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Dämmung mit Hartschaum

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Inhaltsverzeichnis

Herstellung und Geschichte

PUR und PIR werden zu den synthetischen Dämmstoffen gezählt und werden aus Polyurethan-Hartschaum hergestellt. Grundlage für diesen bilden die chemischen Stoffe Methylendiphenylisocyanate (MDI) und Polyol. Diese reagieren unter der Zugabe von Treibmitteln zu Polyurethan. Im Zuge der chemischen Reaktion schäumt das Gemisch auf. PUR und PIR unterscheiden vor allem in der stofflichen Zusammensetzung. Während das Verhältnis von MDI und Polyol bei PUR ausgeglichen ist, herrscht bei PIR ein Überschuss an MDI. Dieses reagiert teilweise mit sich selbst, sodass der stark vernetzte Kunststoff PIR entsteht.

Im Jahr 1937 synthetisierte die erste Forschergruppe um Otto Bayer zum ersten Mal Polyurethane. Sogenannte Polyester-Schaumstoffe wurden knapp 15 Jahre später entwickelt und führten zu einem steigenden Interesse der Industrie an Polyurethanen. Seit den 1960er-Jahren wird PUR im Bauwesen als Dämmstoff verwendet. PIR ist dabei als eine technische Weiterentwicklung von PUR zu werten und gilt als die nächste Produktionsgeneration.

Bild: Energieheld Tipp

Die Hartschaumplatten aus PUR und PIR sind verwitterungsbeständig, wasserabweisend und besitzen hervorragende Dämmeigenschaften. Beide Materialien sind sehr preiswert und druckbeständig und weisen ein geringes Gewicht auf. Die Wärmeleitfähigkeit der organisch-synthetischen Dämmstoffe ist sehr gering und beläuft sich auf Werte zwischen 0,02 und 0,025 Watt pro Meter und Kelvin, was ihnen sehr gute Dämmeigenschaften verleiht.

Besonderheiten und Einsatzbereiche für PUR & PIR

Bild: Baustelle mit Krahn
Einsatzbereiche von PUR und PIR | © Antranias / pixabay.com CC0

PUR und PIR weisen beide ähnliche Eigenschaften auf. So ist die Wärmeleitfähigkeit der organisch-synthetischen Dämmstoffe sehr gering und beläuft sich auf Werte zwischen 0,02 und 0,025 Watt pro Meter und Kelvin.

Aus diesem Grund eignet sich eine Dämmung aus PUR oder PIR für Ihr Haus besonders, wenn Sie die Dämmung des Dachs oder eine Kellerdämmung planen. Weiterhin wird eine vergleichsweise geringe Dämmstärke benötigt. So können PUR und PIR zum Einsatz kommen, wenn Sie einen schmaleren Aufbau Ihrer Dämmung wünschen. Zudem ist das Eigengewicht von PUR und PIR im Vergleich zu anderen Dämmstoffen recht gering.

Aufgrund des geringen Eigengewichts bietet sich eine Dämmung mit PUR oder PIR vor allem dann an, wenn Sie ein Gebäude mit Leichtbauweise dämmen möchten. Für die Dämmung von Flachdächern von Industriebauten oder die Dämmung von öffentlichen Gebäuden eignet sich PIR gut, da sich im Fall eines Feuers der Brand nicht innerhalb des Materials ausbreitet. Darüber hinaus sind Dämmungen aus PUR und PIR witterungsresistent. Diese Besonderheit können Sie sich zunutze machen, wenn Sie beispielsweise eine Perimeterdämmung Ihres Hauses planen und auf langlebige Materialien in diesem Bereich setzen möchten.

Dämmstoff Besonderheit Einsatzbereich
PUR Gute Dämmeigenschaften Dach und Keller
Geringes Eigengewicht Dach
PIR Gute Dämmeigenschaften Dach und Keller
Geringes Eigengewicht Dach
Leitet Brand nicht Öffentliche Gebäude

Sinnvolle Alternativen zu PUR und PIR als Dämmstoff

Falls Sie weder PUR noch PIR als Dämmung verwenden möchten, können Sie auf die folgenden Alternativen zurückgreifen. Um die passende auszuwählen, sollten Sie sich vorab im Klaren sein, für welchen Zweck Sie den jeweiligen Dämmstoff einsetzen möchten.

