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Inhaltsverzeichnis

Was ist das Gebäudeenergiegesetz?

Im „Gesetz zur Einsparung von Energie und Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden”, vereinfacht „Gebäudeenergiegesetz (GEG)”, ist alles geregelt, das bei einer Altbausanierung oder einem Neubau berücksichtigt werden muss, um einem Mindeststandard an Energieeffizienz zu entsprechen. Die gute Nachricht: Die Änderungen im Vergleich zur EnEV bleiben überschaubar. Mehr Details zu den Änderungen finden Sie hier.

Was regelt das GEG? Im neuen Gesetz finden sich - wie zuvor in der EnEV - vor allem konkrete Vorgaben zu Gebäudehüllen- und Energieeffizienz-Standards. Mit vorgegebenen U-Werten für Dämmungen beispielsweise wird die Frage beantwortet, wie dick Sie dämmen müssen oder auch welche Art von Fenstern Sie mindestens einbauen müssen. Außerdem ist festgelegt, welche Heizung Sie einbauen dürfen und welchen Anteil erneuerbarer Energien Sie nutzen müssen.

Das zuständige „Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat” (BMI) spricht von einem „modernen Gesetz”, es handele sich um ein „auf einander abgestimmtes Regelwerk”. Tatsächlich vereinfacht das GEG insofern die Arbeit für Hausbesitzer, Energieberater und Handwerker, als sie sich nun nicht mehr in drei einzelnen Gesetzestexten zurechtfinden müssen.

Dadurch, dass im neuen Gebäudeenergiegesetz auch bereits die europäischen Vorgaben zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden vollständig umgesetzt sind und das Klimaschutzprogramm 2030 berücksichtigt wird, ist das Gesetz nach Einschätzung des BMI zukunftsfähig.

Das Wichtigste zum Gebäudeenergiegesetz in Kürze

Bild: Energieheld Tipp
  • Anforderungen für Altbau und Neubau werden nicht verschärft
  • Gebäudenah erzeugter Strom gewinnt an Bedeutung
  • Energieausweise enthalten CO2-Emissionen aus Primärenergie
  • Pflicht zur Energieberatung vor Sanierungen in EFH/ZFH
  • Nächste Überprüfung der festgelegten Anforderungen im Jahr 2023
  • Voraussichtlich ab 2026 strengere Regeln für Einbau neuer Ölheizungen

Ablösung von EnEV, EnEG und EEWärmeG

Bild: GEG ersetzt EnEV-Recht
Das GEG löst EnEV und weitere Richtlinien ab | © Wolfilser / shutterstock.com

Doch was ist das neue Gebäudeenergiegesetz eigentlich und welche alten Richtlinien werden abgelöst? Die Antwort ist einfach.

Das GEG fasst im Einzelnen die bisherige Energieeinsparverordnung (EnEV), das bisherige Energieeinsparungsgesetz (EnEG) und das bisherige Enerneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) zu einem Gesetz zusammen. Während bislang jedes einzelne Werk seine Berechtigung hatte, gibt es nun nur noch ein einziges Gesetz.

Geschichte der EnEV

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) war bislang das wichtigste Mittel zur Umsetzung der deutschen Energie- und Klimaschutzpolitik. Die erste Fassung war im Jahr 2002 in Kraft getreten, seither hatte es immer wieder Novellen gegeben (EnEV 2004, EnEV 2009, EnEV 2014). Schon die EnEV sollte eine Vereinfachung darstellen und hatte unter anderem die Heizungsanlagenverordnung und die Wärmeschutzverordnung zusammengefasst. In der Verordnung war bestimmt, wie die Anforderungen der zugehörigen Gesetze umgesetzt bzw. im Detail ausgeführt werden sollen.

Geschichte des EnEG

Das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) war ein echter Dinosaurier unter den Energiegesetzen und diente als Rechtsgrundlage für die EnEV. Es war bereits 1976 als Folge der Ölkrise in Kraft getreten und zuletzt im Jahr 2013 geändert worden. Im Gegensatz zur EnEV war im EnEG nicht konkret genannt, wie etwas umgesetzt werden muss, sondern nur was umgesetzt werden soll. Das EnEG war entsprechend weniger konkret als die EnEV. Die Kernbotschaft war sinngemäß: Es braucht einen angemessenen Wärmeschutz für „vermeidbare Energieverluste”, um so Energie zu sparen.

