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Inhaltsverzeichnis

Allgemeines zum Thema Ladekarten

Bild: Ladekarten Allgemeines
Was Sie über Ladekarten wissen sollten | © afrndz / pixabay.com CC0

Das Thema Ladekarten für Elektroautos ist sehr komplex. Auf dem Markt gibt es viele verschiedene Anbieter und Tarife. Nach welchen Kriterien sollte man daher überhaupt eine Ladekarte auswählen?

Welche Ladekarte sich speziell für Sie lohnt, ist stark abhängig vom Wohnort und der individuellen Fahrweise. Generell lässt sich festhalten: Alle Ladekarten, die Sie kostenlos erhalten können, sollten Sie aufbewahren.

Es kann sich schließlich immer eine Gelegenheit ergeben, bei der genau diese eine Ladekarte zum Einsatz kommen kann. Damit Sie einen besseren Überblick über das Thema Ladekarten gewinnen, teilen im folgenden Interview drei Experten Ihre Erfahrungswerte aus der Praxis mit Ihnen.

Energieheld hat nachgefragt, welches die drei besten Ladekarten sind und wie viele Karten man überhaupt benötigt, um mobil zu sein. Außerdem können Sie interessante Antworten zu den monatlichen Kosten lesen. Mit Blick auf die Zukunft werden von den Experten Prognosen dahingehend formuliert, wie sich die Möglichkeiten für das Laden von Elektroautos entwickeln werden.

Diese Experten teilen im folgenden Interview ihre Tipps rund um das Thema Ladekarten mit Ihnen. Denn sie sind vor allem eines: Fachkundig, was die Mobilität der Zukunft und die damit einhergehenden Themen angeht. Die Befragten sind selbst begeisterte Fahrer von Elektroautos oder haben sich beruflich auf das Themengebiet spezialisiert.

Thomas Daiber von hubject.com

Bild: Thomas Daiber
Thomas Daiber von Hubject | © Hubject

Als Geschäftsführer der eRoaming-Plattform Hubject setzt sich Thomas Daiber damit auseinander, wie das Laden von Elektroautos kundenfreundlich und flächendeckend realisiert werden kann. Hubject vernetzt über seine eRoaming-Plattform Ladekarten-Anbieter mit Ladestationsbetreibern zu einem anbieter- und länderübergreifenden Ladenetzwerk – intercharge.

Weltweit sind bereits über 63.000 Ladepunkte in 26 Ländern an die Plattform von Hubject angebunden. Ziel ist, dass Fahrer in der Zukunft mit einem einzigen Zugangsmedium ihr Elektroauto weltweit laden können. Welche Tipps er bereits jetzt im Bereich Elektromobilität für Sie bereithält, erfahren Sie in folgendem Interview.

Matthias Beck von zoemobil.de

Bild: Matthias Beck
Matthias Beck von ZOemobil | © Matthias Beck

Wenn Sie im Internet auf der Suche nach Themen der Elektromobilität sind, dann haben Sie sicher bereits den Blog ZOemobil gefunden. Auf diesem Blog teilt Matthias Beck - neben seiner Selbstständigkeit im IT-Bereich - seine Erfahrungen zu Elektroautos.

Der Blog entstand 2013 aus seiner Leidenschaft für Elektroautos und speziell für das Elektroauto Renault ZOE. Beck schreibt unter anderem über die Leistungsfähigkeit seines Elektroautos.

Dazu gehören für Ihn vor allem Verlässlichkeit, Alltagstauglichkeit und ein breiter Einsatzbereich. Zum Thema Ladetechnik hat der Blog eine gesonderte Rubrik. Seine aktuellen persönlichen Favoriten unter den Ladekarten teilt er im Artikel „Ladekarten-Quartett“.

Kai Domroese von mein-elektroauto.com

Bild: Kai Domroese
Kai Domroese von Mein Elektroauto | © Kai Domroese

Über gegenwärtige Entwicklungen im Bereich der Elektromobile und Hybridautos berichtet Kai Domroese. Er ist der Herausgeber der Online-Plattform mein-elektroauto.com.

Auf dieser Website gibt es eine Fahrzeugdatenbank, die Ihnen Informationen zu den verschiedenen Modellen anzeigt. In der Rubrik Ratgeber können Sie des Weiteren zu Themen wie Akkus und Reichweite von Elektromobilen weiterlesen.

Weitere Informationen erhalten Sie zu den Vorteilen und Nachteilen der Elektromobilität. Außerdem klärt Domroese über die nachhaltige Energieversorgung auf und informiert über Veranstaltungen in diesem Themenbereich.

