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Allgemeines - Dachvermietung im Jahr 2019

Vor einigen Jahren war die Dachvermietung noch ein lukratives Geschäft für alle Beteiligten. Der Besitzer musste kein finanzielles Risiko mit einer eigenen Photovoltaik-Anlage eingehen und konnte trotzdem von regelmäßigen Einnahmen profitieren. Wichtigste Basis hierfür war die enorm hohe Einspeisevergütung.

Zusammen mit der Einspeisevergütung ist jedoch der Markt für Dachvermietungen bis heute stark geschrumpft, weil Kosten und Nutzen bei vielen kleineren Dächern einfach nicht mehr in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen. Im Jahr 2019 wird die Dachvermietung zwar noch praktiziert, aber nur bei sehr großen Flächen und meist nur, um in den Genuss einer kostenlosen Dachsanierung zu kommen.

Bild: Energieheld Tipp

Es gibt einige Ausnahmefälle, aber im Allgemeinen ist die Dachvermietung kein lohnendes Geschäft mehr und wird daher besonders unter 600 m² nur noch selten angeboten. Stattdessen sollten Sie darüber nachdenken, ob sich vielleicht eine eigene Photovoltaik-Anlage rentieren könnte.

Funktionsweise und Gewinn-Modelle

Bei einer Dachvermietung können Sie von verschiedenen Modellen profitieren. Ist das Dach grundsätzlich in Ordnung und tragfähig, dann fallen die Mieteinnahmen selbstverständlich höher aus ,als wenn erst eine umfassende Dachsanierung durchgeführt werden muss.

Gewinn bei der Dachvermietung Erläuterung Einnahmen
Miete pro m² beziehen Unabhägig vom Solarertrag erhalten Sie eine jährliche oder monatliche Zahlung pro m². Rechnen Sie mit jährlich 3 - 5 € pro m²
Anteil an den Einnahmen Sie werden abhängig vom Solarertrag vergütet. Das kann für Sie gut oder auch schlecht ausfallen. Rund 5 % Gewinnbeteiligung sind realistisch
Einmalige Zahlung Es wird ein grober Ertrag für einen festgeschriebenen Zeitraum ermittelt. Davon bekommen Sie dann einen Teil als einmalige Zahlung. Etwa 5.000 - 10.000 €
Kostenlose Dachsanierung Das Dach wird erst saniert und dann mit PV ausgestattet. Für Sie entstehen keine Kosten. Kaum nennenswerte Einnahmen, aber kostenlose Sanierung
Direktbezug des Stroms Sie beziehen selber Strom aus der vermieteten Dachfläche. Dieser ist in der Regel deutlich günstiger als aus dem Netz. Ersparnisse bei Stromkosten

Die richtige Dach-Größe für die Vermietung

Bild: Dach-Größe für Dachvermietung
Ab 600 m² ist eine Dachvermietung rentabel | © Pexels / pixabay.com CC0

Nicht jedes Dach eignet sich für die Vermietung. Heute werden hauptsächlich Dächer ab 200 oder sogar nur noch 600 Quadratmetern angemietet, weil sich der ganze Aufwand ansonsten nicht lohnt.

Auch sollte die Dachneigung zwischen 30 und 35 Grad liegen, aber das wird dann im Einzelfall genau geprüft. Besonders bei Einfamilienhäusern brauchen Sie über eine Dachvermietung eigentlich nicht nachzudenken. Die Nachfrage ist äußerst gering und eine eigene Anlage lohnt sich selbst mit dem Kredit 270 der KfW viel eher.

Dach-Größe Dachvermietung realistisch?
100 - 150 m² (Einfamilienhaus) Sehr unwahrscheinlich
200 - 600 m² (kleinere Scheune) In Ausnahmefällen
ab 600 m² (Maschinenhalle oder Stall) Gute Größe für Dachvermietung

Vorteile und Nachteile bei der Dachvermietung

Wie bei jedem Geschäft gibt es auch bei einer Dachvermietung gewisse Vorteile und Nachteile. Ihr größter Vorteil ist die Möglichkeit, eine günstige oder sogar kostenlose Dachsanierung durchführen zu lassen. Außerdem müssen Sie kein finanzielles Risiko beim Kauf der Photovoltaik-Anlage eingehen, selbst wenn das Dach noch in Ordnung ist.

Ebenso haben Sie jedoch den Nachteil, die Photovoltaik-Anlage nicht selbst zu besitzen. Dasselbe Geschäftsmodell, das der Dachpächter anstrebt, könnten Sie selbst realiseren und dabei deutlich höhere Gewinne einfahren. Auch Sie können dabei einen Kredit der KfW nutzen, um die PV-Anlage und die Dachsanierung in einem Zuge zu bezahlen.

Vorteile Nachteile
Kostenlose Dachsanierung möglich Einnahmen sind sehr gering
Kein Risiko beim Kauf einer PV-Anlage Eigene PV-Anlage ermöglicht deutlich höhere Gewinne
Kleine Zusatzeinnahmen, wenn man sich ansonsten nicht mit dem Thema PV auseinandersetzen möchte  
Günstiger Strom bei Direktversorgung  

Wirtschaftlichkeit der Dachvermietung - lohnt sich das?

Die Dachvermietung scheint im ersten Moment eine sinnvolle Möglichkeit zu sein, um mit ungenutzten Dachflächen Geld zu verdienen. Auf den zweiten Blick wird aber deutlich, dass sich die Investition in eine eigene Anlage viel eher rentiert.

Darüber hinaus ist der Markt für die Dachvermietung in den letzten Jahren gemeinsam mit der Einspeisevergütung erheblich geschrumpft. In vielen Fällen wird es daher schwierig werden, überhaupt einen Investor für das eigene Dach zu finden.

Das Geschäftsverhältnis / Pachtvertrag

Das Geschäftsverhältnis zwischen Hauseigentümer und Photovoltaik-Anlagenbetreiber wird durch einen Pachtvertrag festgehalten. Dieser gilt meist für 20 Jahre - über diesen Zeitraum wird die Zahlung der Einspeisevergütung garantiert (bei Großanlagen irrelevant).

Verpflichtungen bestehen meist dahingehend, die Fläche verständlicherweise nicht für andere Zwecke zu nutzen oder zu verschatten (z. B. neues Gebäude davor errichten). Nach Ablauf der anfangs gesetzten Frist wird die Photovoltaik-Anlage wieder demontiert. Gegebenenfalls können Sie diese gegen einen Abschlag auch selbst weiter nutzen.

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