Geschichte des EEWärmeG

Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) war im Jahr 2009 in Kraft getreten und legte die rechtlichen Weichen für den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien in deutschen Wohngebäuden. Die wichtigste Botschaft sinngemäß: In Neubauten muss der Wärmebedarf zu einem Teil durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Die Begründung unter anderem: Klimaschutz, Schonung fossiler Ressourcen und Minderung der Abhängigkeit von Energieimporten.

Für wen gilt das GEG 2020?

Das aktuell gültige GEG, in dem die drei vorgenannten Gesetze und Richtlinien zusammengeführt worden sind, gilt grundsätzlich für Gebäude, die beheizt oder gekühlt werden - und richtet sich damit wie bereits erwähnt vor allem an Bauherren und Immobilieneigentümer. Handwerker und Energieberater müssen die Regelungen im Detail umsetzen - etwa U-Werte der neuen Dämmung oder die Vorgaben zur Erstellung eines Energieausweises einhalten.

Es gibt allerdings auch Ausnahmen. Das GEG gilt beispielsweise nicht bei Gebäuden, die weniger als vier Monate im Jahr genutzt werden (z. B. Ferienwohnungen), unterirdischen Bauten, Traglufthallen, Zelten und bestimmten Betriebsgebäuden (u. a. zur Aufzucht von Tieren oder Pflanzen)

Neubauten und Sanierungen ab 1. November 2020

Damit es während der laufenden Planungen oder Sanierungsarbeiten keine Probleme gibt, sind die Anwendung und Gültigkeit des GEG klar geregelt. Maßgeblich für die Wirksamkeit bei Neubauten ist nach § 111 GEG das Datum des Bauantrags. Das heißt: Ist der Bauantrag vor dem 1. November 2020 gestellt worden, gelten weiterhin die alten Regelungen der EnEV und noch nicht das GEG.

Dasselbe gilt im Altbau für Sanierungen, Erweiterungen, Ausbau oder ähnliche Vorhaben. Sofern die Arbeiten - wenn überhaupt nötig - schon vor dem 1. November 2020 bei der entsprechenden Behörde angekündigt wurden, gelten weiterhin die EnEV-Richtlinien für die Umsetzung. Das betrifft explizit Bauanträge, Anträge auf Zustimmung sowie Bauanzeigen.

Bild: Energieheld Tipp
  • Das GEG ist verbindlich für Bauherren und Hauseigentümer
  • Es kommt zur Anwendung bei Wohngebäuden, die mehr als vier Monate pro Jahr genutzt werden
  • Handwerker und Energieberater müssen die Standards umsetzen
  • Welche Regeln gelten, bestimmt das Antragsdatum bei der Behörde
  • Bauantrag/Bauanzeige am 31.10.2020 oder früher: EnEV
  • Bauantrag/Bauanzeige am 1.11.2020 oder später: GEG

Keine verschärften Bestimmungen

Bild: Gebäudeenergiegesetz Rechtliches
Keine Verschärfungen im GEG | © Deflet / shutterstock.com

Inhaltlich haben sich mit der Zusammenführung zum GEG keine strengeren Bestimmungen ergeben, was das zuständige BMI explizit bestätigt. Es ergeben sich somit erstmal keine Nachteile.

„Das aktuelle energetische Anforderungsniveau für Neubauten und Sanierung wird nicht verschärft”, heißt es. Der Grund: „Weitere Steigerungen der Bau- und Wohnkosten sollen vermieden werden.”

Im Bereich der Gebäudehülle, also der Dämmung, bleiben die wesentlichen Aspekte gleich. So bleiben beispielsweise die U-Werte, die Eigenheimbesitzer einhalten müssen, wenn sie ihren Altbau sanieren, unverändert. Der U-Wert wird auch als Wärmedurchgangskoeffizient bezeichnet und gibt vereinfacht gesagt an, wie viel Wärme durch das Bauteil oder die Dämmung hindurch verloren geht. Die wichtigsten U-Werte in der Übersicht:

Bauteil Alt (EnEV) Neu (GEG)
Außenwände, Dachflächen, oberste Geschossdecke max. 0,24 W/(m²k) max. 0,24 W/(m²k)
Fenster (Standard) max. 1,3 W/(m²k) max. 1,3 W/(m²k)
Dachflächenfenster max. 1,4 W/(m²k) max. 1,4 W/(m²k)
Kellerwände max. 0,3 W/(m²k) max. 0,3 W/(m²k)

(Quelle: EnEV 2014 Anlage 3 zu den §§ 8 und 9; GEG Anlage 7 zu § 48)

Das Verbot zum Betrieb von „Heizkessel[n], die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickt werden” wird weiterhin fortlaufend 30 Jahre nach Einbau wirksam. Das heißt: Nach 30 Jahren in Betrieb gilt eine Austauschpflicht für alte Heizkessel. Ausnahmen sind wie schon in der EnEV Brennwertkessel, Niedertemperaturkessel und Heizkessel mit weniger als 4 kW Leistung.

