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Ökostrom für's Elektroauto

Bequem Zuhause laden | Günstige Tarife für Pendler und Vielfahrer | 100 % Erneuerbare Energie

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines zum Elektroauto

Bild: Porsche Elektroauto an Ladestation
E-Auto bei der Aufladung | © hzv_westfalen_de / pixabay.com CC0

Als Elektroauto (E-Auto) bezeichnet man im Allgemeinen alle stromgetriebenen Fahrzeuge mit mindestens 4 Rädern. Die Verwendung im Alltag bezieht sich jedoch in der Regel auf normale PKW. Außerdem existieren Hybridautos und solche mit Brennstoffzellen, die jedoch beide in separate Kategorien fallen.

Unter dem Oberthema Zukunfts-Mobilität können zudem Eisenbahnen und Busse, aber auch Elektrofahrräder und Elektroroller subsummiert werden. In diesem Artikel soll es primär um alltagstaugliche PKW-Elektroautos gehen. Diese besitzen entweder einen internen Stromspeicher (Batterie) oder beziehen den Strom stattdessen aus einer Oberleitung.

Weitere kennzeichnende Merkmale eines Elektrofahrzeugs sind das hohe Gewicht der Antriebseinheit und das hohe Drehmoment, das schon aus dem Stand erreicht werden kann. Ein Elektroauto hat daher nicht einfach einen anderen Motor, sondern unterscheidet sich besonders in der Kraftentfaltung von herkömmlichen Fahrzeugen.

Partner: Die Ökostromtarife für das Elektroauto - von Polarstern Energie

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Geschichte: E-Autos, Motoren und Stromspeicher

Bild: Antikes Elektroauto
Flocken-Elektrowagen | © Franz Haag / wikimedia.org CC-BY

Die ersten Elektromotoren wurden schon um 1830 gebaut und bereits 1839 entstand das erste Elektroauto. Leistung und Stromspeicherung sind kaum mit heutigen Fahrzeugen zu vergleichen, aber die grundsätzlichen Voraussetzungen bestanden, um ein reines Elektroauto zu bauen.

In der Anfangszeit des Automobils war daher nicht explizit klar, dass sich benzingetriebene Ottomotoren und Dieselmotoren durchsetzen würden. Gegen 1910 begann der Abstieg des Elektroautos, weil Benzinmotoren vergleichsweise leichter zu handhaben waren und eine größere Reichweite boten. Der Öl-Boom, vorangetrieben von der Standard Oil Company, gab gewissermaßen den letzten „Schubs“, um Elektroautos vom Markt zu drängen.

In der Industrie gab es in der Zwischenzeit viele Anwendungsgebiete für Elektrofahrzeuge mit geringer Reichweite, aber besonders die Weiterentwicklung passender Batterien ging sehr schleppend voran. Der Golfkrieg, Ressourcenknappheit und Umweltschutz-Bestrebungen sorgten schließlich Anfang der 1990er-Jahre dafür, dass Elektroautos wieder in Mode kamen. Heutzutage trägt besonders das Unternehmen Tesla dazu bei, das Thema Elektroauto wieder in die Öffentlichkeit zu tragen und zu diskutieren.

Aufbau und Funktionsweise

Bild: Motor Elektromotor
Wichtigste Bauteile des Elektroautos | © Claus Ableiter / wikimedia.org CC-BY-SA

Ein modernes Elektroauto verfügt (neben allen herkömmlichen Fahrzeugteilen) immer über eine Sammlung von Batterien, die einen Elektromotor mit Energie versorgen. Dabei kommen in der Regel nur (Drehstrom-) Synchronmotoren zum Einsatz, die etwas anders als der klassische Elektromotor aus dem Physikunterricht funktionieren.

Einfach gesagt besitzt der Synchronmotor im Kern einen Dauermagneten, welcher von umliegenden Spulen in Bewegung gebracht wird. Beim Bremsen kehrt sich die Drehbewegung um, sodass der Dauermagnet über die Spulen Strom erzeugt, welcher der Batterie wieder zugeführt werden kann. Im Gegensatz zu Benzin- oder Dieselmotoren wird grundsätzlich kein Getriebe benötigt - trotzdem kann der Elektromotor ganz normal im Motorraum untergebracht und an das Getriebe angeschlossen werden.

