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Inhaltsverzeichnis

Allgemeines über Ölheizungen

Bild: Öl-Lampe
Einer der ältesten Brennstoffe - Öl | © sid101 / pixabay.com CC0

Die Ölheizung ist eine klassische Verbrennungsheizung. Mit dem ältesten Prinzip, das die Menschheit kennt, sorgt sie für wohlige Wärme. Als sie auf dem Markt erschien, war sie die modernste Art zu heizen. Das lag vor allem daran, dass sie keine Asche produzierte, die man entsorgen musste.

Deshalb ersetzte sie damals allerorts die Holz- und Kohleöfen, aber auch Öl- und Gasöfen. Denn ein weiterer Vorteil der Ölheizung war, dass sie die ganze Wohnung beheizen konnte.

Die Öfen hingegen beheizten nur die Räume, in denen sie standen. Während die Ölheizung vor einigen Jahrzehnten also noch als hochmodern galt, ist ihr Ruf heute fraglich. Mit immer mehr ökologischen Möglichkeiten der Wärmeerzeugung gilt die Ölheizung heute als "Abgasschleuder" und Relikt des letzten Jahrhunderts.

Funktionsweise und Bestandteile einer Öheizung

Die Funktionsweise einer Ölheizung ist prinzipiell ganz einfach: Aus einem Heizöltank wird Brennstoff in die Brennkammer der Heizung gepumpt. Dort wird das Öl entzündet und verbrennt. Die so entstehende thermische Energie wird genutzt, um Wasser in einem Kessel zu erwärmen. Mit einer Umwälzpumpe wird dieses heiße Wasser über Rohre im Haus in den Heizkörpern verteilt. Diese beheizen dann die Wohnräume. Außerdem dient die Ölheizung der Warmwassererzeugung. Die Abgase der Verbrennung ziehen derweil durch den Schornstein ab.

Unverzichtbare Bestandteile der Ölheizung sind der Tank, der Brennkessel, die Verrohrung samt Heizkörpern und der Schornstein. Allerdings hat sich die Ölheizung in den vergangenen Jahrzehnten stark weiterentwickelt, sodass heutzutage deutlich sparsamere und effizientere Ölheizungstypen auf dem Markt sind als zur Markteinführung in den Fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts oder vor zwanzig Jahren.

Quelle: © Institut für Wärme und Öltechnik e. V. / youtube.com

Bestandteil Beschreibung
Heizkessel Verbrennt das Öl, heizt die Wohnräume und bereitet das Warmwasser
Schornstein Befördert Abgase, muss bei Brennwert-Anlagen häufig saniert werden.
Öltank Dient der Vorratshaltung und versorgt den Kessel mit dem nötigen Brennstoff

Verschiedene Öl-Kessel und Austauschpflicht

Bild: Öl-Brennwertkessel in Keller
Moderner Öl-Brennwertkessel | © Buderus

Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen drei unterschiedlichen Bauarten der Ölheizung, die auf dem verwendeten Kessel basieren. Die ursprüngliche Variante der Ölheizung ist der Konstanttemperaturkessel.

Dieser gilt heute aber als veraltet und darf nicht mehr verbaut werden. Sein Austausch wird in Deutschland nicht nur vom Bund gefördert, sondern ist ab einem Gerätealter von 30 Jahren sogar gesetzlich vorgeschrieben.

Die beiden moderneren Alternativen sind der Niedertemperaturkessel und der Brennwertkessel. Beide erfordern keine dauerhafte Beheizung des Kessels und sind dadurch sehr viel sparsamer und umweltfreundlicher. Der Brennwertkessel ist der aktuelle Qualitätsstandard für die Ölheizung, ist aber teurer als der Niedertemperaturkessel.

Allerdings dürfen Niedertemperaturkessel nicht mehr hergestellt werden. Daher dürfte es schwer sein, noch einen zu finden und installieren zu lassen. Empfehlen kann man ihn wegen der vergleichsweise hohen Brennstoff-Kosten ohnehin nicht mehr.

