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Experten-Meinung - Welche Ladekarte oder App?

Bild: Ladekarten
Welche Ladekarten brauche ich? | © paulbr75 / pixabay.com CC0

Auf dem Ladekarten-Markt für Elektroautos hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Immer mehr Ladestationen werden bundesweit aufgestellt und auch Veränderungen am deutschen Eichgesetz brachten frischen Wind in die Lade-Situation für Elektroautos.

Grund genug, dass Energieheld einen zweiten Blick hinter die Kulissen wirft. Erneut befragt Energieheld einige Experten auf dem Gebiet der Elektromobilität zum Thema der Lade-Situation in Deutschland. Hier können Sie direkt von den Experten erfahren, was man über Ladekarten wissen sollte und welche Anbieter 2021/2022 die besten Tarife bieten.

Inhalt


    Allgemeines zu Ladekarten & Apps

    Bild: Ladekarten Allgemeines
    Was Sie über Ladekarten wissen sollten | © afrndz / pixabay.com CC0

    Das Thema Ladekarten für Elektroautos ist sehr komplex und nur schwer zu überschauen. Im Gegensatz zum Betanken von Verbrennungsmotoren agieren nicht einige wenige Anbieter auf dem Markt, sondern es bestehen zahlreiche Lademöglichkeiten von unterschiedlichen Anbietern.

    Allein in Deutschland gibt es mehr als 1.000 Stadtwerke und fast jedes Stadtwerk bietet auch eine eigene Ladekarte mit eigenem Tarif an. Welche Ladekarte sich speziell für Sie lohnt, ist stark abhängig vom Wohnort und der individuellen Fahrweise. Generell lässt sich festhalten: Alle Ladekarten, die Sie kostenlos erhalten können, sollten Sie aufbewahren. Es kann sich schließlich immer eine Gelegenheit ergeben, bei der genau diese eine Ladekarte zum Einsatz kommen kann.

    Energieheld hat nachgefragt, welches die drei besten Ladekarten sind und wie viele Karten man überhaupt benötigt, um mobil zu sein. Außerdem können Sie interessante Antworten zu den monatlichen Kosten lesen. Mit Blick auf die Zukunft werden von den Experten Prognosen dahingehend formuliert, wie sich die Möglichkeiten für das Laden von Elektroautos entwickeln werden.

    Energieheld-Hinweis

    Die folgenden Experten teilen im Interview ihre Tipps rund um das Thema Ladekarten mit Ihnen. Denn sie sind vor allem eines: fachkundig, was die Mobilität der Zukunft und die damit einhergehenden Themen angeht. Die Befragten sind selbst begeisterte Fahrer von Elektroautos und haben sich beruflich auf das Themengebiet spezialisiert.

    Thomas Daiber - CEO der Cosmic Cat Group

    Bild: Thomas Daiber
    Thomas Daiber: CEO der Cosmic Cat Group | © Cosmic Cat Group

    Als ehemaliger Geschäftsführer der eRoaming-Plattform Hubject setzt sich Thomas Daiber damit auseinander, wie das Laden von Elektroautos kundenfreundlich und flächendeckend realisiert werden kann. Hubject vernetzt über seine eRoaming-Plattform Ladekarten-Anbieter mit Ladestationsbetreibern zu einem anbieter- und länderübergreifenden Ladenetzwerk: intercharge.

    Inzwischen ist Thomas Daiber CEO der Cosmic Cat Group und berät internationale Mobilitätsunternehmen als Strategieberater in Sachen Digitalisierung und „Mobility 4.0“. Angetrieben vom Wunsch nach einem weltweit einheitlichen und zugänglichen Ladenetz ist er unser Experte für den Bereich eRoaming und Elektromobilität der Zukunft.

    Melanie Lane - CEO von NewMotion

    Bild: Melanie Lane
    Melanie Lane: CEO NewMotion | © NewMotion

    NewMotion hat die Vision, allen Menschen zu ermöglichen auf Elektroautos umzusteigen und diese intelligent aufzuladen. Bereits seit 2009 ist das Unternehmen am Markt für das Aufladen von Elektroautos aktiv und inzwischen ist NewMotion der größte Partner für Elektromobilität in Europa.