Moderne Elektroautos setzen allerdings eher auf Motoren in der Achse oder sogar direkt in der Nabe einzelner Räder. Alle Varianten haben jeweilige Vorteile und Nachteile hinsichtlich Gewicht, Effizienz und Verschleiß. Die Zukunft wird zeigen, welche Bauart sich hauptsächlich durchsetzt. Die grundsätzlich benötigten Technologien sind für Elektroautos schon lange vorhanden. Wir können Strom speichern und ihn mit Elektromotoren nutzen - immer wichtiger wird jedoch das intelligente Leistungsmanagement.

Elektromotor in der Nabe oder in der Achse?

Bild: Elektroauto Motor
Elektromotor in der Radnabe | © Hadhuey / wikimedia.org CC-BY-SA

Motoren können in Elektroautos an verschiedenen Stellen installiert werden. Dabei gibt es aktuell keine ideale Lösung, sondern nur Kompromisse zwischen verschiedenen Vorteilen und Nachteilen. Schließt man Hybridautos aus, dann kann die wichtigste Unterscheidung zwischen Radnaben-Motoren und radnahen Motoren gemacht werden.

Dem Namen entsprechend kommen Radnaben-Motoren direkt in den Rädern von Elektroautos zum Einsatz. Diese Bauart arbeitet besonders energieeffizient, ist jedoch auch stärkerem Verschleiß ausgesetzt. Das zusätzliche Gewicht in den Rädern kann sich recht negativ auf die Fahreigenschaften auswirken. Dem gegenüber stehen radnahe Motoren, die sich in der Nähe, aber nicht direkt in den Rädern befinden.

Diese Bauart wird meist in den Achsstrang integriert und verfügt über ein einfaches Getriebe mit ein bis zwei Gängen. Das zusätzliche Gewicht ist zwar deutlich messbar, macht sich während der Fahrt aber nicht so sehr bemerkbar wie bei Radnaben-Motoren. Aktuell stellen die radnahen Motoren (im Achsstrang) die praktikablere Lösung dar, aber die Zukunft wird zeigen, ob es Anbieter schaffen, Radnaben-Motoren konkurrenzfähig zu machen.

Bauart Vorteile Nachteile
Elektromotor in der Achse Kleinere Bauart, geringeres Gewicht Weniger effizient, zusätzliches Getriebe wird benötigt
Elektromotor in der Nabe Effizientere Arbeitsweise Hoher Verschleiß und schlechtes Fahrverhalten

Blei- oder Lithium-Ionen-Batterie?

Bild: Batterie
Batterien im Elektroauto | © Gereon Meyer / wikimedia.org CC0

In modernen Elektroautos kommen fast ausschließlich Lithium-Ionen-Batterien zum Einsatz, die sich auch in vielen anderen Anwendungen bewährt haben. Laptops, Handys und Akkuschrauber nutzen beispielsweise allesamt Lithium-Ionen-Batterien. Blei-Batterien sind aufgrund des höheren Gewichts und der kürzeren Haltbarkeit keine wirkliche Option mehr für Elektroautos.

Auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingen werden höchstwahrscheinlich dazu führen, dass Lithium-Ionen-Batterien in den nächsten Jahren eine zentrale Bedeutung zukommt. Viele Hersteller errichten neue Stromspeicher-Fabriken, die die letztendlichen Kosten für Endkunden drastisch reduzieren werden. Zusammen mit technischen Weiterentwicklungen ist anzunehmen, dass Lithium-Ionen-Stromspeicher in den nächsten 5 Jahren den Markt dominieren werden.

Allein bis 2020 soll die weltweite Produktionsleistung von 70 Gigawattstunden aus dem Jahr 2015 auf über 250 steigen. Bis 2025 ist sogar an Anstieg auf 535 Gigawattstunden zu erwarten. Auf Grundlage bekannter Wirtschaftsmodelle lässt sich daher annehmen, dass die Preise für Elektroauto-Batterien nicht linear, sondern stark exponentiell abnehmen werden.

