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Inhaltsverzeichnis

Allgemeines zu Ladekarten & Apps

Bild: Ladekarten Allgemeines
Was Sie über Ladekarten wissen sollten | © afrndz / pixabay.com CC0

Das Thema Ladekarten für Elektroautos ist sehr komplex und nur schwer zu überschauen. Im Gegensatz zum Betanken von Verbrennungsmotoren agieren nicht einige wenige Anbieter auf dem Markt, sondern es bestehen zahlreiche Lademöglichkeiten von unterschiedlichen Anbietern.

Allein in Deutschland gibt es über 1.000 Stadtwerke und fast jedes Stadtwerk bietet auch eine eigene Ladekarte mit eigenem Tarif an. Welche Ladekarte sich speziell für Sie lohnt, ist stark abhängig vom Wohnort und der individuellen Fahrweise. Generell lässt sich festhalten: Alle Ladekarten, die Sie kostenlos erhalten können, sollten Sie aufbewahren. Es kann sich schließlich immer eine Gelegenheit ergeben, bei der genau diese eine Ladekarte zum Einsatz kommen kann.

Energieheld hat nachgefragt, welches die drei besten Ladekarten sind und wie viele Karten man überhaupt benötigt, um mobil zu sein. Außerdem können Sie interessante Antworten zu den monatlichen Kosten lesen. Mit Blick auf die Zukunft werden von den Experten Prognosen dahingehend formuliert, wie sich die Möglichkeiten für das Laden von Elektroautos entwickeln werden.

Bild: Energieheld Tipp

Die folgenden Experten teilen im Interview ihre Tipps rund um das Thema Ladekarten mit Ihnen. Denn sie sind vor allem eines: fachkundig, was die Mobilität der Zukunft und die damit einhergehenden Themen angeht. Die Befragten sind selbst begeisterte Fahrer von Elektroautos und haben sich beruflich auf das Themengebiet spezialisiert.

Thomas Daiber - Freier Berater für Neue Mobilität & Ex-Hubject CEO

Bild: Thomas Daiber
Thomas Daiber: Freier Berater für Elektromobilität | © Thomas Daiber

Als ehemaliger Geschäftsführer der eRoaming-Plattform Hubject setzt sich Thomas Daiber damit auseinander, wie das Laden von Elektroautos kundenfreundlich und flächendeckend realisiert werden kann. Hubject vernetzt über seine eRoaming-Plattform Ladekarten-Anbieter mit Ladestationsbetreibern zu einem anbieter- und länderübergreifenden Ladenetzwerk: intercharge.

Aktuell berät Thomas Daiber internationale Mobilitätsunternehmen als unabhängiger Strategieberater in Digitalisierungsfragen. Angetrieben vom Wunsch nach einem weltweit einheitlichen und zugänglichen Ladenetz ist er unser Experte für den Bereich eRoaming und Elektromobilität der Zukunft.

Matthias Beck - zoemobil.de

Bild: Matthias Beck
Matthias Beck von ZOemobil | © Matthias Beck

Wenn Sie im Internet auf der Suche nach Themen der Elektromobilität sind, dann haben Sie sicher bereits den Blog ZOemobil gefunden. Auf diesem Blog teilt Matthias Beck - neben seiner Selbstständigkeit im IT-Bereich - seine Erfahrungen zu Elektroautos. Der Blog entstand 2013 aus seiner Leidenschaft für Elektroautos und speziell für das Elektroauto Renault ZOE.

Beck schreibt unter anderem über die Leistungsfähigkeit seines Elektroautos. Dazu gehören für ihn vor allem Verlässlichkeit, Alltagstauglichkeit und ein breiter Einsatzbereich. Zum Thema Ladetechnik hat der Blog eine gesonderte Rubrik. Matthias Beck ist somit unser Experte für die alltäglichen Belange der Elektroauto-Fahrer.

