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Infrarotheizung gesucht?

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Einleitung - die Infrarotheizung im Test

Über die Infrarotheizung kursieren die verschiedensten Meinungen. Manche beruhen auf tatsächlichen Erfahrungen, andere nur auf bloßen Annahmen. Fest steht, dass sich Elektroheizungen (egal welcher Art) im großen Stil mit den aktuellen Strompreisen niemals rentieren - dafür ist Strom einfach zu teuer. In Einzelfällen mit kleinen Anwendungsbereichen sind die gemachten Erfahrungen mit der Infrarotheizung aber überraschend positiv.

Wir haben Ihnen verschiedene Tests gegenübergestellt, damit Sie sich Ihr eigenes Bild von dieser Heizung machen können. Da wären zum einen der Test von Öko-TREFF, der sinnvolle Bewertungskriterien für gute Infrarotheizungen zusammengestellt hat. Wer sich an diese Punkte hält, der macht beim Kauf nichts falsch.

Zum anderen existiert noch ein älterer Test der TU Kaiserslautern, die den theoretischen Nutzen einer Infrarotheizung mit dem einer Gasheizung verglichen hat. Wir haben diese Studie sehr kritisch begutachtet, da sie in der Werbung häufig falsch interpretiert wird, um Kunden zu täuschen.

Zuletzt haben wir für Sie noch einen ganz unwissenschaftlichen, dafür aber sehr persönlichen Erfahrungsbericht mit Infrarotheizungen. Und eine objektive Analyse der Wirtschaftlichkeit von Infrarotheizungen. Nach diesem Test wissen Sie sicher, ob sich eine Infrarotheizung in Ihrem Eigenheim rentiert.

Öko-TREFF: Bewertungskriterien von Infrarotheizungen

Öko-TREFF ist ein Ingenieurbüro für Umwelttechnik aus Lichtental. Sie haben in ihrem Test Bewertungskriterien aufgestellt, welche eine qualitativ hochwertige Infrarotheizung erfüllen sollte. Stellen Sie vor dem Kauf daher immer sicher, dass diese Kriterien erfüllt sind. Prüfen Sie besonders Aussagen von Verkäufern, die ungewöhnlich hohe EInsparungen gegenüber anderen Heizungen versprechen. Zum Nachlesen: Öko TREFF Test von Infrarot Flachheizungen

Produkt-Eigenschaften Herstellung und Verkauf
Kaum Elektrosmog (elektrische Feldstärke soll im Abstand von 30 cm unter 10 Volt pro Meter liegen) Faire Herstellungsbedingungen
Keine Lösungsmittel (Klebstoffe) in der Beschichtung enthalten Wahrheitsgetreue Werbeaussagen
Oberflächentemperatur nicht höher als 100 Grad Angepasstes Preisniveau (nicht überteuert)
Gutes Verhältnis zwischen abgegebener Strahlungswärme und aufsteigender Konvektionswärme (je geringer die Konvektionswärme, desto geringer ist Zirkulation von Luft, Staub etc.)  

Forschungsprojekt der TU Kaiserslautern - Infrarotheizung versus Gasheizung

Die Technische Universität Kaiserslautern hat unter der Leitung von Dr.-Ing. Peter Kosack ein Forschungsprojekt zur beispielhaften Vergleichsmessung zwischen Infrarotstrahlungsheizung und Gasheizung im Altbaubereich durchgeführt. Das Projekt fand in der Heizperiode 2008/2009 statt. Testobjekt war ein bewohnter Altbau mit zwei Wohnungen. Bei dem Test wird der prinzipielle Nutzen und die Tauglichkeit einer Infrarotheizung mittels einer Vergleichsmessung des Energie- und Energiekostenverbrauchs überprüft.