Elektroauto kaufen - Hersteller und Preise im Vergleich

Sie wollen ein Elektroauto kaufen? Dabei gibt es einiges zu beachten! Im aktuellen Hype um Elektroautos haben natürlich möglichst viele Hersteller versucht, ein eigenes Fahrzeug auf den Markt zu bringen. Alle Anbieter sprechen mit ihren Modellen sehr unterschiedliche Zielgruppen an, sodass die gesamte Palette von Elektroautos sehr heterogen ist.

Das Angebot reicht bei den Kosten von vergleichsweise günstigen Kleinwagen bis hin zu (fast) unbezahlbaren Luxus-Sportwagen. Daher gilt: Beim Kauf ist Elektroauto nicht gleich Elektroauto! Sie sollten daher kritisch hinter die Werbeversprechen schauen und bei den gegebenen Preisen immer die Grundausstattung prüfen. Bei unserer Zusammenstellung haben wir in Teilen auf eine Studie des ADAC zurückgegriffen.

Elektroauto Listen-Preis Reale Kosten pro km (30.000 km)
Audi e-tron 55 quattro 79.900 € 64,7 Cent
BMW i3 (120 Ah) 38.000 € 32,5 Cent
BMW i3s (120 Ah) 41.600 € 36,3 Cent
Citroen C-Zero 21.800 € 23,4 Cent
Ford Focus Electric 34.900 € 34,2 Cent
Hyundai IONIQ Elektro Trend 33.300 € 28,5 Cent
Jaguar I-Pace EV400 S AWD 78.240 € 59,2 Cent
KIA Soul EV Plug (30 kWh) 29.490 € 27,6 Cent
KIA e-Niro Edition7 (64 kWh) 38.090 € k.A.
Mercedes B 250 e 39.151 € 36,4 Cent
Mitsubishi Electric Vehicle 23.790 € 24,2 Cent
Nissan Leaf Visia (Batteriemiete 24 kWh) 23.365 € 29,7 Cent
Nissan Leaf Visia (inkl. Batterie 24 kWh) 29.265 € 29,4 Cent
Nissan Leaf Acenta (Batteriemiete 30 kWh) 28.485 € 31,8 Cent
Nissan Leaf Acenta (inkl. Batterie 30 kWh) 34.385 € 31,8 Cent
Nissan e-NV200 Kombi Premium (Batteriemiete 24 kWh) 25.462 € 29,2 Cent
Nissan e-NV200 Kombi Premium (inkl. Batterie 24 kWh) 30.418 € 27,6 Cent
Nissan e-NV200 Evalia Tekna (Batteriemiete 24 kWh) 31.706 € 32,4 Cent
Nissan e-NV200 Evalia Tekna (inkl. Batterie 24 kWh) 37.602 € 31,6 Cent
Peugeot iOn Active 21.800 € 24,6 Cent
Renault Zoe Life (Batteriemiete 22 kWh) 21.900 € 27,2 Cent
Renault Zoe Life (inkl. Batterie 22 kWh) 29.900 € 28,2 Cent
Renault Zoe Life (Batteriemiete 41 kWh) 26.100 € 28,6 Cent
Renault Zoe Life (inkl. Batterie 41 kWh) 34.100 € 30,0 Cent
Renault Zoe Limited (Batteriemiete 41 kWh) 27.900 € 30,5 Cent
Renault Zoe Limited (inkl. Batterie 41 kWh) 35.900 € 32,0 Cent
smart fortwo coupé EQ perfect 23.630 € 24,1 Cent
smart fortwo cabrio EQ perfect 26.890 € 26,1 Cent
smart forfour EQ perfect 24.290 € 24,9 Cent
Sono Motors Sion 25.500 € k.A.
Tesla Model 3 Long Range AWD 54.800 € 43,6 Cent
Tesla Model S Maximum Range 87.750 € 68,4 Cent
Tesla Model X Maximum Range 91.000 € 66,3 Cent
Volkswagen e-up! 22.975 € 22,8 Cent
Volkswagen e-Golf 35.900 € 31,6 Cent