Sytse Zuidema - CEO von NewMotion

Bild: Sytse Zuidema
Sytse Zuidema von New Motion | © New Motion

NewMotion hat die Vision, allen Menschen zu ermöglichen auf Elektroautos umzusteigen und diese intelligent aufzuladen. Bereits seit 2009 ist das Unternehmen am Markt für das Aufladen von Elektroautos aktiv und inzwischen ist NewMotion der größte Partner für Elektromobilität in Europa.

Dementsprechend finden Elektroauto-Fahrer mit NewMotion einen professionellen Partner und eine bequeme Möglichkeit zur Nutzung verschiedener öffentlicher Ladestationen. Der CEO von NewMotion, Sytse Zuidema, ist unser Experte für das Themenfeld rund um öffentliche Ladestationen und die Zukunft der Ladekarte. Mit dem Blick auf das große Ganze erhalten Sie von Sytse Zuidema einen umfangreichen Einblick in den aktuellen Lade-Markt.

Kai Domroese - mein-elektroauto.com

Bild: Kai Domroese
Kai Domroese von Mein Elektroauto | © Kai Domroese

Über gegenwärtige Entwicklungen im Bereich der Elektromobile und Hybridautos berichtet Kai Domroese. Er ist der Betreiber der Online-Plattform mein-elektroauto.com. Auf dieser Website gibt es eine Fahrzeugdatenbank, die Ihnen Informationen zu den verschiedenen Modellen anzeigt.

Außerdem können Sie in der Rubrik Ratgeber weitere Informationen zu Themen wie Akkus und Reichweite von Elektromobilen nachlesen. Darüber hinaus erhalten Sie einen umfangreichen Überblick zu den Vorteilen und Nachteilen der Elektromobilität. Kai Domroese stellt uns als Experte sein breites Basis-Wissen zur Verfügung und gibt tiefe Einblicke in die Zukunft der Elektroautos.

Partner: Die Ökostromtarife für das Elektroauto - von Polarstern Energie
Partner: Die Ökostromtarife für das Elektroauto - von Polarstern Energie

Einschätzung zur aktuellen Marktlage

Bild: Öffentliche Ladestationen beladen mehrere Autos
Es gibt immer mehr Lade-Stationen in Deutschland | © Joenomias / pixabay.com

Die erste Frage beschäftigt sich mit der allgemeinen Lade-Situation in Deutschland. Da Energieheld bereits 2017 mit einigen der Experten gesprochen hatte, bot sich ein Vergleich des damaligen Marktes für Elektroautos mit dem heutigen an.

Schnell mussten wir feststellen, dass sich rund um das Aufladen von Elektroautos in den letzten Jahren viel getan hat. Welche Veränderungen das sind, erfahren Sie im Folgenden. Lesen Sie hier die Antworten auf unsere erste Frage:

Können Sie den aktuellen Markt für Ladestationen und Ladekarten in wenigen Sätzen beschreiben? Was sind aktuelle Hürden? Wo hat sich schon viel getan?

Thomas Daiber (Freier Berater): Die Dichte an Ladestationen hat in den letzten Jahren erfreulicherweise mit inzwischen über 17.000 öffentlich zugänglichen Ladepunkten auch in Deutschland deutlich zugenommen. Dabei erleben wir einen generellen Trend, Ladestationen mit immer mehr Leistung auszustatten. Das sogenannte superschnelle Laden (oder auch HPC High Power Charging) mit Ladeleistungen mit über 300 Kilowatt wird im Zusammenspiel mit immer größeren Traktionsbatterien in den nächsten 5 Jahren die letzten Reichweiten- und Ladeängste der Kunden verschwinden lassen. Dazu steigt das Angebot an zuverlässigen, länder- und betreiberübergreifenden Ladelösungen.

Nachholbedarf sehe ich im Bereich der Flottenelektrifizierung. Die Elektrifizierung von Flotten und Fuhrparks großer Unternehmen ist ein riesiger Hebel für eine schnellere Verbreitung der Elektromobilität, hier müssen wir aktiver werden und Impulse setzen. Aus Industrieperspektive hat sich Deutschland zudem mit seinen Auflagen zum eichrechtskonformen Laden ein bürokratisches Ei gelegt. Aufgrund der langen Dauer der notwendigen Eichrecht-Zertifizierung und den damit verbundenen Unsicherheiten liegen einige Ausschreibungen in Deutschland seit fast einem Jahr komplett auf Eis. Hier gilt es anstatt weiterer formaler Hürden Investitionssicherheit zu schaffen, um den aktuellen Schwung in der Branche mitzunehmen.

