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Wird nicht mehr hergestellt (verboten)

Vor einiger Zeit gab es einen EU-Beschluss, nachdem Niedertemperaturkessel im Großen und Ganzen nicht mehr hergestellt werden dürfen. Es gibt zwar Ausnahmen von dieser Regel, aber die meisten großen Hersteller führen reguläre Niedertemperaturkessel nicht mehr in ihrem Programm. Alternative ist damit nur noch der Brennwertkessel.

Die Nutzung und der Einbau von Niedertemperaturkessel sind allerdings nicht verboten! Sollten noch Kessel irgendwo auf Lager sein, dürfen diese auch weiterhin eingebaut werden, obgleich der Griff zum Brennwertkessel viel empfehlenswerter ist.

So funktioniert der Niedertemperaturkessel

Der Niedertemperaturkessel findet sich in Ölheizungen und in Gasheizungen und ist der Nachfolger des Konstanttemperaturkessels. Er besitzt einen Wärmefühler, der die Außentemperatur messen und die eigene Leistung entsprechend regulieren kann. Im Sommer wird schließlich deutlich weniger Wärme benötigt als im Winter.

Auf diese Weise arbeitet solch ein System weitaus „intelligenter“ als ein Konstanttemperaturkessel und steht nicht als „Energieschleuder“ in Dauerbereitschaft. Denn der Konstanttemperaturkessel musste wegen des fehlenden Korrosionsschutzes die Betriebstemperatur immer bei 70 - 90 Grad halten, damit das im Brennstoff befindliche und stark ätzende Wasser nicht kondensierte und die Heizung zerfraß.

Beim Niedertemperaturkessel dagegen regelt der Außentemperaturfühler die Vorlauftemperatur, indem er die Brennstoffzufuhr und dadurch die Flamme im Brenner reguliert. Zudem ermöglicht die korrosionsresistente Bauweise neben einigen anderen gerätespezifischen Besonderheiten niedrige Kesseltemperaturen um die 30 - 40 Grad:

  • Der Niedertemperaturkessel besitzt einen Wärmefühler, der die Außentemperatur messen und die eigene Leistung entsprechend regulieren kann. Im Sommer wird ja bekanntlich weniger Wärme benötigt als im Winter.
  • Verwendung einer trockenen Brennkammer, die vom eigentlichen Heizwasser getrennt ist. Die Temperatur sinkt hier niemals bis zum Taupunkt der Abgase.
  • Korrosionsbeständige Bauteile. So kann es nicht zu Schäden durch aggressives Abgaskondensat kommen.
  • Die Heizfläche der Brennkammer wird mit einer Rippenkonstruktion in ihrer Oberfläche vergrößert, um damit schneller höhere Temperaturen zu erreichen.
  • Mit einem Thermostream wird kaltes Heizungswasser erst mit wärmeren vermischt, um ein starkes Abkühlen der Kesseloberfläche zu vermeiden.

Gegenüber dem Konstanttemperaturkessel bedeutet das, dass er rund 20 - 30 Prozent weniger Energie verbraucht als dieser - ein Vorteil, der sich auch bei der Heizkostenabrechnung bemerkbar macht. Inzwischen ist er jedoch selber veraltet und wird nach und nach vom Brennwertkessel verdrängt. Denn während der Niedertemperaturkessel einen Wirkungsgrad von rund 85 Prozent aufweist, erreicht der Brennwertkessel, je nach Brennstoff (Gas, Öl oder Pellets) einen Wirkungsgrad zwischen 103 und gut 110 Prozent.

Vorteile und Nachteile eines Niedertemperaturkessels

Bei allen Nachteilen eines Niedertemperaturkessels - es gibt auch einige wenige Vorteile zu nennen. Er ist robust und wartungsarm und kostet in der Anschaffung und in der Montage weniger als ein Brennwertekssel. Außerdem sind keine Umbauten am Kamin nötig, weshalb der Einbau schneller abläuft. Insgesamt überwiegen jedoch die Nachteile. In der folgenden Tabelle sind die Vorteile und die Nachteile des Niedertemperaturkessels noch einmal aufgelistet:

Vorteile Niedertemperaturkessel Nachteile Niedertemperaturkessel
Ersatz für Konstanttemperaturkessel ohne große bauliche Maßnahmen Kosten für Schornsteinbereitstellung und Instandhaltung
Robust, beständig, wartungsarm Wartung durch Schornsteinfeger
Niedrige Anschaffungskosten Schlechterer Nutzungsgrad als Brennwertkessel
  Hohe Energiekosten
  Nicht förderfähig durch KfW bei Neueinbau
  Dürfen in Neubauten nicht mehr installiert werden

Niedertemperaturkessel oder Brennwertkessel?

Wer heutzutage seine Heizung austauschen will, der sollte sich genau überlegen, ob er einen Niedertemperaturkessel kauft. Denn neben der ineffizienten Funktionsweise gibt es weitere Gründe davon abzusehen.

So hat der Gesetzgeber den Bau von Niedertemperaturkesseln inzwischen verboten. Restbestände dürfen zwar noch verkauft und eingebaut werden, davon kann man aber nur abraten, denn die höheren Anschaffungskosten eines Brennwertkessels amortisieren sich durch die niedrigeren Verbrauchskosten innerhalb weniger Jahre. Hier sehen Sie die laufenden Kosten einer Ölheizung mit 35.000 Kilowattstunden Jahresleistung:

Kesseltyp Wartungskosten Brennstoffkosten Gesamtkosten pro Jahr
Konstanttemperaturkessel 250 € 2.730 € 2.980 €
Niedertemperaturkessel 180 € 2.050 € 2.230 €
Brennwertkessel 120 € 1.860 € 1.980 €

Zudem kann man für die Anschaffung eines Brennwertkessels eine staatliche Förderung erhalten. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergibt im Rahmen ihres Programms 430 einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 15 Prozent der Investitionskosten. Das entspricht einem Betrag von maximal 7.500 Euro.

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