    Dementsprechend finden Elektroauto-Fahrer mit NewMotion einen professionellen Partner und eine bequeme Möglichkeit zur Nutzung verschiedener öffentlicher Ladestationen. Die CEO von NewMotion, Melanie Lane, ist unsere Expertin für das Themenfeld rund um öffentliche Ladestationen und die Zukunft der Ladekarte. Mit dem Blick auf das große Ganze erhalten Sie von Melanie Lane einen umfangreichen Einblick in den aktuellen Lade-Markt.

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    Einschätzung zur aktuellen Marktlage

    Bild: Öffentliche Ladestationen beladen mehrere Autos
    Es gibt immer mehr Lade-Stationen in Deutschland | © Joenomias / pixabay.com

    Die erste Frage beschäftigt sich mit der allgemeinen Lade-Situation in Deutschland. Da Energieheld bereits 2017 mit einigen der Experten gesprochen hatte, bot sich ein Vergleich des damaligen Marktes für Elektroautos mit dem heutigen an.

    Schnell mussten wir feststellen, dass sich rund um das Aufladen von Elektroautos in den vergangenen Jahren viel getan hat. Welche Veränderungen das sind, erfahren Sie im Folgenden. Lesen Sie hier die Antworten auf unsere erste Frage:

    Können Sie den aktuellen Markt für Ladestationen und Ladekarten in wenigen Sätzen beschreiben? Was sind aktuelle Hürden? Wo hat sich schon viel getan?

    Thomas Daiber (Cosmic Cat Group): „Nach vielen Jahren mit langsamem Fortschritt hat endlich auch der Ladeinfrastrukturmarkt in Deutschland extrem Fahrt aufgenommen. Die meisten Investments im öffentlichen Bereich fließen in DC-Schnellladeinfastruktur mit Fokus High Power Charging mit 150kW+. Mit dem Schnellladegesetz hat auch die Regierung wichtige Impulse gesetzt, um den Hochlauf zu beschleunigen. Neben HPC sind Ladestationen für den Einzelhandel und Flotten ein großes Fokusthema für Betreiber. Die größten Hürden sehe ich immer noch bei aufwändigen Genehmigungs- und Installationsprozessen. Diese müsste man deutlich entbürokratisieren, um noch schneller und effizienter Infrastruktur errichten zu können.“

    Melanie Lane (NewMotion): „Zu den größten Hürden bei der Einführung der E-Mobilität in Deutschland zählt eine schlechte Verfügbarkeit von Ladepunkten. Deshalb wollen wir mit unserem Roaming-Netzwerk von über 250.000 Ladepunkten in ganz Europa Fahrern einen möglichst einfachen Zugang zu einer Ladeinfrastruktur ermöglichen – zu Hause, am Arbeitsplatz und unterwegs. Wir sehen außerdem, dass Lademöglichkeiten beispielsweise an Einzelhandelsstandorten oder bei Freizeiteinrichtungen zum geschäftsentscheidenden Vorteil werden – denn je mehr E-Autos genutzt werden, desto mehr Kunden werden darauf achten, ob sie ihr Fahrzeug an ihrem Ziel aufladen können oder nicht.

    Zudem steigt der Bedarf nach intelligenten Ladepunkten. Intelligente Ladetechnik kann dazu beitragen, Spitzen im Strombedarf zu reduzieren und die Auswirkungen des Ladens von E-Autos auf das Stromnetz zu minimieren. Außerdem hilft intelligentes Laden, Kosten zu sparen und verfügbare erneuerbare Energien zu nutzen, indem Autos in Zeiten mit niedrigem Energiebedarf geladen werden. In den vergangenen Jahren ist unser öffentliches Roaming-Netzwerk bereits enorm gewachsen – allein in den letzten Monaten sind über 50.000 Ladepunkte hinzugekommen.

    Allerdings ist ein weiterer Ausbau dringend nötig, damit bei der massenhaften Einführung der E-Mobilität die nötige Ladeinfrastruktur zur Verfügung steht. Öffentliches Laden allein reicht dafür nicht aus. Auch Unternehmen müssen investieren, um das Laden zu fördern. Beispielsweise durch Lademöglichkeiten am Büro oder indem man Mitarbeitern Ladepunkte für zu Hause zur Verfügung stellt. Damit das funktioniert, muss die gesamte Branche zusammenarbeiten.“

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    Die besten 3 Ladekarten & Apps in 2021/2022

    Bild: Ein Elektroauto von Citroen während der Aufladung
    Welche ist die beste Ladekarte für Elektroautos? | © stux / pixabay.com

    Die Frage ist eine altbekannte: Welche ist die beste Ladekarte? Auf einem sehr unübersichtlichen Auflade-Markt wünschen sich viele Elektroauto-Besitzer eine ähnliche Vergleichbarkeit wie beim Sprit-Preis für Verbrennungsmotoren.