Als Berliner Elektroautofahrer habe ich außerdem einen zentralen Wunsch: Wir müssen Parkflächen, welche ausschließlich für das Laden von Elektrofahrzeugen vorgehalten werden, von Verbrennungsfahrzeugen befreien. Blockierte Ladestationen sind vor allem in Ballungsräumen bei weitem das größte Ärgernis für Elektromobilisten.

Matthias Beck (ZOemobil): Stand Sommer 2019 hat sich die Situation für E-Autofahrer in Bezug auf die Anzahl und Verteilung der Ladepunkte im Vergleich zu 2017 stark verbessert. Inzwischen gibt es zum Beispiel an allen wichtigen Verbindungswegen ausreichend Möglichkeiten zum Schnellladen mit Gleichstrom. Allerdings haben auch die größeren Akkus der Fahrzeuge das Fahren über längere Strecken leichter gemacht, da man auf dem Weg einfach an viel mehr Lademöglichkeiten vorbeikommt. Wann man stoppt und gegebenenfalls nachladen muss, kann man jetzt sehr viel entspannter entscheiden.

Leider sind aber noch immer nur wenige Fahrzeugmodelle auf dem Markt, die die sehr große Zahl von preiswerten Ladesäulen mit 22 kW Wechselstrom (AC) in der Fläche nutzen können. Müsste man bei großem Andrang an Gleichstromanschlüssen (DC) einmal auf nahegelegene AC-Anschlüsse ausweichen, laden diese Fahrzeuge dort halt nur sehr langsam. Dreiphasiges Laden an AC mit 22 kW sollten also alle Fahrzeuge können, damit die gesamte bereits vorhandene Ladeinfrastruktur sinnvoll verwendet werden kann.

Sytse Zuidema (NewMotion): Wir sehen derzeit eine steigende Nachfrage nach smarten Ladepunkten. Intelligente Ladetechnik kann dazu beitragen, Spitzen im Strombedarf zu reduzieren, die Auswirkungen von E-Autos auf das Stromnetz zu minimieren und Kosten zu sparen, indem Autos beispielsweise in Zeiten mit niedrigem Energiebedarf geladen werden. Wir sehen auch, dass die Ladeinfrastruktur in den großen Städten bereits gut ausgebaut ist und viele ländliche Regionen nachziehen.

Ein weiterer Ausbau ist aber unbedingt nötig, um die E-Mobilität weiter zu fördern und flächendeckendes Laden zu ermöglichen. Zudem ist die Ladeinfrastruktur in Deutschland stark segmentiert und kompliziert. Es gibt viele Anbieter und noch mehr Tarife, die teils nach Stromverbrauch, teils nach Ladezeit abgerechnet werden - viele sprechen von einem „Ladedschungel“. Eine Lösung für dieses Problem ist unsere NewMotion-Ladekarte, die transparente Tarife im europaweit größten Ladenetz bietet. Über die NewMotion-App können Nutzer jederzeit Tarife einsehen und vergleichen.

Kai Domroese (Mein Elektroauto): Die Anzahl der Ladestationen wächst zum Glück immer weiter, allerdings gibt es noch immer viel zu viele Gebiete, in denen es keine öffentliche Ladestation gibt. Ein weiterer Nachteil ist die mangelnde Versorgung von Menschen, welche zur Miete wohnen. Bevor wir uns ein Haus gekauft hatten, haben wir in einer Mietwohnung gelebt. Die Garage, welche man anmieten konnte, hatte gar keinen Stromanschluss.

Daher sollte der breite Ausbau an Ladestationen gefördert werden, damit auch die Menschen, welche zur Miete wohnen, sich für ein Elektroauto entscheiden können. Alternativ oder zusätzlich sollten Arbeitgeber gefördert werden, wenn sie für ihre Angestellten auf dem Firmenparkplatz Ladestationen installieren.

