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Energie & Energieverbrauch in Deutschland

Zuallererst muss selbstverständlich klargestellt werden, dass anders als es der Titel vermuten lässt, Energie eigentlich nicht verbraucht wird - sie ändert nur häufig ihre Form. In der Alltagssprache hat sich dennoch der Begriff des Energieverbrauchs (genauso wie Stromverbrauch) etabliert, weil es in den meisten Fällen für die Endanwender keinen Unterschied macht, ob zum Beispiel die Wärme-Energie aus 1.000 Kubikmetern Erdgas nun wirklich aufgebraucht wurde, oder einfach außerhalb der eigenen vier Wände eine neue Form angenommen hat. Jede neue Kilowattstunde Energie kostet neues Geld und daher liegt es nahe, von einem Verbrauch zu sprechen.

Wer sich nun auf die Suche nach konkreten Statistiken oder Berechnungen aus Deutschland macht, wird schnell von einer Flut verschiedenster Einheiten und ungleicher Zahlen überrollt. Zu unterscheiden ist zum Beispiel zwischen Kilowattstunden, Litern und Kubikmetern, aber auch zwischen Primärenergie, Sekundärenergie, Endenergie und Nutzenergie - alles sehr verwirrend, nicht wahr? Wir versuchen deshalb, einen sehr allgemeinen Abriss zum Thema Energieverbrauch zu geben - einige Details fallen dabei zwangsläufig unter den Tisch.

Widersprüchliche Zahlen und Quellen

Bei der Recherche nach Statistiken über den durchschnittlichen Energieverbrauch in deutschen Haushalten werden Sie zwangsläufige widersprüchliche oder zumindest nicht einheitliche Zahlen finden. Der Grund dafür liegt in der Betrachtungsweise einzelner Datensätze, denn manchmal wird zum Beispiel der Strom für die Warmwasserversorgung mit einberechnet, ein anderes Mal wiederum nicht. Auch kann es vorkommen, dass Angaben zum Primärenergiebedarf gemacht werden, obwohl für Privatpersonen eigentlich nur der Endenergiebedarf relevant ist.

Das Verhältnis zwischen Wärme und Strom

Strom und die aktuellen Strompreise sind in der öffentlichen Diskussion meist deutlich präsenter als die Kosten fürs Heizen, obgleich letztere deutlich höher liegen. Bei den meisten Heizungen lässt sich durch Optimierungen mehr sparen als bei Fernsehern, Kühlschränken und Co., denn bis zu 72 Prozent des privaten Energiebedarfs entfallen auf die Raumwärme. Dazu kommen dann noch 14 Prozent für Warmwasser (waschen, duschen etc.) und nur 14 Prozent für Strom.

Lebensbereich Anteil am Energieverbrauch
Raumwärme 72 %
Warmwasser 14 %
Strom 14 %

Energieverbrauch für Strom

Bild: Energieverbrauch mit Strom
Strom als Teil des Energieverbrauchs | © Yevhen Prozhyrko / shutterstock.com

Wie bereits erwähnt wurde, findet sich der größte Energiebedarf im Alltag nicht unbedingt beim Strom. Da jedoch noch immer viel Strom von Kohle- und Atomkraftwerken erzeugt wird, sollte man auch hier Energie sparen wo es nur geht, bzw. auf echten Ökostrom umsteigen.

Je nach Region und Tageszeit kommt dann zwar nicht immer Ökostrom direkt aus Ihrer Steckdose, aber es wird dafür gesorgt, dass an anderer Stelle die entsprechende Menge von grünem Strom als Ausgleich ins Netz eingespeist wird.

Durchschnittlicher Stromverbrauch in Deutschland

Die Angaben für den durchschnittlichen Stromverbrauch in Deutschland können je nach Quelle variieren, weil unterschiedliche Grundannahmen getroffen werden. Mal wird der Strombedarf für Warmwasser mit einbezogen, ein anderes Mal sind die Zahlen schon etwas älter und berücksichtigen nicht das Sparpotential durch Led-Lampen oder moderne Elektrogeräte.

Wir gehen bei unseren Angaben davon aus, dass halbwegs moderne Technik vorhanden ist und Singles zum Beispiel eher eine Wohnung als ein ganzes Haus alleine Bewohnen. Den Strom für Warmwasser haben wir ebenfalls ausgeklammert. Nichtsdestotrotz sollten Sie die folgenden Zahlen nur als allgemeine Annäherung verstehen. So können Sie selbst prüfen, ob Ihr Stromverbrauch sehr weit über oder unter dem Durchschnitt in Deutschland liegt.

Haushalt Stromverbrauch pro Jahr (Durchschnitt) Stromkosten pro Jahr (Durchschnitt)
1 Person 1.500 kWh 465 €
2 Personen 2.500 kWh 775 €
3 Personen 3.700 kWh 1.150 €
4 Personen 4.500 kWh 1.400 €

Wofür wird der Strom benötigt?

