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XPS - Dämmung mit Hartschaumplatten aus Polystyrol

Bild: Hartschaumplatten aus Polystyrol
Extrudiertes Polystyrol | © irin-k/ shutterstock.com

Extrudiertes Polystyrol, kurz XPS, gehört zu den synthetischen Dämmstoffen. Anders als beim EPS wird beim XPS aus dem Kunststoffgranulat eine Hartschaumplatte gebildet. Häufig wird auch der rechtlich geschützte Name „Styrodur“ zur Bezeichnung von XPS verwendet. XPS-Platten kommen oft in Fassaden zum Einsatz, aber auch Keller und Bodenplatten werden damit gedämmt.

Da extrudiertes Polystyrol aus Erdöl hergestellt wird, liegen die Brandschutzeigenschaften leider im Bereich von B1 und B2 – XPS ist entflammbar. Erfahren Sie hier mehr über die Dämmung mit XPS-Hartschaumplatten.

Inhalt


    Herstellung und Geschichte

    XPS steht für „extrudierter Polystyrol-Hartschaum“, basiert auf Erdöl und besteht zum größten Teil aus Luft. Als Dämmung ist XPS in Form von Platten in verschiedenen Formen und Stärken erhältlich. Um diese herzustellen wird Polystyrol-Granulat geschmolzen, mithilfe von Treibmitteln wie Kohlendioxid aufgeschäumt und durch eine flache Düse gepresst. Während des Prozesses vergrößert der Stoff sein Volumen um ein Vielfaches. Anschließend werden Dämmplatten geformt, deren Bearbeitung nach dem Abkühlen möglich ist.

    Angeblich führte der Apotheker Eduard Simon schon im Jahr 1839 Experimente mit Styrol, einem Grundbestandteil von Schaumstoffen, durch. Der Beginn der technischen Produktion des Stoffs Polystyrol wird im Jahr 1931 verortet. Dieses dient als Grundlage zur Herstellung von XPS sowie EPS. Extrudiertes Polystyrol zählt heute mit zu den gängigsten Kunststoffen und findet sich neben dem Bauwesen auch beispielsweise in der Verpackungsbranche.

    Bild: Energieheld-Tipps

    XPS verfügt über hervorragende Wärmedämmeigenschaften. Von dem ihm sehr ähnlichen Stoff EPS unterscheidet XPS sich durch seine höhere Druckfestigkeit. Weiterhin ist die Dämmung unempfindlich gegenüber Wasser. Da die Basis von XPS-Dämmungen Erdöl ist, wird XPS in die Brandschutzklasse B2 eingestuft.


    Besonderheiten und Einsatzbereiche für XPS

    Bild: Miniatur eines Hauses im Gras
    XPS ist vielfältig einsetzbar | © image4you / pixabay.com CC0

    Falls Sie auf der Suche nach einem Dämmstoff mit guten Dämmeigenschaften sind, ist XPS definitiv eine gute Wahl, denn zu den großen Stärken von extrudiertem Polystyrol zählt eine relativ geringe Wärmeleitfähigkeit von 0,035 bis 0,045 Watt pro Meter und Kelvin.

    Darüber hinaus ist XPS äußerst formstabil, wodurch sich der Dämmstoff besonders gut für die Dämmung von Bodenplatten und Decken eignet. Möchten Sie Räume dämmen, die in direktem Kontakt mit Feuchtigkeit und Kälte stehen oder planen Sie andere Maßnahmen im Bereich der Perimeterdämmung - also der Kellerdämmung von außen -, wird Ihnen XPS gute Dienste leisten. Der Stoff ist resistent gegenüber Feuchtigkeit, sodass keinerlei Nässe in das Material eindringen kann.

    Neben der Perimeterdämmung finden XPS-Platten auch im Bereich der Dämmung von Fassaden Verwendung, beispielsweise um Sockelbereiche zu dämmen. Auch an typischen Wärmebrücken wie etwa einem unzureichend gedämmten Fenstersturz oder auskragenden Balkonplatten wird XPS oft nachträglich zur Minderung des Wärmeverlustes eingesetzt.

