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Neue Hackschnitzelheizung

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Inhaltsverzeichnis

Grundlegendes zur Hackschnitzelheizung

Die Hackschnitzelheizung zählt zu den Holzheizungen und verbrennt kleine Holzstücke, die im Allgemeinen als Hackschnitzel oder Hackgut bezeichnet werden. Der Brennstoff wird automatisch aus einem Lager in den Heizkessel transportiert; daher kann die Hackschnitzelheizung genau wie eine Pelletheizung als selbstständige Zentralheizung genutzt werden.

Solche Hackschnitzelheizungen kommen meist in industriellen Anwendungsbereichen oder auf Bauern- und Resthöfen zum Einsatz, wo die platzintensive Lagerung der Hackschnitzel kein Problem darstellt. Für ein kleines Einfamilienhaus gibt es meist bessere Alternativen, die auch bei der Anschaffung günstiger sind.

Bild: Energieheld Tipp

Hackschnitzelheizungen lohnen sich eher bei einem hohen Wärmebedarf ab ungefähr 25.000 kWh pro Jahr. Die laufenden Kosten sind zwar enorm günstig, aber die Gesamtinvestition amortisiert sich nur, wenn die Wärme auch sinnvoll eingesetzt werden kann.

Quelle: © agrarheute / youtube.com

Aufbau und Funktionsweise im Überblick

Bild: Buderus Logano S161
Stückholzkessel | © Buderus

Die Hackschnitzelheizung besteht primär aus einem Heizkessel, einem Wärmespeicher, einem Hackschnitzelbunker, einem Transportsystem für den Brennstoff und einem Aschebehälter. Daneben haben viele Besitzer noch ein größeres Lager, um Hackschnitzel zu trocknen.

Im täglichen Gebrauch werden die Hackschnitzel über eine Förderschnecke oder ein Saugsystem aus dem Bunker bzw. Silo in den Heizkessel transportiert. Holzheizungen sind meist so ausgelegt, dass sie über längere Zeit auf niedrigem Niveau heizen und diese Wärme dann in einem Wärmespeicher (Pufferspeicher, Warmwasserspeicher oder Kombispeicher) "zwischengelagert" wird.

Je nach Größe und Holzverbrauch muss der Aschebehälter 1 bis 2 mal pro Woche geleert werden. Es gibt zudem automatische Entleerungshilfen, die die Asche in einen größeren Container entsorgen, aber auch dieser ist irgendwann voll. Die Asche können Sie auf dem Kompost entsorgen oder zu einem Wertstoffhof bringen. Die Nutzung als Dünger ist umstritten, da die genauen Bestandteile nicht immer offensichtlich sind.

Bestandteil der Hackschnitzelheizung Erläuterung
Heizkessel Hier wird Wärme aus Hackschnitzeln erzeugt.
Wärmespeicher Wärme wird für später gespeichert. Pufferspeicher + Warmwasserspeicher oder Kombispeicher.
Hackschnitzelbunker Hier lagern die Hackschnitzel. Meist gibt es noch ein gesondertes Lager.
Transportsystem Per Förderschnecke oder Saugsystem gelangen die Hackschnitzel zum Heizkessel.
Aschebehälter Fängt Asche nach der Verbrennung auf. Muss 1 bis 2 mal pro Woche geleert werden.

Kosten und Förderung für eine Hackschnitzelheizung

Bild: Baumstamm und Holzabfälle/Hackschnitzel
Biomasse-Heizungen werden gefördert | © rauschenberger / pixabay.com CC0

Bei einer Hackschnitzelheizung sollten Sie bei der Anschaffung insgesamt mit 22.000 bis 28.000 Euro (ohne Förderung) rechnen, wenn alle Arbeiten von einem Heizungsbauer übernommen werden. Sparen können Sie besonders beim Hackschnitzelbunker, weil die Errichtung auch für Laien recht einfach ist.

Wer beim Kauf zu viel sparen möchte, zahlt jedoch unter Umständen doppelt. Besonders der Heizkessel und das Fördersystem sind auf Dauer einiger Belastung ausgesetzt und können bei minderwertiger Verarbeitung frühzeitig den Dienst quttieren.