Das Forschungsprojekt ergab, Infrarotheizungen sind theoretisch eine sinnvolle Alternative zu herkömmlichen Heizsystemen. Hierfür müssten allerdings einige Bedingungen erfüllt sein. Bei richtiger Anwendung ergeben sich Vorteile im Hinblick auf den Energieverbrauch, die Kosten und die CO2-Bilanz. Dies ist allerdings noch kein pauschales Kaufargument für Infrarotheizungen.

Testleiter Kosack warnt, bei falschen Werbeaussagen aufzupassen. Dazu gehören Anbieter, die Infrarotstrahler bewerben, die angeblich mehr Strahlungsleistung abgeben als in Form elektrischer Leistung zugeführt wird. Ein solcher Infrarotstrahler wäre ein Perpetuum mobile (unendliche Energiequelle).

Zudem behaupten viele Anbieter, dass die eigenen Produkte von der TU Kaiserslautern geprüft wurden - solche Aussagen sind allesamt falsch und sollen Kunden nur zu einem unüberlegten Kauf bewegen. Den vollständigen Forschungsbericht finden Sie hier: Forschungsbericht der TU Kaiserslautern Infrarotheizung.

Interpretation der Ergebnisse

Im Folgenden fassen wir für Sie die wichtigsten Ergebnisse zusammen. Die Ergebnisse wurden von Kosack hinsichtlich des Energieverbrauchs, der Kosten, der Nachhaltigkeit / Ökologie und medizinischer / Wellness-Aspekte unterteilt. Es muss jedoch ausdrücklich betont werden, wie gering die Aussagekraft solch kleiner Studien ist. Der Test ist auf theoretischer Ebene interessant, aber keine pauschale Kaufempfehlung für Infrarotheizungen.

Heizung Vorteile Nachteile
Gasheizung Günstige Heizkosten (5,86Cent/kWh) * Höhere Anschaffungskosten
  Für gesamte Gebäude geeignet Höhere Transmissionswärmeverluste
  Bewährtes System  
  Kaum CO2-Emissionen  
     
Infrarotheizung Schnelle Aufwärmung Sehr hohe Heizkosten (29,99 Cent) *
  Trockenere Luft (beugt Schimmel vor) Anschaffung für gesamtes Gebäude sehr teuer
  Endenergieverbrauch geringer als bei Gasheizung Hohe Emissionen bei Kohle- und Atomstrom

*Stand 2019 (3-Jahresmittel)

Ergebnisse hinsichtlich medizinischer und Wellness-Aspekte

Kosack hat zu dem Thema keine explizite Untersuchung durchgeführt und bezieht sich deswegen auf spontane Aussagen der Testpersonen. Die Testpersonen betonen vor allem den fehlenden Heizungs- und Staubgeruch, warme Füße, frische (kühle) Luft und mollige Wärme.

Persönliche Erfahrung mit der Infrarotheizung

Bild: Sandra aus Hannover
Im Interview: Sandra aus Hannover | © Energieheld

Sandra aus Hannover hatte Ende 2014 die Gelegenheit in einer Ferienwohnung mit Infrarotheizungen ein Wochenende zu verbringen. Aufgrund der Jahreszeit waren die Elektroheizungen quasi ständig eingeschaltet.

Diese Infrarotheizungen sehen Sie auch hier in diesem Beitrag auf den Bildern. Wir von Energieheld haben Sandra einmal zu Ihren Erfahrungen mit den Infrarotheizungen befragt.

Bei einer Heizung geht es nicht nur um die Kosten, sondern auch das persönliche Wohlbefinden. Ein persönlicher Erfahrungsbericht ist daher genauso wichtig wie wissenschaftliche Berechnung der Gesamtkosten einer Infrarotheizung.

ENERGIEHELD: Hallo Sandra, schön dass du unseren Besuchern an deinen Erfahrungen mit der Infrarotheizung teilhaben lässt. Fangen wir am besten direkt an. Kannst du uns kurz sagen über was für Infrarotheizungen wir hier sprechen. Also wo waren sie montiert, wie groß waren sie in etwa und wie viele gab es in der Wohnung?