Die besten 3 Ladekarten - diese sollten Sie kennen

  • Thomas Daiber (Hubject): Es sind bereits über 80 Anbieter von Ladekarten und -Apps auf unserer Plattform, welche über Hubject betreiberübergreifendes Laden anbieten. Die am weitesten verbreiteten Lösungen mit der größten Abdeckung in Europa sind derzeit sicher PlugSurfing, The New Motion und BMW ChargeNow.

    Ich würde jedem Elektroautofahrer beim Abschluss eines Fahrstromvertrages empfehlen, sich genau über die angebotenen Preise bei unterschiedlichen Ladestationsbetreibern zu informieren. Die Frage nach dem richtigen Fahrstromanbieter hängt natürlich auch sehr stark mit dem eigenen Wohn- und Arbeitsort zusammen.

 
  • Matthias Beck (ZOemobil): Erstens ist The New Motion (resp. Derivate wie naturstrom etc.) zu nennen. Gründe dafür sind: Sehr großer Einsatzbereich, sehr viele Ladesäulen auch durch Kooperationen, transparente Kosten und Information zu Ladepunkten durch App. Eventuell ist dieser Anbieter teurer als die anderen Mitbewerber, aber dafür gibt es einen relativ sicheren Erfolg beim Freischalten des Stroms.

    Die zweite Lade-Möglichkeit ist die eCharge App (keine Karte). Folgende Vorteile bietet diese Ladeapp: Zugang zu allen innogy eRoaming-Ladepunkten (ehemals RWE) in Deutschland, großes Netz mit günstigen Preisen besonders in Kombination mit Autostrom-Vertrag von BEW, Online-Info über Belegung der Ladepunkte.

    Als Drittes ist die Ladekarte eines regionalen Anbieters (HomeZone) anzuführen, weil eine solche in der Regel zu einem günstigsten Preis oder sogar kostenfrei zu erhalten ist. Als regionaler Stromkonzern oder Stadtwerk sind sie oft im Verbund mit anderen Systemen (Roaming).

 
  • Kai Domroese (Mein Elektroauto): Für mich sind die drei wichtigsten Ladekarten von NewMotion, Enercity Hannover und die NISSAN: Charge Card.

Wie viele Ladekarten braucht man insgesamt?

  • Thomas Daiber (Hubject): In den meisten europäischen Ländern reicht bereits eine Ladekarte oder App, um an einem Großteil der Ladestationen laden zu können. So gibt es über Hubject in Ländern wie Deutschland, Österreich, Schweiz und den Benelux-Staaten bereits eine länderübergreifende Abdeckung an Ladestationen. Daher kann man diese Frage nur beantworten, wenn man den konkreten Bedarf des Fahrers kennt.

    Möchte der Elektroautofahrer von Portugal bis zum Ural fahren würde er aktuell schon noch ein paar Karten benötigen. Unser Ziel ist es jedoch, bis Ende 2018 eine gute Abdeckung in allen europäischen Ländern zu haben, damit dies nicht mehr notwendig ist.

 
  • Matthias Beck (ZOemobil): Aktuell ist mehr immer noch besser - vor allem für den, der flexibel mit dem Elektroauto unterwegs sein will. Mit den oben genannten Karten bzw. Apps ist man jedoch schon auf einer ziemlich sicheren Seite. Wer es einfacher mag, selten unterwegs lädt und dann auch mal einen höheren Preis in Kauf nimmt, der sollte sich die Karte bzw. den Tarif seines Autoherstellers näher ansehen.

    Eventuell reicht diese Zugangsmöglichkeit für ihn aus oder ist für den individuellen Bedarf im Schnitt sogar die günstigste Lösung.

 
  • Kai Domroese (Mein Elektroauto): Am liebsten sollte man nur eine Ladekarte besitzen müssen - leider gibt es derzeit zu viele verschiedene Lösungen. Aber ich komme mit drei Ladekarten gut zurecht.

Monatliche Kosten für Ladekarten im Vergleich

  • Thomas Daiber (Hubject): Die Preise hängen sehr stark mit den Energiekosten in den jeweiligen Ländern und der Frage, wie abgerechnet wird, zusammen. Manche Ladestationsbetreiber rechnen nach kWh, also Energiemenge ab - andere nach Ladedauer. In Deutschland bewegen sich die Preise für eine AC-Ladestation zwischen 3 und 8 Euro pro h bzw. 0,3 und 1 Euro pro kWh.
 
