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Solarthermieanlage: Lohnt sich das?

Bild: Solarthermie-Anlage
Solarthermieanlagen in einem Wohngebiet | © Viessmann Werke

Mithilfe von Solarthermieanlagen können Sie auf ökologisch sinnvolle Weise Sonnenenergie in Wärme umwandeln und für die Heizung und zur Warmwasserbereitung nutzbar machen. Im Netz findet man jedoch immer wieder Aussagen, dass Solarthermieanlagen unrentabel sind.

Doch stimmt das? Was sind die Nachteile von Solarthermie? Und ist die Solarthermie noch sinnvoll? Im folgenden Artikel wollen wir genau diese Frage klären und Ihnen einen Überblick über die Solarthermieanlage verschaffen.

Inhalt


    Solarthermieanlage: Was ist das?

    Bild: Solarthermie-Anlage mit Vakuumröhren-Kollektor
    Effiziente Technologie: Die Solarthermie | © Beautiful landscape / shutterstock.com

    Es gibt zwei Arten von Solaranlagen: Solarthermieanlagen und Photovoltaikanlagen. Kann die Solaranlage Warmwasser bereiten und / oder die Heizung unterstützen, ist von einer Solarthermieanlage die Rede.

    Photovoltaikanlagen dagegen erzeugen mithilfe der Sonnenenergie Strom und sind nicht mit Solarthermieanlagen zu verwechseln. Konkret nutzt eine Solarthermieanlage die Sonnenenergie zum Erhitzen von Wasser.

    Die Anlage besteht aus dem Kollektor auf dem Dach, einer Pumpe und einem sogenannten Solarspeicher (ähnlich einem Pufferspeicher, nur größer) im Heizungsraum, die durch Rohre verbunden sind. Die Wärme, welche im Kollektor auf dem Dach erzeugt wurde, wird dort auf die sogenannte Solarflüssigkeit übertragen. Diese fließt über den Rohrkreislauf zum Solarspeicher, wo die Wärme an diesen abgegeben wird. Die dort gespeicherte Wärme kann dann zur Warmwasserbereitung oder zur Heizungsunterstützung genutzt werden.

    Bild: Energieheld-Tipps

    Solarthermieanlagen senken die Heizkosten in der Regel um 20 bis 30 Prozent (Heizungsunterstützung). 


    Solaranlage gesucht?

    Energieheld-Whiteboard zur Solarthermieanlage

    In diesem Energieheld-Whiteboard klären wir ein paar der wichtigsten Fragen rund um die Solarthermieanlage. Wir sprechen über die Funktionsweise, die Kosten und Förderungen sowie die zeitliche Amortisation. Wir beziehen uns hierbei auf durchschnittliche Werte für ein bereits bestehendes Einfamilienhaus. Alle Zahlen und Kosten sind als ungefähre Näherungswerte zu verstehen.

    Achtung: Die Angaben zu Förderungen beziehen sich in den Energieheld-Whiteboards immer auf den aktuellen Stand bei Videoveröffentlichung und haben sich zuletzt im Januar 2024 geändert. Alle Veränderungen im Überblick finden Sie hier.

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    Quelle: © Energieheld / youtube.com


    Solarthermieanlage: Vorteile & Nachteile

    Bild: Solarthermie Kollektoren
    Kollektoren einer Solarthermieanlage | © ROTEX

    Zu den Vorteilen der Solarthermie zählt, dass die Energiequelle erneuerbar ist. Sie ist sehr effizient und kann die Heizkosten bis zu 50 Prozent senken. Normalerweise sind es jedoch um die 20 bis 30 Prozent. So spart sie viel CO2 ein und trägt zum Schutz des Klimas bei. Deshalb werden Solarthermieanlagen auch direkt gefördert.

    Zu den Nachteilen gehören die hohen Anschaffungskosten. Dadurch dauert es relativ lange, bis sich die Anschaffung einer Solarthermieanlage wirtschaftlich rechnet. Trotzdem kann man mit einer Solaranlage den Warmwasserbedarf nicht ganzjährig decken oder allein kein Haus heizen. Zudem bedeutet die Installation einen Eingriff in das Dach-System des Gebäudes. Außerdem benötigt man Platz, um den Solarspeicher aufzustellen.

    Vorteile der Solarthermie Nachteile der Solarthermie
    Regenerative Energiequelle (Sonnenenergie) Hohe Anschaffungskosten, Amortisation dauert lange
    Förderfähig Eingriff in das Dachsystem des Gebäudes
    Spart bis zu 50 % der Heizkosten (durchschnittlich 20 - 30 % bei HU*) Platz für Warmwasserspeicher und Kollektoren wird benötigt
    Reduziert CO2-Emissionen Solarer Ertrag ist wetterabhängig
    Lange Lebensdauer (ca. 30 Jahre) Ganztägige Sonneneinstrahlung muss möglich sein
    Geringer Wartungsaufwand Optik gefällt vielen Menschen nicht
    Solarthermie ist nachhaltig: Leicht recycelbar, liefert mehr Energie als bei der Produktion verbraucht wurde, nutzt regenerative Energie, keine CO2-Emissionen Kann durch Witterungseinflüsse (z. B. Sturm oder Hagel) beschädigt werden, Versicherung dagegen ist teuer

    * Heizungsunterstützung

    Solaranlage gesucht?