Wissenswertes zur Ölheizung

  • Brennwertkessel sind derzeitig die effizientesten Ölheizungen auf dem Markt
  • Deshalb stehen staatliche Fördermittel für ihre Anschaffung und Installation zur Verfügung, wenn gleichzeitig ein hydraulischer Abgleich durchgeführt wird
  • Niedertemeperaturkessel sind weniger effizient und dürfen deshalb nicht mehr gebaut werden
  • Niedertemeperaturkessel, die noch vorhanden sind, dürfen in Bestandsbauten noch installiert werden
  • Konstanttemperaturkessel dürfen nicht mehr installiert werden und MÜSSEN laut Gesetz ausgetauscht werden, wenn sie 30 Jahre oder älter sind

Brennwertkessel - der moderne

Bild: Öl-Brennwertkessel in Einbausituation
Derzeitig das Maß der Dinge | © 2018 Vaillant GmbH, Remscheid

Der Brennwertkessel ist der aktuelle Stand der Technik bei Ölheizungen. Mit der Brennwerttechnik verbrennt sie das Öl effizienter und nutzt zusätzlich auch noch die entstehenden Abgase zur Wassererwärmung. Dadurch lassen sich Nutzungsgrade von über 100 Prozent erreichen.

Ein normaler Konstanttemperaturkessel erzielt im Vergleich dazu gerade einmal Nutzungsgrade im Bereich um die 70 Prozent. In der Brennkammer der Brennwertkessel-Ölheizung wird das Öl nicht direkt verbrannt, sondern vorher verdampft.

Das führt zu einer saubereren Verbrennung und weniger Rußbildung. Nach der Verbrennung werden die entstehenden Abgase gezielt genutzt, um an den Leitungen zu kondensieren. Durch diesen Kondensationsvorgang wird weitere thermische Energie freigesetzt und zur Erwärmung des Heizungswassers verwendet.

Dieser Prozess macht den Brennwertkessel so effizient. Bei alten Konstanttemperaturkesseln wurde dieses Kondensat gezielt vermieden, um die Bauteile der Heizung zu schonen. Durch modernere Materialien wird aus dem ehemals problematischen Abfallprodukt eine zusätzliche Wärmequelle gewonnen.

Niedertemperaturkessel - nicht mehr zeitgemäß

Bild: Niedertemperaturkessel in Keller
Niedertemeperaturkessel in Keller | © Buderus

Der Niedertemperaturkessel war der nächste logische Schritt vom Konstanttemperaturkessel. Dessen großes Problem waren die ätzenden Dämpfe, die bei der Kondensation entstehen und die Bauteile korrodieren ließen.

Der Niedertemperaturkessel war der nächste logische Schritt vom Konstanttemperaturkessel. Dessen großes Problem waren die ätzenden Dämpfe, die bei der Kondensation entstehen und die Bauteile korrodieren ließen.

Gleichzeitig ermöglicht ein Wärmefühler dem Kessel sich automatisch an schwankende Umgebungstemperaturen anzupassen und dadurch das Heizverhalten, dem tatsächlichen Heizbedarf anzupassen. Dennoch liegt sein Wirkungsgrad deutlich unter dem des Brennwertkessels, weshalb die Produktion von Niedertemperaturkesseln inzwischen verboten ist.

Konstanttemperaturkessel - einst modern, inzwischen unrentabel

Bild: Geld verbrennt in Feuer
Veraltete Technik verbrennt Ihr Geld | © Pezibear / pixabay.com CC0

Die Ölheizung mit Konstanttemperaturkessel ist die älteste Heizung ihrer Art und ersetzte ihrer Zeit allerorts die Kohleheizung. Heutzutage ist die Technologie aber veraltet und unrentabel.

Der Konstanttemperaturkessel muss wie der Name vermuten lässt auf einer konstanten Temperatur von 70 bis 90 Grad Celsius gehalten werden. Das hängt mit dem Kondensat zusammen, welches bei niedrigerer Temperatur entsteht. Dieses ist stark ätzend und zersetzt wichtige Bauteile der Heizung.

Durch diesen Umstand läuft eine Ölheizung mit Konstanttemperaturkessel auch zu Zeiten, in denen sie nicht benötigt wird. Das erhöht den Ölverbrauch und damit in direkter Folge die Heiz-Kosten. Dazu kommt, dass natürlich auch der CO2-Ausstoß steigt und somit die Umwelt unnötig belastet wird.

Austauschpflicht - das müssen Sie wissen

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2014 besiegelte das Schicksal der alten Konstanttemperaturkessel. Sie begrenzt ihre Nutzung auf eine maximale Laufzeit von 30 Jahren. Diese Regelung gilt nicht für Brennwertkessel und Niedertemperaturkessel.

