Heizlast: alles zu HeizwÀrmebedarf & Heizlast-Berechnung
Von Nina GrimmeiĂ
Die Heizlast steht, vereinfacht gesagt, fĂŒr den WĂ€rmeverlust eines Hauses. Eine Heizlastberechnung kann nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch Kosten sparen. Denn: Die Bestimmung der Heizlast ist entscheidend, um die richtige Dimensionierung der Heizungsanlage sicherzustellen. Das wiederum fĂŒhrt zu geringeren Energiekosten, da sie die Menge an verbrauchter Energie minimiert. Weniger Energieverbrauch trĂ€gt zur Verringerung des CO2-AusstoĂes bei und schont die Umwelt.
Kurzum: Wer sich eine neue Heizungsanlage anschaffen möchte, sollte auf jeden Fall eine Heizlastberechnung durchfĂŒhren lassen. Wer Fördermittel der KfW-Banken erhalten will, muss eine Heizlastberechnung zudem in jedem Fall durchfĂŒhren.
Heizlast â was ist das?
Die Heizlast ist die Kraft, die die Heizung benötigt, um eine angenehme Raumtemperatur aufrechtzuerhalten â auch bei kalter AuĂentemperatur. Anders gesagt: Das, was dem Haus im Winter bei Minusgraden an WĂ€rme verloren geht, muss durch Nachheizen ausgeglichen werden. Diese WĂ€rmeleistung zum Nachheizen heiĂt Heizlast.
In der Welt der GebÀudetechnik spielt die Heizlast eine wichtige Rolle. Denn die genaue Bestimmung der Heizlast ermöglicht, Heizungsanlagen effizient zu dimensionieren und so Energiekosten zu optimieren. Physikalisch gesehen ist die Heizlast eine Leistung, also Energie (Arbeit) pro Zeiteinheit, und wird in Watt gemessen.
Heizlast: was beeinflusst sie?
Einerseits spielen Ă€uĂere Faktoren eine wichtige Rolle. Hierzu zĂ€hlen:
- die Lage des GebÀudes bzw. die regionale Klimazone
- die UmfassungsflÀche, also die Summe aller OberflÀchen, des GebÀudes
- die GröĂe und Ausrichtung der Fenster
- die QualitÀt der GebÀudedÀmmung
Andererseits mĂŒssen auch interne Faktoren beachtet werden. Diese sind:
- die WÀrmeproduktion durch ElektrogerÀte und Beleuchtung
- die individuellen Vorlieben in Bezug auf die Raumtemperatur
- die Anzahl der Bewohner
- die Nutzungsart der einzelnen RĂ€ume
Ăltere HĂ€user, die noch nicht modernisiert wurden und z. B. noch schlecht gedĂ€mmt sind, haben also eine gröĂere Heizlast als jĂŒngere GebĂ€ude. Und je gröĂer das GebĂ€ude, desto mehr muss geheizt werden. Aber aufgepasst: Die Heizkosten pro Quadratmeter WohnflĂ€che bei kleinen HĂ€usern fĂ€llt meiste trotzdem höher aus, denn relativ gesehen haben kleine HĂ€user mehr AuĂenflĂ€chen als groĂe HĂ€user.
Heizlastberechnung â so gehtâs!
Ziel ist es, die optimale Heizlast fĂŒr das GebĂ€ude zu bestimmen, ohne die Heizung ĂŒber- oder unterzudimensionieren. Eine Ăberdimensionierung fĂŒhrt zu höheren Investitionskosten und unnötigem Energieverbrauch. Eine Unterdimensionierung wiederum zu unzureichender WĂ€rmeversorgung und damit verbundenem Komfortverlust.
Zur konkreten Bestimmung der Heizlast gibt es die Norm DIN EN 12831. Sie verhindert, dass durch falsche Heizleistungen unnötige Energieverluste entstehen, also zusÀtzliche WÀrme in die AtmosphÀre entweicht. Das schont nicht nur den Klimaschutz, sondern auch Ihren Geldbeutel.
Die Berechnung der Heizlast erfolgt anhand komplexer Formeln und BerĂŒcksichtigung einer Vielzahl von Parametern. Vereinfacht gesagt, setzt sich die Heizlast aus der Summe folgender GröĂen zusammen:
- LĂŒftungswĂ€rmeverlust (WĂ€rmeverlust durch LĂŒftungsverhalten)
- TransmissionswĂ€rmeverlust (WĂ€rmeverlust durch Bauteile der GebĂ€udehĂŒlle)
- Zusatzaufheizleistung (zusÀtzliche Leistung nach einer Heizpause)
Da die genaue Berechnung fĂŒr Laien zu schwierig ist, empfehlen wir Ihnen, sich hierfĂŒr an einen Energieberater zu wenden.
Heizlastberechnung: Beispiel
Der Jahres-Energieverbrauch fĂŒr Warmwasser und Heizung eines Wohnhauses liegt bei 90.000 Kilowattstunden. Im Durchschnitt liegt die gesamte Heizzeit bei ungefĂ€hr 3.000 Stunden, das entspricht 125 Tage durchgehenden Heizungsbetriebs.
Die benötigte Kesselleistung ergibt sich dann zu:
90.000 Kilowattstunden pro 3.000 Stunden = 30 Kilowatt.
Ist die Heizlastberechnung sinnvoll?
Eine falsche Berechnung der Heizlast kann negative Folgen mit sich bringen: Allen voran ĂŒberhöhte, unnötige Heizkosten. In der Tat sind sehr viel Heizungsanlagen in Deutschland völlig ĂŒberdimensioniert. Daraus ergeben sich deutlich zu hohe Anschaffungs- und Betriebskosten bei den Heizanlagen. Gut beraten ist derjenige, der einen Energieberater konsultiert.
Vor der Entscheidung fĂŒr eine Heizungsanlage sollten Sie die Heizlast in jedem Fall berechnen lassen. Wer Fördermittel erhalten will, muss eine Heizlastberechnung durchfĂŒhren. Da die Rechnung sehr komplex ist, lohnt es sich, einen Experten damit zu beauftragen. Die Berechnung kann durch unsere Energieberater erfolgen.
Zur Autorin: Nina GrimmeiĂ
Nina GrimmeiĂ ist ausgebildete Redakteurin und studierte Kommunikationswissenschaftlerin. Seit 2023 bei Energieheld, begeistert sie sich dafĂŒr, Themen rund um erneuerbare Energien verstĂ€ndlich zu vermitteln. Ihr Engagement fĂŒr Umweltschutz und Nachhaltigkeit sowie der enge Austausch mit Energieberatern und Sanierungsmanagern sind ein wichtiger Teil ihrer Arbeit. Hier gelangen Sie zu Ninas LinkedIn Profil.