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Beratung zur Förderung

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung - neue Fördersätze und Strukturen

Die Novellierung der Förderung durch die Bundesregierung besteht im Wesentlichen aus zwei Hauptkomponenten. Einerseits ist die Förderung inhaltlich stark überarbeitet worden - insgesamt sind die Fördersätze gestiegen. Allerdings sind einige Förderungen auch ersatzlos gestrichen worden.

Gleichzeitig wurde die Förderung neu strukturiert. So wurden wichtige Aufgaben der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) übertragen. Außerdem wurde mit der steuerlichen Absetzbarkeit von Sanierungskosten alternativ zur Förderung durch die Förderinstitute ein weiteres wichtiges Förderinstrument geschaffen.

Bild: Energieheld Tipp

Die Pflicht einen Energieberater bei der Heizungsmodernisierung in die Beantragung der Förderung einzubinden besteht zwar nicht überall, es ist aber nach wie vor dringend zu empfehlen. Das liegt vor allem an den zahlreichen, teils an sehr komplexe Voraussetzungen geknüpften und für Laien nur schwer überschaubaren, Änderungen der Förderbedingungen.

Die wichtigsten Änderungen im Überblick

Bild: Geld, Modellhaus, Baupläne
Die Förderung steigt ab 2020 | © Tim Reckmann / Flickr.com CC-BY 2.0

Zu den wichtigsten Änderungen der Förderung energetischer Sanierungen gehört, dass Brennwertheizungen, die allein auf Basis fossiler Energieträger arbeiten, seit dem 01.01.2020 nicht mehr als Einzelmaßnahmen gefördert werden. Im Rahmen der Effizienzhaussanierung werden auch nur noch Gas-Brennwertheizungen gefördert. Ölheizungen werden dagegen gar nicht mehr gefördert.

Ab 2026 soll der Einbau neuer Ölheizungen sogar nur noch in Ausnahmefällen erlaubt sein. Außerdem werden Heizungen zukünftig hauptsächlich vom BAFA gefördert. Ausnahmen sind hier lediglich die Brennstoffzelle (gefördert durch das KfW-Programm 433) sowie der Einbau einer neuen Heizung im Rahmen einer Effizienzhaus-Sanierung. Die KFW wird dagegen verstärkt die energetische Sanierung der Gebäudehülle und die Errichtung energieeffizienter Neubauten fördern. Zudem wurde die Möglichkeit geschaffen, Kosten für Sanierung oder Neubau teilweise steuerlich abzusetzen.

Förderung der Heizung

Um als Einzelmaßnahme gefördert zu werden, muss eine Gas-Brennwertheizung als „Renewable Ready“ geplant werden. Das bedeutet, dass der Umbau zur Hybridheizung vorbereitet ist und binnen zwei Jahren umgesetzt wird. Es ist davon auszugehen, dass die Umsetzung kontrolliert wird. Die Förderung beträgt 20 Prozent der förderfähigen Investitionskosten. Außerdem ist es möglich, eine Gas-Brennwertheizung im Rahmen einer Effizienzhaus-Sanierung fördern zu lassen. Öl-Brennwertheizungen werden dagegen gar nicht mehr gefördert. Dafür wurden im Gegenzug die Fördergelder für Hybridheizungen und Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien angehoben.

Für eine Hybridheizung aus Gas-Brennwertkessel und z. B. Solarthermie bekommt man zukünftig bis zu 30 Prozent der förderfähigen Investitionskosten und für den Einbau einer Heizung ausschließlich auf Basis erneuerbarer Energien bis zu 35 Prozent. Außerdem wurde eine „Austauschprämie” für den Ersatz alter Ölheizungen durch umweltfreundlichere Heizungen eingeführt. Für den Austausch einer alten Ölheizung gegen eine Hybridheizung aus Gas und z. B. Solarthermie gibt es bis zu 40 Prozent, und wer sein Eigenheim statt mit Öl ausschließlich mit erneuerbaren Energien wie Biomasse oder Umgebungswärme beheizt, der bekommt sogar bis zu 45 Prozent Förderung.

Dämmung der Gebäudehülle

Außerdem wird die Dämmung der Gebäudehülle, also der Austausch alter Fenster gegen 2-fach- oder 3-fach-verglaste Energiesparfenster sowie die Dämmung von Dach, Fassade und Keller, in Zukunft deutlich höher als bisher gefördert. Dafür wird die Förderung von Einzelmaßnahmen im Rahmen des Zuschussprogramms KfW 430 und des Kreditprogramms KfW 152 (Tilgungszuschuss) auf bis zu 20 Prozent der förderfähigen Investitionskosten, also maximal 10.000 Euro je Wohneinheit, erhöht. Für die Effizienzhaussanierung in den Programmen KfW 430 und KfW 151 werden die Förderzuschüsse sogar auf bis zu 40 Prozent, also maximal 48.000 Euro je Wohneinheit, erhöht.