Allerdings dürfen Niedertemperaturkessel laut europäischer Gesetzgebung nicht mehr hergestellt werden. Die Installation von Restbeständen ist jedoch noch erlaubt. Empfehlenswert ist der Einbau eines Niedertemperaturkessels angesichts des geringen Preisunterschiedes zum Brennwertkessel und dessen Einsparpotenzial bei den Heizkosten allerdings nicht.

Infografik: Darstellung der Austauschpflicht
Ein Fall für das Technikmuseum: Der Konstanttemperaturkessel | © Energieheld

Heizöltank - ein unverzichtbarer Teil der Ölheizung

Der größte Unterschied zur Gasheizung ist, dass das Heizöl der Ölheizung nicht über ein Netz on demand ins Haus geliefert wird, sondern vor Ort in einem Öltank lagert. Diese Tatsache ist Vorteil und Nachteil zugleich. Zum einen wird das Heizöl in Deutschland nahezu überall hin geliefert, während das Gasnetz längst nicht jeden Winkel der Republik erschlossen hat.

Andererseits muss das Öl so im Voraus gekauft und gelagert werden. Das erfordert nicht nur jedes Jahr eine Investition, sondern auch eine Menge Platz für den Tank im Haus. Zwar gibt es inzwischen auch unterirdische Tanks, der Standard ist aber nach wie vor der Öltank im Keller. Öltanks gibt es aus doppelwandigem Plastik und aus Stahl. Beide Varianten funktionieren gleich und unterscheiden sich vor allem im Preis.

Die Größe hängt von den Faktoren Heizbedarf und vorhandener Platz ab. Je mehr Heizbedarf existiert, desto sinnvoller ist ein größerer Öltank. Wenn der Platz zu sehr beschränkt ist, sollte man über einen Erdtank oder eine alternative Heizung nachdenken. Als Faustregel sollte der Öltank in etwa den Jahresverbrauch des Gebäudes fassen.

Kosten und Wartung

Wieviel Sie für die Anschaffung eines Heizöltanks bezahlen müssen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Einerseits sind die Kosten eine Frage der Größe, andererseits eine Frage des Materials. Und schließlich ist es auch eine Frage des Aufstellungsortes. Für Heizöltanks stehen verschiedene Materialien zur Verfügung. Die preiswerteren Tanks sind aus doppelwandigem Plastik.

Ist ein einzelner Tank zu groß für den Keller, besteht auch die Möglichkeit viele kleinere Tanks, sogenannte Batterietanks miteinander zu verbinden. Alternativ gibt es auch doppelwandige Stahltanks. Sie sind von innen beschichtet. Auch diese können als Batterietanks installiert werden. Sie sind allerdings deutlich teurer als Kunststofftanks. Noch teurer sind standortgefertigte Tanks. Diese werden vor Ort an die Gebäudegeografie angepasst, was zusätzlich Kosten verursacht.

Auch hier kommen doppelwandige Kunststofftanks oder beschichtete Stahltanks zum Einsatz, wobei letztere teuer sind. Besonders teuer sind Erdtanks. Sie kommen zum Einsatz, wenn z. B. kein Keller vorhanden ist. Hier kommen ebenfalls doppelwandige Stahltanks oder Kunststofftanks zum Einsatz. Diese werden dann in zuvor ausgehobenen Gruben vergraben. Wegen der Erdarbeiten handelt es sich hierbei um die teuerste Variante des Öltanks.

Grundsätzlich kosten Öltanks je nach Material, Größe und Aufstellungsort zwischen 2.000 und 4.000 Euro inklusive Montage. Die reinen Anschaffungskosten liegen je nach Material für einen 3.000 Litertank bei 2.000 bis 2.700 Euro. Die Preise für Erdtanks gleicher Größe beginnen bei 3.000 Euro ohne Installation und Erdarbeiten.

Material Größe Kosten
Plastik, doppelwandig 3.000 Ltr. 2.000 €
Stahl, doppelwandig 3.000 Ltr. 2.700 €
Erdtank 3.000 Ltr. ab 3.000 €

Die Wartung und Reinigung eines Öltanks sind weitere Kostenfaktoren. Wie oft die Wartung stattfinden muss, ist gesetzlich geregelt. Tanks bis zu einer Größe von 9.999 Litern müssen alle 5 Jahre gewartet werden, wenn sich das Gebäude in einem Überschwemmungsgebiet befindet. Tanks ab 10.000 Liter müssen grundsätzlich alle 5 Jahre gewartet werden.

