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Inhaltsverzeichnis

Allgemeines zum Brandschutz bei Dämmungen

Im Jahr 2015 hatte die Feuerwehr in Deutschland etwa 190.000 Einsätze aufgrund von Bränden und Explosionen. Zu den häufigsten Brandursachen in Gebäuden gehören dabei fehlerhafte Elektrik sowie menschliches Fehlverhalten.

Dennoch gibt es in der Bevölkerung - aufgrund aktueller Geschehnisse - Bedenken hinsichtlich der Entflammbarkeit von Fassaden-Dämmungen. Wir möchten deshalb einen umfassenden Überblick zum Thema Brandschutz bei Dämmungen geben, um eine sachliche Grundlage für weitere Diskussionen zu bieten.

Prominente Diskussionen

Auslöser für die Diskussionen zum Thema Brandschutz bei Dämmungen war der folgenschwere Brand im Londoner Grenfell-Tower am 14. Juni 2017. Der Brand breitete sich von einem brennenden Kühlschrank im Gebäude über die hinterlüftete Vorhangfassade auf das gesamte Gebäude aus. Die Dämmung bestand aus Polyisocyanurat-Hartschaum (PIR). Zudem gab es Mängel, was Brandschutzmaßnahmen wie unter anderem Brandschutz-Türen, Rauchmelder und Rettungswege angeht.

Fünf weitere Hochhäuser in London wurden in den folgenden Tagen aufgrund von Sicherheitsmängeln evakuiert. Nach den Geschehnissen in London folgte noch im selben Monat eine Reaktion in Deutschland, welche die Diskussion weiter anfachte. Am 27. Juni 2017 wurde in Wuppertal ein elfstöckiges Hochhaus geräumt. In der Holzkonstruktion des Gebäudes befand sich Holzwolle. Dabei handelt sich um einen brennbaren Dämmstoff, der dem zeitgemäßen Baustandard in keiner Weise entsprach.

Quelle: © Fritz Spohn, OTTHaus / youtube.com

Was man nicht vergessen darf: Viele Baumaterialien sind brennbar

Im Falle des Wuppertaler Hochhauses lag das Risiko vornehmlich darin, dass die Dämmung dem Baustandard von 1960 entsprach. Logisch ist, dass dies nicht den heutigen Brandschutzmaßnahmen entsprechen kann. Eine Dämmung aus Holzwolle in einer Holzkonstruktion würde in heutiger Zeit ohnehin nicht mehr zugelassen werden. Im Umkehrschluss dürfen Dämmstoffe wie Holzwolle nun aber auch nicht pauschal als gefährlich eingestuft werden.

Bei Holzwolle handelt es sich nämlich um ein nicht brennbares Material mit Anteilen aus brennbaren Baustoffen. Es kommt darauf an, wie die Dämmstoffe verbaut werden. Dies sollte grundsätzlich durch einen Fachmann und im Sinne der Bauvorgaben geschehen. Hinzu kommt, dass je nach Gebäudeklasse auch unterschiedliche Dämmstoffe zugelassen sind. Je höher das Gebäude, desto weniger brennbar darf auch der Dämmstoff sein.

Die Geschehnisse an Hochhäusern nun auf kleinere Gebäude zu projizieren, ist daher unsinnig. Auch der Wunsch nach einem nichtbrennbaren Dämmstoff - unabhängig von der Gebäudehöhe - ist bei korrekter Installation zudem nicht nötig. Um einen möglichst hohen Brandschutz für Ihr Gebäude zu erlangen, sollten die gesamten Sicherheitsmaßnahmen aufeinander aufbauen. Die Brandschutz-Maßnahmen sind als ein ganzheitliches Projekt zu verstehen.

Zu nennen sind die Dämmung der Fassade, Dach, Keller und Schächte. Da die meisten Brände allerdings in den Räumen des Gebäudes entstehen, sollten die Vorkehrungen auch für das Innere des Hauses vollzogen werden. Hier sind neben innen verbauten Dämmstoffen, vor allem Elektrogeräte, Wandverkleidungen, Vorhänge und Möbel zu nennen. Für Elektrogeräte gilt, dass man nicht beliebig viele mit Mehrfachsteckdosen verbinden sollte.