    Doch leider ist dieser Vergleich oft nur über eine Handy-App möglich oder man muss zahlreiche Internetseiten der Anbieter durchforsten - wer hat dafür schon die Zeit? Darum lesen Sie hier die Antworten auf unsere Frage:

    Welche 3 Ladekarten oder Lade-Apps sollte man in 2021/2022 unbedingt haben? Benötigt man darüber hinaus noch weitere?

    Thomas Daiber (Cosmic Cat Group): „Die EnBW hat Ihre Vorreiterrolle im Bereich Zugangslösungen für Ladeinfrastruktur weiter ausgebaut. Neben einer durchdachten, intuitiven App wurde als einer der ersten Betreiber jetzt Plug&Charge eingeführt, was das Laden ohne Ladekarte oder Handy ermöglicht. Zudem ist das EnBW-Hypernetz mit über 190.000 Ladepunkte (inkl. Roaming-Partner) sehr gut ausgebaut. Als Backup empfehle ich die Apps/Ladekarten von Plugsurfing und Allego.“

    Melanie Lane (NewMotion): „Natürlich empfehlen wir die Shell Recharge Ladekarte und App, denn mit beiden Lösungen haben E-Autofahrer einfachen Zugang zu einem der größten öffentlichen Roaming-Netzwerke Europas mit mehr als 250.000 Ladepunkten in 35 Ländern.

    Tatsächlich setzen 59% der E-Autofahrer auf zwei Ladekarten oder mehr, um überall Zugang zur E-Ladeinfrastruktur zu haben. Dabei legen 10% aller E-Autofahrer großen Wert auf eine Ladekarte, mit der Ladepunkte in unmittelbarer Nähe ihres Wohnortes oder Arbeitsplatzes bedient werden können. Mithilfe von Roaming-Abkommen sollte es aber möglich sein, den Großteil der Ladenetzwerke mit nur einer Ladekarte oder App zu nutzen. Wir arbeiten hart daran, das Wirklichkeit werden zu lassen.

    Bereits heute ist es möglich, nur mit der Shell Recharge-Karte Ladepunkte vom Norden Finnlands bis nach Sizilien in Süditalien zu nutzen und damit eine über 5.000 Kilometer lange Strecke mit dem E-Auto zurückzulegen. Uns treibt es an, einen einfachen Zugang zu Ladepunkten unterwegs zu schaffen, denn das ist der Schlüssel für eine erfolgreiche flächendeckende Nutzung der E-Mobilität.“


    Monatliche Kosten im Alltag & Urlaub

    Bild: Ein Elektroauto während der Aufladung
    Wie viel Kostet das Beladen von E-Autos im Monat? | © IsmaelMarder / pixabay.com

    Dass alle unserer Experten aus vollster Überzeugung im Bereich der Elektromobilität tätig sind, zeigt sich auch in einem Fakt: Sie alle fahren im Privatleben ein Elektroauto. Einige unserer Experten fahren im Monat regelmäßig über 300 Kilometer.

    Diesen Vorteil konnten wir von Energieheld in unserem Interview nutzen und unseren Experten ein paar Antworten zu den monatlichen Kosten von Elektroautos im Alltag und Urlaub entlocken. Im Folgenden finden Sie die Antworten auf unsere Frage:

    Welche Strecken legen Sie etwa pro Monat zurück und wie gestalten sich die Kosten im Durchschnitt? Haben Sie vielleicht auch ein Kosten-Beispiel aus dem Urlaub oder von anderen Langstrecken?