    Dämmstoff Besonderheit Einsatzbereich
    XPS Gute Dämmeigenschaften Dach, Wände und Decke
    Formstabil Decken und Böden
    Feuchtigkeitsbeständig Außenwände und Balkon

    Sinnvolle Alternativen zu XPS als Dämmstoff

    Sie möchten nicht mit XPS dämmen und sind auf der Suche nach einer organischen Alternative? Wie wäre es mit einer Dämmung mit Zellulose? Die Dämmung ist als Matte oder Einblasdämmung erhältlich und verfügt mit 0,042 Watt pro Meter und Kelvin über gute Dämmeigenschaften. Eingesetzt werden kann Zellulose für die Dämmung der obersten Geschossdecke oder als Zwischensparrendämmung im Dach. Die Durchführung einer Perimeterdämmung ist mit Zellulose nicht möglich.

    XPS und EPS haben sehr ähnliche Eigenschaften. Die größten Unterschiede sind, die höhere Stabilität von XPS sowie dessen geringere Empfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit. Dafür ist der Preis von XPS höher und die Herstellung energieintensiver.

    Neue Dämmung vom Fachmann

    Vorteile und Nachteile von XPS

    Bild: Polystyrol im Detail
    XPS-Platten sind sehr fest | © LiesbethStemkens / pixabay.com CC0

    XPS weist eine relativ geringe Wärmeleitfähigkeit von durchschnittlich 0,038 Watt pro Meter und Kelvin auf. Dadurch ist der Wärmedurchgangskoeffizient von XPS ebenfalls gering. Um den Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) - ehemals Energieeinsparverordnung (EnEV) - gerecht zu werden, muss die Dämmdicke mit XPS lediglich 15 Zentimeter betragen.

    Da XPS-Hartschaumplatten extrem fest sind, verfügen sie über eine hohe Formbeständigkeit. Das ist vor allem dann vorteilhaft, wenn ein nachträglicher Verlust der Form der Dämmung auf jeden Fall vermieden werden soll. Negativ ist hingegen die Einordnung von XPS in die Brandschutzklasse B2 zu beurteilen: XPS ist normal entflammbar.

    Im Brandfall können darüber hinaus sowohl starker Qualm als auch giftige Gase entstehen. Ein weiterer Nachteil des Dämmstoffes XPS ist die begrenzte Verfügbarkeit des Erdöls, aus dem der Dämmstoff hergestellt wird. Zudem ist XPS nicht UV-beständig, was dazu führt, dass es bei hoher Strahlungsintensität vergilbt und spröde wird.

    Dämmstoff Vorteile Nachteile
    XPS Geringe Wärmeleitfähigkeit Normal entflammbar
    Geringe Dämmdicke notwendig Qualmbildung im Brandfall
    Formbeständig Begrenzte Verfügbarkeit des Rohstoffs
    - Nicht UV-beständig

    Übliche Preise für XPS (Material / Einbau)

    Die Materialkosten für XPS als Dämmstoff belaufen sich ohne Einbau auf circa 6 bis 38 Euro pro Quadratmeter, je nach Art der Dämmung und Dicke des Dämmstoffs. So sind die Preise für XPS in der Regel höher als die von EPS. Gerechtfertigt werden kann der höhere Preis durch die spezifischen Eigenschaften von XPS wie beispielsweise das breite Feld möglicher Einsatzbereiche.

    Beispiel: Perimeterdämmung im Keller (60 m²) mit XPS

    Wenn Sie eine Perimeterdämmung planen, ist XPS die beste Wahl für Sie. Deshalb berechnen wir im folgenden Beispiel die Kosten für die Perimeterdämmung eines Kellers. Dabei legen wir der Rechnung eine Fläche von 70 Quadratmetern sowie eine Dämmdicke von 15 Zentimetern zugrunde. Letzteres dient dazu, den vom GEG vorgeschriebenen U-Wert von 0,24 W/(m²K) zu erreichen.

    Dämmstoff Dämmung Materialkosten Einbaukosten Kosten für 70 m²
    XPS Perimeterdämmung 25 € pro m² 40 € pro m² 4.550 €

    Die wichtigsten Eigenschaften von XPS als Dämmstoff

    Bild: Socken und Tasse
    Geringer Wärmeverlust mit XPS | © congerdesign / pixabay.com CC0

    Zu den wichtigsten Eigenschaften von XPS zählt die geringe Wärmeleitfähigkeit. Das bedeutet nämlich, dass durch die Dämmung nur wenig Wärme nach außen verloren geht.