Wesentliche Neuerungen des GEG

Bild: Erneuerbare Energien am Haus
Erneuerbare Energien spielen eine große Rolle | © Diyana Dimitrova / shutterstock.com

Neu ist im GEG, dass die Pflicht zur Nutzung erneuerbarer Energien im Neubau jetzt auch durch die Nutzung von „gebäudenah erzeugtem Strom” aus erneuerbaren Energien erfüllt werden kann. Das ist ein Vorteil für Sie als Hausbesitzer.

Wer z. B. eigenen Solarstrom mit einer Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) produziert, kann sich dies in der Energieberechnung nach GEG anrechnen lassen und so die Anforderungen leichter erfüllen. Dabei handelt es sich um die vom BMI so bezeichneten „Flexibilisierungsoptionen”.

Die Bedingungen für den Einbau neuer Ölheizungen ändern sich vorerst nicht, ab 2026 ist jedoch ein bestimmter Anteil erneuerbarer Energie gefordert. Der Einbau von Brennwertkesseln ohne eine Unterstützung aus erneuerbaren Energien (z. B. Solarthermie) bleibt bis dahin weiter möglich. Ökologisch und ökonomisch (Förderung) ist eine entsprechende Kombination jedoch auch jetzt schon sinnvoll.

Energieausweise enthalten neuerdings zusätzliche Informationen. In ihnen müssen seit November 2020 die Kohlendioxid-Emissionen des Gebäudes angegeben werden, die sich - je nach Art des Energieausweises - aus dem Primärenergiebedarf oder Primärenergieverbrauch ergeben. Damit enthält das Dokument mehr Details, die die Klimawirkung berücksichtigen.

Neu ist ebenso eine für Eigentümer verpflichtende Energieberatung (Beratungsgespräch) vor der Sanierung von Einfamilienhäusern und Zweifamilienhäusern (maximal zwei Wohnungen). Käufer entsprechender Gebäude haben nach Übergabe des Energieausweises ein informatorisches Gespräch mit einem Energieberater zu führen, „wenn ein solches Beratungsgespräch als einzelne Leistung unentgeltlich angeboten wird".

Photovoltaik statt Solarthermie im Neubau

Wie bereits erwähnt, kann die Erneuerbare-Energien-Pflicht im Neubau jetzt auch mit selbst erzeugtem Strom erfüllt werden - z. B. durch Solarstrom aus Photovoltaik oder auch Windenergie aus einem kleinen Windrad im Garten. Nach den EnEV-Bestimmungen konnte dieser bestimmte Anteil nur durch heizungsunterstützende Solarthermie (Wärme aus Sonnenenergie) realisieren werden.

Fazit: Vorteile für Eigenheimbesitzer?

Bild: Hausbesitzer und Vorteile im GEG
Vorteile für Hausbesitzer im GEG | © SpeedKingz / shutterstock.com

Es bleibt festzuhalten: Die Änderungen im Vergleich zu EnEV, EnEG und EEWärmeG sind relativ überschaubar. Geforderte Dämmwerte z. B. für Außenwände, Fenster und Dach bleiben gleich und auch im Bereich Heizung gibt es keine wesentlichen Änderungen.

Tatsächlich ergeben sich aus dem neuen GEG sogar Vorteile für Hausbesitzer bzw. Immobilieneigentümer. Allen voran müssen nicht mehr mehrere Gesetzestexte einzeln betrachtet und deren Abhängigkeiten voneinander besonders geprüft werden. Außerdem gewinnt gebäudenah erzeugter Strom an Bedeutung, weil er für die Deckung des Anteils erneuerbarer Energien herangezogen werden kann. Energieausweise sind künftig detaillierter und bieten so einen Mehrwert.

In seiner jetzigen Form wird das GEG voraussichtlich noch bis mindestens ins Jahr 2023 Bestand haben. Eine Klausel sieht vor, dass - entsprechend dem Klimaschutzprogramm 2020 - dann die energetischen Anforderungen an Neubau und Bestandsbau nochmals überprüft und ggf. angepasst werden.

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