    Thomas Daiber (Cosmic Cat Group): „Ich bin mit meinem e-smart nur in und um die Stadt Berlin unterwegs. Ich lade ausschließlich öffentlich und das funktioniert in der Regel sehr gut. Pro Monat sind das meisten unter 300km. Eine volle Ladung kostet mich durchschnittlich 4 bis 5 EUR.“

    Melanie Lane (NewMotion): „Ich lebe seit vergangenem Jahr in den Niederlanden und habe mir nun mein erstes E-Auto zugelegt, den Tesla X. Dieser dient uns auch als Familienfahrzeug. Im Schnitt fahre ich jeden Monat 350 Kilometer elektrisch. Wir leben in Amsterdam und haben keine eigene Garagenauffahrt. Deshalb laden wir hauptsächlich an Straßenstellplätzen oder bei längeren Fahrten auch unterwegs. Pro Monat geben wir etwa 100 Euro für das Laden aus. Aufgrund der Pandemie haben wir noch keine langen Fahrten unternommen, das haben wir aber noch vor. Deshalb haben wir uns auch ein E-Auto mit sieben Sitzen zugelegt – so können wir Familie und Freunde mitnehmen.

    Gut zu wissen: Der durchschnittliche deutsche Pendler fährt etwa 34 Kilometer am Tag. Diese Strecke kann man problemlos mit einem modernen E-Auto mit einer Reichweite von 200 bis 400 Kilometern zurücklegen.“

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    Gehört die Zukunft der Lade-App?

    Bild: Öffentliche Ladestationen von Tesla
    Prägen öffentliche Ladestationen bald das Stadtbild? | © paulbr75 / pixabay.com

    In der Recherche von Energieheld über Ladekarten und Ladestationen rückte ein Trend besonders in den Vordergrund: Die Lade-App für Ladestationen. Immer mehr Anbieter kombinieren Ihren Autostrom-Tarif mit einer Handy-App und ermöglichen so Zugang zu einem großen Ladenetzwerk.

    Zynische Stimmen würden jetzt behaupten, dass die Ladekarte in der Zukunft obsolet werden würde. Doch was sagen unsere Experten dazu? Hier finden Sie die Antworten auf die Frage:

    Eigentlich hat ja jeder ein Smartphone. Sind Ladekarten da überhaupt noch zeitgemäß? Wie wird sich der Markt Ihrer Meinung nach entwickeln?

    Melanie Lane (NewMotion): „Ladekarten sind immer noch empfehlenswert, weil sie an vielen Ladepunkten funktionieren. Wir gehen aber davon aus, dass Lade-Apps auf dem Smartphone in Zukunft noch beliebter werden. An vielen Ladepunkten kann man den Ladevorgang bereits mit unserer Shell Recharge App starten und beenden. Zudem bieten Apps weitere praktische Funktionen und Services für Privat- und Unternehmenskunden.

    Zu diesen gehören zum Beispiel die Anzeige nahegelegener Ladepunkte sowie von Preisen, Verfügbarkeit und Ladeleistung. In Zukunft wird die Nutzung von Apps für das Laden noch viele weitere Vorteile bieten, da wir kontinuierlich investieren, um die Customer Experience so nutzerfreundlich wie möglich zu gestalten. Unser Ziel ist, dass jeder so viele Kilometer wie möglich mit sauberer Energie zurücklegen kann. Das gelingt uns, indem wir intelligente Ladelösungen wie unsere Ladekarte, App und Ladepunkte für möglichst viele Menschen verfügbar machen. Darüber hinaus vereinfachen wir so das Laden von E-Autos, damit der Umstieg auf die E-Mobilität so leicht wie möglich fällt.“


    Unser Fazit

    Bild: Ein reservierter Parkplatz für Elektroautos
    Gehört die Zukunft dem Elektroauto? | © distel2610 / pixabay.com

    Die Antworten unserer Experten machen vor allem eins: Mut für die Zukunft. Der Trend im Bereich der Elektromobilität mehr öffentliche Ladestationen zu installieren und den Zugang für alle Beteiligten zu erleichtern, hält weiterhin an.

    Immer öfter reicht bereits eine App zum Laden aus und moderne Bezahlsysteme werden in Ladestationen integriert. Ein erkennbarer Weg durch den viel deklarierten Ladedschungel wird sichtbar.

    Deutlich wird, dass im Vergleich der letzten Jahre die Anzahl der Ladestationen in Deutschland stetig und mit dem Elektroauto eine immer größere Reichweite erreicht werden kann. Selbst weite Strecken in den Urlaub sind möglich und für den Arbeitsweg innerhalb der Stadt könnte es kaum eine bessere Möglichkeit geben, um umweltschonend und gleichzeitig preisgünstig zur Arbeit zu gelangen. Dabei sind die Preise für das Beladen trotz oft nicht vorhandener Preistransparenz vor allem eins: immer günstiger als beim Fahrzeug mit Benzin- oder Diesel-Motor.