Bauteil Hackschnitzelheizung Kosten
Heizkessel 11.000 - 12.000 €
Brennstofflager 2.500 - 3.500 €
Förderanlage 2.000 - 3.000 €
Pufferspeicher 2.000 - 3.000 €
Abgasanlage (Brennwerttechnik) 1.500 - 2.500 €
Montage 3.000 - 4.000 €
   
Förderung - 35 % der förderfähigen Investitionskosten
Gesamtkosten 14.300 - 15.900 €

Laufende Kosten und Hackschnitzel-Verbrauch pro Jahr

Bild: Hackschnitzel
Preislich unschlagbar - Hackschnitzel | © samfabersf / pixabay.com CC0

Die laufenden Kosten einer Hackschnitzelheizung liegen irgendwo bei 3 bis 5 Cent pro Kilowattstunde und sind damit sehr gering. Mit eigenem Wald und / oder eigenen Maschinen liegen Sie eher im unteren Bereich der Preisspanne. Ebenfalls sparen Sie, wenn Hackschnitzel mit höherem Wassergehalt über längere Zeit günstig getrocknet werden können.

Wir gehen bei unseren Berechnungen im Schnitt von 3,1 Cent pro Kilowattstunde aus. Deutlich teurer wird es, wenn Sie Kleinstmengen der Hackschnitzel im Baumarkt kaufen. Natürlich kaufen Sie Hackschnitzel nicht pro Kilowattstunde, sondern pro Schüttraummeter (m³) oder pro Tonne.

In einem praxisnahen Szenario für größere Einfamilienhäuser (ca. 28.000 kWh) wird der Hackschnitzel-Verbrauch etwa bei 40 Schüttraummetern oder 8 bis 10 Tonnen liegen (ca. 0,29 kg pro kWh). Einen ausführlicheren Artikel zum Holzverbrauch finden Sie hier.

Heizung Szenario Schüttraummeter Tonnen / kg Preis pro kWh
Hackschnitzelheizung 140 m² Wohnfläche, 15 kW Nennleistung, 28.000 kWh jährlicher Wärmebedarf 40 Srm pro Jahr 8.000 kg pro Jahr 3,1 Cent pro kWh

Förderung der Hackschnitzelheizung

Stand 2020: Für die Hackschnitzelheizung kommt in der Regel eine Förderung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Frage, obgleich auch die Programme KfW 430 (Zuschuss) und KfW 152 (zinsgünstiger Kredit) der Kreditanstalt für Wiederaufbau theoretisch zur Verfügung stehen.

Rechnen Sie im Normalfall mit 35 Prozent der förderfähigen Investitionskosten als Zuschuss. Wichtig für den Antrag: BAFA und KfW lassen sich leider nur im Neubau kombinieren. Außerdem muss der Antrag unbedingt vor dem Einbau eingereicht werden, sonst gibt es keine Förderung!

Holzheizung Förderung BAFA Antrag stellen
Hackschnitzelheizung 35 % der förderfähigen Investitionskosten Vor dem Einbau Antrag online einreichen

Wirtschaftlichkeit einer Hackschnitzelheizung

Dank niedriger Betriebskosten und einer relativ hohen Förderung von 35 Prozent der förderfähigen Investitionskosten ist die Hackschnitzelheizung im Vergleich mit anderen Heizungen sehr wirtschaftlich nutzbar. Deshalb amortisiert sie sich nach spätestens 9 bis 10 Jahren.  Auf eine Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren gerechnet bedeutet das erhebliche Einsparungen.

Noch günstiger wäre nur ein Holzvergaser, aber hier hat man es dann wiederum nicht mit einer vollautomatischen Zentralheizung zu tun. Im Neubau wäre eine Hackschnitzelheizung in der Regel zu viel des Guten - dort heizen Sie mit einer Wärmepumpe ähnlich preiswert oder sogar noch günstiger.

Vorteile und Nachteile der Hackschnitzelheizung

Bild: Hackschnitzel in Eigenproduktion
Hackschnitzel aus Eigenproduktion sind billiger | © Klassenlehrer / pixabay.com CC0

Eine Hackschnitzelheizung hat keine echten Nachteile, aber gewisse Einsatzbereiche wo die Leistung besser abgerufen werden kann. Zu den allgemeinen Nachteilen zählen sicher die hohen Anschaffungskosten und der Platzbedarf.