Wichtig ist es, darauf zu achten, dass die angeschlossenen Elektrogeräte in ihrer Gesamtzahl nicht zu viel Strom verbrauchen, da es sonst zur Überlastung der Mehrfachsteckdose und damit zu einem Brand kommen kann. Vorhänge brennen, je nach Material sehr schnell und verfügen gewöhnlich über keinerlei Brandschutz. Wandverkleidungen aus Holz oder Kunststoff sind ebenfalls leicht entflammbar. Sie brennen weit schneller ab, als derzeitig zugelassene Dämmstoffe, die den Brandschutznormen entsprechen.

Bei Möbeln kommt es darauf an, aus welchen Materialien sie gefertigt sind. Moderne Möbel sind meist aus einer Kombination von verschiedenen Materialien hergestellt und leicht entflammbar. Das liegt vor allem daran, dass in der Möbelproduktion häufig leicht entflammbare Materialien wie Spanplatten, Schaumstoffe und Kunststoffe zum Einsatz kommen.

Lediglich in öffentlichen Gebäuden mit strengen Brandschutzvorschriften wie etwa Krankenhäusern kommen nicht brennbare Möbel zum Einsatz. Diese sind allerdings sehr teuer. Alle anderen Möbel brennen schneller ab, als die nach Brandschutzklassen genormten und zugelassenen Dämmstoffe.

Objekt Brandschutzklasse
Holzwolle A2 (nicht brennbar)
Holzwolle-Leichtbauplatten B1 bzw. A2/B/C (schwer entflammbar)
Holzfaser B2 bzw. D/E (normal entflammbar)

Begriffsklärung

Bei den Debatten fallen häufig die Begriffe Dämmungen, Fassaden und Brandgefahr in einem Satz. Gemeint ist damit vielmehr, dass es einen Sanierungsbedarf bei Fassaden und deren Dämmungen gibt, die nach altem Baustandard konstruiert wurden. Diese Konstruktionen entsprechen ohnehin nicht mehr dem aktuellen Standard.

Die verheerenden Brand-Ereignisse wurden in Deutschland lediglich als Anlass genommen, die Zustände der Gebäude genauer unter die Lupe zu nehmen und zu handeln. Gemeint ist damit nicht, dass Dämmstoffe wie Polystyrol oder generell Dämmungen nach den aktuellen Geschehnissen nun eine Gefahr darstellen. Bei vielen Dämmstoffen - wie zum Beispiel auch bei Holz - kommt es vor allem auf eine korrekte Montage an.

Dämmung und Brandschutz in Gebäuden

  • Dämmungen unterliegen in Deutschland strengen Brandschutznormen
  • Um den Brandschutz zu garantieren, ist ein korrekte Montage der Dämmstoffe wichtig
  • Die meisten Wohnhugseinrichtungsgegenstände sind aus leicht entflammbaren Materialien hergsestellt und erfüllen keinerlei Brandschutznormen
  • Sie brennen bei Wohnungbränden viel schneller ab als Dämmstoffe und entwickeln viel Rauch

Sollte man überhaupt noch eine Dämmung anbringen lassen?

Bild: Dämmung eines Geschäftsgebäudes
Braucht man eine Dämmung? | © anneileino / pixabay.com CC0

Die Debatten um den Brandschutz bei Dämmungen führt bei vielen zu folgender Frage: Sollte ich überhaupt noch eine Dämmung anbringen lassen? Generell erzielt eine Dämmung immer positive Effekte. Mit einer Fassadendämmung können Sie bereits 30 Prozent der Wärmeverluste am Haus einsparen. Am Dach lassen sich mit einer Dämmung 20 Prozent der Wärmeverluste verringern.

Das Einsparen von Wärmeverlusten bedeutet, dass sie weniger heizen müssen und damit am Ende Geld sparen. Bei fachmännischer Installation und Einhaltung der baurechtlichen Vorgaben verschlechtert eine Dämmung den Brandschutz Ihres Eigenheims in keinem Fall.

