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Ratgeber: Dachdämmung ohne Unterspannbahn

Bild: Dach ohne Dämmung und Unterspannbahn
Früher übliche Lösung: Dach ohne Unterspannbahn | © Kincse_j / pixabay.com CC0

Eine Dachdämmung mit oder ohne Unterspannbahn installieren, was ist besser? Und wenn mit, wie viel mehr kostet das? Gibt es eine Förderung? Vor diesen Fragen stehen in Deutschland viele Hausbesitzer, wenn sie ihr Dach dem Gebäude-Energie-Gesetz (GEG) entsprechend neu dämmen müssen.

Dabei ist das Thema Dachdämmung ohne Unterspannbahn tatsächlich sehr komplex und geht über diese grundlegende Frage hinaus. Letztlich gibt es verschiedene Lösungsansätze, die jeweils ihre eigenen Vorteile und Nachteile haben und auch unterschiedlich viel kosten. Welche das sind, wie viel sie jeweils kosten und wie viel Förderung es gibt, können Sie im nachfolgenden Artikel erfahren.

Inhalt


    Was ist eine Unterspannbahn?

    Bild: Unterspannbahn
    Unterspannbahnen dienen dem Schutz von Dämmung und Dachstuhl | © Palatinate Stock / shutterstock.com

    Die Unterspannbahn ist eine Folie, die im Optimalfall auf die Dachsparren bzw. auf die Aufsparrendämmung und unter den Ziegeln aufgebracht wird. Sie dient dem Schutz von Dachstuhl und Dämmung vor Flugschnee, Schlagregen und Schimmel.

    Dabei sollte sie von innen diffusionsoffen sein. Dadurch kann Luftfeuchtigkeit, die sich in der Dämmung sammelt, nach außen diffundieren. Das Eindringen von Feuchtigkeit von außen wird dagegen verhindert.

    Unterspannbahnen werden seit den 1980er Jahren installiert. In dieser Zeit hat man vermehrt mit der Dämmung von Dachschrägen begonnen. In diesem Zusammenhang hat sich die Installation von Unterspannbahnen als sinnvoll erwiesen um die Entsteheung von Schimmel zu verhindern. Davor war es nicht weiter schlimm, wenn einmal Flugschnee oder Regenwasser unter die Ziegel drangen, da die Feuchtigkeit durch den stetigen Luftzug auch schnell wieder verdunstete. Die Probleme fangen also erst an, wenn das Dach nachträglich von innen gedämmt wird.

    Energieheld-Hinweis

    Die Installation einer Unterspannbahn ist am sinnvollsten, wenn sie diffusionsoffen ist und auf den Sparren bzw. auf der Aufsparrendämmung angebracht wird. Sie bildet quasi eine Schutzschicht zwischen Dämmung und Dachstuhl einerseits und der Dachhaut andererseits. So sind Dämmung und Dachstuhl am Besten vor Feuchtigkeit und Schimmel geschützt.


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    Probleme bei nachträglichen Dämmungen

    Bild: Nachträgliche Dämmung von innen
    Nachträgliche Dämmungen von innen können Probleme verursachen | © ungwar / shutterstock.com

    Eine Dämmung reagiert sehr empfindlich auf Feuchtigkeit. Das gilt auch für nachträgliche Dämmungen zwischen den Sparren ohne Unterspannbahn. Im schlimmsten Fall dringt Feuchtigkeit oder sogar Wasser unter die Eindeckung.

    Das kann dazu führen, dass die Dachdämmung zu schimmeln beginnt und sie ihren Zweck nicht mehr (richtig) erfüllt. Daher ist der Einsatz einer Unterspannbahn bei einer nachträglichen Dämmung zwischen den Dachsparren dringend zu empfehlen.

    Aber selbst dann, wenn eine Unterspannbahn installiert wird, können durch Undichtigkeiten am Übergang von Unterspannbahn zum Sparren Probleme mit eindringender Feuchtigkeit entstehen. Besser ist es deshalb, bei einer anstehenden Neueindeckung die Gelegenheit zu nutzen um eine Dämmung samt Unterspannbahn zu installieren. Die Unterspannbahn wird dann auf den Sparren bzw. ggf. auf der Aufsparrendämmung unter den Ziegeln befestigt. So wird nicht nur die Dämmung gut vor Witterungseinflüssen geschützt. Auch Dachsparren und Dachfirst halten dadurch länger.

    Ältere Dämmungen aus Mineralwolle

    Häufig wurden Dächer bereits früher schon einmal gedämmt. Dabei kamen auch gerne Dämmstoffe aus Mineralwolle wie Glaswolle oder Steinwolle zum Einsatz. Diese Dämmstoffe halten unter optimalen Bedingungen bis zu 50 Jahre. Häufig wurde dabei jedoch auf die Installation einer Unterspannbahn verzichtet, sodass die Dämmung feucht geworden ist.

