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Inhaltsverzeichnis

Status quo der Ölheizung

Bild: Öl-Lampe
Einer der ältesten Brennstoffe - Öl | © sid101 / pixabay.com CC0

Die Ölheizung war lange Zeit der Klassiker unter den Heizungen und galt als umweltfreundliche Alternative zu den alten Öl-, Gas- und Kohleöfen. Diese Zeiten sind jedoch längst vorbei. Inzwischen gilt sie wegen ihrer vergleichsweise hohen CO2-Emissionen als „Abgasschleuder”, die das Klima im Vergleich besonders stark belastet.

Deswegen müssen Sie ab einem gewissen Alter ausgetauscht werden. Es gibt jedoch auch Ölheizungen, die von der Austauschpflicht ausgenommen sind.

Keine Austausch-Pflicht ab Baujahr 1992

Die Austausch-Pflicht gilt für Ölheizungen, bei denen es sich um Konstanttemperaturkessel handelt und die 30 Jahre oder länger in Betrieb sind. Das heißt, dass Öl-Konstanttemperaturkessel, die 1991 oder vorher installiert wurden ersetzt werden müssen. Es gibt jedoch Ausnahmen. Niedertemperaturkessel und auch Brennwertkessel sind von der Austauschpflicht ausgenommen, selbst wenn sie älter als 30 Jahre sind. Außerdem sind Heizungen mit einer Nennwärmeleistung von weniger als 4 Kilowatt und mehr als 4000 Kilowatt von der Pflicht befreit.

Infografik: Austauschpflicht für Ölheizungen
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) als Nachfolger der EnEV regelt die Austauschpflicht von Ölheizungen | © Energieheld

Vorteile, Nachteile und Besonderheiten

Bild: Einfüllstutzen eines Öltanks an Hauswand
Einfüllstutzen eines Öltanks | © geralt / pixabay.com CC0

Ein großer Vorteil der Ölheizung ist, dass man weitgehend unabhängig von Infrastrukturen wie z. B. einem Gasanschluss ist. Ein weiterer Vorteil der sich daraus ergibt ist die Möglichkeit sich dann, wenn die Nachfrage niedrig ist günstig mit Heiz-Öl bevorraten zu können.

Hier fangen aber auch gleichzeitig schon die Nachteile an: Die jährliche Lieferung Heizöl muss nämlich auf einmal bezahlt werden und kann nicht mit monatlichen Abschlägen wie z. B. bei einer Gasheizung beglichen werden. Kauft man das Öl allerdings nach und nach, geht der Preisvorteil verloren.

Ebenfalls negativ auf den Preis wirkt sich die sogenannte CO2-Steuer aus. Sie wird seit 2021 erhoben und steigt bis einschließlich 2026, sodass das Heizen mit Öl deutlich unwirtschaftlicher wird. Steigende Nachfrage und die Verknappung der Ressourcen werden zu einem weiteren mittel- bis langfristigen Anstieg des Ölpreises führen. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Bundesregierung die Förderung für die Anschaffung von Öl-Brennwertheizungen vollständig eingestellt hat. Auch das macht sich in der Gesamtbilanz der Ölheizung im Vergleich zu anderen Heizungen bemerkbar.

Vorteile Ölheizung Nachteile Ölheizung
Autark (keine Abhängigkeit von Infrastruktur) Heizöl muss vorfinanziert werden
Hohe Eigenbestimmung (Auswahl Ölanbieter, wann wird Öl gekauft, wie viel Öl wird gekauft) Benötigt viel Platz für Heizöltank
Brennwerttechnik ist sehr effizient Selbst mit Brennwerttechnik schlechte Öko-Bilanz
Sehr zuverlässig, robuste ausgereifte Technik Preise für Heizöl werden weiter steigen (steigende Nachfrage / CO2-Steuer, usw.)
  Keine staatliche Förderung
  In der Gesamtbilanz teurer als die meisten anderen Heizungen
Bild: Energieheld Tipp

Wenn Sie Ihre alte Ölheizung durch eine Heizung ersetzen, die teilweise oder ganz auf Basis erneuerbarer Energien arbeitet, können Sie alleine dafür bis zu 45 Prozent der förderfähigen Kosten als Förderung erhalten. Zu empfehlen sind hier vor allem Wärmepumpen und Holzheizungen. Aber auch die Gas-Hybridheizung stellt eine valide Lösung dar.

Kosten und Förderung für neue Ölheizungen

Bild: Öl-Brennwertkessel in Keller
Moderner Öl-Brennwertkessel | © Buderus

Wer sich eine neue Heizung anschafft, hat in der Regel auch die Kosten im Blick. Sie geben meist den Ausschlag dafür, welche Heizung am Ende gekauft wird. Dabei sollte man allerdings nicht nur die Anschaffungskosten beachten.