    Solarthermieanlage: Kosten und Förderung

    Bild: Sonnenenergie für Solarthermie-Anlage
    Solarthermie: Nutzt die Energie der Sonne und wird deshalb gefördert | © geralt / pixabay.com CC0

    Die Höhe der Kosten für Solarthermie hängt davon ab, welchem Zweck sie dienen soll. Eine Solarthermieanlage kostet ab ca. 5.600 Euro, wenn sie lediglich zur Warmwasserbereitung genutzt werden soll. Für eine Solarthermieanlage, die der Heizungsunterstützung dient, muss man dagegen je nach Bauart mit Kosten von ca. 10.000 bis 14.000 Euro rechnen.

    Das liegt daran, dass die benötigte Kollektorfläche und der Solarspeicher deutlich größer sein müssen, wenn sie zur Heizungsunterstützung genutzt werden sollen. Dazu kommen noch die laufenden Kosten für Wartung (ca. 100 Euro / Jahr) und ggf. eine Versicherung gegen Witterungsschäden (ca. 50 Euro / Jahr). Außerdem beeinflusst die Bauart der Kollektoren die Höhe der Kosten (siehe auch Kap. Bauarten). Ein Experte für Solaranlagenbau kann Ihnen hier weiterhelfen.

    Solarthermieanlage Bauart Kollektorfläche Kosten mit Einbau
    Warmwasserbereitung Flachkollektor 6 m² ab. ca. 5.600 €
    Vakuumröhren-Kollektor 5 m² ab ca. 9.800 €
    Heizungsunterstützung Flachkollektor 15 m² ab ca. 10.000 €
    Vakuumröhren-Kollektor 8 m² ab ca. 14.000 €

    Da die Solarthermieanlage eine regenerative Energiequelle (die Sonne) nutzt, erhält sie eine Förderung. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet hier im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) einen Zuschuss von 30 bis 70 Prozent der förderfähigen Kosten von 30.000 Euro, maximal also 21.000 Euro. 

    Wenn eine Solarthermieanlage nicht als Einzelmaßnahme (BEG EM), sondern im Rahmen einer Komplettsanierung zum Effizienzhaus anteilig an den Gesamtkosten mit gefördert wird (BEG WG), erhalten Sie bis zu 45 Prozent Förderung von der KfW. Der Fördersatz ist ein Tilgungszuschuss inkl. Boni, der auf einen Kredit in Höhe von maximal 150.000 Euro angerechnet wird. So können Sie bis zu 67.500 Euro sparen.

    Förderprogramm Förderung
    KfW 458 (Zuschuss) Zuschuss bis zu 70 % der förderfähigen Kosten von höchstens 30.000 €, max. 21.000 €
    KfW 261 BEG WG (Kredit mit Tilgungszuschuss)Kredit in Höhe von höchstens 150.000 € inkl. Förderung von bis zu 45 %, also höchstens 67.500 €
    KfW 262 BEG EM* (Kredit) Steht nicht mehr zur Verfügung.

    * Förderung von Einzelmaßnahmen


    Solarthermie Kosten: Lohnt sich der Kauf?

    Bild: Ersparnisse durch Nutzung von Solarthermie
    Rentable Technologie: Solarthermie | © TANAPAT LEK.JIW / shutterstock.com

    Wann sich der Kauf einer Solarthermieanlage aus rein wirtschaftlicher Sicht lohnt, hängt stark davon ab, wofür sie genutzt wird und welche Bauart genutzt wird. Eine Solaranlage für Warmwasser rechnet sich zwar nicht, ist aber auch nicht wesentlich teurer als ohne. Vorteil mit: etwas mehr Unabhängigkeit vom Energielieferanten.

    Eine Anlage, die der Heizungsunterstützung dient, amortisiert sich dagegen nach ca. 25 Jahren, wenn sie mit Flachkollektoren arbeitet. Eine Solarthermieanlage mit Vakuumröhren-Kollektoren rechnet sich dagegen erst nach ca. 29 Jahren.

    Photovoltaik oder Solarthermie wählen?