Reale Gesamt-Kosten pro Kilometer

Wer sich ein Elektroauto zulegt, der profitiert erst einmal ordentlich von Steuerbefreiung und staatlicher Förderung. Auch günstigere Parkplätze in Großstädten können zu den Ersparnissen hinzugerechnet werden. Um die realen Gesamt-Kosten im Vergleich mit herkömmlichen PKW betrachten zu können, haben wir für Sie in unserer Tabelle eine Studie des ADAC zu den Fahrzeug-Kosten pro Kilometer berücksichtigt.

Folgende Faktoren wurden dabei mit einbezogen: Wertverlust (ohne Zinsen), Aufwand für Ölwechsel, Inspektionen, Verschleißteile, neue Reifen, Kraftstoff- und Ölkosten, Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung mit 50 Prozent Beteiligung und die aktuelle Kraftfahrzeugsteuer. Unter diesen Bedingungen kostet also beispielsweise der e-Golf von Volkswagen 31,6 Cent pro Kilometer, wenn Sie ihn über 30.000 Kilometer fahren und dann verkaufen.

Kosten-Rechner für Elektroautos

Das Öko-Institut e. V. bietet auf seiner Webseite einen Kosten-Rechner für private und gewerbliche Elektroautos an. Die Erstellung dieses Rechners wurde 2015 vom Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V. (VDE) in Auftrag gegeben. Benutzer können zwischen verschiedenen Fahrzeugtypen wählen, um herauszufinden, was ein Elektroauto insgesamt pro Jahr kostet.

Einen etwas intuitiveren Kosten-Rechner für Elektroautos und Benziner gibt es auf der Webseite von e-stations. Hier können Sie voreingestellte Angaben übernehmen oder eigene Werte eingeben, um zu errechnen, ob sich ein Elektroauto für Sie lohnt.

Batterie mieten (leasen) oder kaufen?

Bild: Cockpit Elektroauto
Cockpit eines Elektroautos | © ssarwas0 / pixabay.com CC0

Die Batterie ist mitunter das teuerste Bauteil in einem Elektroauto. Auch wenn die Preise in Zukunft sinken werden, bezahlt man aktuell häufig noch 5.000 bis 10.000 Euro alleine für den Stromspeicher. Als Alternative zum Kauf bieten viele Hersteller eine Batterie-Miete bzw. Leasing-Modelle an, um den Kaufpreis des Fahrzeugs möglichst gering zu halten.

Unterm Strich ist die Miete natürlich teurer, da sich dieses Konzept für die Hersteller ansonsten nicht rechnen würde. Klarer Vorteil der Miet-Batterie ist allerdings die dauerhafte Garantie auf eine gewisse Mindestleistung, die bei gekauften Speichern irgendwann abgelaufen ist. Hier hängt es besonders von den Angeboten der Hersteller ab, für welche Variante Sie sich entscheiden sollten.

Aus der bereits angesprochenen Studie des ADAC geht hervor, dass sich die Fahrtkosten insgesamt bei gekauften und gemieteten Batterien kaum unterscheiden. Der Nissan Leaf Visia kostet mit gekauftem Speicher beispielsweise 29,4 Cent pro Kilometer, während die Variante mit Miet-Batterie 29,7 Cent pro Kilometer kostet. Auf einer Strecke von 30.000 Kilometern beträgt der Preisunterschied damit nur 90 Euro.

Staatliche Förderung beim Kauf (Umweltbonus-Prämie)

Bild: Förderung Elektroauto
Elektroauto mit Förderung kaufen | © Free-Photos / pixabay.com CC0

Die staatliche Förderung für Elektroautos wird offiziell Umweltbonus genannt. Dieser ist seit Juli 2016 in Deutschland verfügbar und auf insgesamt 1,2 Milliarden Euro (umgerechnet rund 300.000 Fahrzeuge) begrenzt.