Die besten 3 Ladekarten & Apps in 2019

Bild: Ein Elektroauto von Citroen während der Aufladung
Welche ist die beste Ladekarte für Elektroautos? | © stux / pixabay.com

Die Frage ist eine altbekannte: Welche ist die beste Ladekarte? Auf einem sehr unübersichtlichen Auflade-Markt wünschen sich viele Elektroauto-Besitzer eine ähnliche Vergleichbarkeit wie beim Sprit-Preis für Verbrennungsmotoren.

Doch leider ist dieser Vergleich oft nur über eine Handy-App möglich oder man muss zahlreiche Internetseiten der Anbieter durchforsten - wer hat dafür schon die Zeit? Darum lesen Sie hier die Antworten auf unsere Frage:

Welche 3 Ladekarten oder Lade-Apps sollte man in 2019 unbedingt haben? Benötigt man darüber hinaus noch weitere?

Thomas Daiber (Freier Berater): Öffentliches Laden ist über die letzten Jahre viel einfacher geworden, auch wenn immer noch mit unterschiedlichen Ladetarifen experimentiert wird. Manche Anbieter verlangen eine monatliche Grundgebühr, andere ermöglichen nach einmaligem Download ihrer Lade-App das direkte Bezahlen an der Ladestation ohne laufende Kosten. Abgerechnet wird entweder nach der geladenen Energiemenge in kWh, Ladedauer oder pauschal pro Ladesession. Wenn man sich entsprechend einmal informiert hat, funktioniert das in der Regel reibungslos.

Mein aktueller Favorit für Deutschland ist die Lade-App der EnBW. Diese ist am intuitivsten in der Bedienung und nimmt auch unerfahrene Elektroautofahrer an die Hand. Zudem besteht mit derzeit 29 Cent pro kWh Preistransparenz. PlugSurfing und NewMotion sind zwei weitere etablierte Anbieter, die Zugang zu mehr als 100.000 Ladestationen versprechen und damit eine gute Abdeckung in Europa garantieren. Alle drei Services sind ohne monatliche Gebühren nutzbar. Damit sollte man in Europa weit kommen - eRoaming sei dank.

Matthias Beck (ZOemobil): Seit April 2019 ist der ADAC-Ladetarif für Mitglieder des Clubs eine sehr gute Möglichkeit, an fast allen Ladepunkten zu akzeptablen Kosten (AC 29 Cent und DC 39 Cent je kWh) Strom zu beziehen. Der Tarif kann mit einer RFID-Karte und über die App des Kooperationspartners EnBW genutzt werden.

Der EinfachStromLaden-Tarif von Maingau Energie ist trotz der Preiserhöhung ab August 2019 auf 35 Cent je kWh zumindest noch an DC-Schnellladesäulen der wohl weiterhin günstigste Tarif. Leider ist das an den vielen Wechselstromsäulen nicht mehr so. Hier sind andere Anbieter nun preiswerter. Es gibt neben einer App auch eine RFID-Karte, da sich nicht alle Säulen per Smartphone bedienen lassen (s. a. weiter unten). Aber Obacht: Um Dauerparker zu verhindern, werden nach 4 Stunden an AC und nach 1 Stunde an DC je Minute 10 Cent „Parkgebühr“ erhoben.

Und natürlich ist auch NewMotion mit Karte und App weiterhin ein wichtiger Garant dafür, an fast allen Säulen Strom zu erhalten. Den aktuellen Preis dafür erfährt man jeweils in der App. Darüber hinaus lohnt sich immer, die Angebote der regionalen Versorger anzusehen. Oft gibt es z. B. für Stromkunden besonders preiswerte Tarife zum Laden ihres Elektroautos.

