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Dämmung mit Holzfaser

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Inhaltsverzeichnis

Herstellung und Geschichte

Grundlage für die Herstellung von Holzfaser-Dämmungen sind Resthölzer aus Sägewerken, Schwarten oder Spreisel genannt, die zu Hackschnitzeln weiterverarbeitet werden. Das zerkleinerte Holz wird anschließend unter Einwirkung von Wasserdampf aufgeweicht. Im nächsten Schritt stehen zwei Verfahren zur Auswahl: Das sogenannte Nassverfahren setzt auf holzeigene Bindekräfte, um die Masse zu Fasern aufzuschließen. Demgegenüber arbeitet das Trockenverfahren mit einem Bindemittel. Anschließend folgt die Pressung zu Platten.

Der Holzfaser-Dämmstoff wird als loses Material oder zu Dämmplatten verarbeitet angeboten. Häufig werden die Holzfaser-Dämmplatten auch als Holzweichfaserplatten oder Weichholzfaserplatten bezeichnet. Holzfaser-Dämmplatten zählen mit zu den ältesten industriell produzierten Naturdämmstoffen. So lässt sich ihre Herstellung bis in die 1930er-Jahre zurückverfolgen. Heute ist Holzfaser einer der wichtigsten Dämmstoffe auf Naturbasis.

Bild: Energieheld Tipp

Holzfasern werden sehr energiearm produziert und sind einfach zu entsorgen. Holzfaser ist ein fast reines Naturprodukt und bedarf daher keiner Sonderbeachtung bei der Entsorgung. Ferner weisen Holzfasern eine sehr hohe spezifische Wärmekapazität auf. Durch diese ist es möglich, das Innere des Hauses vor übermäßiger Sommerhitze zu schützen.

Besonderheiten und Einsatzbereiche für Holzfasern

Bild: Hobel und Späne
Holzfaser-Dämmungen bestehen aus Restholz | © Free-Photos / pixabay.com CC0

Holzfaser-Dämmungen zeichnen sich unter anderem durch einen guten Schallschutz aus, weshalb sich das Material sehr gut eignet, wenn Sie die Geräuschkulisse in Ihrem Haus im Zuge einer Dämmung einschränken möchten.

Eine weitere Besonderheit von Holzfaser-Dämmungen ist ihre Diffusionsoffenheit. Das heißt sie sind in der Lage, eine bestimmte Menge an Feuchtigkeit aufzunehmen, ohne dass die Qualität der Dämmung darunter leidet. So eignet sich eine Holzfaser-Dämmung beispielsweise, wenn Sie in Ihren Räumen mit einer hohen Luftfeuchtigkeit umgehen müssen. Eingesetzt werden Dämmungen aus Holzfasern im Bereich der Innendämmung. Auch als Zwischensparrendämmung sowie witterungsgeschützte Aufsparrendämmung ist das Material geeignet.

Als Unterdeckplatten im Dach kommt Ihnen die Winddichtigkeit der Holzfaser-Dämmplatten zugute. Holzfaser-Dämmplatten werden auch bei der Dämmung von Fassaden für Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) verwendet, müssen für das anschließende Verputzen jedoch speziell optimiert sein.

Dämmung Besonderheit Einsatzbereich
Holzfaser-Dämmplatte Guter Schallschutz Wände, Böden
Diffusionsoffen Wände, Decken
Winddicht Dach, Fassade

Sinnvolle Alternativen zu Holzfaser als Dämmstoff

Wer sich gegen den Einsatz von Dämmungen aus Holzfasern entscheiden möchte, kann stattdessen auf Hanf zurückgreifen, denn dieser eignet sich ebenfalls gut für die Trittschall- und Zwischensparrendämmung. Auch Hanf ist in die Brandschutzklasse B2 eingestuft und gilt somit als normal entflammbar. Hinzu kommt, dass Hanf als Dämmmaterial resistent gegenüber Fäulnis ist.

Eine weitere Alternative zu Holzfaser-Dämmungen stellt der Einsatz von Zellulose dar. Es handelt sich dabei ebenfalls um ein feuchtigkeitsregulierendes Material, das eine ähnliche Wärmeleitfähigkeit wie Holzfasern aufweist. Zellulose-Dämmungen sind ebenso als Matten oder als Einblasdämmung erhältlich. Damit eignen sie sich zur Dachdämmung.

Vorteile und Nachteile von Holzfaser

Bild: Platte aus Holzfaser
Holzfaser besitzt eine gute Wärmespeicherkapazität | © PIOR4D / pixabay.com CC0

Mit der größte Vorteil an einer Holzfaser-Dämmung ist die hohe spezifische Wärmespeicherkapazität des Materials. Diese liegt bei 2.000 bis 2.100 Joule pro Kilogramm und Kelvin. Im Vergleich zu anderen Naturdämmstoffen ist dieser Wert als sehr gut zu bewerten.

Die Dämmwirkung von Holzfaser ist im gehobenen Mittelfeld anzusiedeln. So beträgt die Wärmeleitfähigkeit ca. 0,04 bis 0,055 Watt pro Meter und Kelvin. Um den Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) bezüglich des Wärmedurchgangskoeffizienten zu entsprechen, muss bei einer Fassadendämmung ein U-Wert von 0,24 W/(m²K) erreicht werden. Wird nur Holzfaser als Dämmstoff verwendet, müsste die Dämmschicht hierbei lediglich 18 Zentimeter betragen.