Selbst beim Verbau von Polystyrol brauchen Sie - unter Berücksichtigung der genannten Aspekte - keine Bedenken haben. Dieser Dämmstoff gilt als „schwer entflammbar“. Das heißt, dass dieser erst zu brennen beginnt, wenn das gesamte Haus bereits in Flammen steht. Das bestätigt auch Hendrik Frese von Berufsfeuerwehr Hamburg unter Verweis auf die strengen deutschen Brandschutzvorschriften in einem Interview.

Billig ist selten besser

Man sollte die gesamte Diskussion um den grundsätzlichen Brandschutz bei Dämmungen klar von der Tatsache trennen, dass viele Hausbesitzer häufig unbedingt die günstigste Dämmung für ihr Eigenheim suchen. Selbstverständlich ist Polystyrol (Styropor) nicht der ideale Dämmstoff, aber wer zwingend das günstigste Angebot sucht, muss eben an anderer Stelle Abstriche machen. Mit chemischen Zusätzen ist auch Polystyrol feuerfest, aber diese Zusätze sind eben nicht gerade umweltfreundlich.

Brandursachen und Brandentwicklungen

Bild: Brennendes Modellhaus aus Streichhölzern
Welche Brandursachen gibt es? | © Myriams-Fotos / pixabay.com CC0

Ein Brand kann sowohl von außen als auch von der Innenseite des Gebäudes auf die Dämmung überschlagen. So können Hitze und Flammen vom benachbarten Haus übergreifen. Dies ist allerdings sehr unwahrscheinlich. Auch der Brand durch Gegenstände in Fassadennähe (z. B. brennende Mülltonnen) ist möglich.

Am häufigsten entstehen allerdings Raumbrände durch offenes Feuer, eingeschaltete Herde, Elektrogeräte und Zigaretten. Als häufigste Brandursache ist die Elektrizität mit 30 Prozent zu nennen. Zu etwa 20 Prozent ist menschliches Fehlverhalten für Brände in Deutschland verantwortlich.

Hausbrände können sich auf unterschiedliche Weisen entwickeln: Zum einen kann der Brand über die Fassade in anderen Geschosse übergreifen. Oder aber das Feuer setzt sich von den Dachsparren bis hin zum gesamten Dachstuhl fort. Auch das Eindringen des Feuers ins Gebäude über zerstörte Fensterscheiben ist möglich. Besonders gefährlich ist zudem die Brandentwicklung in Hohlräumen (wie z. B. bei hinterlüfteten Vorhangfassaden), da diese von außen nicht zu erkennen ist.

Bild: Diagramm Ursachen für Brände
Die häufigsten Brandursachen | © Energieheld

Brandverhalten der einzelnen Dämmstoffe

Zuallererst sollte man wissen, dass es „DEN ultimativen Dämmstoff“ nicht gibt. Dennoch sind nichtbrennbare Dämmstoffe äußerst empfehlenswert, da ein leichtentflammbares Material unkontrolliert und schnell abbrennen würde. Da das Feuer allerdings auch von Fenster zu Fenster überspringen kann, würde die Ausbreitung des Feuers auch durch nichtbrennbare Dämmstoffe nicht aufgehalten werden.

In welchem Grad die einzelnen Dämmstoffe entflammbar sind, ist gemäß DIN EN 13501-1 festgelegt und klassifiziert. Dies ist das aktuelle europäische Klassifizierungssystem, das Baustoffe nach ihrer Entflammbarkeit in unterschiedliche Klassen einteilt. Zudem gilt auch die deutsche Prüfnorm DIN 4102-1. Beide Prüfnormen dienen als Grundlage für den Nachweis des Brandverhaltens der verschiedenen Dämmstoffe.

Die Entflammbarkeit der Dämmstoffe ist leicht zu ermitteln. Es kommt jedoch auch darauf an, wie diese Materialien in der jeweiligen Dämmung verbaut werden. Brandschutz-Mittel, Kleber oder Beschichtungen beeinflussen nämlich das Brandverhalten. Der folgenden Übersicht können Sie die Klassifizierung der Baustoffe nach ihrer Entflammbarkeit entnehmen.