Wenn diese Summe aufgebraucht ist, dann endet auch die staatliche Förderung für Elektroautos. 2.000 Euro gibt es beim Kauf für reine E-Autos und solche mit Brennstoffzellen. Sogenannte Plug-In-Hybride (Aufladung an der Steckdose möglich) werden mit 1.500 Euro gefördert.

In den Medien wird häufig von 4.000 Euro bzw. 3.000 Euro als Höhe der Förderung berichtet. Diese Zahlen stimmen indirekt, weil der Staat nur die Hälfte der Förderung übernimmt und der restliche Teil vom Hersteller beim Kauf eines Elektroautos gutgeschrieben wird. Im Endeffekt erhalten Sie also die volle Förderung, aber 50 Prozent werden vom BAFA direkt auf Ihr Konto überwiesen, während der Hersteller die übrigen 2.000 bzw. 1.500 Euro vom Kaufpreis abzieht.

Fahrzeug Förderung vom Staat Förderung vom Hersteller Gesamt
Elektroauto 2.000 € 2.000 € 4.000 €
E-Auto mit Brennstoffzelle 2.000 € 2.000 € 4.000 €
Plug-In-Hybrid 1.500 € 1.500 € 3.000 €
Normaler Hybrid n/a n/a 0 €
PKW mit Verbrennungsmotor n/a n/a 0 €

Rahmenbedingungen / Voraussetzungen für die Förderung

Bild: Ladestation für Elektroautos
Ladekabel für Elektroautos | © hrohmann / pixabay.com CC0

Die Förderung für Elektroautos wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ausgesteuert und unterliegt einigen Rahmenbedingungen, die erfüllt sein müssen, um den Zuschuss zu erhalten.

Einen Teil bezahlt dabei der Staat, den anderen der Autohersteller. Insgesamt wird die Förderung nur ausgezahlt, wenn der Netto-Listenpreis des Basismodells 60.000 Euro nicht übersteigt.

Darüber hinaus werden nur solche Fahrzeuge für die Förderung berücksichtigt, die weniger als 50 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, nach dem 18. Mai 2016 gekauft wurden und sich auf der BAFA-Liste aller förderfähigen Fahrzeuge befinden. Nach der Zulassung muss das Elektroauto mindestens 6 Monate auf den Antragssteller zugelassen bleiben.

Bild: Energieheld Tipp

Das Ende der Förderzeit ist auf den 30. Juni 2019 datiert. Allerdings ist die Fördersumme noch nicht annähernd aufgebraucht und bislang sind nur für etwa 114.000 Fahrzeuge Anträge gestellt worden (Stand April 2019) - die gesamte Fördersumme reicht allerdings für rund 300.000 Elektroautos. Dementsprechend wird aktuell in der Politik darüber diskutiert, ob der Umweltbonus wirklich am 30. Juni 2019 endet oder ob der Zeitraum verlängert wird.

Antrag auf Elektroauto-Förderung stellen

Der Antrag auf Elektroauto-Förderung muss beim BAFA eingereicht werden. Das Zulassungsverfahren ist dabei in zwei Phasen aufgeteilt:

1. Phase: In der ersten Phase erhalten Sie noch kein Geld. Auf der Webseite des BAFA muss ein Online-Antrag ausgefüllt werden (https://fms.bafa.de/BafaFrame/umweltbonus). Dieser enthält entweder den Kaufvertrag oder eine Bestellbestätigung des Elektroautos. Bei Leasingverträgen ist ebenfalls eine Kalkulation der Leasingrate ohne Förderung vorzulegen.

Der abgeschickte Antrag wird anschließend geprüft. Wird die Förderung für Ihr Elektroauto erteilt, erhalten Sie einen sogenannten Zuwendungsbescheid. Danach haben Sie 9 Monate Zeit, um den Kauf des Fahrzeugs samt Anmeldung abzuschließen.

2. Phase: In der zweiten Phase wird die Förderung auf Ihr Konto überwiesen. Hierfür können Sie sich auf der BAFA-Webseite (https://fms.bafa.de/BafaFrame/login) bei der elektronischen Verwendungsnachweiserklärung mit Ihrer Vorgangsnummer 50XXXXX (ohne EMO) und Ihrer Postleitzahl als Passwort anmelden. Dort müssen Sie Ihre Kontodaten angeben und die Rechnung (bei Kauf), sowie die Zulassungsbescheinigung (Teil I und Teil II) hochladen. Nach einer weiteren Prüfung der Angaben wird die staatliche Förderung für Ihr Elektroauto auf das angegebene Konto überwiesen.