Sytse Zuidema (NewMotion): Zum einen empfehle ich natürlich die NewMotion-Ladekarte. Sie bietet Kunden Zugang zu Europas größtem Ladenetzwerk mit über 100.000 öffentlichen Ladepunkten in 28 Ländern. Zudem bietet NewMotion eine kostenlose App, die alle Ladepunkte in unserem Roaming-Netzwerk sowie deren Verfügbarkeit und Tarife anzeigt. Ergänzend kann eine Ladekarte Ihres örtlichen Energieerzeugers bzw. der Stadtwerke sinnvoll sein, wenn Sie Ihr Fahrzeug regelmäßig in Ihrer Heimatregion laden.

Kai Domroese (Mein Elektroauto): Ich benutze die Apps Plugsurfing und NewMotion. Da ich in der Region Hannover wohne und hier viel unterwegs bin, habe ich die Ladekarte von enercity. Bisher haben die zwei Apps ausgereicht.

Monatliche Kosten im Alltag & Urlaub

Bild: Ein Elektroauto während der Aufladung
Wie viel Kostet das Beladen von E-Autos im Monat? | © IsmaelMarder / pixabay.com

Dass alle unserer Experten aus vollster Überzeugung im Bereich der Elektromobilität tätig sind, zeigt sich auch in einem Fakt: Sie alle fahren im Privatleben ein Elektroauto. Einige unserer Experten fahren im Monat sogar regelmäßig über 500 Kilometer.

Diesen Vorteil konnten wir von Energieheld in unserem Interview nutzen und unseren Experten ein paar Antworten zu den monatlichen Kosten von Elektroautos im Alltag und Urlaub entlocken. Im Folgenden finden Sie die Antworten auf unsere Frage:

Welche Strecken legen Sie etwa pro Monat zurück und wie gestalten sich die Kosten im Durchschnitt? Haben Sie vielleicht auch ein Kosten-Beispiel aus dem Urlaub oder von anderen Langstrecken?

Thomas Daiber (Freier Berater): Ich lade seit Jahren mit meinem E-Fahrzeug ausschließlich an öffentlichen Stationen in und um Berlin. Dies funktioniert heute problemlos, solange die Station eben nicht zugeparkt ist. Eine komplette Ladung meines e-smarts kostet mich durchschnittlich 3-5 Euro, was für 100-140 Kilometer Reichweite fair ist. Stationen, die direkt von der Stadt Berlin betrieben werden, sind aufgrund meiner kleinen Batterie mit pauschal 6 Euro ungefähr doppelt so teuer.

Für Langstrecken versuche ich in der Regel die Bahn zu nehmen. Meine weiteste Reise mit einem Model S war letztes Jahr von Laterns in Österreich nach Berlin. Das Laden an Tesla-Superchargern war zu dieser Zeit (noch) kostenlos. Ich finde es wichtig, dass das Laden von E-Fahrzeugen langfristig im direkten Vergleich immer deutlich günstiger bleibt als das Auftanken eines Verbrenners.

Matthias Beck (ZOemobil): Es sind inzwischen durchschnittlich weniger als 750 Kilometer monatlich, was bei mir persönlich auf die häufigere Nutzung eines E-Bikes auf kurzen Wegen zurückzuführen ist. Langstrecken von 300 bis 400 Kilometer sind selten zu fahren, lassen sich mit 41 kWh-Akku nun aber sehr preiswert und zeitlich akzeptabel zurücklegen. Die Kosten auf 100 Kilometer sind in der Stadt durch den geringen Verbrauch niedriger als über Land, wo die benötigte Leistung durch flottere Fahrt meist etwas ansteigt, liegen aber im Durchschnitt unter 5 Euro.

Sytse Zuidema (NewMotion): Ich persönlich fahre mehr als 600 Kilometer in der Woche elektrisch und wie die meisten E-Autofahrer nutze ich mein Auto vor allem, um zur Arbeit zu fahren. Dass E-Autofahrer ihr Fahrzeug überwiegend für den Arbeitsweg nutzen, haben wir letztes Jahr in unserer jährlichen Kundenumfrage herausgefunden. Außerdem wissen wir, dass der deutsche Pendler durchschnittlich etwa 34 Kilometer am Tag zurücklegt. Diese Strecke ist mit einem modernen E-Auto, das zwischen 200 bis 400 Kilometer Reichweite schafft, locker zu bewältigen.