Baumaterial Brandschutzklasse Häufigkeit der Nutzung
Polystyrol-Dämmstoffe (EPS und XPS) Schwer bzw. normal entflammbar (B1, B2) Sehr häufig
Mineralwolle (Glaswolle, Steinwolle) Nicht brennbar (A1) Sehr häufig
Polyurethan (PUR) Schwer bzw. normal entflammbar (B1, B2) Sehr häufig
Pflanzliche und tierische Dämmstoffe (Stroh, Schafwolle etc.) Normal entflammbar (B2) Seltener

Brandschutz-Vorschriften in Deutschland

Bild: Glühlampe in Denkblase
Das sollten Sie beachten | © TeroVesalainen / pixabay.com CC0

Um einen Brand bzw. seine Ausbreitung im Gebäude zu verhindern, gibt es verschiedene Brandschutz-Vorschriften. In erster Linie ist es wichtig, dass bauaufsichtlich geprüfte Systeme verwendet werden und ein darauf abgestimmter, fachgerechter Einbau vorgenommen wird.

Wie bereits genannt, hat die Wahl des Dämmstoffes einen Einfluss auf den Grad des Brandschutzes. Die Auswahl des Dämmstoffes und dessen Montage ist in der Landesbauordnung gesetzlich festgelegt. Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Gebäudeklasse, die sich aus Höhe und Fläche des Bauwerks ergibt. Grundsätzlich soll die Entstehung und Ausbreitung eines Brandes durch die Einhaltung dieser Vorgaben abgewendet werden.

Bei Gebäuden mit einer Höhe bis zu sieben Metern ist die Verwendung von normalentflammbaren Dämmstoffen rechtmäßig. Dies sind Dämmstoffe der Klasse B2 gemäß DIN 4102-1 bzw. D und E nach DIN EN 13501-1. Verkleidet man einen solchen Dämmstoff wie zum Beispiel Holzfaser mit einem mineralischen Putz, erhöht sich der Brandschutz.

Ab einer Gebäude-Höhe von sieben bis 22 Metern müssen bereits schwer entflammbare Dämmstoffe und Verkleidungen eingesetzt werden. Dazu zählen unter anderem Styropor oder Holzwolle-Leichtbauplatten. Bei einer Höhe von über 22 Metern darf ausschließlich nichtbrennbares Material wie Glaswolle oder Steinwolle verbaut werden.

Eigenschaft des Baustoffs Dämmstoffe Klassifizierung nach DIN EN 13501-1 Klassifizierung nach DIN 4102-1 Gebäudeklasse
Nicht brennbar

Glaswolle, Perlit, Steinwolle, Schaumglas, Calziumsilicat, Blähton

A1 A1 Hochhäuser (ab 22 m)

Nicht brennbar

(mit Anteilen aus brennbaren Baustoffen)

Perlit, Steinwolle, Holzwolle A2 - s1, d0 A2
Schwer entflammbar Holzwolle-Leichtbauplatten,  Styropor/EPS, PUR, PIR, XPS, Kork teilweise A2 B1 Gebäudeklasse 4-5 (7-22 m)
B
C
Normal entflammbar Flachs, Holzfaser, Hanf, Seegras, Zellulose, Schilf, Schafwolle, Kokosfaser D B2

Gebäudeklasse

1-3 (bis 7 m)

E
Leicht entflammbar   F B3 Nicht zulässig

Brandschutz-Maßnahmen

Unabhängig von den Vorschriften können Sie natürlich im Sinne Ihrer eigenen Sicherheit den Brandschutz in Ihrem Eigenheim zusätzlich erhöhen. Welche Brandschutz-Maßnahmen sich für Ihr Eigenheim eignen könnten, das können Sie der folgenden Übersicht entnehmen.