    Wie bereits erwähnt, gibt es neben Solarthermieanlagen auch noch Photovoltaik-Anlagen, die die Energie der Sonnenstrahlung nutzen, um Energie zu erzeugen (in diesem Fall Strom statt Wärme). Logischerweise kommt man da schnell an den Punkt, an dem sich die Frage stellt, welche Anschaffung sinnvoller ist. Letztendlich hängt die Beantwortung der Frage natürlich immer auch davon ab, wie die individuelle Perspektive ist.

    Sind Dach und Portemonnaie gleichermaßen groß, kann man natürlich auch beides installieren. Ansonsten sparen Photovoltaik-Anlagen mehr Geld ein und amortisieren sich früher. Das gilt umso mehr, wenn eine Wärmepumpe mit PV Anlage und / oder einer Klimaanlage kombiniert wird. Je mehr Verbraucher des Stroms aus Eigenproduktion im Haushalt sind, desto mehr lohnt sich die Photovoltaik-Anlage. Zudem gelten ab 2022 in einigen Bundesländern Solar Gesetze bzw. Klimaschutzgesetze, die auf die Installation von PV-Anlagen abzielen. Beachten Sie, dass PV-Anlagen seit Januar 2023 nicht mehr im Rahmen einer Komplettsanierung anteilig an den Gesamtkosten mit gefördert werden können. 

    Planen Sie z. B. die Installation einer neuen Gas-Brennwertheizung, weil ihr Eigenheim für eine Wärmepumpe nicht gut genug gedämmt ist, war die Kombination mit einer Solarthermieanlage (Gas-Hybridheizung) die einzige Möglichkeit, eine Förderung für die Gasheizung zu erhalten. Mit Gas betriebene Heizungsanlagen werden allerdings seit Juli 2022 nicht mehr gefördert. Sollten Sie hierzu Fragen haben, nutzen Sie unser Kontaktformular. Unsere zertifizierten Berater helfen Ihnen gerne. Die Erstberatung erfolgt kostenlos und ohne jegliche weitere Verbindlichkeit Ihrerseits.

    Solaranlage gesucht?

    Solarthermie: Erfahrungen

    Bild: Gute Erfahrung mit Solarthermie
    Gute Erfahrung mit Solarthermie | © Altrendo Images / shutterstock.com

    Bereits 2015/17 hat das gemeinnützige Internet-Portal co2online einen vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMU) initialisierten Praxistest mit 9 Hausbesitzern durchgeführt. Dabei gab es sehr starke Schwankungen bei den Einsparungen der Heizenergie - 17 bis 59 Prozent.

    Dasselbe gilt auch für den solaren Ertrag. Auch hier gab es Schwankungen. Diese fielen – je nachdem, ob es sich um eine Solaranlage mit Warmwasser oder zur Heizungsunterstützung handelte und je nach Größe – mal höher und mal niedriger aus. Ursachen für die starken Schwankungen bei den Einsparungen bzw. den Erträgen sind einerseits auf zusätzliche Maßnahmen zur Einsparung von Energie (Einbau neue, sparsame Heizung; zusätzliche Wärme-Dämmung) zurückzuführen.

    Solarthermie Warmwasser Heizungsunterstützung
    Einsparungen Installation (neuer Heizung und) Solarthermie* 10,5 - 52,6 % 17,4 - 59,6 %
    Solarer Ertrag (Solarthermie-Anteil an Einsparungen) 16,8 - 77,7 %** 8,7 - 100 %

    * Einsparung sind teilweise auch durch Einbau neuer Heizung und Dämmung der Gebäudehülle bedingt; ** Datenbasis nur bedingt aussagekräftig: 77,7 % von 10,5 % Einsparungen

    Andererseits sind sie aber auch durch suboptimale Einstellungen bzw. Abstimmungen von Heizung und Solarthermieanlage begründet gewesen. Untersuchungen von Fachleuten der Verbraucherzentrale haben in diesem Test ergeben, dass es in solchen Fällen meist viel Spielraum zum Optimieren gab.

    Probleme von Solarthermieanlagen Häufig durchgeführte Optimierungen
    Heizung läuft nicht Software Update löst Problem
    Verbrauch sinkt trotz guter Solarerträge nicht Heizung im Sommer ausschalten
    Dämmung von Armaturen und Leitungen
    Hocheffizienzpumpe einbauen
    Warmwasserzirkulation einstellen
    Heizkurve senken
    Heizzeiten anpassen
    Maximale Speichertemperatur erhöhen
    Warmwasser Nachheizung anpassen
    Solarthermie liefert kein Warmwasser (Fehlfunktion Solarpumpe) Reparatur / Austausch Solarpumpe
    Solarspeicher zu klein Größeren einbauen

    Durch die Optimierungen ließen sich bei diesen Anlagen weitere Einsparungen realisieren. Aber auch bei den anderen Anlagen gab es meistens noch Möglichkeiten, das Setup von Heizung und Solarthermie zu verbessern. Insgesamt überwogen die positiven Erfahrungen der Anlagenbetreiber.