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Inhaltsverzeichnis

Bestimmungen der EnEV für die Dachdämmung

Mithilfe der Energieeinsparverordnung (EnEV) möchte unsere Bundesregierung die Energiewende stärker in den Alltag der Menschen rücken. Neben der Dachdämmung, befasst sich die EnEV unter anderem auch mit Heizungen und Energieausweisen. Was auf den ersten Blick wie eine strickte Bevormundung erscheint, erweist sich bei näherer Betrachtung als wirkliche Energiespar-Hilfe. Die geforderten Änderungen haben sich meist nach wenigen Jahren amortisiert und verbessern das Wohnklima merklich.

Aktuelle Vorgaben - Geschossdeckendämmung ist Pflicht

Bild: Dachdecker dämmen ein Dach
Dämmung eines Daches | © Reisefreiheit_eu / pixabay.com CC0

Bezüglich der Dachdämmung von Bestandsbauten schreibt die EnEV mindestens eine Dämmung der obersten Geschossdecke (Dachboden) vor, wenn das Haus nach dem 01.02.2002 gekauft wurde. Alternativ kann auch das Dach anstelle der Geschossdecke gedämmt werden.

Befand sich das Gebäude vor dem 01.02.2002 bereits in Ihrem Besitz oder ist bereits ein Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2: 2013-02 gegeben, kann aus rechtlicher Sicht auf eine nachträgliche Dämmung verzichtet werden. Ob es nun verpflichtend ist oder nicht - die Dämmung der obersten Geschossdecke bietet eine günstige Gelegenheit, um bis zu 20 Prozent der jährlichen Heizkosten einzusparen.

Der Dachboden, also die oberste Geschossdecke wird hierbei mit Dämmmatten verkleidet und gegebenenfalls mit neuem Bodenbelag versehen. Ist das oberste Geschoss bewohnt, kann alternativ auch das Dach gedämmt werden. In der untenstehenden Tabelle finden Sie die möglichen Varianten im Vergleich:

Bauteil Notwendige Dämmung Durchschnittliche Kosten
Oberste Geschossdecke (Dachboden) Muss seit Januar 2016 ausreichend gedämmt sein (maximaler U-Wert: 0,24 W/(m²K)).
Ausnahme: Das Dach ist bereits entsprechend gedämmt (Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2: 2013-02) oder das Gebäude befand sich schon vor dem 01.02.2002 in Ihrem Besitz. Alternativ kann auch das ganze Dach entprechend der EnEV 2014 Vorschriften gedämmt werden.
40 - 50 € pro m²
Dach Muss seit Januar 2016 ausreichend gedämmt sein (maximaler U-Wert: 0,24 W/(m²K)), wenn die Geschossdecke nicht gedämmt ist.
Ausnahme: Die Geschossdecke ist bereits entsprechend der EnEV 2014 gedämmt, das Dach ist bereits entsprechend gedämmt (Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2: 2013-02 ) oder das Gebäude befand sich schon vor dem 01.02.2002 in Ihrem Besitz.
100 - 200 € pro m²
(abhängig von der gewählten Dämmart)

Dachdämmung oder Geschossdeckendämmung?

Bild: Haus günstig sanieren
Welche Dämmung eignet sich am besten für Ihr Vorhaben? | © AlexanderStein / pixabay.com CC0

In der obenstehenden Tabelle konnten Sie bereits sehen, dass eine Dachdämmung im Allgemeinen teurer als die Dämmung der obersten Geschossdecke ist. Man stellt sich also folglich die Frage, ob man lieber die günstigere Geschossdeckendämmung (35 bis 50 Euro pro Quadratmeter) oder die Dachdämmung (100 bis 200 Euro pro Quadratmeter) wählen sollte.

Ausschlaggebend ist hier die Frage nach der späteren Nutzung des Dachbodens: Soll er bewohnbar sein oder nicht. Welche Lösung für welchen Fall in Frage kommt, können Sie im folgenden Kapitel nachlesen.

Wann lohnt sich die Geschossdeckendämmung?

Ist Ihr Dachgeschoss unbewohnt (und soll es auch bleiben), dann empfiehlt sich die alleinige Dämmung der obersten Geschossdecke. Diese Maßnahme kann schnell und günstig durchgeführt werden. Die einmalige Investition von durchschnittlich 3.200 Euro hat sich bereits nach 4 bis 6 Jahren amortisiert.

Wann lohnt sich eine Dachdämmung?

Wird das Dachgeschoss bewohnt, dann empfiehlt sich eine Dachdämmung. Vielerorts bietet gerade dieser Raum eine praktische Lösung bei Wohnungsmangel. Wie bei jeder Wärmeisolierung lassen sich auch mit der Dachdämmung Heizkosten einsparen und das Wohnklima verbessern. Besonders unter dem Dach ist es dann in den Sommermonaten deutlich kühler und im Winter erheblicher Wärmer - ohne zusätzliche Klimaanlagen oder Heizungsanlagen.

EnEV 2014 - bei Missachtung drohen Bußgelder

Hat man als Hauseigentümer die Dämmung der obersten Geschossdecke bewusst unterlassen, so kann hier ein Bußgeld in Höhe von 50.000 Euro drohen. Eile ist gegebenenfalls geboten, denn die Frist für die Durchführung ist bereits Anfang 2016 ausgelaufen. Für die Finanzierung dieser Maßnahme können Sie auch Zuschüsse und günstige Kredite der KfW in Anspruch nehmen.