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Foamglas / Schaumglas - gute Dämmung aus Glas oder Sand

Bild: Schaumglas Dämmplatte
Dämmplatte aus Schaumglas | © IpeG-Institut

Schaumglas (engl. foam glass) ist ein mineralischer Dämmstoff, welcher aus Recyclingglas oder Quarzsand hergestellt wird. Die verwendeten Materialien werden zu Glas eingeschmolzen und zermahlen. Unter Zuführung von Kohlenstoff wird dann das Glasmaterial in einem sogenannten Aufschäumofen aufgeschäumt. Abschließend werden die aufgeschäumten Blöcke zu Dämmplatten verarbeitet.

Eines der beliebtesten Produkte im deutschsprachigen Raum ist das Foamglas, produziert und vertrieben vom gleichnamigen Unternehmen. Lesen Sie hier mehr zu den Eigenschaften und Kosten von Schaumglas.

Inhalt


    Herstellung und Geschichte

    Vereinfacht gesagt ist Foamglas ein aufgeschäumter Dämmstoff, der zum größten Teil aus Flachglasrecyclat besteht. Dieses wird zum Beispiel aus recycelten Auto- und Fensterscheiben gewonnen. Hinzu können weitere Rohstoffe gemischt werden wie Feldspat, Kalk oder Sand. Alle Materialien werden durch das Einschmelzen miteinander verbunden.

    Anschließend wird das Gemisch zerkleinert und mit Kohlenstoff versetzt. Im nächsten Schritt wird das Glas in Behältnisse aus Edelstahl gegossen. Während die Formen einen Ofen durchlaufen, schäumt das geschmolzene Glas auf, sodass eine dicht verschlossene Materialstruktur entsteht. Die dabei entstandenen Zellen sind luftdicht.

    Zur Geschichte von Dämmung mit Foamglas finden sich keine genauen Informationen. Allerdings lässt sich die Historie des Foamglases anhand der Entwicklung von Firmen der Branche oberflächlich skizzieren. So gründeten beispielsweise die amerikanischen Unternehmen - die Pittsburgh Plate Glass Company sowie Corning Glass Works - gemeinsam im Jahr 1937 die Pittsburgh Corning Cooperation. Im Jahr 1962 folgte dann die Gründung einer Tochtergesellschaft in Europa.

    Energieheld-Hinweis

    In Sachen Dämmeigenschaften liegt Foamglas eher im oberen Mittelfeld, allerdings ist das Material ansonsten ein wahrer Alleskönner. Neben hervorragenden Brandschutzeigenschaften, Druck- und Wasserfestigkeit verfügt Foamglas über eine sehr gute Umweltbilanz. Der Stoff ist nachhaltig in der Herstellung und recycelbar. Die höheren Kosten für eine Foamglas-Dämmung lassen sich aufgrund der Langlebigkeit des Materials verschmerzen.


    Besonderheiten und Einsatzbereiche für Foamglas

    Bild: Glasplatte
    Foamglas bietet einen sehr hohen Brandschutz | © Alexis / pixabay.com CC0

    Grundsätzlich ist Foamglas ein richtiger Alleskönner. Eine Besonderheit, die den Dämmstoff auszeichnet, ist seine Alterungsbeständigkeit. Dadurch eignet sich Schaumglas vor allem für den Einsatz bei extremen Bedingungen, beispielsweise wenn Sie ihr Haus gegen Erdreich mit drückendem Wasser dämmen möchten.

    Weiterhin ist der hohe Brandschutz von Foamglas hervorzuheben, das als nicht brennbar gilt. Diese Besonderheit kommt Ihnen vor allem zugute, wenn Ihre Immobilie einen erhöhten Brandschutz erfordert. Schaumglas ist vielfältig einsetzbar, so wird der Dämmstoff beispielsweise auf Flachdächern, Kellerböden oder bei der Perimeterdämmung eingesetzt. Auch bei einer hinterlüfteten Fassadendämmung und bei Innendämmungen findet Foamglas Anwendung. Die Wärmedämmeigenschaften liegen im gehobenen Mittelfeld bei eher hohen Dämmstoffpreisen.