Geht man von einer halbwegs modernen Ausstattung aus, dann wird der meiste Strom im Haushalt (bis zu 27 Prozent) für die Unterhaltungselektronik benötigt. Darunter fallen Fernseher, Computer, Audiogeräte usw. Sind hingegen noch sehr alte Waschmaschinen, Kühlschränke und Co. im Betrieb, dann ist es wahrscheinlich, dass in diesem Segment der meiste Strom benötigt wird.

Stromverbrauch selbst berechnen

Theoretisch können Sie Ihren Stromverbrauch auch selbst berechnen. Ganz grob können Sie mit 1.200 Kilowattstunden Strom pro Jahr und Person kalkulieren. Dabei wird es in der Praxis ganz zwangsläufig Abweichungen geben, weil immer eine gewisse Grundlast existiert, die bei steigender Personenzahl besser aufgeteilt wird, aber für den Anfang genügt diese Rechenmethode. Genauer wird es, wenn Sie die Werte auf Ihrem Stromzähler am Anfang und am Ende eines Jahres vergleichen.

Stromkosten im Durchschnitt

Wie die tatsächlich Stromkosten pro Person in Deutschland im Durchschnitt ausfallen, hat natürlich auch etwas mit der Haushaltsgröße und den regional unterschiedlichen Strompreisen zu tun. Ein allgemeiner Durchschnittswert lässt sich daher nicht unbedingt auf jede Lebenssituation anwenden. In Summe bezahlen die Deutschen im Durchschnitt in 2021 fast 32 Cent pro Kilowattstunde und damit bei durchschnittlich 3.600 Kilowattstunden etwa 1.150 Euro pro Jahr für Strom (ohne Warmwasser).

Stromkosten Durchschnitt in 2021
Stromverbrauch pro Jahr ca. 3.600 kWh
Preis pro Kilowattstunde ca. 32 Cent pro kWh
Gesamtkosten pro Jahr ca. 1.150 € pro Jahr

Energieverbrauch für Wärme

Bild: Raumwärme und Energieverbrauch
Die Heizung hat den größten Einfluss auf den Energieverbrauch | © Yevhen Prozhyrko / shutterstock.com

Wie bereits erwähnt wurde, verfällt ein Großteil unseres privaten Energiebedarfs nur auf die Raumwärme. Laut Umweltbundesamt benötigen wir deutschen im Schnitt ca. 130 Kilowattstunden Wärme pro Quadratmeter Wohnfläche.

Wenn Sie also zum Beispiel 80 Quadratmeter bewohnen, dann würden 10.400 Kilowattstunden Erdgas, Heizöl etc. pro Jahr dem Durchschnitt entsprechen. Dazu kommen dann noch etwa 1.200 bis 2.500 Kilowattstunden für Warmwasser (für 2 bis 3 Personen).

Wohnfläche (Beispiel) Wärmebedarf (Durchschnitt) Kilowattstunden pro Jahr Heizkosten mit Erdgas (Beispiel)
50 m² 130 kWh pro m² und Jahr 6.500 kWh 430 € pro Jahr
80 m² 10.400 kWh 690 € pro Jahr
130 m² 16.900 kWh 1.130 € pro Jahr
200 m² 26.000 kWh 1.730 € pro Jahr

Heizen mit Öl

Ölheizungen und Heizöl werden immer unbeliebter, aber sind im Bestand noch häufig anzutreffen. Inklusive CO2-Steuer bezahlen Sie in 2021 für eine Kilowattstunde Heizöl im Durchschnitt etwa 6,81 Cent, also umgerechnet ca. 8,85 Euro pro Quadratmeter und Jahr.

Heizen mit Erdgas

Mittelfristig wird das Heizen mit Erdgas vermutlich nicht an Bedeutung verlieren. Aktuell sollten Sie in 2021 für Ihre Gasheizung im Durchschnitt mit 6,66 Cent pro Kilowattstunde rechnen (inkl. CO2-Steuer), was umgerechnet etwa 8,66 Euro pro Quadratmeter und Jahr entspricht.

Heizen mit Strom

Heizen Sie direkt mit Strom, dann kann das je nach Wärmebedarf enorm teuer werden. Klassische Vertreter der Elektroheizung sind zum Beispiel Heizstrahler, Nachtspeicherheizungen oder auch Infrarotheizungen. Rechnen wir mit einem durchschnittlichen Strompreis von 26 Cent pro Kilowattstunde für Heizstrom, dann ergeben sich daraus Heizkosten von knapp 34 Euro pro Quadratmeter und Jahr!

Heizen mit einer Wärmepumpe

Wärmepumpen benötigen für den Betrieb zwar auch Strom, aber dieser wird nicht direkt in Heizenergie umgewandelt. Stattdessen wird Wärme aus der Umwelt (Luft, Wasser oder Erde) gesammelt und verdichtet, um damit zu heizen. Das funktioniert sogar mit Außenluft bis zu Temperaturen von -20°C, die in Deutschland zudem nur sehr selten vorkommen.

Obendrauf gibt es noch günstigen Wärmepumpenstrom, der im Durchschnitt nur etwa 22 Cent pro Kilowattstunde kostet. Das Verhältnis von Strom zu Wärme beträgt dabei im Mittel bei 1 zu 3,5. Pro Quadratmeter und Jahr bezahlen Sie mit einer Wärmepumpe daher durchschnittlich nur 8,17 Euro - in der Praxis vermutlich noch weniger, weil die meisten Wärmepumpen in modernen Neubauten zum Einsatz kommen.