Dämmung Ausführung Mögliche Brandschutz-Maßnahme
Fassadendämmung WDVS Anbringung mehrerer Brandriegel aus Mineralwolle mit Mineral-Klebemörtel und Sturzschutz an Fassadenöffnungen
Dachdämmung Aufsparrendämmung, Zwischensparrendämmung, Untersparrendämmung Verwendung von nichtbrennbaren, mineralischen Dämmstoffen (z. B. Steinwolle, Glaswolle), ggf. Brandriegel
Kellerdämmung Kellerdeckendämmung, Kellerbodendämmung, Kellerwanddämmung Verwendung von nichtbrennbaren, hitzebeständigen Dämmstoffen (z. B. Steinwolle)
Kerndämmung Einblasdämmung (Einsatzsorte: die Fassade, das Dach, der Keller) Verwendung von nichtbrennbaren Dämmstoffen (z. B. Steinwolleflocken)
Schachtdämmung Einblasdämmung Verwendung von nichtbrennbaren Dämmstoffen (z. B. Mineralwolle, Perlit)
Dämmmatten

Kann eine Fassadendämmung brennen?

Im Hinblick auf Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) gibt es spezielle brandschutztechnische Kriterien, die zu erfüllen sind. Der Dämmstoff ist auf einer nichtbrennbaren Wand zu befestigen und sollte zudem von einer Putzschicht nach außen hin abgeschlossen sein. Hinzu kommt - je nach Gebäudegröße - die Montage eines Sturzschutzes an Fassadenöffnungen. Auch ein Brandriegel, der eine Unterbrechung der Dämmung mit horizontaler Ausrichtung darstellt, dient als Brandschutz-Maßnahme.

Ob Sturzschutz oder Brandriegel notwendig sind, ist in der jeweiligen WDVS-Zulassung festgeschrieben. Außerdem ist es von der Gebäudehöhe sowie der individuellen Bauweise abhängig. Im Hinblick auf eine hinterlüftete Vorhangfassade ist die Ausbreitung eines Brandes im Hinterlüftungsraum besonders gefährlich. Auch hier könnte der Einbau eines Brandriegels das Aufsteigen des Feuers verhindern.

Brandsichere Dachdämmmungen

Ob Untersparrendämmung, Zwischensparrendämmung, Aufsparrendämmung oder Einblasdämmung, auch bei Dachdämmungen ist das Thema Brandschutz relevant. Ein beliebter Dämmstoff für Dachdämmungen ist vor allem Mineralwolle, da diese als nicht brennbar klassifiziert ist. Außerdem sollte vor allem bei der Dämmung des Daches darauf Wert gelegt werden, dass sich im Fall eines Hausbrandes das Feuer nicht weitläufig ausbreiten kann.

Zu beachten ist allerdings, dass die Brandschutz-Maßnahmen nicht nur die Dämmung betreffen sollten. Das Dach als Gesamtkonstruktion muss den geltenden Brandschutz-Bestimmungen entsprechen. Die Vorschriften variieren je nach Bauart, Lage, Bauweise und verwendeten Materialien.

Kellerdämmungen: Was geschieht bei Bränden?

Ebenso sollte bei der Kellerdämmung auf Brandschutz Wert gelegt werden. Im Keller lässt sich die Kellerdecke, Kellerwände und der Kellerboden dämmen. Für die Kellerdecke sind aus brandschutztechnischer Sicht Platten aus Mineralwolle oder Steinwolle zu empfehlen. Hierbei ist von Polystyrol sowie Polyurethan abzuraten. Vor allem in der Nähe von Leitungen können diese Dämmstoffe sonst eine Gefahr darstellen.

Wenn die Kellerwände gegen Wärmeverluste gedämmt werden sollen, ist dies von außen oder von innen möglich. Da das Dämmmaterial bei einer Außendämmung der Kellerwände einer besonders hohen Belastung ausgesetzt ist, werden häufig Hartschaumplatten aus Polystyrol oder Polyurethan angewendet. Dies ist ebenso bei der Kellerbodendämmung üblich.

