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So funktioniert die Warmwasser-Bereitung mit Solarthermie

Bereits vor über 200 Jahren legte Horace-Bénédict de Saussure den Grundstein für die moderne Solaranlage. In Zeiten knapp werdender Rohstoffe und steigender Energiekosten ist diese Technologie jedoch aktueller denn je. Besonders der Endverbraucher profitiert vom bereits ausgereiften Know-how der Solaranlagen-Hersteller.

Um Trinkwasser mit einer Solaranlage erwärmen zu können, werden entsprechende Sonnen-Kollektoren auf dem Dach, oder einer anderen freien Fläche installiert und mit einem Puffer- bzw. Solarspeicher verbunden. Treffen nun die Sonnenstrahlen auf den Kollektor der Solarthermie-Anlage, wird die Wärme auf ein Gemisch aus Wasser und umweltfreundlichem Frostschutzmittel übertragen, das zwischen Wärmespeicher und Kollektor zirkuliert.

Der Pufferspeicher absorbiert die gewonnene Energie und speichert sie dann bis zur tatsächlichen Nutzung. Im jährlichen Durchschnitt lassen sich mit solch einer Solaranlage bis zu 65 Prozent des häuslichen Warmwasserbedarfs decken. Insgesamt darf jedoch nicht außer Acht gelassen werden, dass eine Solarthermie-Anlage zur Bereitung von Warmwasser nicht grundlos als einfache Einstiegs-Variante gilt.

Die Kapazitäten reichen letztendlich nur für die Erwärmung des häuslichen Trinkwassers aus, sodass ausschließlich der Bedarf für Dusche, Waschmaschine etc. vollständig gedeckt werden kann. Um darüber hinaus noch eine Heizungsunterstützung gewährleisten zu können, muss eine Solarthermie-Anlage deutlich größer dimensioniert sein.

Anlagenplanung

Für die richtige Anlagenplanung sind nur wenige Faktoren zu klären: Die Größe des Pufferspeichers / Warmwasserspeichers und Art, sowie Richtung und Neigungswinkel des Kollektors. Die Dämmung des Gebäudes ist bei der Anlagenplanung der Solaranlage für die Bereitung von Warmwasser nicht relevant, sollte bei der heizungsunterstützenden Variante jedoch berücksichtigt werden.

Für eine Solarthermie-Anlage zur Warmwasser-Bereitung wird weniger Kollektorfläche (nur etwa 1,5 Quadratmeter pro Person) als bei heizungsunterstützenden Varianten benötigt. Der Warmwasserspeicher sollte mindestens 80 Liter pro Person aufweisen.

Bestandteil der Solarthermie-Anlage Größe pro Person
Solarthermiekollektor 1,5 m²
Solarspeicher 80 Liter (mindestens 200 Liter)

Speichersysteme der Solarthermie-Anlage

Bild: Pufferspeicher
Ein Pufferspeicher speichert die Solarenergie als Wärme | © Abbildung: Wolf

Der Solarspeicher, meist auch als Pufferspeicher bezeichnet, ist keine optionale Technik-Spielerei, sondern notwendig, um eine Solaranlage effektiv zur Bereitung des Warmwassers nutzen zu können. Grund dafür ist die allgemein bekannte Tatsache, dass die Sonne nur tagsüber scheint und damit nur in dieser Zeit Wärmeenergie liefert.

Die meisten Menschen benötigen das Warmwasser jedoch erst am Abend, sodass die Wärme bis dahin zwischengelagert werden muss. An dieser Stelle kommen Pufferspeicher ins Spiel. Es existieren verschiedene Systeme, um Heizungs- und Trinkwasser warm zu halten. Dabei ist die Hauptfrage, ob beides gemeinsam oder getrennt erwärmt werden soll.

Heizung- und Trinkwasser befinden sich in jedem Fall in unterschiedlichen Kreisläufen, können aber beispielsweise energie- und platzsparend in einem sogenannten Kombispeicher untergebracht werden. Alternativ können separate Warmwasserspeicher aufgestellt werden, die jedoch weitaus aufwändiger installiert und gesteuert werden müssen.

Kosten und Förderung für Solarthermie

Aufgrund der geringen Größe liegen die Preise für eine Solarthermie-Anlage zur Warmwasser-Bereitung zwischen 4.000 und 6.000 Euro. Die Kosten hängen dabei stark von der Bauweise des Kollektors ab.

Solaranlage Kosten
Solarthermie-Anlage zur Warmwasser-Bereitung 4.000 - 6.000 €

Eine Solarthermie-Anlage für die Heizungsunterstützung oder einer Kombination aus Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung kostet etwas mehr. Kombi-Anlagen liegen preislich bei etwa 7.500 bis 11.000 Euro. Die Kosten können jedoch durch Förderung erheblich gesenkt werden.

Förderung vom BAFA

Eine direkte Förderung für Solarthermie-Anlagen bietet das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) an. Statt der früheren, nach Leistung gestaffelten Pauschalbeträge vergibt das BAFA bereits seit 2020 eine prozentual basierte Förderung.

So erhält man jetzt immer 30 Prozent der förderfähigen Kosten, sofern die Anlage beim BAFA als förderfähig gelistet ist. Das gilt auch noch nach der jüngsten Fördernovelle 2021 und der neu eingeführten „Bundesförderung für effiziente Gebäude” (BEG). In der entsprechenden Liste sind weit mehr als 1.000 Solarthermie-Anlagen sämtlicher namhafter Hersteller verzeichnet.

Neu 2021 ist die Möglichkeit, die Förderung von 30 Prozent auf 35 Prozent zu erhöhen. Wenn die neue Solarthermie-Anlage vor dem Einbau Bestandteil eines individuellen Sanierungsfahrplans (ISFP) gewesen ist, kann der ISFP-Bonus angewendet und so mehr Förderung eingestrichen werden. Unsere Energieberater sind Ihnen bei Fragen zur Solarthermie-Förderung gern behilflich.

Förderung von der KfW

Sollte Ihnen das Eigenkapital zur Anschaffung einer Solarthermie-Anlage zur Warmwasserbereitung fehlen, bietet die Kreditsanstalt für Wiederaufbau (KfW) seit 01.07.2021 auch den zinsgünstigen Kredit KfW 262 inklusive Tilgungszuschuss von 30 Prozent der Kreditsumme von höchstens 60.000 Euro - also bis zu 18.000 Euro Förderung an. Sie müssen also nicht den ganzen Kredit zurückzahlen. Wurde die Installation der Solarthemie-Anlage in einem iSFP empfohlen, können Sie sogar 35 Prozent der Kreditsumme, also 21.000 Euro Förderung erhalten.

Zudem können Sie sich die Anschaffung einer Solarthermie-Anlage von der KfW im Rahmen von Neubauten oder Sanierungen nach Effizienzhaus-Standard fördern lassen. Allerdings erfolgt die Förderung nur anteilig an den Gesamtkosten. Dabei steht im Gebäudebestand ein Zuschuss (KfW 461), bzw. Tilgungszuschuss (KfW 261) von höchstens 50 % der förderfähigen Kosten bzw. der Kreditsumme von höchstens 150.000 Euro, also maximal 75.000 Euro als Förderung zur Verfügung. Im Neubau sind es bei gleichem Investitions- bzw. Kreditrahmen immerhin 25 Prozent, also maximal 37.500 Euro.

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