Graue Energie: Alle Infos zu Graue Energie GebÀude
Von Nina GrimmeiĂ
Dem Begriff âGraue Energieâ wird in der Diskussion um Nachhaltigkeit und Umweltschutz im Bausektor eine wichtige Rolle zuteil. Denn das Erreichen der deutschen Klimaziele ist keine einfache Aufgabe. Der Bausektor muss einen wesentlichen Beitrag dazu leisten. Ein wichtiger Faktor fĂŒr Klimaschutz beim Neubau ist Graue Energie bzw. Graue Emissionen.
In diesem Artikel erfahren Sie, was es mit Grauer Energie bei GebÀude auf sich hat und wie Sie diese beiden Faktoren bei Ihrem Neubau möglichst gering halten können, um Ihr Eigenheim tatsÀchlich energieeffizient zu gestalten.
Graue Energie Definition
ZunĂ€chst klĂ€ren wir, was die Definition Grauer Energie ist. Graue Energie ist die nicht sichtbare Energiemenge, die fĂŒr ein Produkt aufgewendet wurde. Das umfasst unter anderem die Energie fĂŒr Herstellung, Transport, Lagerung sowie die Entsorgung eines Produkts bzw. GebĂ€udes. Es handelt sich also um den indirekten Energiebedarf. Der Begriff "grau" bezieht sich auf die unsichtbare, verborgene Energie, die in jedem Produkt enthalten ist und in jedem Herstellungsprozess steckt.
Die Graue Energie zeigt, dass der ökologische FuĂabdruck von GebĂ€uden oft viel gröĂer ist, als auf den ersten Blick angenommen. Oft berĂŒcksichtigen Verbraucher nur den direkten Energieverbrauch. Ob eine Immobilie wirklich nachhaltig ist, hĂ€ngt also nicht allein vom aktuellen Energieverbrauch ab, sondern auch von der Grauen Energie, die bereits an das GebĂ€ude gebunden ist.
Graue Energie vs. Graue Emissionen
Es gilt, Graue Energie von Grauen Emissionen zu unterscheiden. Graue Emissionen fokussieren sich auf die indirekten Umweltbelastungen, die wÀhrend des Lebenszyklus eines Produkts durch die Herstellung und den Verbrauch eines Produktes entstehen. Das umfasst Emissionen, Treibhausgase, Luftverschmutzung, AbfÀlle und schÀdliche Auswirkungen auf die Umwelt.
Kurzum: Graue Energie von GebÀuden konzentriert sich auf den gesamten Energieverbrauch, der mit einem Produkt verbunden ist, wÀhrend Graue Emissionen die indirekten Umweltauswirkungen in Form von verschmutzender Emissionen wÀhrend des Lebenszyklus eines Produktes darstellen.
Graue Energie vermeiden
Beim Hausbau wird immer mehr darauf geachtet, das Haus so energieeffizient wie möglich zu gestalten. Doch ein GroĂteil des Energieverbrauchs ist versteckt: Bei einem Neubau nach KfW55 betrĂ€gt die Graue Energie immerhin 50 % des Energieverbrauchs im gesamten Lebenszyklus des GebĂ€udes. Wie kommt das? Das liegt vor allem an den Materialien, die fĂŒr den Bau eingesetzt werden. Hohe Graue Energie versteckt sich zum Beispiel hinter Zement und Stahl, da sie bei der Herstellung viel Energie benötigen. So verhĂ€lt es sich auch mit DĂ€mmplatten aus Polystyrol.
EnergieeffizienzmaĂnahmen machen nur dann Sinn, wenn die Summe der dadurch eingesparten Energie höher ist als die Menge der Grauen Energie.
Was können Sie also tun?
Obwohl es immer bedeutender wird, Graue Energie von GebÀuden zu reduzieren, wurde diese auch in das novellierte GebÀudeenergiegesetz (GEG) 2023 nicht aufgenommen. Umso wichtiger sind die Entscheidungen von Verbrauchern.
Um Graue Energie zu vermeiden, können Sie folgende Punkte beachten:
- GebĂ€ude sanieren anstatt abreiĂen
- GerÀte und Produkte sorgsam behandeln und reparieren anstatt zu ersetzen
- Klimafreundliche und recyclebare Baumaterialien wÀhlen
- Regionale Produkte bevorzugen
- Produkte möglichst lange nutzen und beim Kauf auf langlebige QualitÀt setzen
Informieren Sie sich bei einem Energieberater, welche Baustoffe am besten fĂŒr Ihr Sanierungs- oder Neubauvorhaben eignen.
Zur Autorin: Nina GrimmeiĂ
Nina GrimmeiĂ ist ausgebildete Redakteurin und studierte Kommunikationswissenschaftlerin. Seit 2023 bei Energieheld, begeistert sie sich dafĂŒr, Themen rund um erneuerbare Energien verstĂ€ndlich zu vermitteln. Ihr Engagement fĂŒr Umweltschutz und Nachhaltigkeit sowie der enge Austausch mit Energieberatern und Sanierungsmanagern sind ein wichtiger Teil ihrer Arbeit. Hier gelangen Sie zu Ninas LinkedIn Profil.