Die Mindestförderung beträgt 25 Prozent, was immerhin 30.000 Euro entspricht. Gleichzeitig steigt der maximale Kreditrahmen um 20.000 Euro auf 120.000 Euro an. Die Förderung für den Bau oder Kauf eines KfW-Effizienzhauses wird ebenfalls auf mindestens 15, maximal aber 25 Prozent der Investitionskosten erhöht. Das entspricht einer Förderung von mindestens 18.000 und maximal 30.000 Euro. Die Änderungen gelten seit dem 24.01.2020. Ab 2021 werden die Förderprogramme von KfW und BAFA in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zusammengefasst. Im „One Stop Shop” können Förderempfänger dann alle gewünschten Maßnahmen in nur einem Antrag zusammenfassen.

Grafik: RENEWA Fördermittelservice
RENEWA bietet Ihnen eine professionelle Fördermittelberatung | © RENEWA GmbH

Änderungen bei der KfW

Die wohl bedeutendste Änderung der Förderung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist, bis auf wenige Ausnahmen, der Wegfall der Förderung für Heizungen auf Basis fossiler Energieträger. Das Heizungs- und Lüftungspaket der Programme KfW 430 und KfW 152 ist dementsprechend mit Jahresbeginn 2020 gestrichen worden. Das bedeutet, dass Gas- und Öl-Brennwertkessel sowie ölbetriebene Blockheizkraftwerke (BHKW) generell nicht mehr als Einzelmaßnahme gefördert werden. Bereits bewilligte Förderungen aus dem Jahr 2019 werden aber noch ausgezahlt, selbst wenn die Maßnahme in 2020 durchgeführt werden muss.

Das gilt sowohl für die Förderprogramme „Energieeffizient Sanieren” KfW 152 und KfW 430 als auch für die Förderung KfW 153 („Energieeffizient Bauen“) und KfW 167 („Energieeffizient Sanieren - Ergänzungskredit“). Allerdings wird die Installation einer Brennstoffzelle (KfW 433) auch weiterhin gefördert. Außerdem stehen der Ergänzungskredit KfW 167 zur Förderung von Heizungsanlagen auf Basis erneuerbarer Energien sowie das Programm KfW 153 zum Kauf oder Bau eines Effizienzhauses nach wie vor zur Verfügung, solange keine Öl-Brennwertheizungen verbaut werden. Die Programme KfW 153 und KfW 167 sind zudem mit der Förderung des BAFA kombinierbar.

Der Fokus der KfW-Förderung ist seit dem 24.01.2020 jedoch hauptsächlich auf die energetische Sanierung der Gebäudehülle sowie den Bau energieeffizienter Gebäude gerichtet. Dabei wird die Förderhöhe ausschließlich prozentual auf Basis der Investitionskosten berechnet, wobei die Förderung gedeckelt ist. Festgelegte pauschale Fördersätze gibt es nicht mehr. Ansonsten gilt nach wie vor, dass Anträge vor Beginn der Bauarbeiten vor Ort von einem Energieberater online bei der KfW eingereicht werden müssen. Eine Förderung hierfür können Sie von der KfW (KfW 431) oder auch vom BAFA erhalten.

KfW Förderprogramme 2020 Gewerk Kombinierbar Förderhöhe
KfW 433 Brennstoffzelle Heizung nein 5.700 € + variabler Betrag
KfW 431 Energieberatung ja (KfW 430, 151/152, 153) 50 % der förderfähigen Kosten, maximal 4.000 €
KfW 430 Dämmung / Fenster / Türen nein Zuschuss von 20 % der förderfähigen Investitionskosten (50.000 €), maximal 10.000 € als Einzelmaßnahme
Dämmung / Fenster / Türen / Heizung (keine Ölheizung) / Solarthermie Zuschuss von mindestens 25 % bis maximal 40 % der förderfähigen Investitionskosten (max. 120.000 €), also 30.000 bis 48.000 € für die Sanierung zum Effizienzhaus
KfW 151 Dämmung / Fenster / Türen / Heizung (keine Ölheizung) / Solarthermie nein Tilgungszuschuss von mindestens 25 % bis maximal 40 % der Kreditsumme, also 30.000 bis 48.000 € für die Sanierung zum Effizienzhaus (Kredtisummme max. 120.000 €)
KfW 152 Dämmung / Fenster / Türen nein Tilgungszuschuss von 20 % der Kreditsumme, maximal 10.000 € als Einzelmaßnahme (max. Kreditsumme 50.000 €)
KfW 153 Dämmung Gebäudehülle + Fenster / Türen  ja (BAFA) Kreditsumme maximal 120.000 €, Tilgungszuschuss von mindestens 15 % bis maximal 25 % der Kreditsumme, also maximal 30.000 €
KfW 167 EE* Heizungen + Hybridheizungen, die die Förderbedingungen des MAP des BAFA erfüllen ja (BAFA) Kreditsumme maximal 50.000 €