Förderprogramm von ENTEGA

Neben der staatlichen Förderung für den Elektroauto-Neukauf können Sie auch das Förderprogramm des Energieversorgers ENTEGA wahrnehmen. So erhalten alle ENTEGA-Ökostrom-Kunden für den Kauf eines neuen Elektroautos einen Förderbetrag von 400 Euro und beim Kauf einer ENTEGA Wandladestation weitere 200 Euro. Zusätzlich werden auch elektrische Lastenfahrräder mit rund 150 Euro finanziert.

Um diese Förderung zu erhalten, müssen Sie zunächst den Förderantrag auf der Webseite von ENTEGA herunterladen und dann per Post zuschicken. Anschließend müssen Sie eine Kopie des Fahrzeugscheins sowie die Rechnungskopie Ihres neu gekauften Elektroautos nachreichen. Wenn all diese Aspekte berücksichtigt werden, dann kann Ihrer Förderung nichts mehr im Wege stehen.

Antragsberechtigte Förderbetrag
Ökostrom-Kunden von ENTEGA 400 €
ENTEGA Wandladestation 200 €
Elektro-Lastenfahrrad 150 €

Reichweite mit modernen Elektroauto-Batterien

Die Reichweite ist bei Elektroautos besonders aus drei Gründen ein wichtiges Thema:

1) Das Ladestationen-Netz ist in Deutschland nur sehr rudimentär ausgebaut. Man kann also nicht einfach drauflosfahren und bei Bedarf die Batterie wieder aufladen.

2) An zweiter Stelle steht die Ladedauer der einzelnen Fahrzeuge. Eine komplette Aufladung dauert je nach Verfahren zwischen 30 Minuten und 4 Stunden, sodass eine längere Ausfahrt gut geplant sein sollte.

3) Zuletzt müssen sich Elektroautos natürlich auch noch immer mit herkömmlichen PKW messen. Eine geringe Reichweite wird schnell als technische Unterlegenheit gewertet.

Insgesamt hängt die verfügbare Reichweite aber nicht allein von der Batterie ab, denn intelligente Software hilft dabei, die Leistung effizient zu verteilen bzw. beim Bremsen zurückzugewinnen. Je effizienter diese Steuerung funktioniert, desto größer ist auch die Reichweite, selbst bei sportlicher Fahrweise.

Aufgrund der stetigen Weiterentwicklung ist anzunehmen, dass die Reichweite neuer Elektroautos in den nächsten Jahren enorm steigen wird. Eine Liste mit den Reichweiten gängiger Elektroautos finden Sie hier.

150 - 200 km 200 - 250 km 250 - 300 km 300 - 500 km
BMW i3 (60 Ah) KIA Soul EV Plug (30 kWh) Hyundai IONIQ Elektro Trend BMW i3 (120 Ah)
Citroen C-Zero Ford Focus Electric Renault Zoe Intens (22 kWh) Renault Zoe Intens (41 kWh)
Mercedes B 250 e Nissan Leaf Acenta (30 kWh) Renault Zoe Intens (22 kWh) Tesla Model S 60
Mitsubishi Electric Vehicle Nissan Leaf Acenta (30 kWh) Volkswagen e-Golf Tesla Model X 75D
Nissan e-NV200 Kombi Premium (24 kWh)      
Nissan e-NV200 Evalia Tekna (24 kWh)      
Nissan Leaf Visia (24 kWh)      
Peugeot iOn Active      
Volkswagen e-up!      

Ladestationen und Ladekarten für Elektroautos

Bild: Ladestation Ladekarte
Ladestationen für Elektroautos | © MENNEKES Elektrotechnik GmbH & CO. KG

Selbst mit der allergrößten Reichweite muss ein Elektroauto irgendwann eine Ladestation anfahren. In Deutschland gibt es zurzeit ca. 17.500 Ladeplätze an insgesamt etwa 9.000 Ladestationen, die allerdings sehr heterogen verteilt und nicht allesamt für eine Schnellladung ausgestattet sind.

