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Dämmung mit Zellulose

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Inhaltsverzeichnis

Herstellung und Geschichte

Sie erhalten Zellulose in Form von Matten und als Flocken zur Einblasdämmung. Bei letzterem handelt es sich um die häufiger verwendete Variante. Zur Herstellung von Dämmungen aus Zellulose wird Altpapier zerkleinert und ausgefasert. In diesem Zuge verändert sich die Struktur der Papierschnipsel und sie werden zu voluminösen Flocken. Um diese als lose Dämmung zu verwenden, werden sie einfach getrocknet. Die Weiterverarbeitung zu Dämmmatten erfolgt durch die Pressung der Zellulose mittels Wasserdampf. Dabei enthält Zellulose stoffeigene Bindemittel, die das Material zusammenhalten.

Weiterhin verbessert die Zugabe von verschiedenen Salzen den Brandschutz des Materials sowie den Schutz vor Schimmel. Die Entdeckung von Zellulose geht wohl auf das Jahr 1838 zurück, als der Chemiker Anselme Payen den Stoff aus Pflanzen entnahm. In den darauffolgenden Jahren wurde die chemische Struktur von Zellulose durch unterschiedliche Wissenschaftler untersucht. Schließlich wurde im Jahr 1992 Zellulose erstmals synthetisiert.

Bild: Energieheld Tipp

Zellulose ist ein umweltfreundlich produzierter Dämmstoff, der gute Dämm- und Hitzeschutzeigenschaften besitzt. Weiterhin wird die Dämmung aus Altpapier hergestellt und trägt als diffusionsoffenes Material zur Regulierung des Raumklimas bei. Gleichzeitig ist Zellulose resistent gegen Schimmel und Ungeziefer. So überzeugen die vielen positiven Eigenschaften von Zellulose bei der Wahl eines organischen Dämmstoffs.

Besonderheiten und Einsatzbereiche für Zellulose

Bild: Dächer von Häusern
Zellulose wird im Dach eingesetzt | © rottonara | pixabay.com CC0

Wenn Sie gerne Geräusche und Lärm jeder Art aus Ihrem Haus fernhalten wollen, können Sie über den Einsatz von Zellulose nachdenken. Zellulose-Dämmungen erhöhen den Schallschutz Ihrer Immobilie, indem die voluminöse Struktur Schall abfängt. So wird Zellulose mitunter gerne zur Innendämmung eingesetzt.

Weiterhin setzen Sie mit Zellulose auf einen Dämmstoff, der durch seine Beschaffenheit resistent gegenüber Schimmel und Ungeziefer ist. Dadurch eignet sich Zellulose besonders für den Einsatz im Dach. Häufig wird der Stoff im Dachboden oder in den Dachschrägen als Zwischensparrendämmung angebracht. Weiterhin wird Zellulose auch aufgrund seiner guten Eigenschaften in Sachen Wärmedämmung im Bereich der Dachdämmung eingesetzt.

Generell eignet sich Zellulose nicht zur Dämmung von Bereichen, die mit Wasser in Berührung kommen. Dazu zählt beispielsweise die Kerndämmung. Allerdings existiert eine Ausnahme: Wenn Sie ein Gebäude mit Hohlrahmenbau besitzen, können Sie Zellulose zur Fassadendämmung einsetzen, denn speziell für diese Maßnahme besteht eine Zulassung für den Einsatz von Zellulose.

Dämmstoff Besonderheit Einsatzbereich
Zellulose Sehr guter Schallschutz Wände und Decken
Resistent gegenüber Schimmel und Ungeziefer Dach und Wände
Gute Dämmeigenschaften Dach und Wände

Sinnvolle Alternative zu Zellulose als Dämmstoff

Wenn Sie sich gegen eine Dämmung mit Zellulose entschieden haben, könnten die folgenden Alternativen für Sie infrage kommen: Zum einen haben Sie die Möglichkeit, mit Glaswolle zu dämmen. Aufgrund der guten Wärmedämmeigenschaft von durchschnittlich 0,038 Watt pro Meter und Kelvin kommt sie häufig und in nahezu allen Bereichen des Hauses zum Einsatz. Für feuchte Bereiche eignet sich eine Glaswolle-Dämmung allerdings nicht.

