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Die Infrarotheizung - Kosten, Größe, Vorteile und Nachteile

Foto: Infrarotheizung
Infrarotheizung mit dekorativem Überzug | © Energieheld GmbH

Infrarotheizungen gehören zu den Elektroheizungen. Sie nutzen die neueste Infrarottechnik, um effizient zu heizen und in hohem Maße Strom zu sparen.

Eine sinnvoll eingesetzte Infrarotheizung kann gegenüber konventionellen Heizsystemen bis zu 50 Prozent Energiekosten einsparen. Die minimalen Vorwärmzeiten bieten einen optimalen Nutzungskomfort, dabei glänzen moderne Modelle auch durch eine ausgeprägte Designvielfalt.

Wir erklären Ihnen die Funktionsweise der Infrarotheizung, die Vorteile und Nachteile, sowie die anfallenden Kosten.


Inhalt

1. Funktionsweise

2. Vorteile und Nachteile

3. Einsatzbereiche

4. Designs

5. Kosten

6. Größe

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Funktionsweise der Infrarotheizung

Bild: Eine Infrarotheizung als Bild Eine Bild-Infrarotheizung | © OHLE GmbH & Co. KG

Wenn es in den ersten Herbsttagen abends wieder beginnt, kalt zu werden, ist eine temporär einsetzbare Heizung genau das Richtige. Die Infrarotheizung kann sich dem Raum anpassen, indem Sie die Heizung an die Decke montieren oder als Wohnaccessoire integrieren, wie z.B. als Spiegel. Die ausstrahlende Wärme bewegt sich nicht unangenehm durch den Wohnraum, sondern verbreitet sich angenehm wie bei einem Kachelofen. Infrarotheizungen können sowohl im Haus, als auch im Außenbereich, wie beispielsweise auf der Terrasse, genutzt werden.

Aber wie funktioniert solch eine Heizung genau? Bei dieser Form des Heizens kommen sogenannte Infrarotstrahlen zum Einsatz. Dies sind elektromagnetische Wellen, die oberhalb des menschlich sichtbaren Bereiches liegen. Sie liegen dabei in einem schmalen Wellenlängenband von 3 bis 50 μm. Dieser Bereich ist völlig gefahrlos. Gesundheitsgefahr durch Elektrosmog kann bei Infrarotheizungen daher vollständig ausgeschlossen werden. Reguliert wird das System meist über ein Funkthermostat. Dieses besteht aus einem bedienbaren Sender und einem Empfänger, welcher zwischen Steckdose und Heizung angebracht wird.

Die Infrarotstrahlen können mit Sonnenstrahlen verglichen werden. Die Erwärmung durch die Infrarotheizung funktioniert im Gegensatz zu herkömmlichen Heizungen, die die Luft erwärmen, über das Anwärmen der angestrahlten Fläche. Die Wärmestrahlung wirkt dabei auf feste und flüssige Körper, nicht aber auf Luft. Die im Raum befindlichen festen Körper nehmen die Wärmestrahlung auf und geben diese anschließend wieder ab.

Wärmestrahlung einer Infrarotheizung

Durch das Aussenden von Wärme findet ein Strahlungsaustausch statt. Sämtliche Körper im Raum werden dabei gleichmäßig von der Heizung erwärmt. Parallel streicht die Raumluft über die aufgewärmten Körper und heizt sich dabei selbst auf. Infrarotheizungen werden deshalb auch als Strahlungs- oder Wärmewellenheizung bezeichnet.

Im Gegensatz dazu erzeugen herkömmliche Anlagen wie Öl- und Gasheizungen sogenannte Konvektionswärme, indem sie die Raumluft erwärmen. Ziel der Infrarotstrahlung hingegen ist es, den Anteil an warmer, aufsteigender Luft so niedrig wie möglich zu halten. Die größten Vorteile der Strahlungswärme sind die schnelle Erwärmung von Gegenständen und Körpern, die geringe Vor- bzw. Nachheizzeit, sowie die angenehme Wärme. Als Nachteil erweist sich der Umstand, dass nur die angestahlten Objekte warm werden und sich somit der Wärmegrad nur schwer messen lässt.