*Erneuerbare Energien

Grafik: RENEWA Fördermittelservice
RENEWA bietet Ihnen eine professionelle Fördermittelberatung | © RENEWA GmbH

Änderungen beim BAFA

Bild: Öl-Brennwertheizung
Wird nicht mehr gefördert: die Öl-Brennwertheizung | © gcpics / shutterstock.com

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert im Rahmen des Marktanreizprogramms (MAP) nach wie vor die Anschaffung/Installation von Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien (bis zu 35 Prozent der Investitionskosten). Anders als bisher wird in Zukunft auch die Anschaffung eines neuen Gas-Brennwertkessels gefördert, wenn dieser bestimmte Voraussetzungen erfüllt.

Dazu muss er so installiert werden, dass er mit einer Heizung auf Basis erneuerbarer Energien kombiniert werden kann („Renewable Ready”, Vorbereitung für Hybridbetrieb), oder er muss direkt als fertige Hybridheizung eingebaut werden. In beiden Fällen muss die Heizung auf Basis erneuerbarer Energien (z. B. Solarthermie) mindestens 25 Prozent der Heizlast decken. Außerdem fördert das BAFA den Austausch von alten Ölheizungen gegen Hybridheizungen aus Gas und einer Heizung auf Basis erneuerbarer Energien, energieeffiziente Hybridheizungen sowie Heizungen allein auf Basis erneuerbarer Energien.

Eine weitere wichtige Änderung ist, dass das BAFA keine pauschalen Festbeträge mehr vergibt. Die Förderbeträge werden stattdessen prozentual anhand der förderfähigen Investitionskosten berechnet. Der Antrag auf Förderung ist beim BAFA online vor der Auftragsvergabe zu stellen. Die Einbindung eines Energieberaters ist nicht vorgeschrieben. Es ist jedoch empfehlenswert ihn hinzuzuziehen, da eine gewerkeübergreifende Planung von einzelnen Fachbetrieben kaum zu bewerkstelligen ist. Sein Einsatz kann sowohl vom BAFA als auch von der KfW gefördert werden und lohnt sich fast immer.

BAFA Förderprogramm 2020 Heizungstyp Kombinierbar Förderhöhe
Wärme aus erneuerbaren Energien Gas-Brennwertkessel „Renewable Ready" ja (KfW 153 + KfW 167) 20 % der förderfähigen Investitionskosten
Hybridheizung aus Gas-Brennwertheizung und EE* Heizung ja (KfW 153 + KfW 167) 30 % der förderfähigen Investitionskosten
Solarthermie ja (KfW 153 + KfW 167) 30 % der förderfähigen Investitionskosten
Biomasse, Wärmepumpe ja (KfW 153 + KfW 167) 35 % der förderfähigen Investitionskosten
Wärme aus erneuerbaren Energien; Austauschprämie Austausch Ölheizung gegen Hybridheizung aus Gas-Brennwertheizung und EE* Heizung ja (KfW 153 + KfW 167) 40 % der förderfähigen Investitionskosten
Austausch Ölheizung gegen Heizung auf Basis erneuerbarer Energien ja (KfW 153 + KfW 167) 45 % der förderfähigen Investitionskosten

*Erneuerbare Energien

Steuerliche Förderung

Deutlich höher als bisher fällt in Zukunft auch die steuerliche Förderung von energetischen Sanierungen aus. Sie ist quasi als zusätzliche bzw. alternative „Säule” der Förderung neben den Förderungen von KfW und BAFA gedacht. So ist es möglich, 20 Prozent der förderfähigen Investitionskosten steuerlich abzusetzen, wobei diese bei 200.000 Euro gedeckelt sind. Insgesamt kann man also bis zu 40.000 Euro Steuern sparen. Das lohnt sich besonders dann, wenn es um Einzelmaßnahmen geht, die den Kostendeckel der KfW von 50.000 Euro überschreiten, oder wenn man es versäumt hat, den Antrag auf Förderung bei KfW oder BAFA rechtzeitig einzureichen.