Der Nissan Leaf beispielsweise, eines der beliebtesten E-Autos, verbraucht 15 kWh auf 100 Kilometer. Das entspricht Stromkosten von nur 2,55 Euro. Wenn man das Fahrzeug zudem beim Arbeitgeber auflädt, kann man weiteres Geld sparen. NewMotion bietet Unternehmen auch die Möglichkeit, Dienstwagenfahrern die Kosten für das Laden zu Hause automatisch zurückzuerstatten.

Kai Domroese (Mein Elektroauto): Ich fahre durchschnittlich etwa 500 bis 800 Kilometer pro Monat, dafür zahle ich um die 50 Euro pro Monat. Die weiteste Strecke, welche ich mit einem Elektroauto zurückgelegt hatte, war, als meine Familie und ich in den Urlaub in die Niederlande gefahren waren. Wir hatten insgesamt (hin und zurück sowie Tagestouren) um die 1.100 Kilometer zurückgelegt. Da hatten wir ca. 60 Euro bezahlt, die Kosten haben sich ausgeglichen, da manche Ladestationen etwas teurer waren - andere dafür aber kostenlos.

Gehört die Zukunft der Lade-App?

Bild: Öffentliche Ladestationen von Tesla
Prägen öffentliche Ladestationen bald das Stadtbild? | © paulbr75 / pixabay.com

In der Recherche von Energieheld über Ladekarten und Ladestationen rückte ein Trend besonders in den Vordergrund: Die Lade-App für Ladestationen. Immer mehr Anbieter kombinieren Ihren Autostrom-Tarif mit einer Handy-App und ermöglichen so Zugang zu einem großen Ladenetzwerk.

Zynische Stimmen würden jetzt behaupten, dass die Ladekarte in der Zukunft obsolet werden würde. Doch was sagen unsere Experten dazu? Hier finden Sie die Antworten auf die Frage:

Eigentlich hat ja jeder ein Smartphone. Sind Ladekarten da überhaupt noch zeitgemäß? Wie wird sich der Markt Ihrer Meinung nach entwickeln?

Thomas Daiber (Freier Berater): Auch ich präferiere das Smartphone zum Laden. Da man dieses für das Suchen und Finden der Ladestation bereits verwendet, ist es die komfortabelste Lösung. Dazu kann ich die Ladevorgänge über die App steuern, überwachen und verwalten.

Für die Ladekarte sehe ich zumindest für die nächsten Jahre aber trotzdem zwei wichtige Anwendungsfälle: Erstens: Als Backup für den Fall, dass man mit dem Smartphone mal keinen Internetempfang hat - wie z. B. in Parkgaragen - und zweitens um Elektromobilität auch Generationen näher zu bringen, die weniger digital-affin sind. In Norwegen fahren schließlich bereits Oma und Opa elektrisch.

Als langfristige Lösung wird sich "Plug & Charge" etablieren - hier steckt man ein und die Freischaltung der Ladestation erfolgt automatisch über ein Fahrzeug hinterlegtes Zertifikat - ganz ohne Ladekarte oder App. Bis das flächendeckend funktioniert, müssen sowohl Betreiber von Ladestationen als auch Automobilhersteller noch ein paar Hausaufgaben machen. Der Kunde wird es ihnen aber danken.

Matthias Beck (ZOemobil): Das Smartphone ist ja schon zur Suche der Ladesäulen sehr praktisch, aber Ladekarten sind an vielen Säulen einfach technisch noch immer notwendig. Und das ist auch ganz gut so, denn sie funktionieren ohne eigene Stromversorgung und lassen sich für gelegentliche Nutzer des E-Autos leicht bereithalten. Es ist kein Passwort und keine PIN erforderlich, auch ein fehlendes Update oder eine schlechte Netzabdeckung können den Strombezug nicht verhindern. Meiner Erfahrung nach sind RFID-Karten daher immer noch ein Medium, das gegenüber dem Alleskönner Smartphone Vorteile haben kann.