Anstelle einer Zellulose-Dämmung stellt Calciumsilikat eine gute Alternative dar. Calciumsilikat eignet sich unter anderem für die Dämmung von Innenräumen sowie für die Dämmung von Altbauten mit historischer Fassade. Weiterhin ist Calciumsilikat diffusionsoffen und beugt damit Schimmel vor. Allerdings hat der Dämmstoff mit 0,062 Watt pro Meter und Kelvin nur mittelmäßige Dämmeigenschaften.

Vorteile und Nachteile von Zellulose

Bild: Brenntest Zellulosedämmung
Zellulosedämmung unter dem Bunsenbrenner | © Energieheld

Zellulose erzielt gute Dämmeigenschaften. So beträgt die Wärmeleitfähigkeit lediglich 0,04 bis 0,045 Watt pro Meter und Kelvin. Um den Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) bezüglich eines U-Werts von 0,24 W/(m²K) zu entsprechen, muss bei einer reinen Zellulose-Dämmung eine Dämmdicke von 16 Zentimetern erreicht werden.

Weiterhin ist der Dämmstoff resistent gegenüber Schimmel und Ungeziefer und bietet einen guten sommerlichen Hitzeschutz. Zellulose überzeugt auch durch sehr gute Leistungen im Bereich des Schallschutzes. Doch der Einsatz von Zellulose als Dämmstoff bringt auch Nachteile mit sich: Trotz der Behandlung mit Salzen zur Erhöhung des Brandschutzes werden Zellulose-Dämmplatten der Baustoffklasse B2 zugeordnet. Damit gilt Zellulose als normal entflammbar.

Auch die Installation des Dämmstoffs ist nicht ganz ungefährlich. So ist die Feinstaubbelastung beim Einblasen von Zellulose-Flocken sehr hoch. Mit aus diesem Grund ist es stets ratsam, einen Fachmann mit dem Einbau zu beauftragen. Auch die Verarbeitung von Zellulose-Dämmplatten ist nicht immer einfach, da sie beim Zuschneiden schnell zerfasern und bröckeln.

Dämmstoff Vorteile Nachteile
Zellulose Gute Dämmeigenschaften Normal entflammbar
Geringe Dämmdicke notwendig Feinstaub bei Installation
Resistent gegenüber Schimmel und Ungeziefer Verarbeitung problematisch
Guter Hitzeschutz -
Guter Schallschutz -

Übliche Preise für Zellulose (Material / Einbau)

Die Kosten für Zellulose-Dämmungen sind im unteren Preissegment einzuordnen und für einen ökologischen Dämmstoff außerordentlich günstig. Es kann mit Materialkosten zwischen 10 und 20 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden. Hinzu kommen noch die Kosten für den Einbau. Aufgrund der zahlreichen positiven Eigenschaften in Kombination mit den sehr geringen Kosten verwundert es nicht, dass Zellulose den höchsten Marktanteil von allen natürlichen Dämmstoffen in Deutschland aufweist.

Beispiel: Dachdämmung (100 m²) mit Zellulose-Einblasdämmung

Der folgenden Tabelle entnehmen Sie ein Kostenbeispiel für eine Dachdämmung mit Zellulose. Dabei gehen wir von einer zu dämmenden Fläche von 100 Quadratmetern sowie einer Dämmdicke von 16 Zentimetern aus.

Dämmstoff Dämmung Materialkosten Einbaukosten Kosten für 100 m²
Zellulose Einblasdämmung 10 - 17 € pro m² 10 - 15 € pro m² 2.000 - 3.200 €

Die wichtigsten Eigenschaften von Zellulose als Dämmstoff

Bild: Katze in Decke
Zellulose hat einen guten Hitzeschutz | © Dimhou / pixabay.com CC0

Zellulose ist diffusionsoffen. Das ermöglicht der Dämmung, Feuchtigkeit aufzunehmen und nach außen wieder abzugeben. Dies trägt unter anderem zu einem angenehmen Raumklima bei und beugt der Entstehung von Schimmel vor.