Brandschutz bei Kerndämmungen

Brandschutz ist auch bei Kerndämmungen ein wichtiges Thema. Egal ob am Dach, der Fassade, dem Keller oder Schächten - die Kerndämmung ist ein sehr beliebtes und kostengünstiges Dämmverfahren. Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl von Dämmstoffen, die ein unterschiedliches Brandverhalten vorzeigen.

So ist der Einblas-Dämmstoff Zellulose als normal entflammbar (Klassifizierung E bzw. B2 nach DIN EN 13501-1 bzw. DIN 4102-1) klassifiziert. Den höchsten Brandschutz unter den Einblasdämmstoffen haben unter anderem Steinwollefasern (Klassifizierung A1).

Brandschutz erhöhen mit einer Schachtdämmung

Um die rasante Entwicklung eines Brandes über die Schächte zu verhindern (Kamineffekt), ist das Vornehmen von Brandschutz-Maßnahmen sehr sinnvoll. Je nach Schacht-Typ bietet sich im Sinne eines höheren Brandschutzes die Schachtdämmung mit Dämmmatten oder der Einblasdämmung an. Das einfachste und kostengünstigste Verfahren ist hierbei die Einblasdämmung.

Geeignet sind für die Schachtdämmung Dämmstoffe wie Mineralwolle oder Perlit. Ist aufgrund der Bauweise ausschließlich eine Schachtdämmung mit Dämmmatten möglich, werden zusätzliche Ebenen und feuerfeste Deckenplatten installiert. Diese Arbeit ist im Vergleich zur Einblasdämmung wesentlich aufwendiger und daher auch kostenintensiver.

Quelle: © Dämmtechnik Puschmann GmbH / youtube.com

Das HBCD-Verbot und die Alternativen

Seit März 2016 herrscht ein Handels-und Verwendungsverbot von HBCD in der EU. Alle Staaten, die an dieser Abmachung beteiligt sind, setzen seitdem das Verbot nach und nach durch. So durften Restbestände in Deutschland noch drei Monate nach dem Beschluss verkauft werden. Doch was ist HBCD überhaupt und warum wird die Herstellung sowie Nutzung verboten?

HBCD steht für Hexabromcyclododecan und ist ein schwer abbaubarer, organischer Schadstoff. Dieser Stoff wird unter anderem als Flammschutzmittel für Polystyrol-Dämmstoffe verwendet, da es die Entzündung der Dämmung verhindert bzw. ein weiteres Ausbreiten von Flammen entschleunigt. Eine Ausnahme stellt bisher noch der Dämmstoff EPS (expandiertes Polystyrol) dar:

EPS-Dämmstoffe mit HBCD dürfen weiterhin in der EU hergestellt sowie verwendet werden. Dies gilt allerdings nur, wenn der Hersteller nach den Richtlinien der Europäischen Chemikalienverordnung REACH zugelassen ist. Im Folgenden haben wir für Sie die positiven und negativen Eigenschaften des Flammschutzmittels HBCD zusammengefasst.

Positive Eigenschaften HBCD Negative Eigenschaften von HBCD
Verzögerung der Entzündung von Kunststoffen

Giftig für Gewässerorganismen

Anreicherung in Lebewesen
Langlebig
Über Entfernungen transportierbar
Ausbreitung der Flammen wird verlangsamt Gesundheitsschädliches Potenzial für Menschen

Ebenso gut können Sie bei der Auswahl von Dämmstoffen komplett auf HBCD verzichten. Es gibt bereits EPS-Dämmstoffe mit einem Flammschutzmittel wie bromiertem Polymer. Zusätzlich bietet das breite Spektrum an Dämmmaterialien weitere Ausweichoptionen: Mineralische Dämmstoffe wie beispielsweise Mineralwolle, Schaumglas oder Blähton sind im Hinblick auf die Gesundheit unbedenklich.

Weitere Informationen

Nach der Berichterstattung über den Hochhaus-Brand in London ist das Thema Brandschutz bei Dämmungen auch in Deutschland ein zentrales Thema. Wenn Sie wissen wollen, worauf bei der Dämmung Ihres Hauses zu achten ist, gibt es hier einen passenden Beitrag auf unserem Blog.