SANDRA: Auf dem ersten Blick sahen die Heizungen wie große, gerahmte Bilder aus. Entsprechend befanden sich die Heizungen dekorativ über z. B. Sofa und Esstisch. Im großen Wohn- und Esszimmer befanden sich zwei größere Infrarotheizungen, etwa 60 cm X 100 cm. In den kleineren Zimmern wie Schlafzimmer und Flur befanden sich jeweils nur eine Heizung mit kleinerem Format, etwa 40 cm X 60 cm. Die kleinen Heizungen waren in den kleineren Zimmern aber völlig ausreichend.

ENERGIEHELD: Infrarotheizungen haben keine installierten Thermostate, wie andere Heizkörper. Hier muss ein Extra-Thermostat gekauft werden. Dieses kleine Gerät, misst die Raumtemperatur und ermöglicht die entsprechende Einstellung der Infrarotheizung. Wie lief die Regelung und Handhabung der Infrarotheizung bei euch ab? Kannst du uns kurz erläutern wie das funktioniert hat?

SANDRA: Genau, es befand sich ein Thermostat im Wohnzimmer und eins im Schlafzimmer mit denen wir ganz gut die Temperatur regeln konnten. Die Temperatur konnte mit einem Rädchen auf den Grad genau eingestellt werden. Am ersten Tag sind wir öfters zum Thermostat gelaufen, um noch ein Grad mehr oder weniger nachzukorrigieren, um die für uns perfekte Temperatur erreichen zu können.

ENERGIEHELD: Zur Wärmeverteilung durch die Infrarotheizung. Wurde die Wohnung angemessen schnell warm? Gab es kalte Ecken, etwa unter dem Tisch oder ähnliches?

SANDRA: Ja die Räume wurden schnell warm, wie grade schon beschrieben konnte man schnell den Unterschied bemerken, wenn man ein paar Grad nach oben korrigiert hatte. Kalte Ecken sind mir nicht aufgefallen. Im Wohnzimmer befand sich die Infrarotheizung über dem Sofa, somit verteilte sich die Wärme schnell und es wurde angenehm warm im Rücken.

ENERGIEHELD: Dein Fazit: Wie fandest du die Nutzung der Infrarotheizung? Was war besonders gut, hat dir etwas nicht gefallen?

SANDRA: Gut fand ich, dass eine genaue Einstellung über den Thermostat möglich war und sich die Wärme dann wirklich schnell verteilte. Kalte Ecken konnte ich nicht feststellen. Weiterhin positiv war das Vorhandensein von zwei Thermostaten, da man im Schlafzimmer immer eine geringere Temperatur benötigte als im Wohnzimmer. In unserer Ferienwohnung waren die Infrarotheizungen schon fast dekoratives Highlight, da die Heizungen mit schönen (Wald-)Motiven bezogen waren. Somit waren die Heizungen gut in das Raumbild integriert und fielen nur positiv auf.

ENERGIEHELD: Vielen, vielen Dank für deine Infos Sandra.

Wer noch etwas Genaueres wissen möchte oder selber Erfahrungen oder Tests mit Infrarotheizungen gemacht hat, der kann unten gerne den Diskussionsbereich oder unser Forum nutzen. Besonders spannend sind sicher die konkreten Verbrauchsdaten von Besitzern einer Infrarotheizung.

Wirtschaftlichkeit im Test: So teuer ist die Infrarotheizung

Legt man die Ergebnisse der TU Kaiserslautern zugrunde (aus den Jahren 2008/2009), dann zeigt sich, dass pro Quadratmeter Wohnfläche für das Heizen mit einer Infrarotheizung etwa 15,14 Euro (71,21 kWh pro m2 * 0,2126 € pro kWh) anfallen. Heizen mit Gas kostet hingegen nur 10,24 Euro pro Quadratmeter (187,85 kWh pro m2 * 0,0545 €pro kWh).

