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Inhaltsverzeichnis

Allgemein: Energetische Sanierungen sparen Geld

Die Verknappung der fossilen Brennstoffe reißt ein immer größer werdendes Loch in unseren Geldbeutel. Haben wir noch vor 10 Jahren 35 Cent für einen Liter Heizöl bezahlt, so sind es heute schon 95 Cent pro Liter - mit steigender Tendenz. Hier wird die energetische Sanierung auf den Plan gerufen, welche durch gezielte Maßnahmen den Energiebedarf eines Hauses senkt oder ineffiziente Altgeräte gegen neue effizientere Geräte ersetzt.

Ob die Dämmung der Fassade, eine Dachdämmung, neue Fenster oder der Einbau einer Wärmepumpe, die durchführbaren Maßnahmen der energetischen Sanierung sind schier unendlich und in jedem Fall sinnvoll, um die Umwelt und den eigenen Geldbeutel zu schonen. Sie sollten sich im Vorfeld genau über die Möglichkeiten bei der energetischen Sanierung informieren.

Außerdem hilft eine individuelle Energieberatung dabei, sinnvolle Maßnahmen der energetischen Sanierung für Ihr Gebäude ins Auge zu fassen. Aus diesem Grund hat Energieheld für Sie den Energiecheck entwickelt, der Ihnen die Einsparpotenziale Ihrer eigenen vier Wände aufzeigt. Wir erstellen Ihnen bei Bedarf auch ein individuelles Sanierungskonzept. Direkt auf ihr Haus zugeschnitten.

Mögliche Maßnahmen bei einer Sanierung

Bei einer energetischen Sanierung können Sie an vielen Punkten ansetzen. Wichtig ist nur, dass alle Maßnahmen aufeinander abgestimmt werden. Ist eine Dämmung ohnehin geplant, dann kann die neue Heizung beispielsweise viel kleiner ausfallen. Überlegen Sie sich also vorab, wie welche Maßnahmen der energetischen Sanierung Sie umsetzen möchten:

Sanierung Erläuterung
Fenster tauschen Sind nur einfach verglaste Fenster verbaut, dann lohnt sich schon Tausch gegen zweifach verglaste Varianten. Dreifach verglaste Fenster sollten Sie nur wählen, wenn die Fassade gedämmt ist oder noch gedämmt werden soll
Neue Heizung installieren Egal mit welchen Brennstoff Sie heizen, der Einbau moderner Öl- Gasbrennwertkessel senkt Ihren Energiebedarf erheblich.
Solarthermie-Anlage installieren Mit einer Solarthermie-Anlage können Sie die Wärme der Sonne nutzen, um Ihr Heizwasser fast kostenlos zu erwärmen.
Fassade dämmen Eine Fassadendämmung senkt die Wärmeverluste Ihres Eigenheims beachtlich.
Dach dämmen Das Dach bietet bei der Dämmung ein ähnlich hohes Einsparpotenzial wie die Fasssade.

Finanzielle Einsparungen nach einer energetischen Sanierung

Eine energetische Sanierung ist selbstverständlich nicht kostenlos und soll deshalb natürlich einiges an Heizkosten einsparen. Je nach Maßnahme können Sie Ihre Heizkosten dabei zwischen 5 und 20 Prozent senken. Die Amortisationszeit verschiedener Sanierungen liegt in der Regel zwischen 8 und 15 Jahren. In der folgenden Tabelle sehen Sie die Einsparungen durch übliche energetische Sanierungen im Vergleich:

Sanierung Amortisationszeit Heizkosten-Einsparungen
Fenster tauschen 8 - 15 Jahre 10 - 20 %
Neue Heizung installieren 7 - 10 Jahre 10 - 15 %
Solarthermie-Anlage installieren 10 - 15 Jahre 10 - 20 %
Fassade dämmen 8 - 14 Jahre 15 - 20 %
Dach dämmen 8 - 18 Jahre 15 - 20 %

Vorteile und Nachteile der energetischen Sanierung

Gegenüber herkömmlichen Modernisierungen bietet eine energetische Sanierung erhebliche Vorteile. Zu allererst schonen Sie die Umwelt, können im gleichen Zug jedoch auch Ihre Heizkosten senken.