Weiterhin absorbiert Zellulose dank ihrer dichten Struktur Schallwellen, sodass die Dämmung ein hervorragender Schutz vor Geräuschen aus der Umwelt oder von anderen Hausbewohnern ist. Darüber hinaus sind Dämmmatten aus Zellulose elastisch, was die Anpassung an einzelne Bauteile erleichtert. Als eine besondere Eigenschaft kann der sehr gute Hitzeschutz gewertet werden, der dafür sorgt, dass sich Ihr Haus im Sommer nicht schlagartig aufheizt.

In Bezug auf lose Dämmungen wie Zellulose-Flocken wird häufig die Sorge angeführt, dass das Dämmmaterial in Hohlräume herabrieseln könnte. Dank ihrer natürlichen Bindemittel lässt sich Zellulose jedoch sehr stark zusammenpressen, sodass ein Verrutschen oder Herabrieseln nicht befürchtet werden muss.

Dämmstoff Besonderheit Wirkung in der Praxis
Zellulose Diffusionsoffen Angenehmes Raumklima und beugt Schimmel vor
Dichte Struktur Guter Schallschutz
Elastisch Anpassung an Bauteile
Guter Hitzeschutz Kein Aufheizen im Sommer
Stoffeigene Bindung Kein Herabrieseln

Umweltfreundlichkeit

Zellulose-Dämmplatten bestehen zu einem Großteil aus recyceltem Altpapier und enthalten keine ausdünstenden Chemikalien. Bei der Herstellung wird nur wenig Energie benötigt. Zwar setzen manche Hersteller auf die Zugabe des umstrittenen Borsalzes zur Erhöhung des Brandschutzes, doch mittlerweile gibt es auch Zellulose-Dämmungen, die frei von Borsalz sind. Beide Varianten sind ohne Weiteres deponierfähig.

Kälteschutz und Hitzeschutz

Die Wärmespeicherkapazität von Zellulose liegt zwischen 1.700 und 2.100 Joule pro Kilogramm und Kelvin. Im Vergleich zu anderen Dämmstoffen sind diese Werte als gut bis sehr gut zu bewerten. So schützt Zellulose Ihr Haus stärker als diverse andere Dämmungen vor schnellem Aufheizen im Sommer. Gleichzeitig breitet sich auch winterliche Kälte nur langsam im Dämmmaterial aus, sodass die Immobilie in der kälteren Jahreszeit weniger schnell abkühlt und deshalb weniger geheizt werden muss.

Brennbarkeit und Feuchtigkeitsregulierung (Schimmel)

Als organischer Dämmstoff ist Zellulose diffusionsoffen. Aus diesem Grund ist die Feuchtigkeitsregulierung des Stoffs als gut zu bewerten, denn Zellulose kann Feuchtigkeit aufnehmen und kontrolliert nach außen abgeben. Weiterhin vermindert die Zugabe von Salzen bei der Herstellung die Wahrscheinlichkeit der Entstehung von Schimmel. Zwar wird dieser Schritt auch zur Erhöhung des Brandschutzes durchgeführt, allerdings gilt Zellulose dennoch als normal entflammbar. Der Dämmstoff ist der Brandschutzklasse B2 zugeordnet.

Entsorgung von Zellulose

Zellulose-Dämmplatten bestehen zu einem Großteil aus recyceltem Altpapier und enthalten keine ausdünstenden Chemikalien. Somit kann ausgedienter Dämmmstoff problemlos wie andere Dämmungen, aber nicht wie gängiges Altpapier, entsorgt werden. Wenn Sie eine sortenreine Anlieferung garantieren können, bieten manche Hersteller die Rücknahme und Wiederverwertung an. Als Bau- und Abbruchholz ohne Verunreinigungen können Sie Ihre Zellulose-Dämmung bei Ihrer örtlichen Deponie abgeben. Die Preise variieren je nach Region, sodass durchschnittlich mit 50 bis 60 Euro pro Tonne zu rechnen ist.