Im Vergleich dazu gibt es gut 14.500 herkömmliche Tankstellen für Benzin und Diesel. Geht man hier von durchschnittlich 6 oder mehr Zapfsäulen aus, dann kommt man auf mindestens 87.000 einzelne Tankplätze für normale PKW.

Problematisch sind besonders die ungleiche Verteilung der Ladestationen und die verschiedenen Ladekarten, die benötigt werden, um wirklich überall Strom tanken zu können. Vor dem Kauf eines Elektroautos sollten sich Interessenten daher genau mit dem Lade-Netz in ihrer näheren und weiteren Umgebung auseinandersetzen.

Es gibt verschiedenste Anbieter und Lade-Verbände, die alle unterschiedliche Tarife und Lade-Möglichkeiten anbieten. „Den besten“ Anbieter gibt es dabei eigentlich nicht - nur einige, die besser oder schlechter zu Ihrem persönlichen Ladeverhalten passen. Bezüglich der Ladedauer kann man zwischen 5 Varianten unterscheiden:

1) Mit einer herkömmlichen Haushaltssteckdose dauert eine Aufladung etwa 8 bis 14 Stunden. Die Ladeleistung beträgt dabei ca. 2,3 Kilowatt.

2) Für eine schnellere Ladung zu Hause können Sie auf eine sogenannte Wallbox umrüsten. Hierbei dauert die Aufladung durch eine deutlich höhere Ladeleistung nur 2 bis 6 Stunden.

3) Die einfachsten öffentlichen Ladesäulen benötigen für eine komplette Aufladung zwischen 2 und 4 Stunden. Zum Laden wird meist eine sogenannte Ladekarte benötigt.

4) An öffentlichen Schnellladesäulen benötigen Sie ebenfalls eine Ladekarte und einen speziellen Anschluss an Ihrem Elektroauto. Hierbei kann das Fahrzeug jedoch in unter einer Stunde auf 80 Prozent aufgeladen werden. Aus Sicherheitsgründen verzichtet man bei Schnellladesäulen auf eine 100 Prozent-Aufladung.

5) Das Nonplusultra in Sachen Ladezeit bietet aktuell der Hersteller Tesla mit den Supercharger-Stationen an. Aktuelle Kunden können ihr Tesla-Elektroauto in rund 30 Minuten aufladen lassen und sind damit sehr flexibel im täglichen Gebrauch ihres Fahrzeugs.

Die Ladekarte und Kosten pro Aufladung

Bild: ENTEGA Ladekarte
Die Ladekarte für Elektroautos von ENTEGA | © ENTEGA Energie GmbH

Wer einen normalen PKW gewohnt ist, der fragt sich natürlich, was eine Aufladung des Elektroautos im Sinne einer „Tankfüllung“ kostet. Aufgrund der aktuellen Situation in Deutschland kann man hierauf jedoch keine pauschale Antwort geben.

Da es teilweise kostenlose Ladestationen gibt und sich Stromtarife enorm voneinander unterscheiden, hängt der Preis pro Aufladung vornehmlich vom Energiebedarf und der Speicherkapazität des Elektroautos ab.

Bei kleineren Fahrzeugen wie dem Nissa Leaf werden auf 100 Kilometern rund 15 Kilowattstunden Strom benötigt. Bei einem Strompreis von 29,99 pro Kilowattstunde würde man an der heimischen Ladestation also etwa 4,50 Euro bezahlen. Mit Benzin würde die selbe Distanz bei einem Verbrauch von 6 Litern und einem Benzinpreis von 1,40 Euro pro Liter insgesamt 8,40 Euro kosten.

In der Realität existieren jedoch verschiedenste Angebote, sodass bei einer Vergleichsrechnung eher die monatlichen Gesamtkosten untersucht werden sollten. Eine Übersicht zu den Kosten für Aufladungen (100 Kilometer) finden Sie hier.