Heizen mit Gas ist also günstiger. Zwar verbraucht die Gasheizung mehr Kilowattstunden pro Quadratmeter, diese sind jedoch auch deutlich günstiger. Nimmt man aktuellere Durchschnittspreise (Stand 2019) für die Energieträger an (Gas 5,86 Cent pro kWh, Strom 29,99 Cent pro kWh), so zeigt sich, dass der Kostenvorteil mittlerweile sogar noch stärker zugunsten von Gas ausfällt.

Hinzu kommt noch, dass die Bereitstellung von warmem Trinkwasser zum Duschen etc. in dieser Studie ausgeblendet wurde. Eine Gasheizung übernimmt das gleich mit und ist dabei relativ günstig. Wer nur mit Infrarotheizungen heizt, benötigt auch elektrisch erwärmtes Trinkwasser. Pro Person sind das im Jahr etwa 1.000 kWh extra, die so mit teurem Strom erzeugt werden müssen.

Infografik: Gesamtkosten einer Infrarotheizung verglichen mit anderen Heizungen
Addierte Gesamtkosten einer Infrarotheizung | © Energieheld

In der Grafik sehen Sie ein Szenario, in dem ein Gebäude aktuell mit Nachtstrom beheizt wird und nun auf ein anderes System umgestiegen werden soll. Da in diesem Fall das gesamte Gebäude beheizt werden soll, wird mit dem Stromtarif von 22,00 Cent pro Kilowattstunde (Großabnehmertarif) gerechnet.

Aufgelistet sind die jährlichen Gesamtkosten der bestehenden Nachtspeicherheizung, im Vergleich mit den Gesamtkosten (inklusive Anschaffung) für eine Infrarotheizung, eine Gasheizung, sowie eine Pelletheizung. Beide Stromvarianten nutzen Boiler zur Warmwasserbereitung. Unterm Strich ist die Gasheizung die günstigste Lösung, knapp gefolgt von der Pelletheizung. Im Vergleich zu einer bestehenden Nachtspeicherheizung hat sich die Gasheizung schon Anfang des zweiten Jahres amortisiert. Es zeigt sich deutlich, dass es höchst unwirtschaftlich ist, ein gesamtes Einfamilienhaus ausschließlich mit einer Elektroheizung zu beheizen.

CO2-Emission durch Strom am höchsten

In Deutschland wird durch Strom durchschnittlich 522 Gramm CO2 pro kWh erzeugt, durch Ökostrom hingegen gar kein CO2. Gas hingegen produziert bei der Erzeugung von einer kWh ca. 220 Gramm und Heizöl 300 Gramm CO2. Wer mit Infrarotheizungen heizt und sich dies auch finanziell leisten kann, der sollte, zumindest aus ökologischer Sicht, 100 prozentigen Ökostrom beziehen. Dieser ist mittlerweile nicht mehr teurer als der konventionelle Strom. Eine Liste der besten Ökostrom-Anbieter finden Sie hier.

Quelle: ZDF / youtube.com

Dieser TV-Test sollte natürlich auch nicht einfach für bare Münze genommen werden. Trotzdem wird ein Einblick in übliche Probleme von Nutzern und die Geschäftspraktiken der Verkäufer gewährt.

Infrarotheizung Test: Unser Energieheld-Fazit

Im Infrarotheizungs-Dschungel gibt es vieles zu beachten. Für Sie persönlich sollten bei großflächiger Anwendung vor allem die Kosten im Vordergrund stehen. Lassen Sie sich nicht von Werbeversprechen täuschen, sondern rechnen Sie einfach selber einmal nach, ob sich der Kauf für Sie lohnt. Trauen Sie sich das nicht zu, dann wäre ein Gang zum Energieberater empfehlenswert. In kleinen Räumen, Wintergärten oder für das persönliche Wohlbefinden können sich Infrarotheizungen aber trotzdem bewähren.

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