Negativ ins Gewicht fallen jedoch die Preise für die Verwendung des Holzfaser-Dämmstoffs. Mit 40 bis 50 Euro je Quadratmeter sind die Fasern relativ teuer. Ein weiterer Nachteil ist die Tatsache, dass die Holzfasern gemäß der Norm DIN 4102-1 der Baustoffklasse B2 zugeordnet werden, also als normal entflammbar einzustufen sind. Somit gibt es Dämmstoffe, die an dieser Stelle höheren Temperaturen standhalten würden.

Dämmung Vorteile Nachteile
Holzfaser Gute Wärmespeicherkapazität Hoher Preis pro Quadratmeter
Geringe Dämmdicke notwendig Hohe Brennbarkeit
Gute Dämmwirkung -

Übliche Preise für Holzfasern (Material / Einbau)

Die Materialkosten für Holzfaser als Dämmstoff belaufen sich ohne Einbau auf circa 40 bis 50 Euro pro Quadratmeter und liegen somit in den gehoben Preisregionen. Falls jedoch viel Wert auf die Verwendung von natürlichen Rohstoffen gelegt wird, stellen Holzfasern aufgrund der diversen positiven Eigenschaften sowie vor allem der guten Dämmwirkung eine sinnvolle Alternative dar.

Beispiel: Aufsparrendämmung mit Holzfasern im Dach (100 m²)

Im folgenden Beispiel werden die Kosten für eine Aufsparrendämmung eines Dachs mit einer Fläche von 100 Quadratmetern exemplarisch dargestellt. Dabei sind die Parameter so gewählt, um den von der EnEV vorgegebenen U-Wert von 0,24 W/(m²K) zu erfüllen. Die Kosten für eine Dämmung inklusive Eindeckung beinhalten auch die Posten für den Arbeitsaufwand, den Einbau einer Dampfbremse, für Fallrohre und sonstige Anschlüsse.

Dämmstoff Materialkosten Kosten 100 m² Kosten mit Eindeckung Kosten für 100 m²
Holzfaser 38,50 € pro m² 3.850 € 200 € pro m² 20.000 €

Die wichtigsten Eigenschaften von Holzfasern als Dämmstoff

Bild: Holzfaser im Detail
Holzfasern sind offenporig | © 5443882 / pixabay.com CC0

Dank der offenporigen Struktur werden Holzfaser-Dämmungen sehr gute Eigenschaften in Sachen Schallschutz zugeschrieben. Darüber hinaus verfügt das Material über die Fähigkeit, Hitze von außen abzuhalten. So dringt die thermische Energie gar nicht bis in das Innere des Bauteils vor und die Aufheizung der Räume wird verhindert.

Weiterhin ist die Verarbeitung sowie Anbringung der Dämmplatten aus Holzfaser aufgrund der Materialstruktur problemlos möglich. Da es sich bei Holzfasern um einen natürlichen Dämmstoff handelt, sind gesundheitliche Bedenken in der Regel ausgeschlossen. Dies gilt sowohl für den Einbau als auch die Zeit des Einsatzes im Haus.

Dämmung Eigenschaft Wirkung in der Praxis
Holzfaser Offenporige Struktur Dämmt Schall ein, hält Hitze ab
Flexibilität Individuelle Anpassung
Natürlicher Ursprung Gesundheitlich unbedenklich

Umweltfreundlichkeit

Holzfaser-Dämmungen sind als sehr ökologisch zu bewerten. Sie werden aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz hergestellt, wobei die Nebenprodukte von Sägewerken als Grundlage dienen. Die Verarbeitung des Materials findet in der Regel ohne die Zugabe chemischer Stoffe statt, sodass sich dies nicht nur positiv auf Umwelt und Gesundheit auswirkt: Auch die Entsorgung ist dadurch umweltfreundlich möglich.

Kälteschutz und Hitzeschutz

Neben den anderen positiven Eigenschaften punktet die Holzfaser-Dämmung ebenfalls in Sachen Hitze- und Kälteschutz. Der Stoff ist in der Lage, viel Energie aufzunehmen, sodass witterungsbedingte Hitze oder Kälte überhaupt nicht ins Innere des Gebäudes gelangen. Im Vergleich zu anderen Naturdämmstoffen bewegt sich Holzfaser zusammen mit Hanf im oberen Bereich.

Brennbarkeit und Feuchtigkeitsregulierung (Schimmelgefahr)

Aufgrund ihres Materials sind Holzfaser-Dämmungen in die Brandschutzkategorie B2 eingestuft. Diese sagt aus, dass die Dämmung normal brennbar ist. Hingegen ist die Feuchtigkeitsregulierung von Holzfasern als gut zu bewerten.

Entsorgung von Holzfasern

Holzfaser ist ein fast reines Naturprodukt und bedarf daher keiner Sonderbeachtung bei der Entsorgung. Reste von Dämmplatten aus Holzfasern sowie ausgedientes Material können beispielsweise von Betrieben, die Holz verarbeiten und über eine Feuerungsanlage mit mindestens 30 kW Nennwärmeleistung verfügen, verbrannt werden. Liegt keinerlei Verunreinigung vor, ist es ebenfalls möglich, Holzfaser-Dämmungen zu recyceln.

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