Grafik: Amortisation einer InfrarotheizungAmortisation einer Infrarotheizung | © Energieheld GmbH

Die Grafik zeigt ein Szenario, in dem ein Gebäude mit Nachtstrom beheizt wird und nun die Frage im Raum steht, auf welche Heizung umgestellt werden soll. Verzeichnet sind die jährlichen Gesamtkosten der bestehenden Nachtspeicherheizung, einer Infrarotheizung und einer Gasheizung.

Beide Stromheizungen nutzen Boiler zur Warmwasserbereitung. Auf Dauer ist die Gasheizung in jedem Fall die günstigste Lösung, weil sich diese im direkten Vergleich zu den laufenden Heizkosten der Elektroheizung schon im zweiten Jahr amortisiert hat.

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Erklärvideo einer Infrarotheizung

Quelle: © OHLE GmbH & Co. KG / YouTube.com


Vorteile und Nachteile der Infrarotheizung

Eine Infrarotheizung empfiehlt sich nicht für jeden Haushalt, denn immerhin wird diese Bauart mit Strom betrieben und ist damit theoretisch die teuerste Art zu heizen. Da sich die Installation einer kompletten Zentralheizung aber nicht für jedes Gebäude rechnet, kann auch eine elektrische Heizung effizient eingesetzt werden.

VORTEILNACHTEIL
Lange Lebensdauer Hohe Betriebskosten, da Strompreise höher als bei Gas, Öl & Pellets
Keine Brandgefahr Vorausetzung ist daher ein guter Dämmstandard im Haus
Kein Wartungsaufwand Dauerhafte Beheizung eines kompletten Altbaus sehr teuer
Niedrige Anschaffungskosten
Niedriger Energieaufwand aufgrund direkter Einstrahlung
Kein Schmutz, Staub oder Dreck
Leicht zu installieren  
Kann als Dekorationselement dienen  
Kann mit "grünem" Strom aus einer Photovoltaikanlage oder Mini-BHKW betrieben werden  


Einsatzbereiche der Infrarotheizung

Richtig eingesetzt kann die Infrarotheizung zu erheblichen Einsparungen führen. Hierfür muss aber in fast allen Fällen ein guter Dämmzustand des Gebäudes gewährleistet sein, sodass nur wenig Wärme benötigt wird und diese auch für eine gewisse Zeit im Haus behalten werden kann. Passivhäuser sind hierfür das beste Beispiel.

Alternativ hat sich diese Form der elektrischen Heizung auch in selten genutzten Räumlichkeiten wie Partyräumen oder Ferienwohnungen bewährt. Hier wären die Installation und die Anschaffungskosten einer großen Zentralheizung meist mit deutlich höheren Kosten verbunden als der Betrieb einer Elektroheizung.


Verschiedene Designs der Infrarotheizung

Bild: Eine Infrarotheizung im Esszimmer Infrarotheizung im Esszimmer | © OHLE GmbH & Co. KG

Infrarotheizungen werden in diversen Designs angeboten. So finden Heizpaneel- Infrarotheizungen beispielsweise in Kirchen Verwendung. Hier werden die Paneele in der Regel meist unter den Kirchenbänken und entlang der Kirchenwände montiert. Kugel- Infrarotheizungen sind für hohe Räume wie Treppenhäuser geeignet. Die Formen sind flexibel gestaltbar. Sie reichen von einer Kugel bis hin zu einem Diskus.

Auch Bildheizungen erfreuen sich großer Beliebtheit. Einsatzgebiete von Tafel- Infrarotheizungen sind das Büro oder die Küche. Diese Produkte werden meist mit einer Schieferoberfläche angeboten, um Notizen auf ihr möglich zu machen. Spiegel- Infrarotheizungen werden in Badezimmern eingesetzt und können herkömmlich als Spiegel oder in Kombination mit einem Handtuchhalter (Handtuchwärmer, Handtuchtrockner) genutzt werden. Der Einsatzort von Glas- Infrarotheizungen ist häufig im Wintergarten.


Kosten für eine Infrarotheizung

Die Kosten einer Infrarotheizung sind ein kritisch diskutiertes Thema in vielen Internetforen. Das wichtigste Argument gegen eine Infrarotheizung sind stets die vermeintlich hohen Heizkosten, weil der benötigte Strom nun mal nicht gerade günstig ist. In vielen Altbauten trifft dieses Argument durchaus zu. Ist die Räumlichkeit aber entsprechend gedämmt, dann kann der Einsatz einer Infrarotheizung sehr rentabel werden, da praktisch keine Wartungskosten anfallen.