Heizen mit Holz

Heizen mit Holz ist vergleichsweise günstig, obgleich Pelletheizungen und Hackschnitzelheizungen sehr teuer und komplex sind - der Einsatz rentiert sich daher nicht in jedem Gebäude. Je nach Bezugsquelle und Maschineneinsatz sollten Sie beim Heizen mit Holz im Durchschnitt mit 3,9 Cent pro Kilowattstunde rechnen. Pro Quadratmeter und Jahr sind das etwa 5 Euro an Heizkosten.

Heizung Wärmebedarf (Durchschnitt) Kosten pro kWh Kosten pro Jahr und m²
Elektroheizung 130 kWh pro m² und Jahr 26 Cent ≈ 34 € pro m²
Ölheizung 6,81 Cent ≈ 9 € pro m²
Gasheizung 6,66 Cent ≈ 9 € pro m²
Wärmepumpe 22 Cent ≈ 8 € pro m²
Holzheizung 3,9 Cent ≈ 5 € pro m²

Weitere Statistiken rund um Energie

Hier finden Sie weitere interessante Informationen und Statistiken zum Thema Energie in Deutschland.

Anteil der Wohngebäude am Gesamtenergiebedarf

Intuitiv erscheint es so, als könnten Private Immobilien im Vergleich zur gesamten Industrie Deutschlands nicht ansatzweise ebenso viel Energie benötigen. Tatsächlich ist es jedoch so, dass der Wohnsektor (ca. 26 %) und die Industrie (ca. 28 %) beim Endenergiebedarf fast gleichauf liegen. Dazu gesellen sich dann noch Handel und Gewerbe (15 %) und schlussendlich der Verkehr mit fast 31 Prozent.

Verhältnis zwischen Raumwärme und Warmwasser

In Summe wird benötigen wir in unseren Wohnungen stets mehr Energie für die Raumwärme als für Warmwasser. Das genaue Verhältnis variiert je nach Gebäudestandard, aber liegt etwa bei 85 Prozent für Raumwärme und 15 Prozent für Warmwasser, wenn man nur den Wärmebedarf betrachtet. Das sind bei 80 Quadratmetern Wohnfläche also etwa 10.200 Kilowattstunden Heizenergie für Raumwärme und 1.800 Kilowattstunden für Warmwasser.

Heizenergie gesamt Bereich Anteil in Prozent Anteil in kWh
12.000 kWh (Beispiel) Raumwärme 85 % 10.200 kWh
Warmwasser 15 % 1.800 kWh

Energiebedarf für Elektroautos in Deutschland

Immer wieder hört und liest man, dass Deutschlands Infrastruktur dem Elektroauto-Boom nicht gewachsen sei und das Stromnetz leicht zusammenbrechen kann, wenn immer mehr E-Fahrzeuge jeden Tag aufgeladen werden müssen. Diese Behauptung ist nicht grundsätzlich falsch, setzt jedoch die unrealistische Prämisse voraus, dass von heute auf morgen fast jeder hierzulande eine Elektroauto fährt und immer simultan mit voller Leistung geladen wird - das ist in absehbarer Zeit ganz sicher nicht der Fall.

Laut BMU müsste man zusätzlich 100 Terawattstunden Strom (100.000.000.000 Kilowattstunden) pro Jahr bereitstellen, wenn alle aktuell angemeldeten Verbrenner durch ein Elektroauto ersetzen werden würden. Das hört sich nach viel an, aber wäre tatsächlich nur eine Steigerung des jährlichen Stromverbrauchs um etwa 18 Prozent. Auch die kann man nicht einfach aus dem Ärmel schütteln, aber es ist keine unlösbare Herausforderung. Übrigens: Schon heute stammen jährlich über 230 Terawattstunden Strom aus erneuerbaren Energien!

Sektor Strom pro Jahr
Ganz Deutschland 550 TWh Strombedarf
Anteil an erneuerbaren Energien 230 TWh Erzeugung
Umstellung auf Elektro-Verkehr 100 TWh Strombedarf (zusätzlich)

Wie nützlich ist ein Energieausweis?

Bild: Energieeffizienz und Energieverbrauch
Energieausweis oder Sanierungsfahrplan? | © gopixa / shutterstock.com

Wenn Sie Ihren Energiebedarf grundsätzlich vergleichen oder sogar reduzieren wollen, dann ist ein Energieausweis nicht unbedingt das beste Instrument dafür. Dabei ist es egal, ob Sie einen günstigen Verbrauchsausweise oder einen aufwendigen Bedarfsausweis wählen - beide sind für Laien nicht wirklich hilfreich.

Nutzen Sie stattdessen lieber eine reguläre Energieberatung oder lassen Sie gleich einen individuellen Sanierungsfahrplan erstellen (ISFP), der jegliche Förderung für eine Sanierung um nochmals 5 Prozent anhebt. Das können je nach Maßnahme umgerechnet zusätzlich 1.000 bis 3.000 Euro sein!

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