    In Kombination mit der guten Wärmespeicherkapazität bringt XPS somit sehr gute Wärmedämmeigenschaften mit. Weiterhin ist das Material sehr resistent gegenüber Feuchtigkeit. Dies ist zurückzuführen auf die Struktur geschlossener Zellen, die bei der Herstellung von XPS entsteht.

    Da Feuchtigkeit nicht in die Dämmung eindringen kann, verwittert sie nur langsam. So ist XPS ein Dämmstoff, der lange Bestand hat und dessen Einsatz eine langlebige Dämmqualität verspricht. Ein Vorteil vor allem beim Dämmen des Kellers von außen (Perimeterdämmung) und beim Dämmen der Bodenplatte. Darüber hinaus besitzt XPS eine gute Wärmespeicherkapazität. Diese ist auf die dichte Struktur des Dämmstoffs zurückzuführen.

    Dank der homogenen Zellstruktur ist XPS besonders druckfest. Damit werden zum einen punktuelle Belastungen durch lokale Verformungen aufgenommen. Zum anderen ist die Dämmung aufgrund dessen formbeständig. So schrumpft und verrutscht XPS nicht während des Einsatzes.

    Dämmstoff Eigenschaft Wirkung in der Praxis
    XPS Niedrige Wärmeleitfähigkeit Geringer Wärmeverlust nach außen
    Geschlossene Zellstruktur Resistent gegenüber Feuchtigkeit
    Wasserfest Langlebig
    Homogene Zellstruktur Druckbelastbar

    Umweltfreundlichkeit

    XPS-Platten werden aus Erdöl hergestellt. Dabei handelt es sich um einen begrenzten Rohstoff, was sich negativ auf die Öko-Bilanz von XPS auswirkt. Weiterhin ist bei der Herstellung der Dämmung eine große Menge Primärenergie notwendig, sodass währenddessen viel CO2 ausgestoßen wird. Aufgrund der Treibmittel, die für das Aufschäumen in der Herstellung verwendet werden, ist eine Weiterverarbeitung alter Dämmplatten aus XPS nicht möglich. So ist die Umweltfreundlichkeit von XPS als schlecht zu bewerten.

    Kälteschutz und Hitzeschutz

    Neben seinen guten Dämmeigenschaften punktet XPS ebenfalls im Bereich des Kälte- und Hitzeschutzes. Mit einer guten Wärmespeicherkapazität von 1.400 bis 1.500 Joule pro Kilogramm und Kelvin bewegt sich die Leistung der Dämmung im soliden Mittelfeld. Kombiniert mit der sehr niedrigen Wärmeleitfähigkeit garantiert eine Dämmung mit XPS im Winter ein schnelles Aufheizen und langsames Auskühlen von Räumen.

    Brennbarkeit und Feuchtigkeitsregulierung (Schimmelgefahr)

    Zwar ist XPS beständig gegenüber Wasser, allerdings ist der Dämmstoff nicht in der Lage, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben. So trägt XPS weder zur Regulierung des Raumklimas bei, noch beugt es Schimmel vor. In gänzlich verschlossenen Räumen kann deshalb die Bildung von Schimmel begünstigt werden. Darüber hinaus gilt XPS als normal entflammbar und wird damit in die Brandschutzkategorie B2 eingestuft.

    Ist XPS gesundheitsschädlich?

    Die synthetischen Dämmstoffplatten aus XPS stellen nach Einbau kein akutes Gesundheitsrisiko dar. Während des Ein- und Ausbauens dieser Dämmstoffplatten sollte jedoch auf eine Feinstaubmaske zurückgegriffen werden, um das Eindringen synthetischer Fasern in die Lunge zu verhindern. Auch im Falle eines Brandes geben die Dämmstoffplatten giftige Gase ab, sodass XPS eher als gesundheitsgefährdender Dämmstoff zu betrachten ist.

    Neue Dämmung vom Fachmann

    Entsorgung von XPS

    Die Entsorgung ausgedienter XPS-Dämmung erfolgt für gewöhnlich über Ihre örtliche Bauschuttdeponie beziehungsweise in Abfallverbrennungsanlagen. Aufgrund des Einsatzes von Treibmitteln bei der Herstellung ist eine stoffliche Verwertung von XPS nicht möglich. Die Kosten für die Entsorgung als Bauschutt belaufen sich auf rund 30 bis 50 Euro pro Tonne.