Inzwischen stellt man ja leider bei immer mehr Smartphone-Anwendungen fest, dass der praktische Nutzen wegen der damit verbundenen Systemvoraussetzungen verloren gehen kann. Wer an der Säule Strom bekommen und flott weiterfahren will, hat vorher keine Lust auf einen Download über 2G mit anschließender Eingabe eines Sicherheitscodes aus der E-Mail, weil man plötzlich ausgeloggt war und sein Passwort nicht mehr wusste.

Sytse Zuidema (NewMotion): Ladekarten sind meiner Meinung nach immer noch empfehlenswert, weil sie an vielen Ladepunkten funktionieren. Wir gehen aber davon aus, dass Lade-Apps auf dem Smartphone und andere smarte Ladelösungen in Zukunft an Beliebtheit gewinnen werden. An vielen Ladepunkten kann man den Ladevorgang bereits mit unserer NewMotion-App starten und beenden. Zudem bieten Apps weitere Funktionen und Services für Privat- und Unternehmenskunden.

So zeigt die NewMotion-App Ladepunkte sowie deren Tarife und Ladeleistung an oder sendet eine Push-Nachricht, wenn Ihr bevorzugter Ladepunkt wieder verfügbar ist. NewMotion investiert stetig in neue Technologien wie Vehicle-to-Grid, um das Laden so komfortabel und intelligent wie möglich zu gestalten. Zum Beispiel ermöglicht die neue ISO-Norm 15118, dass sich E-Autos automatisch autorisieren und den Ladevorgang starten, sobald das Fahrzeug an den Ladepunkt angeschlossen wird - ohne dass eine Ladekarte oder App benötigt wird.

Kai Domroese (Mein Elektroauto): Die Ladekarten sind meiner Meinung nach zwar überholt, wobei man sie nicht völlig abschaffen sollte, um zum Beispiel Menschen ohne ein Smartphone das Laden zu ermöglichen. Gerade die NFC (wie sie zum Beispiel auch bei dem kontaktlosen Bezahlen eingesetzt wird) kann sich zu einer guten Alternative entwickeln. In 10 Jahren wird man vermutlich bequem per Uhr (via NFC bezahlen) können.

Unser Fazit

Bild: Ein reservierter Parkplatz für Elektroautos
Gehört die Zukunft dem Elektroauto? | © distel2610 / pixabay.com

Die Antworten unserer Experten machen vor allem eins: Mut für die Zukunft. Der Trend im Bereich der Elektromobilität mehr öffentliche Ladestationen zu installieren und den Zugang für alle Beteiligten zu erleichtern, hält weiterhin an. Immer öfter reicht bereits eine App zum Laden aus und moderne Bezahlsysteme werden in Ladestationen integriert. Ein erkennbarer Weg durch den viel deklarierten Ladedschungel wird sichtbar.

Allerdings hat dieser Weg noch immer eher die Qualität eines Trampelpfades. Die neuen Auflagen zum eichrechtskonformen Laden in Deutschland scheinen den Ausbau der Lademöglichkeiten zu bremsen und für weitere Unsicherheit zu sorgen. Auch eine Preistransparenz ist aktuell nur über Smartphone-Apps oder langer Recherche möglich. Zudem herrscht keine einheitliche Preispolitik, sondern Sie zahlen weiterhin an den Ladestationen verschiedener Anbieter auch unterschiedliche Preise.

Deutlich wird allerdings auch, dass im Vergleich der letzten Jahre mit dem Elektroauto eine immer größere Reichweite erreicht werden kann. Selbst weite Strecken in den Urlaub sind möglich und für den Arbeitsweg innerhalb der Stadt könnte es kaum eine bessere Möglichkeit geben, um umweltschonend und gleichzeitig preisgünstig zur Arbeit zu gelangen. Dabei sind die Preise für das Beladen trotz nicht vorhandener Preistransparenz vor allem eins: immer günstiger als beim Fahrzeug mit Benzin- oder Diesel-Motor.

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