    Dämmstoff Besonderheiten Einsatzbereich
    Foamglas Keine Alterung des Materials Dach und Keller
    Nicht brennbar Dach und Wände

    Sinnvolle Alternativen zu Foamglas als Dämmstoff

    Ähnliche Dämmeigenschaften wie Foamglas bietet Dämmstoff aus Kork und ist somit eine gute Alternative, falls Sie ersteren Dämmstoff nicht verwenden möchten. Kork liegt mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,045 Watt pro Meter und Kelvin nämlich mit Foamglas gleichauf. Allerdings liegt die Brandschutzklasse mit B1 niedriger. Darüber hinaus deckt Kork nicht dieselben Einsatzbereiche wie Foamglas ab. Beispielsweise ist eine Perimeterdämmung mit Kork nicht umsetzbar.

    Auch kann Schafwolle als alternativer Dämmstoff verwendet werden. Mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,036 Watt pro Meter und Kelvin verfügt das Material über gute Dämmeigenschaften. Aber auch hier sind im Vergleich zu Foamglas mit der Einstufung in die Brandschutzklasse B2 Einbußen hinzunehmen.

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    Vorteile und Nachteile von Foamglas

    Bild: Checkliste mit Gesichtern
    Foamglas hat viele Vorteile | © athree23 / pixabay.com CC0

    Foamglas weist relativ gute Dämmeigenschaften auf, welche sich auch bei Nässe nicht verändern. So beträgt die Wärmeleitfähigkeit ca. 0,037 Watt pro Meter und Kelvin. Mit dem Erreichen eines U-Werts von 0,24 W/(m²K) erfüllen Sie die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetz (GEG), dem Nachfolger der Energieeinsparverordnung (EnEV). Wird nur Schaumglas als Dämmstoff verwendet, müsste die Schicht der Dämmung lediglich etwa 15 Zentimeter dick sein.

    Darüber hinaus ist bei der Anwendung von Foamglas nicht mit Schwinden oder Kriechen des Dämmstoffs zu rechnen. Gleichzeitig ist eine einfache Verarbeitung mit beispielsweise Sägeblättern möglich, sodass Foamglas individuell zugeschnitten und nachbearbeitet werden kann. Negativ ins Gewicht fällt jedoch, dass es sich bei der Herstellung von Schaumglas um einen sehr energieintensiven Prozess handelt. Dieser Umstand wird jedoch durch die außerordentliche Langlebigkeit von Foamglas relativiert.

    Ferner ist der Preis im oberen Segment einzuordnen, was jedoch durch die sehr guten Materialeigenschaften durchaus Berechtigung findet. Ein weiterer Minuspunkt ist die Starrheit des Materials, sodass die einzelnen Elemente nicht nach Belieben geformt werden können. Weiterhin bringt der Stoff schlechte Eigenschaften in Sachen Schalldämmung mit.

    Dämmstoff Vorteile Nachteile
    Foamglas Gute Dämmeigenschaften Energieinstensive Herstellung
    Geringe Materialdicke nötig Starres Material
    Langlebigkeit Schlechte Schalldämmung
    Maßbeständig -
    Einfache Verarbeitung -

    Übliche Preise für Foamglas (Material / Einbau)

    Foamglas ist im Vergleich zu anderen Dämmstoffen im oberen Preissegment anzusiedeln. Der Preis für das Material allein beläuft sich durchschnittlich auf ca. 110 Euro pro Quadratmeter. Wie hoch der tatsächliche Betrag ist, hängt unter anderem auch davon ab, ob Foamglas als Platten oder Granulat erstanden wird. Hinzu kommen die Kosten für den Einbau, sodass inklusive Material 125 Euro pro Quadratmeter veranschlagt werden können.

    Beispiel: Foamglas-Dämmung eines Flachdachs mit 80 m²

    Das folgende Beispiel gibt einen groben Überblick über die möglichen Kosten bei einer Dämmung mit Foamglas. Dabei wird mit einer Materialdicke von ca. 15 Zentimetern gerechnet, um den vom GEG (vormals EnEV) vorgesehenen U-Wert von 0,24 W/(m²K) zu erreichen. Weiterhin kommt in der Beispielrechnung Foamglas in Form von Matten zum Einsatz.

    Dämmstoff Dämmung Materialkosten Einbaukosten Kosten für 80 m²
    Foamglas Warmdachdämmung 110 € pro m² 15 € pro m² 10.000 €

    Die wichtigsten Eigenschaften von Foamglas als Dämmstoff

    Bild: Haus während Dämmerung
    Foamglas ist wasserfest | © Giovanni_cq / pixabay.com CC0

    Neben seiner Alterungsbeständigkeit weist Foamglas eine hervorragende Resistenz gegenüber Wasser auf. Diese verdankt das Material seiner geschlossenen Zellstruktur. Planen Sie also die Perimeterdämmung Ihrer Kelleraußenwand, wird Ihnen Foamglas gute Dienste leisten.