Vor allem die Betriebskosten entscheiden darüber, ob sich die Anschaffung einer Heizung amortisiert. Aber auch mögliche Förderungen spielen eine wichtige Rolle bei der Entscheidung für eine Heizung. Zum Vergleich: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet mit Förderung nur unwesentlich mehr als eine Öl-Brennwertheizung ohne Förderung (Siehe Tabelle). Die Wärmepumpe hat aber deutlich niedrigere Verbrauchskosten.

Die Anschaffung einer Öl-Brennwertheizung kostet für einen 4-Personen Haushalt in einem 140 Quadratmeter-Haus inklusive Montage und Zubehör ca. 7.000 bis 9.000 Euro. Braucht man zusätzlich noch einen Öltank oder leistet man sich noch einen Warmwasserspeicher entstehen weitere Kosten. Kauft man einen Niedertemperaturkessel, weil es sich bei dem Gebäude z. B. um ein 2 Familienhaus handelt in dem beide Bewohner gleichzeitig auf Brennwerttechnik umrüsten müssen, ist die Anschaffung entsprechend billiger.

Heizung Kosten Anschaffung Förderung Gesamt-Kosten
Öl-Brennwertheizung (ohne Öltank) 9.000 € keine (Förderung wurde 2020 eingestellt) 9.000 €
Wärmepumpe (Luft-Wasser) 15.000 € BAFA (BEG EM): Mindestens 35 % der förderfähigen Kosten, 5.250 € 9.750 €

Quelle: © Institut für Wärme und Öltechnik e. V. / youtube.com

Keine Förderung mehr seit Anfang 2020

Für die Anschaffung einer Ölheizung erhält man keine Förderung mehr. Sie wurde zum Jahreswechsel 2020 mit der Überarbeitung der Förderung im Zuge der Umsetzung der Klimaziele 2030 der Bundesregierung abgeschafft. Man muss die Kosten für die Anschaffung also vollständig selber tragen.

Laufende Kosten für Heizöl und Wartung

Die laufenden Kosten ergeben sich aus dem verbrauchten Heizöl und der Wartung. Circa 90 bis 95 Prozent nehmen dabei die Kosten für das Heizöl ein. Öl-Brennwertheizungen verbrauchen ca. 15 bis 20 Prozent weniger Heizöl, als alte Konstanttemperaturkessel. Niedertemperaturkessel liegen dazwischen. Eine Übersicht finden Sie in der folgenden Tabelle

Bauart / Kesseltyp Kosten für Brennstoff + Wartung pro Jahr
Konstattemperaturkessel ca. 2.170 €
Niedertemperaturkessel ca. 1.990 €
Brennwertkessel ca. 1.860 €

Ölheizung austauschen - sinnvolle Alternativen

Bild: Wärmepumpe ersetzt Ölheizung
Wärmepumpen sind eine gute Alternative zur Ölheizung | © caifas / shutterstock.com

Wie bereits erwähnt, werden Ölheizungen nicht mehr staatlich gefördert. Im Gegenteil: Die einzige Förderung, die es für eine Ölheizung noch gibt ist die, die man erhält, wenn man seine alte Ölheizung durch eine Heizung ersetzt, die teilweise oder ganz auf Basis erneuerbarer Energien arbeitet.

Dafür kann man im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) 45 Prozent der förderfähigen Kosten von höchsten 60.000 Euro als Förderung erhalten. Das entspricht einer Summe von maximal 27.000 Euro. Wenn man also sinnvolle Alternativen zur Ölheizung zur Verfügung hat, sollte man darauf zurückgreifen. Das spart auf die Lebensdauer der Heizung betrachtet viel Geld.

Passender Ersatz für Ölheizung - die beste Heizung der Zukunft

Passende Ersatzheizungen gibt es viele. Für welche man sich entscheidet, hängt auch vom Zustand des Gebäudes ab. Ist das Gebäude gut gedämmt, ist die Wärmepumpe das Mittel der Wahl. Sie wird hoch gefördert, und hat aufgrund ihrer Effizienz nur niedrige Betriebskosten. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kann mit bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten gefördert werden und ist dann schon ab 7.500 Euro zu haben. Damit ist sie in Anschaffung und Betrieb billiger als eine Öl-Brennwertheizung. Langfristig betrachtet lohnt sich die Investition in eine Erd-Wärmepumpe noch mehr.

Sie schneidet in der Gesamtbilanz noch besser ab, obwohl sie in der Anschaffung mit 12.500 Euro rund 5.000 Euro teurer ist. Ist das Haus nicht so gut gedämmt, kann man auch auf eine Hackschnitzelheizung zurückgreifen. Sie wird mit bis zu 55 Prozent der Kosten gefördert und ist ab ca. 10.000 Euro zu haben. Damit ist sie nur geringfügig teurer als eine Ölheizung. Allerdings sind Hackschnitzel deutlich günstiger als Heizöl, sodass sie auf die Lebensdauer betrachtet deutlich besser abschneidet als eine Ölheizung. Man braucht jedoch sehr viel Platz zur Brennstofflagerung.