Obendrein verbessert sich noch das Wohnklima, weil Ihr Haus im Sommer leichter kühl und im Winter länger warm bleibt. Trotzdem sollen die wenigen, aber trotzdem vorhandenen Nachteile an dieser Stelle nicht verschwiegen werden:

Vorteile Nachteile
Senkung der Heizkosten Häufig teure Anschaffung
Umwelt wird geschont Aufwändige Verfahren sind anfällig für Fehler bei der Umsetzung (Schimmelbildung bei falscher Planung möglich)
Wert der Immobilie steigt  
Wohnklima verbessert sich  
Fördermittel vom Staat verfügbar  
Beugt Schimmelbildung grundsätzlich vor  

Kosten der energetischen Sanierung im Vergleich

Bild: Saniertes Bürogebäude
Sanierungen amortisieren sich | © exis / pixabay.com CC0

Egal wie viele Vorteile und Einsparungen eine energetische Sanierung mit sich bringt - bezahlen muss man die anstehenden Maßnahmen trotzdem. Manche Kennziffern wirken in diesem Zusammenhang außerordentlich hoch und ziehen natürlich die Frage nach sich, ob das ganze Geld nicht anderorts besser angelegt wäre.

Hierbei ist jedoch zu bedenken, dass sich selbst die teuersten Maßnahmen in der Regel schon nach weniger als 18 Jahren amortisiert haben und darüber hinaus noch lange Zeit ihren Dienst erfüllen und Heizkosten einsparen. Lassen Sie sich also nicht abschrecken - hohe Kosten Fallen nämlich nur bei den anfänglichen Investition an.

Durch die Einsparungen bei den Heizkosten amortisierten sich jedoch alle Sanierungen in absehbarer Zeit. Wir haben für Sie einen Kostenvergleich verschiedenster Sanierungen zusammengestellt.

Sanierung Übliche Kosten
Neue Fenster 500 - 1000 € pro Stück
Neue Heizung 6.000 - 9.000 €
Solarthermie-Anlage 4.500 - 8.000 €
Fassadendämmung 6.000 - 20.000 €
Dachdämmung 5.000 - 20.000 €

Staatliche Förderung für eine energetische Sanierung

Der Staat bietet jedem, der sein Eigenheim fachgerecht sanieren lässt einen finanziellen Zuschuss. Diese Förderung kann als einmalige Zahlung oder in vielen Fällen auch als zinsgünstiger Kredit in Anspruch genommen werden. Grundsätzlich wurde die Förderung energetischer Sanierungen zum Jahresbeginn 2021 zum wiederholten Mal von der Bundesregierung novelliert. Dadurch haben sich die Förderbeträge einerseits erhöht und andererseits ist die Förderung neu strukturiert worden.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hatte sich bereits 2020 aus der Heizungsförderung nahezu vollständig zurückgezogen. Nunmehr werden auch keine Einzelmaßnahmen (Dämmung, Dachdämmung, Fassadendämmung, Fenster, Türen, etc.) mehr von der KfW bezuschusst, sondern neu vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) über die „Bundesförderung für effiziente Gebäude” (BEG). Die Heizungsförderung hatte bereits vorher das BAFA übernommen.

Nach einer Übergangsfrist bis Ende Juni 2021 sollen alle Zuschuss-Förderungen an das BAFA sowie alle Kredit-Förderungen übergegangen sein. Bis dahin gilt der alte KfW-430-Zuschuss noch für Effizienzhaus-Sanierungen, jedoch nicht mehr für Einzelmaßnahmen. Stand Anfang 2021 stehen somit folgende Förderungen für die energetische Sanierung bereit.

Programm Art der Maßnahme Förderung
BAFA BEG EM (Zuschuss) Einzelmaßnahme Gebäudehülle (Dämmung, Fenster, Türen) 20 % der förderfähigen Kosten bis 60.000 €, max. 12.000 €
+ 5 % mit individuellem Sanierungsfahrplan (ISFP)
BAFA BEG EM (Zuschuss) Einzelmaßnahme Heizung auf Basis erneuerbarer Energien 35 - 55 %
BAFA BEG EM (Zuschuss) Einzelmaßnahme Solarthermie oder Gas-Hybridheizung 30 - 35 %
KfW 430 (Zuschuss) Effizienzhaus-Sanierung 25 - 40 % der förderfähigen Kosten bis 120.000 €, max. 48.000 €
KfW 151 (Kredit) Effizienzhaus-Sanierung Kredit bis zu 120.000 €, Tilgungszuschuss bis zu 40 %, max. 48.000 €
KfW 152 (Kredit) Einzelmaßnahme Kredit bis zu 50.000 €, Tilgungszuschuss 20 %, max. 10.000 €

KfW-Effizienzhaus

Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), sowie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) haben zusammen das Qualitätszeichen „KfW-Effizienzhaus" für die energetische Sanierung entwickelt. Dabei wird der Jahresprimärenergiebedarf eines Gebäudes mit dem eines neu erbauten Referenzgebäudes nach Gebäudeenergigesetz GEG, (vormals EnEV) verglichen.