    Weiterhin haben Ungeziefer und Schädlinge an dem mineralischen Dämmstoff keinerlei Interesse, da seine Materialgrundlage ihn als Nist- oder Brutplatz unattraktiv macht. Und auch in Sachen Druckfestigkeit überzeugt Foamglas dank seiner robusten Materialstruktur. Foamglas gilt zusätzlich als Verrottungsbeständig, was einen langen Einsatz des Materials begünstigt.

    Mit einer Foamglas-Dämmung müssen Sie nicht befürchten, nach einigen Jahren das Material austauschen zu müssen. Gleichzeitig verbessert sich das Preis-Leistungs-Verhältnis vom kostentechnisch höher angesiedelten Foamglas, indem es viele Jahre genutzt wird. Die folgende Tabelle bietet Ihnen eine Übersicht über die Eigenschaften von Foamglas.

    Dämmstoff Eigenschaft Wirkung in der Praxis
    Foamglas Resistent gegenüber Wasser Geeignet für Einsatz im angrenzenden Erdreich
    Keine Nist- und Brutgrundlage Ungeziefer und Schädlinge zeigen kein Interesse
    Starre Materialstruktur Druckfest
    Verrottungsresistent Langer Einsatz des Materials

    Umweltfreundlichkeit

    Foamglas ist ein sehr ökologischer Dämmstoff. Zum einen ist das Material frei von zusätzlichen Brandschutzmitteln, was die Entsorgung und Wiederverwertung vereinfacht. Zum anderen besteht Foamglas zum größten Teil aus recyceltem Material, sodass die Herstellung neuer Stoffe überhaupt nicht notwendig ist. Der einzige Minuspunkt in Sachen Umweltfreundlichkeit ist die für die Produktion aufzuwendende Energie. Allerdings existieren mittlerweile Hersteller, die hierfür ausschließlich mit regenerativem Strom arbeiten.

    Kälteschutz und Hitzeschutz

    Thermische Energien wie Kälte und Hitze breiten sich in Foamglas mit 0,037 Watt pro Meter und Kelvin aus, sodass die Leistung des Dämmstoffs an dieser Stelle als durchschnittlich zu bewerten ist. Auch in Bezug auf die Fähigkeit Energie zu speichern bewegt sich Foamglas mit 840 bis 1.100 Joule pro Kilogrann Kelvin im Mittelfeld.

    Brennbarkeit und Feuchtigkeitsregulierung (Schimmelgefahr)

    In Sachen Brandschutz zählt Foamglas zu den Spitzenreitern und wird in die Brandschutzklasse A1, also nicht brennbar, eingeordnet. Aufgrund seiner festen Zellstruktur ist Foamglas allerdings nicht in der Lage, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder nach außen abzugeben. Dafür ist das Material jedoch wasserfest, das heißt, Feuchtigkeit kann keinen Schaden verursachen.

    Ist Foamglas gesundheitsschädlich?

    Da Foamglas vollständig aus natürlichen und recycelten Stoffen besteht, sind keine negativen Einflüsse auf die Gesundheit zu erwarten. Bei dem Ein- und Ausbau der Dämmung sollten Sie gegebenenfalls eine Atemschutzmaske tragen, um das Einatmen von feinem Staub zu vermeiden. Foamglas bietet zwar keinen zusätzlichen Schutz vor Schimmel, ist jedoch in Hinblick auf den Brandschutz sehr gut als Dämmstoff geeignet.

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    Entsorgung von Foamglas

    Trotz des jahrelangen Einsatzes lässt sich Foamglas sehr gut weiterverarbeiten beziehungsweise formverändert wiederverwerten. Der Dämmstoff kann als Granulat recycelt und erneut als Füllmaterial eingesetzt werden. Falls Sie ausgedientes Foamglas nicht recyceln möchten oder können, lässt sich das Material als Bauschutt auf Inertstoffdeponien der Klasse 1 problemlos entsorgen.

    Die Kosten für die Abgabe für Bauschutt werden nach Gewicht oder Volumen des zu entsorgenden Stoffs berechnet. In der Regel können Sie 25 bis 30 Euro pro Tonne für die Entsorgung von Foamglas einplanen. Die tatsächlichen Preise variieren je nach Annahmestelle.