    Wenn man so eine Dämmung aus Mineralwolle im Dach findet, kann diese meist direkt entsorgt werden. Sie trocknen zu lassen klingt zwar simpel, ist aber tatsächlich mit viel Aufwand verbunden. Da ist es meist billiger und weniger aufwendig, eine neue Dämmung inkl. Unterspannbahn zu installieren. Nur eine Unterspannbahn nachträglich ohne neue Dämmung zu installieren ist dagegen nicht sinnvoll.

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    Lösungen für Altbausanierungen

    Bild: Dachsanierung mit Unterspannbahn
    Altbau-Dachsanierung mit Unterspannbahn | © Detmold / pixabay.com CC0

    Die nachträgliche Installation einer Dachdämmung bei Bestandsbauten ist in Deutschland nach GEG Pflicht, sobald der Besitzer des Gebäudes wechselt. Damit einher geht in der Regel auch die nachträgliche Installation einer Unterspannbahn.

    Wenn das Gebäude ohnehin neu gedeckt werden muss, bietet es sich an, die Unterspannbahn flächendeckend auf den Sparren bzw. der Aufsparrendämmung anzubringen. Ist die Eindeckung noch gut, bleibt nur der Weg, die Unterspannbahn von innen zu installieren.

    Es gibt zwar auch Lösungen ohne Unterspannbahn, diese eignen sich aber nur für kleine Flächen oder relativ dichte Konstruktionen (z.B. Falzziegel). Bei unverfugten Hohlpfannen oder sehr großen Flächen ist es in der Regel rausgeschmissenes Geld.

    Ohne Unterspannbahn, aber mit Luftschicht

    Eine Möglichkeit, eine Dämmung nachträglich ohne Unterspannbahn zwischen den Sparren zu installieren, bietet eine hinterlüftete Dämmung. Dabei bleibt zwischen Dachhaut und Dachdämmung eine Luftschicht (ca. 5 cm der Aufbauhöhe). Die Kosten hierfür liegen bei ca. 40 bis 100 Euro pro Quadratmeter. Bei 100 Quadratmetern Dachfläche macht das Kosten von ca. 4.000 bis 10.000 Euro.

    Vorteil: Über diese Luftschicht kann eingedrungene Feuchtigkeit oder Wasser nach außen verdunsten. Nachteil: Der Platz für die Hinterlüftung kann nicht für die Installation der Dämmung genutzt werden. Somit ist die Dämmwirkung in Summe nicht so groß wie mit einer Unterspannbahn. Außerdem wirkt feuchte Dämmung nicht so gut, selbst wenn sie wieder austrocknen kann.

    Mit nachträglicher Unterspannbahn

    Da die Dacheindeckung alter Gebäude meist nicht dicht genug ist, wird bei der Nachrüstung einer Dachdämmung zwischen den Sparren eine Unterspannbahn nachträglich von innen eingebaut. Im Optimalfall handelt es sich sogar um eine diffusionsoffene Unterspannbahn. Dann kann auf eine Luftschicht verzichtet werden. Vorteil: Durch die Unterspannbahn kann die Zwischensparrendämmung dicker aufgebaut werden und die Dämmwirkung steigt.

    Nachteil: Es besteht die Gefahr, dass die Unterspannbahn am Übergang zum Sparren undicht ist oder wird, Feuchtigkeit in die Dämmung eindringt und die Dämmung Schaden nimmt. Außerdem bleiben die Oberseiten der Dachsparren ungeschützt, da die Folie nur zwischen den Sparren angebracht ist. Eine Zwischensparrendämmung mit Unterspannbahn kostet ca. 45 bis 105 Euro pro Quadratmeter. Bei 100 Quadratmetern Dachfläche sind das Kosten von ca. 4.500 bis 10.500 Euro.

    Sanierungsmaßnahme Vorteile Nachteile Kosten
    Dachdämmung von innen mit Hinterlüftung Preiswerter als mit Unterspannbahn Luftschicht braucht Platz, der für den Aufbau der Dämmung fehlt 4.000 - 10.000 €
    Feuchtigkeit / Nässe kann nach außen verdunsten Schlechtere Dämmwirkung durch Feuchtigkeit, Schimmelgefahr
    Dachdämmung von innen mit Unterspannbahn nachträglich Die Dämmung kann dicker aufgebaut werden, da die Luftschicht wegfällt Gefahr von Undichtigkeiten am Übergang von Unterspannbahn zu Dachsparren, Gefahr von Schäden an Sparren und Dämmung durch Feuchtigkeit 4.500 - 10.500 €
    Dämmwirkung steigt Sparren-Oberseiten bleiben ungeschützt, Schimmelgefahr
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    Förderung für nachträgliche Dämmungen

    Bild: Förderung für Dachdämmung
    Förderung für Dachdämmung bewilligt! | © 4993578 / pixabay.com CC0

    Die nachträgliche Installation einer Dämmung wird in Deutschland mit der Bundesförderung für Effiziente Gebäude (BEG) für Einzelmaßnahmen (BEG EM) gefördert. Diese beinhaltet einen Zuschuss von mindestens 20 Prozent der förderfähigen Kosten / der maximalen Kreditsumme von max. 60.000 Euro.