Der Betrag kann über drei Jahre abgesetzt werden. Als förderfähig gelten die Dämmung der Gebäudehülle (Fenster / Türen, Dach, Fassade, Keller) sowie der Geschossdecken. Außerdem sind die Erneuerung oder die Erstinstallation einer Lüftungsanlage, die Modernisierung der Heizungsanlage und der Einbau digitaler Steuerungs-Systeme zur Verbrauchsoptimierung (Smart Home) absetzbar. Zudem können Maßnahmen zur Optimierung der Heizung steuerlich gefördert werden, sofern diese älter als 2 Jahre ist. Eine generelle Voraussetzung zur steuerlichen Absetzbarkeit ist, dass die Immobilie ein mindestens 10 Jahre altes, selbst genutztes Ein- oder Zweifamilienhaus ist.

Ein Energieberater ist auch hier nicht vorgeschrieben. Es ist jedoch sinnvoll, einen Steuerberater in die Planung mit einzubeziehen. Außerdem sollte man einen Energieberater hinzuziehen, da die Maßnahmen den gleichen Fördervoraussetzungen wie bei der KfW und dem BAFA unterliegen. So kann der Energieberater sicherstellen, dass die gewählten Maßnahmen überhaupt förderfähig sind. Zudem fehlt ohne Energieberater eine abschließende Qualitätskontrolle der durchgeführten Maßnahmen. Die steuerliche Förderung ist nicht mit anderen Förderungen kombinierbar. Die steuerliche Absetzbarkeit gilt von Januar 2020 bis 31.12.2029.

Förderprogramm Förderung in Prozent Förderbetrag
Steuerliche Förderung 20 % der maximal möglichen förderfähigen Investitionskosten maximal 40.000 € über drei Jahre

Fazit

Bils: Präsentation von Energiesparfenstern
Dringend zu empfehlen: die Energieberatung | © J.Filirovska / shutterstock.com

Die mit dem Jahreswechsel 2019 / 2020 in Kraft getretenen Änderungen der Förderungen für Heizungen und die Gebäudehülle sind wichtige Schritte auf dem Weg zum Erreichen der Klimaziele 2030 / 2050. Insbesondere die erhöhten Fördersätze für Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien und die erhöhte Förderung für die Sanierung der Gebäudehülle stellen echte Anreize für Hausbesitzer dar und sind positiv hervorzuheben.

Aber auch die steuerliche Absetzbarkeit ist ein wichtiger Meilenstein in der Sanierungsförderung, dessen Umsetzung in diesem Ausmaß in der Vergangenheit immer wieder gescheitert ist. Weitere wichtige Punkte sind das Ende der Förderung für fossile Brennwertheizungen als Einzelmaßnahme und das Verbot neue Ölheizungen zu installieren, das ab 2026 gilt. Unglücklicherweise hat die Novelle der Förderung hier mit der Förderung von Hybridheizungen aus Gas-Brennwertkessel und z. B. Solarthermie oder von Gas-Brennwertheizungen im Rahmen von Effizienzhaus-Sanierungen eine Hintertür offen gelassen. Allerdings ist gleichzeitig eine CO2-Bepreisung beschlossen worden, die so wirksam ist, dass man eigentlich niemandem mehr den Kauf einer Gasheizung empfehlen kann.

Das gilt auch für die Hybridheizung. Schwer nachvollziehbar ist, dass angesichts der Komplexität der Fördervoraussetzungen und Vorschriften die Pflicht, für das Heizungs-Gewerk einen Energieberater hinzuzuziehen, teilweise weggefallen ist bzw. im Falle der steuerlichen Förderung gar nicht erst eingeführt wurde. Denn selbst für Handwerksbetriebe dürfte es schwierig werden, die Gesamtheit der Fördermöglichkeiten zu erfassen und Sanierungen oder Neubauten gewerkeübergreifend so umzusetzen, dass die Auftraggeber am Ende Besitzer einer ökologisch wie ökonomisch sinnvoll geplanten und realisierten Immobilie sind. Die Einbindung eines Energieberaters sowie ggf. eines Steuerberaters kann man vor diesem Hintergrund nur dringend empfehlen.

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