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Inhaltsverzeichnis

Allgemeines zur Kellerdämmung

Einerseits führt die Dämmung im Keller zu einer deutlichen Anhebung der Fußbodentemperatur im Erdgeschoss, was sich merklich auf das Wohlbefinden in den Räumlichkeiten niederschlägt - endlich keine kalten Füße mehr. Zum anderen verringert eine Kellerdämmung auch die Schimmelgefahr.

In ungedämmten Kellern kann die Luftfeuchtigkeit leichter an den Wänden kondensieren und die Bildung von Schimmel fördern. Mit einer fachmännischen Dämmung lässt sich dieses Problem umgehen, weil so die Temperatur der Außenwände steigt.

Dämmung der Kellerdecke

Bild: Kellerdecke ohne Dämmung
Kellerdecke ohne Dämmung | © mjtmail / flickr.com CC-BY

Ist der Keller unbeheizt und wird nicht als effektiver Wohn- und Lebensraum verwendet, so ist die Dämmung der Kellerdecke vollkommen ausreichend, um das Wärmeleck zu stopfen.

Im einfachsten Fall werden dazu Dämmplatten von unten an der Kellerdecke angebracht. Je nach Beschaffenheit der Oberfläche werden diese geklebt oder gedübelt.

Als Materialien kommen dabei Platten aus Mineralwolle, Steinwolle, Polystyrol oder Polyurethan zum Einsatz. Von Polystyrol und Polyurethan wird aus brandschutztechnischen Aspekten allerdings abgeraten.

Die Mindestdicke der Dämmung wird in Verbindung mit dem verwendeten Dämmstoff durch die EnEV 2009 geregelt. Ebenfalls möglich kann auch eine Kellerdämmung mit dem Einblasverfahren sein. Hierbei wird der Dämmstoff in die Hohlräume der Kellerdecke geblasen.

Nicht selten bringt das Dämmen der Kellerdecke Probleme mit sich, da die Keller zu niedrig sind, eine gewölbte Decke haben (Kuppen) oder eine Vielzahl von Kabeln und Rohrleitungen an ihr verlegt sind. Doch auch für diese Probleme gibt es Lösungen: Bei einer zu niedrigen Geschosshöhe im Keller kann die Dämmung auch vom Erdgeschoss auf die Kellerdecke aufgebracht werden. Dies bringt allerdings einen deutlich höheren Aufwand mit sich.

Für die Dämmung wird eine wasserdichte Folie im Erdgeschoss eingelegt, auf welche dann trittfeste Dämmplatten aus Polstyrol, Hanf oder Kork aufgelegt werden. Über den Dämmplatten kann dann direkt der Fußbodenbelag verlegt werden. Um die ursprüngliche Raumhöhe beizubehalten und das Anpassen von Türen und Treppenansätzen zu vermeiden, empfiehlt es sich, den alten Bodenbelag (Estrich) durch einen dünneren zu ersetzen. Gewölbte Kellerdecken lassen sich beispielsweise über eine im Vorfeld angebrachte Unterkonstruktion dämmen.

Eine weitere Variante, welche auch bei Rohrleitungen eingesetzt wird, ist das sogenannte Spray-On-Verfahren. Dabei wird ein Gemisch aus Wasser und Zelluloseflocken von unten an die Decke gesprüht. Die aufgebrachte Schicht härtet dann aus und bildet die Dämmschicht.

Wichtig dabei ist, nach dem Trocknen die Trockenschichtdicke zu überprüfen. Eine weitere Möglichkeit bietet die Einblasdämmung der Kellerdecke. Bei der Dämmung der Kellerdecke empfiehlt es sich, zusätzlich, die oberen 50 Zentimeter der Außenwand im Erdreich zu dämmen, da sonst in diesem Bereich eine Wärmebrücke geschaffen wird.

Dämmung der Kellerwände

Bild: Perimeterdämmung
Eine Perimeterdämmung | © Bertold Werkmann / shutterstock.com

Soll der Keller zusätzlich als Wohn- und Lebensraum dienen, so reicht es nicht mehr, nur die Kellerdecke zu dämmen. Eine Dämmung der Kellerwände und des Kellerbodens ist in diesem Fall notwendig. Die Dämmung der Kellerwände kann sowohl von außen, als auch von innen erfolgen. Eine Außendämmung des Kellers, auch Perimeterdämmung genannt ist dabei die sinnvollere und effektivere Variante.

Jedoch ist diese mit einem deutlich größeren baulichem Aufwand verbunden, da in Altbauten Erdarbeiten notwendig werden. Die Innendämmung des Kellers verursacht weitaus geringere Kosten. Der Vorteil einer solchen sogenannten Perimeterdämmung ist der deutlich nach außen verschobene Taupunkt.

Bei einer Innendämmung kann dieser zu weit innerhalb liegen, sodass es wieder zu Kondensation und Schimmelbildung kommt. Aus diesem Grund ist die Perimeterdämmung die bessere Entscheidung. Einerseits darf die Dämmung durch die hohe Druckbelastung des Erdreiches nicht zusammengedrückt oder zerstört werden. Des Weiteren muss die Dämmung das Eindringen von Feuchtigkeit aus dem Erdboden in das Mauerwerk verhindern.