    Das entspricht bis zu 12.000 Euro Förderung. Wird die Dämmung in einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) empfohlen, können Sie sogar Förderung bis zu 15.000 Euro erhalten (+ 5 Prozent). Die Kosten für Unterspannbahn und Montage zählen dabei zu den förderfähigen Nebenarbeiten und werden mitgefördert.

    Maßnahme Kredit Zuschuss
    Dachdämmung mit Unterspannbahn nachträglich installieren KfW 262 (BEG EM): Kredit bis zu 60.000 € inkl. Tilgungszuschuss von 20 % der Kreditsumme, max. 12.000 €;
    max. 15.000 € mit iSFP*
    BAFA (BEG EM): Zuschuss bis zu 20 % der förderfähigen Kosten von höchstens 60.000 €, max. 12.000 €;
    max. 15.000 € mit iSFP*

    * den iSFP-Bonus erhält man, wenn die Maßnahme in einem individuellen Sanierungsfahrplan empfohlen wurde

    Beantragen kann man die Förderung als einmaligen Zuschuss beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA; BEG EM). Alternativ dazu kann man auch einen Kredit mit Zuschuss von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (Programm KfW 262) erhalten. Wichtig: Der Antrag muss VOR Auftragsvergabe unter Mitwirkung eines DENA-zertifizierten Energie-Effizienz-Experten (speziell geschulter Energieberater) gestellt werden. In der Tabelle oben finden Sie noch mal einen Überblick zu den verschiedenen Förderungen.


    Vergleich: Kosten für ein neues Dach

    Bild: Unterspannbahn auf Sparren und Dämmung
    Unterspannbahn unter Traglattung und Ziegeln | © Palatinate Stock / shutterstock.com

    Die Installation einer nachträglichen Dämmung samt Unterspannbahn von innen hat die oben genannten Nachteile. Da die Unterspannbahn bei einer Dachsanierung von außen zwischen Aufsparrendämmung und Ziegeln montiert werden kann, gibt es diese Probleme hier nicht.

    Deshalb wollen wir einmal vergleichen, wie viel ein neues Dach inklusive Dämmung, Unterspannbahn und Neueindeckung kostet. Die Kosten für eine neues Dach (ohne Dachstuhl) setzen sich aus der Aufsparrendämmung samt Unterspannbahn (70 bis 120 Euro / Quadratmeter) und der Eindeckung inklusive Arbeitsstunden für die Montage (80 bis 130 Euro / Quadratmeter) zusammen.

    Maßnahme Kosten Förderung iSFP-Bonus Kosten mit Förderung*
    Nachträgliche Dämmung mit Hinterlüftung von innen 4.000 € - 10.000 € 20 %, 800 - 2.000 € 5 %, 200 - 500 € 3.000 - 7.500 €
    Nachträgliche Dämmung mit Unterspannbahn von innen 4.500 € - 10.500 € 20 %, 900 - 2.100 € 5 %, 225 - 525 € 3.375 - 7.875 €
    Dach neu: Aufsparrendämmung mit Unterspannbahn von außen 7.000 - 12.000 € 20 %, 1.400 - 2.400 € 5 %, 350 - 600 € 5.250 - 9.000 €
    Dach neu: Aufsparrendämmung mit Unterspannbahn und Eindeckung von außen 15.000 - 25.000 € 20 %, 3.000 - 5.000 € 5 %, 750 - 1.250 € 11.250 - 18.750 €

    * inklusive iSFP-Bonus

    Ein neues Dach kostet demzufolge ca. 150 bis 250 Euro pro Quadratmeter. Für ein 100 Quadratmeter großes Dach müsste man also mit Gesamkosten von 15.000 bis 25.000 Euro rechnen. Damit ist ein neues Dach mehr als doppelt so teuer wie die nachträgliche Installation einer Zwischensparrendämmung samt Unterspannbahn von innen für 4.500 bis 10.500 Euro. Anders verhält es sich allerdings, wenn eine neue Eindeckung nötig ist und die Kosten dafür ohnehin entstehen.

    In einem solchen Fall geht es nur noch um die Mehrkosten der Dämmung samt Unterspannbahn (von außen). Tatsächlich kostet die neue Aufsparrendämmung samt Unterspannbahn mit 7.000 bis 12.000 Euro nämlich nur geringfügig mehr. Dafür hat man dann aber die beste Dämmung für ein Dach. Außerdem sind Dachstuhl und Dämmung langfristig gut vor Nässe, Feuchtigkeit und Verfall geschützt und halten länger. In der Tabelle oben finden Sie noch mal einen Überblick zu den Kosten der verschiedenen Lösungen inkl. Förderung.