Anstatt PUR oder PIR können Sie eine Dämmung aus Holzfaser verwenden. Der organische Dämmstoff weist mit durchschnittlich 2.100 Joule pro Kilogramm und Kelvin eine hohe spezifische Wärmekapazität auf. Weiterhin bieten Holzfaser-Dämmungen einen guten Schallschutz und können ebenfalls gut im Bereich der Dachdämmung eingesetzt werden. Allerdings ist das Material preislich höher anzusiedeln als PUR und PIR.

Eine weitere synthetische Alternative stellt Styropor (EPS) dar. Dieses verfügt über ähnlich gute Dämmeigenschaften wie PUR und PIR. Gleichzeitig ist es wasserabweisend und kann in Platten verarbeitet werden. Allerdings ist der Brandschutz bei Styropor mit der Klasse B2 derselbe wie für PUR und PIR. Zwar ist der Preis für EPS-Dämmungen im Vergleich niedriger, allerdings wird bei Styropor auch eine höhere Dämmdicke von 14 Zentimetern notwendig, um einen U-Wert von 0,24 W/(m²K) zu erhalten.

Vorteile und Nachteile von PUR & PIR

Bild: Smileys fröhlich und traurig
Vorteile und Nachteile von PUR und PIR | © Alexas_Fotos / pixabay.com CC0

Die Hartschaumplatten aus PUR und PIR sind witterungsbeständig, wasserabweisend und besitzen hervorragende Dämmeigenschaften. Beide Materialien sind sehr preiswert und druckbeständig und weisen ein geringes Gewicht auf.

Mit einer Wärmeleitfähigkeit zwischen 0,02 und 0,025 Watt pro Meter und Kelvin zeichnen sich PUR und PIR mit sehr guten Dämmeigenschaften aus.

Um den von der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) geforderten Wärmedurchgangskoeffizienten für die Dämmung von Gebäudefassaden von U = 0,24 W/(m²K) zu erreichen, muss die Dämmdicke daher lediglich um die 10 Zentimeter betragen. Negativ zu beurteilen ist hingegen die Baustoffklasse der synthetischen Dämmstoffe, deren Grundstoff Erdöl darstellt, welches nicht erneuerbar ist.

PUR und PIR sind normal entflammbar und werden der Brandschutzklasse B2 zugeordnet. PUR bringt dabei vergleichsweise schlechtere Brandschutzeigenschaften mit als PIR. Weiterhin ist im Brandfall von PUR- oder PIR-Dämmungen mit der Emission toxischer Gase zu rechnen. Ein weiterer Nachteil dieses Dämmstoffes ist die begrenzte Verfügbarkeit des Erdöls, auf dem es basiert. Zudem ist der energietechnische Aufwand bei der Produktion von Hartschaumplatten recht hoch.

Dämmstoff Vorteile Nachteile
PUR / PIR Witterungsbeständig Basierend auf Erdöl
Wasserabweisend Nicht nachhaltig
Gute Dämmeigenschaften Toxische Gase bei Brandfall
Geringes Gewicht Hoher Energieaufwand bei Produktion
Geringe Dämmdicke notwendig -

Übliche Preise für PUR & PIR (Material / Einbau)

Die Kosten für Dämmplatten aus PUR und PIR sind sehr niedrig. Ohne Einbau belaufen sie sich auf lediglich circa 10 bis 20 Euro pro Quadratmeter. Der tatsächliche Preis ist jedoch abhängig von der gewünschten Dämmdicke und vom Ausmaß Ihres Vorhabens.

Beispiel: Dämmung der Fassade (130 m²) mit PUR und PIR

Das folgende Tabelle stellt beispielhaft die Kosten für eine Fassadendämmung mit PUR und PIR vergleichsweise gegenüber. Dabei wird eine Dämmdicke von 10 Zentimetern für die Erreichung eines U-Werts von 0,24 W/(m²K) vorausgesetzt. Weiterhin gehen wir von einer zu dämmenden Fläche von 130 Quadratmetern aus. Die Einbaukosten umfassen ebenfalls alle Maßnahmen zur Eindeckung sowie neue Fensterbänke.