Bei den Preisen für die Infrarotheizung kann prinzipiell festgehalten werden, dass pro Quadratmeter Raum ca. 60 bis 100 Watt Heizleistung benötigt werden. Für eine durchschnittliche 80 Quadratmeter große Wohnung werden daher üblicherweise mindestens zehn 500-Watt-Heizkörper eingesetzt. Der Anschaffungspreis variiert je nach individuellem Gestaltungswunsch, liegt aber meist zwischen 3.500 und 4.500 Euro.

Unten sehen Sie eine beispielhafte Kostenübersicht für die Infrarotheizung. Eine 200 W Infrarotheizung, die 1 Stunde betrieben wird benötigt 0,2 Kilowattstunden Strom. Die jährlichen Heizkosten gründen sich auf eine tägliche Heizdauer von 8 Stunden, an 180 Tagen im Jahr und das Ganze bei einem durchschnittlichen Strompreis von 28 Cent pro Kilowattstunde. Für die 200 W Infrarotheizung ergeben sich also jährliche Heizkosten von rund 80 Euro. Die Preise für einzelne Heizkörper sind beispielhaft und können bei verschiedenen Herstellern variieren.

Leistung in WattHeizleistung pro JahrPreis pro HeizkörperHeizkosten pro Jahr
200 W 288 kWh ab 100 € 80 € 
300 W 432 kWh ab 250 € 120 €
400 W 576 kWh ab 350 € 160 €
600 W 864 kWh ab 400 € 240 €
800 W 1152 kWh ab 500 € 320 €
1000 W 1440 kWh ab 600 € 400 €
1500 W 2160 kWh ab 800 € 600 €

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Größe der Infrarotheizung berechnen

Bild: Eine Infrarotheizung im Badezimmer Eine schwarze Infrarotheizung im Badezimmer | © OHLE GmbH & Co. KG

Eine Infrarotheizung sollte sehr präzise dimensioniert sein, damit die ohnehin schon hohen Heizkosten nicht noch unnötig steigen. Grundsätzlich gilt, dass je nach Dämmstandard zwischen 60 und 100 Watt Heizleistung pro Quadratmeter Raum benötigt werden. Liegt der Wärmebedarf noch höher, sollte gänzlich von der Anschaffung einer Infrarotheizung abgesehen werden.

Große Möbel können die Wärmeabgabe ebenfalls beeinflussen, sodass gegebenenfalls eine stärkere Heizung benötigt wird. Um den Strom bestmöglich nutzen zu können, sollten Sie außerdem viele kleine, statt wenige große Infrarotheizungen anschaffen.

Wollen Sie nun einen Raum mit rund 25 Quadratemetern Fläche beheizen, dann gestaltet sich die Dimensionierung der Infrarotheizung folgendermaßen: Grundsätzlich werden etwa 2.500 Watt Heizleistung benötigt. Für eine sinnvolle Verteilung der Wärme sollten Sie mindestens 5 kleinere Anlagen mit 500 Watt Leistung installieren. Die Anschaffungskosten würden sich insgesamt auf 1.000 bis 2.000 Euro belaufen. Die jährlichen Heizkosten hängen stark von der Nutzungsdauer ab, aber werden bei durchschnittlichen 1.440 Stunden ungefähr zwischen 600 und 1.000 Euro liegen.

25 m² WohnflächeGut gedämmt
(60 W pro m²)
Schlecht gedämmt
(100 W pro m²)
Benötigte Heizleistung 1.5 kW (3 x 500 W) 2.5 kW (5 x 500 W)
Heizdauer pro Jahr 1.440 Stunden (180 Tage) 1.440 Stunden (180 Tage)
Heizleistung pro Jahr 2.160 kWh 3.600 kWh
Anschaffungskosten 1.000 - 1.200 € 1.800 - 2.000 €
Heizkosten pro Jahr ca. 600 € pro Jahr ca. 1.000 € pro Jahr

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Geschrieben von:
Sebastian Zahn


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