Eine Pelletheizung braucht dafür weniger Platz und ist auf lange Sicht betrachtet ungefähr genauso teuer wie die Ölheizung. Eine Gas-Hybridheizung ist zwar etwas teurer in der Anschaffung. Sie kostet mit Förderung ca. 10.800 Euro. Durch die Kombination mit einer Solarthermie-Anlage spart sie aber soviel Heizkosten, sodass sie langfristig ebenfalls günstiger ist als eine Ölheizung. In der Tabelle unten wurde die normale Förderung inklusive Öl-Austauschprämie und aller anderen möglichen Boni berücksichtigt.

Die CO2-Steuer für fossile Brennstoffe ist hier allerdings noch nicht in die Tabelle mit eingeflossen. Durch sie entstehen auf die Lebensdauer einer Gas- oder Ölheizung Mehrkosten von wenigstens 10.000 Euro. Sollte die CO2-Steuer ab 2026 weiter jährlich steigen - was derzeit nicht vorhersagbar ist - entstehen noch höhere Kosten für fossile Brennstoffe. Ob die Steuer weiter angehoben wird, soll erst 2026 entschieden werden. Das sollte man vor der Anschaffung einer Heizung auf Basis von Öl oder Gas unbedingt beachten. Sonst kann es sehr teuer werden.

Heizung Jahr 1 Jahr 10 Jahr 20 Jahr 30
Öl-Brennwertheizung ca. 12.200 € ca. 46.000 € ca. 95.500 € ca. 162.200 €
Gas-Hybridheizung ca. 15.600 € ca. 46.800 € ca. 92.750 € ca. 154.400 €
Luft-Wasser-Wärmepumpe ca. 10.600 € ca. 43.000 € ca. 90.600 € ca. 154.650 €
Erd-Wärmepumpe ca. 15.200 € ca. 43.700 € ca. 85.600 € ca. 141.900 €
Pelletheizung ca. 14.200 € ca. 48.100 € ca. 98.000 € ca. 163.000 €
Hackschnitzelheizung ca. 12.400 € ca. 38.900 € ca. 77.900 € ca. 130.000 €
Infografik: Darstellung alternativer Heizungstypen
Alternative Heizungstypen sortiert nach Gebäudestatus | © Energieheld

Öltankentsorgung - günstige Festpreise

Wenn Sie sich entscheiden, die alte Ölheizung zu ersetzen, müssen Sie den Heizöltank zumindest von einem Fachbetrieb stilllegen lassen. Empfehlenswert ist jedoch, den Heizöltank sofort fachgerecht entsorgen zu lassen. Fachbetriebe des SHK-Handwerks bieten hier meist günstige Komplettpreise für Altölentsorgung, Reinigung sowie Demontage und Entsorgung des Öltanks an.

Die Entsorgung eines 3.000 Liter großen Kunststofftanks kostet zwischen 400 und 1.300 Euro. Die Entsorgung eines Stahltanks ist etwas teurer. Sie kostet üblicherweise 500 bis 1.500 Euro. Am teuersten ist die Entsorgung von Erdtanks. Hier beginnen die Preise bei 2.000 Euro. In der nachfolgenden Grafik finden Sie einen Überblick zu den Kosten der Entsorgung.

Infografik: Darstellung der Kosten einer Öltankentsorgung
Die Öltankentsorgung durch einen Fachbetrieb ist gesetzlich vorgeschrieben | © Energieheld

Ausblick: Wird die Ölheizung bald verboten?

Bild: Öl-Brennwertkessel in Einbausituation
Derzeitig das Maß der Dinge | © 2018 Vaillant GmbH, Remscheid

Die Perspektiven für die Ölheizung sind schlecht. Ihre Förderung wurde 2020 bereits eingestellt und der Brennstoff ab 2021 zusätzlich besteuert. Ab 2026 ist ihr Einbau dann auch nur noch im Ausnahmefall erlaubt. Dieser tritt ein, wenn sich keine rentablen Alternativen anbieten.

Das ist der Fall, wenn z. B. kein Gasanschluss zur Verfügung steht, kein Platz für ein Pelletsilo oder einen Hackschnitzelbunker vorhanden ist oder wenn durch die Anschaffung einer Alternative eine unzumutbare finanzielle Härte entsteht. Die Ölheizung wird auf dem Heizungsmarkt der Zukunft also spätestens ab 2026 keine große Rolle mehr spielen.

Heizung Änderung der Rahmenbedingungen Datum
Öl-Heizwertheizung (Niedertemperaturkessel) EU-weites Produktionsverbot für Niedertemeperaturkessel (Ausnahme: Gasetagenheizung / besonders effiziente Modelle) seit 26.09.2015
Öl-Brennwertheizung Förderung wurde eingestellt seit 01.01.2020
Besteuerung durch CO2-Steuer (CO2-Bepreisung) seit 01.01.2021
Installationsverbot für Ölheizungen (Einbau ist nur noch in Ausnahmesituationen erlaubt) ab 01.01.2026

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