Dämmstoff Dämmung Materialkosten Einbaukosten + Eindeckung Kosten für 130 m²
PUR WDVS 20 € pro m² 130 € pro m² 19.500 €
PIR WDVS 24 € pro m² 130 € pro m² 20.020 €

Die wichtigsten Eigenschaften von PUR & PIR als Dämmstoff

Bild: Handwerker mit Hammer
Verarbeitung von PUR und PIR | © annawaldl / pixabay.com CC0

Sowohl PUR als auch PIR sind besonders druckbeständig und leicht. In der Praxis ist dies vor allem im Leichtbau dienlich oder wenn die Statik eines Gebäudes nicht zusätzlich durch das Eigengewicht des Dämmstoffs belastet werden soll.

PUR ist aufgrund seiner Zusammensetzung elastischer als PIR und somit besser geeignet für den Einsatz bei speziellen Bauformen wie Fenstern und Türen. Hingegen ist PIR in Sachen Feuerschutz beliebter als PUR, da ersterem eine höhere Feuerfestigkeit zugesprochen wird.

Sowohl PUR als auch PIR sind einfach zu verarbeiten, sollten aber nur mit Schutzkleidung angepasst werden. Weiterhin sind die beiden Dämmungen wasserabweisend, weshalb sie sich gut für den Einsatz in durch Witterung belasteten Bereichen des Hauses eignen.

Dämmstoff Besonderheit Wirkung in der Praxis
PUR / PIR Druckbeständig Einsatz in Bauteilen mit Belastung
Geringes Gewicht Einsatz im Leichtbau
Schaumstruktur Leichte Verarbeitung
Wasserabweisend Beständig gegen Verrottung
PUR Elastisch Individuelle Anpassung
PIR Erhöhter MDI-Anteil Erhöhte Feuerfestigkeit

Umweltfreundlichkeit

Weder PUR noch PIR sind als ökologisch zu bewerten. Die Herstellung der Stoffe basiert auf Erdöl, dessen Verfügbarkeit begrenzt ist. Weiterhin ist bei der Produktion der Hartschaumplatten eine große Menge Energie nötig. Im Falle eines Brandes von PUR und PIR müssen Sie mit der Entstehung toxischer Gase rechnen, die Natur und Umwelt belasten.

Kälteschutz und Hitzeschutz

Die Hitze heißer Tage und die Kälte des Winters halten PUR und PIR gut vom Eindringen ins Haus ab. Mit einer Wärmespeicherkapazität zwischen 1.200 und 1.500 Joule pro Kilogramm und Kelvin liegen die Hartschaum-Dämmstoffe im soliden Mittelfeld. Dabei unterliegen sie in Sachen Hitze- und Kälteschutz klar Dämmungen aus natürlichen Stoffen wie Stroh oder Seegras.

Brennbarkeit und Feuchtigkeitsregulierung (Schimmelgefahr)

Sowohl PUR-Dämmungen als auch PIR-Dämmungen gelten als normal entflammbar, weshalb sie in die Brandschutzklasse B2 eingestuft werden. Hinzu kommt, dass PUR und PIR im Falle eines Feuers den Brand befördern können. Hingegen sind die beiden Dämmstoffe feuchtigkeitsbeständig, sodass Schimmel und Fäulnis nicht entstehen können.

Entsorgung von PUR & PIR

Abfälle von PUR und PIR können als gemischte Bau- und Abbruchabfälle bei einer Abfallverbrennungsanlage entsorgt werden. Die Kosten für die Abgabe von Bauschutt werden nach Tonnen oder Volumen des zu entsorgenden Stoffs berechnet. In der Regel können Sie 25 bis 30 Euro pro Tonne für die Entsorgung von Baustoffresten einplanen. Die tatsächlichen Preise variieren je nach Annahmestelle. Recycelt werden PUR und PIR meist nur als Reste innerhalb des Produktionsprozesses.

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