Reichweite Aufladung / Betankung Füllmenge Preis pro Einheit Preis pro km
250 km Benzin (Tankstelle) 20 Liter 1,40 € pro Liter 11 Cent
250 km
(mit Rückgewinnung)
Strom (Haushaltssteckdose) 30 kWh 29,99 Cent pro kWh 3,6 Cent
250 km
(mit Rückgewinnung)
Strom (Ladestation) Volle Aufladung 5,90 € pro Ladung 2,4 Cent

E-Tankstellen in Ihrer Nähe finden

Hier können Sie ganz einfach Ladestationen und E-Tankstellen in Ihrer Nähe finden.

Elektroauto mit Photovoltaik-Anlage aufladen

Wer Photovoltaik-Anlage und Elektroauto sein Eigen nennt, der möchte natürlich im Idealfall Strom aus eigener Produktion laden. Für viele sieht genau so unsere grüne Zukunft in Sachen Mobilität aus. Ohne weiteres lässt sich dieser Traum jedoch nicht erfüllen und in vielen Fällen lohnt es sich auch kaum, Photovoltaik-Strom in das eigene Auto zu laden.

Selbstverständlich können Elektroautos über den Hausstrom oder über eine sogenannte Wallbox aufgeladen werden. Die Leistung der Photovoltaik-Anlage entscheidet dabei, wie viel Strom beim Aufladen hinzugekauft werden muss. Ein direkter Anschluss der Photovoltaik-Anlage ist aus technischen Gründen nicht möglich. Größere Probleme kann es bei der Organisation der Aufladung geben. Wann soll das Elektroauto aufgeladen werden?

Tagsüber, wenn die Photovoltaik-Anlage den meisten Strom liefert, sind viele Menschen auf der Arbeit und können ihr Elektroauto dort oder an öffentlichen Ladestationen aufladen. Um das Elektroauto zu Hause über Nacht laden zu können, wird allerdings ein zusätzlicher Stromspeicher benötigt, der bis zu 10.000 Euro kosten kann. In der Regel lohnt es sich daher eher, kostenlose Ladestationen oder günstige Tarifmodelle der Stromtankstellen-Anbieter zu wählen.

Umweltbilanz und Lifecycle beim Elektroauto

Bild: Umweltbilanz Elektroauto
Umweltbilanz für E-Autos | © Nannica / pixabay.com CC0

Nach dem anfänglichen Hype um Elektroautos haben viele wissenschaftliche Institute einmal hinter die Kulissen geschaut und herausgefunden, dass es aktuell mit der Umweltfreundlichkeit nicht weit her ist.

Besonders die Leichtbau-Karossen und die Batterien verschlingen bei der Herstellung sehr viel Energie. Um diese Defizite auszugleichen, muss ein Elektroauto mindestens 30.000 Kilometer mit grünem Ökostrom aus der Umgebung bewegt werden.

Ab dieser Marke ist es tatsächlich "grüner" als herkömmliche PKW mit Verbrennungsmotor. Wird der übliche Strom-Mix genutzt, dann müssen mindestens 100.000 Kilometer gefahren werden. Künftig werden sich die Lebensdauer und die Wiederverwertbarkeit der Batterien enorm verbessern, sodass die Umweltfreundlichkeit noch ein bisschen steigt. Bis dahin sollten Elektroautos wirklich gefahren und nicht nur als Statussymbol für die Garage angeschafft werden.

Fazit: Elektroauto oder doch lieber Benzin und Diesel?

Wir haben viele Aspekte rund um das Elektroauto beleuchtet. Für wen sich die meist teure Anschaffung lohnt, hängt stark vom Nutzungsverhalten und der Infrastruktur vor Ort ab. Wer günstig grünen Strom tanken kann, der sollte bei hohen Laufleistungen pro Jahr tatsächlich den Kauf eines Elektroautos in Erwägung ziehen. Alle anderen sind besser bedient, wenn sie noch ein paar Jahre warten, bis die Schlüsseltechnologien rund um die Elektromobilität erheblich günstiger geworden sind.

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