  • Matthias Beck (ZOemobil): Die Antwort auf diese Frage kann man natürlich nicht allgemeingültig geben. Viele Faktoren beeinflussen den Stromverbrauch und den Strombezug. Wer überwiegend am Stellplatz des Autos seinen eigenen Strom und nur gelegentlich öffentlich lädt sowie drei bis viermal im Jahr auf längeren Strecken Schnelllader in Anspruch nimmt, der kann bei 8.000 bis 9.000 Kilometer jährlicher Fahrleistung im Durchschnitt monatlich mit 35 bis 50 Euro rechnen.

    So war es in den vergangenen Jahren bei mir. Inzwischen fahre ich preiswerter, weil ich keine Verträge/Karten mit Grundgebühren mehr nutze. Am preiswertesten ist natürlich das Laden am eigenen Stromanschluss in Verbindung mit der Nutzung noch vielfach kostenloser Angebote (Handel, Raststätten, Kommunen, Stadtwerke etc.). Man kann aktuell also auch ganz prima für 0 Euro durch das Land kommen.

 
  • Kai Domroese (Mein Elektroauto): Mit den Ladekosten von zu Hause komme ich auf etwa 61 Euro pro Monat, wenn nur die Ladekarten berücksichtigt werden, komme ich auf circa 12 bis 20 Euro pro Monat.

Die Zukunft der Ladekarte - wird alles einfacher?

  • Thomas Daiber (Hubject): Der Zugang zu Ladestationen und die Bezahlung wird in den nächsten Jahren immer einfacher und digitaler erfolgen. Neben der Ladekarte wird das Laden zukünftig immer mehr über Smartphone sowie das Fahrzeug selbst gesteuert.

    Mit Plug&Charge über den internationalen Standard 15118 steht eine Technologie bereit, die es ermöglicht, sich ohne Drittmedium an der Ladestation zu autorisieren und zu bezahlen: Einstecken, Laden, weiterfahren. Die Systeme sprechen zukünftig vollautomatisiert miteinander und tauschen alle relevanten Informationen aus.

 
  • Matthias Beck (ZOemobil): Sicherlich werden sich überregionale Anbieter und andere kooperative Tarife durch ihre vereinfachte Anwendung und hohe Verfügbarkeit durchsetzen. Aber es wird dennoch weiterhin wachsende Unterschiede bezüglich Preisen und Ladeleistung geben. Standorte für Dienstleistungen und Einkaufsmöglichkeiten werden schon aktuell mit kostenlosen Ladestationen besonders attraktiv gemacht.

    In den Städten sind Flächen kostbar und das Laden wird dort mit Parkgebühren verbunden. Besonders hohe Ladeleistung an Fernverbindungen wird teurer sein und als „Premium-Strom" eine Zielgruppe besonders bei denen finden, deren Fahrzeuge sehr viel Leistung und große Akkus haben. Vielleicht setzt sich in der Fläche aber sogar das Modell „Flatrate" durch, das gegen eine Grundgebühr, abhängig von jährlicher Kilometerleistung europaweit im Verbund genutzt werden kann.

    Denkbar wäre zum Beispiel auch, die Identifikation des Kunden über Kredit- bzw. Bankkarte durchzuführen. Jedenfalls könnten als Anbieter für Ladetarife und Zugangsverfahren zukünftig völlig neue Player auftauchen, die weder mit Stromproduktion noch mit Autos etwas zu tun haben. Die Cloud macht es möglich.

 
  • Kai Domroese (Mein Elektroauto): Ich vermute, dass es in Zukunft immer weniger Ladekarten geben wird, da die Bezahlung dann zum Beispiel per NFC (via Smartphone) abläuft.

Unser Fazit zum Thema Ladekarten

Momentan gestaltet sich die Auswahl von Ladekarten noch schwieriger. Generell gilt: Mehrere Ladekarten sind vorteilhaft. Im Durchschnitt wird eine Anzahl von drei verschiedenen Ladekarten empfohlen. Die Lade-Kosten variieren je nach Anbieter zwischen 20 und 60 Euro monatlich.

Besonders gut schneidet laut Experten-Meinung The New Motion-Ladekarte ab, da diese sich durch eine sehr große Abdeckung in Europa auszeichnet. Zusätzlich lohnt sich meistens eine Ladekarte von regionalen Anbietern. Als Drittes sind digitale Konzepte wie PlugSurfing oder die eCharge App empfehlenswert.

Dieser Trend hin zur Digitalisierung der Ladeinfrastruktur wird sich höchstwahrscheinlich in der Zukunft durchsetzen. Das bedeutet, dass sich Elektroautos zukünftig via Smartphone an jeder Ladestation laden lassen.