Daher werden Hackschnitzelheizungen eher in großen und unsanierten Gebäuden eingesetzt, wo dann die Vorteile und vor allem die geringen Heizkosten besonders zum Tragen kommen. Etwas falsch machen Sie beim Kauf nur, wenn Sie eigentlich keinen Platz haben, um die Hackschnitzel zu lagern und der Wärmebedarf auch eher in einem Bereich unter 20.000 Kilowattstunden pro Jahr liegt.

Vorteile einer Hackschnitzelheizung Nachteile einer Hackschnitzelheizung
Sehr geringe Heizkosten Hohe Investitionskosten
Brennstoff kann theoretisch selber hergestellt werden Großer Platzbedarf für Heizung und Lager
Unterm Strich günstiger als aufwendige Dämmungen bei großen Immobilien Asche muss regelmäßig entsorgt werden

Der Brennstoff: Hackschnitzel

Hackschnitzel, der Brennstoff der Hackschnitzelheizung, bestehen aus kleingehackten Holzresten unterschiedlicher Herkunft, die nicht anderweitig weiterverarbeitet werden können. Eine Nutzung als Brennstoff ist daher nicht nur eine ökonomische, sondern auch eine ökologische Form der Abfallbeseitigung.

Platzbedarf der Hackschnitzel im Silo / Bunker

Hackschnitzel sind enorm günstig, da kaum Arbeit benötigt wird, um sie herzustellen. Weil sie aber nicht weiter verarbeitet oder wie z. B. Pellets gepresst werden, haben sie auch einen sehr großen Platzbedarf. Mehr als den zehnfachen Lagerraum von Öl nimmt der Brennstoff für die Hackschnitzelheizung ein. Rechnen Sie pro Kilowatt Heizlast (15 kW für ein Einfamilienhaus) ruhig mit 2 Kubikmetern Raumbedarf. Je nach Schüttdichte und Wassergehalt variiert dieser Wert jedoch.

Heizwert und Trocknungszeit der Hackschnitzel

Bild: Hackschnitzel in Trockenscheune
Hackschnitzel selber trocknen spart Geld | © distel2610 / pixabay.com CC0

Der Heizwert, also der Energiegehalt der Hackschnitzel, hängt hauptsächlich von zwei Dingen ab: der Baumart und vor allem dem Wassergehalt. Jede Baumart hat etwas andere Heizwerte und der Wassergehalt hängt davon ab, wie weit das Holz schon getrocknet ist.

Nadelhölzer haben grundsätzlich einen etwas höheren Heizwert (etwa 5 Prozent), benötigen dafür aber auch beinahe 50 Prozent mehr Raum zur Lagerung und in der Hackschnitzelheizung. Das beste Verhältnis von Energiegehalt zu Volumen haben harte Laubhölzer wie Buche, Eiche und Esche sowie Lärche und Birke.

Frische Hackschnitzel können einen Wassergehalt von über 50 Prozent haben. Bei sofortiger Lagerung im Silo ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass unerwünschte Bakterien oder Schimmelsporen den Brennstoff zersetzen. Eine Trocknung vorab bis unter 30 Prozent Wassergehalt ist daher unbedingt zu empfehlen. Im Idealfall wird sogar erst das Holz getrocknet, bevor es in den Hacker kommt. Liegt der Wassergehalt unter 30 Prozent, sollten die Hackschnitzel auch nur maximal 3 Monate gelagert werden, um Energieverluste zu vermeiden.

Brennstoff Holzart Heizwert Heizwert
50 % Wassergehalt (frisch geschlagen) 20 % Wassergehalt (luftgetrocknet)
Hackschnitzel  Buche 2,16 kWh pro kg 3,86 kWh pro kg
964 kWh pro Srm HS 1.077 kWh pro Srm HS
Eiche 2,16 kWh pro kg 3,86 kWh pro kg
987 kWh pro Srm HS 1.102 kWh pro Srm HS
Fichte 2,26 kWh pro kg 4,02 kWh pro kg
685 kWh pro Srm HS 762 kWh pro Srm HS

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