Wichtiger Hinweis: Nachdem die EnEV am 01.11.2020 durch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) abgelöst wurde, gelten die Regelungen der EnEV 2013 bezüglich der Berechnungsgrundlage für Effizienzhäuser (Referenzgebäude) auch im GEG in der alten Form weiter. Das EnEV Referenzgebäude ist also auch das GEG-Referenzgebäude. Lediglich die Heizung des Referenzgebäudes wurde von Öl auf Gas umgestellt (da Ölheizungen nicht mehr gefördert werden).

Wird ein gewisser Prozentsatz des Jahresenergiebedarfs dieses Referenzgebäudes erreicht, so kann eine gewisse Förderung durch die KfW-Bank gewährt werden. Diese ist entweder ein zinsgünstiger Kredit mit zusätzlichem Tilgungszuschuss oder ein Investitionszuschuss bei Eigenfinanzierung. Folgende KfW-Effizienz-Haus-Varianten stehen (Stand Anfang 2021) zur Verfügung:

Energetische Sanierung Altbau Energieeffizienter Neubau
Effizienzhaus 115 Effizienzhaus 55
Effizienzhaus 100 Effizienzhaus 40
Effizienzhaus 85 Effizienzhaus 40 Plus
Effizienzhaus 70  
Effizienzhaus 55  

Sonstige Niedrigenergiehäuser

Bild: Passivhaus
Passivhaus von innen | © 3dman_eu / pixabay.com CC0

Neben den „KfW-Effizienz-Haus"-Standards können bei der Sanierung noch weitere energetische Standards wie das Passivhaus, das Nullenergiehaus und das Plusenergiehaus erreicht werden. Im Folgenden werden Ihnen diese kurz vorgestellt.

Einen Altbau zum Passivhaus zu machen, wäre zumindest aus finanzieller Sicht nicht zu empfehlen, zumal derartige Umbauarbeiten praktisch einem Neubau gleichkämen. Auch aus Bauphysikalischer kann es zu erheblichen Problemen kommen, wenn keine ganzheitlichen Konzepte angewandt werden und das Gebäude ohne eingehende Planung einfach „abgedichtet" wird.

Passivhaus

Bei einem Passivhaus ist die Isolierung des Gebäudes so umfassend, sodass der Jahresprimärenergiebedarf bei maximal 15kWh/(m²a) liegen darf. (Etwa 10 Prozent des durchschnittlichen Bedarfs in Deutschen Gebäuden.) Dadurch werden sogar die hohen Anforderungen des KfW-Effizienzhauses noch übertroffen.

Die Wärmedämmung des Gebäudes ist so gut, dass auf eine aktive Beheizung des Gebäudes verzichtet werden kann. Passivhäuser werden besonders luftdicht gestaltet, sodass eine raumlufttechnische Anlage notwendig ist.

Nullenergiehaus

Das Nullenergiehaus stellt den nächst höheren Energiestandard für Gebäude nach einem Passivhaus dar. Sinn dieses Gebäudestandards ist es, den externen Energiebezug durch die internen Energiegewinne des Gebäudes aufzuwiegen, sodass am Ende eine ausgeglichene Bilanz mit der Bilanzsumme Null entsteht (Jahresmittel).

Realisiert werden die internen Energiegewinne z. B. durch Photovoltaik-Anlagen oder Solarthermie-Anlagen. Die Dämmung des Gebäudes wird wie bei einem Passivhaus ausgeführt, sodass auch in einem Nullenergiehaus eine raumlufttechnische Anlage notwendig ist. Neben der besonders gut gedämmten Fassade und der hohen Luftdichtheit zeichnet sich ein Nullenergiehaus durch weitere Merkmale aus.

Diese sind einerseits ein geringes Oberflächen/Volumenverhältnis des Gebäudes und andererseits großflächige Fenster in Südausrichtung, um eine große passive Heizwirkung durch die Sonnenenergie zu nutzen. In manchen Fällen wird vor der Fensterfassade nach Süden noch ein Teich angelegt, um Sonnenstrahlen in das Gebäude zu reflektieren.

Plusenergiehaus

Übersteigt der interne Energiegewinn den externen Energiebezug eines Hauses (Jahresmittel), so spricht man von einem Plusenergiehaus. Das Plusenergiehaus stellt somit die höchste Stufe der Gebäudestandards in der energetischen Sanierung dar. Wird ein Nullenergiehaus oder ein Plusenergiehaus unabhängig von öffentlichen Versorgungsstrukturen betrieben, so spricht man von einem autarken Null- bzw. Plusenergiehaus.

Sie überlegen ob eine energetische Sanierung auch für Ihr Eigenheim Sinn machen würde? Machen Sie den Energiecheck und erfahren Sie kostenlos, welche energetischen Sanierungsmaßnahmen sich für Ihr Eigenheim am meisten lohnen.

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