder Eigenheimbesitzer auf diese Lösung zurückgreift.

Zu allererst ist der Energiebedarf des Gebäudes entscheidend. Man kann davon ausgehen, dass ein Gebäude, das vor 2009 errichtet wurde, in der Regel nicht dafür geeignet ist, um eine Elektroheizung wirtschaftlich zu betreiben. Der Grund sind die älteren Bau-Standards.

Befasst man sich also nur mit passenden Neubauten (beispielsweise KfW 40), dann sind noch die Investitionskosten der Photovoltaik-Anlage entscheidend. Da auch in den Abendstunden und in den dunklen Wintermonaten geheizt wird, benötigt die Anlage außerdem einen Stromspeicher. Zusammen mit den Elektroheizungen wird die gesamte Anlage also etwa 30.000 bis 45.000 Euro kosten.

So ein System kann sich rentieren, aber nur dann, wenn alle Komponenten in einem Neubau genau aufeinander abgestimmt sind. In einem Altbau ist der Einbau einer einfachen Ölheizung oder Gasheizung immer um ein Vielfaches günstiger als Elektroheizungen, die mit Photovoltaik-Strom betrieben werden. Es sind unheimlich viele Szenarien denkbar, in denen Photovoltaik-Strom sinnvoll mit elektrischer Wärme kombiniert wird, aber eine einfache Pauschallösung wird niemals dabei sein.

Ökostrom und CO2-Bilanz einer Elektroheizung

Theoretisch hat eine Elektroheizung natürlich einen "grünen Fußabdruck", wenn 100 Prozent Ökostrom bezogen wird. In der Praxis bekommt jeder Haushalt immer den Strom, der im lokalen Netz gerade verfügbar ist. An der gesamten Energiebilanz ändert das zwar erst einmal nichts, aber Strom ist zum Teil auch deshalb so teuer, weil bereits beim "Transport" viel Energie in Form von Wärme verloren geht.

Egal ob Sie nun mit Ökostrom oder normalem Strom heizen, in jedem Fall geht viel Energie ungenutzt verloren. Als Alternative bietet sich Photovoltaik-Strom aus der eigenen Anlage an, der aber auch in ausreichender Menge zur Verfügung stehen muss.