Eine weitere Belastungsquelle im Bereich der Erdoberfläche stellt das Wetter dar, da die Dämmung durch Frost und Tau hohen Spannungen ausgesetzt ist. Diese müssen ebenfalls von der Dämmung ertragen werden, ohne dabei zerstört zu werden. Als Materialien für eine Perimeterdämmung kommen Hartschaumplatten aus Polystyrol oder Polyurethan zum Einsatz, da diese besonders druck- und witterungsbeständig sind.

Dämmung des Kellerbodens

Bild: Kellerboden ohne Dämmung
Kellerboden ohne Dämmung | © pashminu / pixabay.com CC0

Bei der Dämmung des Kellerbodens ist in der Regel nur eine Dämmung von innen möglich. Diese sogenannte Aufbodendämmung zieht einige Nachteile mit sich, da zum einen die lichte Raumhöhe abnimmt und zum anderen Türen und Treppensockel angepasst werden müssen. Die verwendeten Materialien müssen trittfest und belastbar sein.

Wie bei einer Geschossdeckendämmung wird auch bei einer Kellerbodendämmung eine Folie eingezogen, um die Diffusion von Wasser zu unterbinden. Der Arbeitsaufwand einer Dämmung des Kellerbodens ist nicht zu unterschätzen und sollte in jedem Fall vom Fachmann durchgeführt werden. Muss die Dämmung bei laienhafter Ausführung erneuert werden, entsteht ein Vielfaches der Kosten, die ein Fachbetrieb bei der Dämmung verursacht hätte.

Kosten der Kellerdämmung

Die Kosten einer Kellerdämmung liegen je nach Variante zwischen 20 und 70 Euro pro Quadratmeter. Bezogen auf Energieeinsparungen und Amortisationszeit sollten beim Keller stets die günstigsten Verfahren genutzt werden, um tatsächlich von den Ersparnissen bei den Heizkosten profitieren zu können. In der folgenden Tabelle finden Sie die üblichen Kosten der Kellerdämmung:

Dämmung im Keller Kosten pro m² Kosten pro Keller 60 m²
Kellerdecke dämmen (von oben) 70 - 160 € 4.200 - 9.600 €
Kellerdecke dämmen (von unten) 15 - 25 € 900 - 1.500 €
     
Kellerwände dämmen (innen) 80 € 5.600 €
Kellerwände dämmen (außen) 40 - 60 € (+ Erdarbeiten) 8.400 - 12.600 € (inklusive Erdarbeiten)
     
Kellerboden dämmen 70 - 160 € 4.200 - 9.600 €

Förderung der Kellerdämmung

Um Ihnen die Entscheidung für eine Kellerdämmung etwas leichter zu machen, bietet der Staat finanzielle Förderung an. Mit den Programmen 430 und 152 der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) können Sie entweder einen einfachen Zuschuss oder einen zinsgünstigen Kredit inklusive Tilgungszuschuss in Anspruch nehmen.

KfW-Programm Förderung
KfW-430 Zuschuss 10 % der Kosten (max. 5.000 €)
KfW-152 Kredit 50.000 € | 7,5 % Zinsen | 7,5 % Tilgungszuschuss

Der offizielle KfW-Fahrplan zur energieeffizienten Immobilie

Dieser 6-Schritte-Fahrplan der KfW unterstützt Sie bei der optimalen Durchführung Ihrer Fördermittelbeantragung.

Vorteile und Nachteile einer Dämmung im Keller

Grundsätzlich kann eine Kellerdämmung dabei helfen, das letzte bisschen Energieeffizienz aus Ihrem Eigenheim "herauszukitzeln". Trotzdem sollten Sie nicht zuerst auf solch eine Dämmung setzen, weil die tatsächlichen Einsparungen hier einige Jahre auf sich warten lassen können.

Kellerdämmungen rentieren sich hauptsächlich in Neubauten, während sie in Altbauten teilweise große Probleme verursachen können. In der folgenden Übersicht sehen Sie weitere Vorteile und Nachteile der Kellerdämmung:

Dämmung im Keller Vorteile Nachteile
Kellerdeckendämmung (von oben) Bei einer Fußbodenerneuerung leicht anzubringen Grundsätzlich sehr teuer
Kellerdeckendämmung (von unten) Immer sehr günstig und leicht anzubringen, hoher Wirkungsgrad Deckenhöhe immer Keller verringert sich
     
Dämmung der Kellerwände (innen) Angenehmeres Wohnklima im Keller Schimmelrisiko erhöht sich stark
Dämmung der Kellerwände (außen) Angenehmeres Wohnklima im Keller, hohe Dämmwirkung Bei Bestandsbauten sehr teuer, weil Erdarbeiten erforderlich sind
     
Kellerbodendämmung Angenehmeres Wohnklima im Keller Kaum Auswirkungen auf das übrige Gebäude