Aber selbst wenn die Wartungsintervalle nicht vorgeschrieben sind, sollte man den Tank regelmäßig warten lassen, damit das Öl und damit auch der Ölfilter nicht verschmutzt werden und die Heizung einwandfrei funktioniert. Die Kosten hierfür liegen bei ca. 80 bis 120 Euro alle 2,5 bis 5 Jahre.

Sollte die Wartung ergeben, dass es Verunreinigungen im Tank gibt, ist eine Reinigung unerlässlich, da die Verunreinigungen den Ölfilter verstopfen und somit die Funktion der Heizung beeinträchtigen. Gesetzlich ist die Reinigung jedoch nicht vorgeschrieben. Dennoch sollten Stahltanks alle 5 - 7 Jahre und Kunststofftanks alle 7 - 10 Jahregereinigt werden. Die Kosten hierfür liegen je nach größe bei 350 bis 500 Euro.

Dienstleistung Intervall Kosten
Wartung 2,5 - 5 Jahre 80 - 120 €
Reinigung 5 - 10 Jahre 350 - 500 €

Alten Öltank entsorgen

Wenn man den Umstieg auf eine andere Heizung plant, wird der alte Öltank überflüssig. Was man weiter mit ihm macht, hängt letztlich vom Besitzer ab. Üblicherweise wird er von einem Fachbetrieb entsorgt. Man kann ihn aber auch als Regenwasserspeicher oder Pelletsilo benutzen. Hierfür sind jedoch eine fachgerrechte Reinigung und im Falle des Pelletsilos umfangreiche Umbauarbeiten nötig.

Zudem sind echte Speicher und Silos wartungsärmer und effizienter. Wofür auch immer man sich entscheidet, die Arbeiten müssen von Fachbetrieben ausgeführt werden. Die Kosten für eine fachgerechte Entsorgung liegen je nach Material und Größe des Tanks zwischen 400 und 2.000 Euro.

Infografik: Darstellung der Kosten einer Öltankentsorgung
Die Öltankentsorgung durch einen Fachbetrieb ist gesetzlich vorgeschrieben | © Energieheld

Heizöl ist nicht gleich Heizöl - Wissenswertes zum Brennstoff

Heizöl ist ein Brennstoff, der direkt aus Rohöl gewonnen wird. Es existieren verschiedene Schwere-Kategorien, die unterschiedliche Eigenschaften haben. Für den Hausgebrauch wird vorrangig extraleichtflüssiges Heizöl verwendet, das in Brennwertkesseln zur Anwendung kommt. Der Preis von Heizöl ist entsprechend an den Ölpreis gekoppelt, wobei Heizöl deutlich teurer ist.

Bei den aktuellen Rohstoff-Preisen mag Öl als günstige Alternative erscheinen. Die derzeitig niedrigen Heizöl-Preise sind jedoch nur eine temporäre Erscheinung, die dem Preiskampf der größten Anbieter geschuldet ist. Sämtliche Experten sind sich einig, dass der Ölpreis mittel- bis langfristig wieder deutlich steigen wird.

Das liegt vor allem daran, dass ungewiss ist, wie lange die weltweiten Reserven bei steigender Nachfrage noch halten werden. Hinzu kommen hohe Steuern und Abgaben auf Erdölprodukte, die den Preis künstlich oben halten. Dies ist eine Maßnahme um erneuerbare Energien zu stärken, denn die Erlöse aus den Abgaben werden zu großen Teilen in deren Förderung gesteckt.

Wissenswertes zum Brennstoff Heizöl

  • Heizöl ist ein fossiler Brennstoff und wird deshalb hoch besteuert.
  • Heizöl wird aus Rohöl gewonnen und sollte extraleichtflüssig sein.
  • Heizöl wird per Tanklastwagen geliefert und in einem Öltank gelagert.
  • Schon geringfügige Preissteigerungen für Heizöl machen die Ölheizung vergleichsweise unrentabel.
  • Der Preis für Heizöl wird angesichts steigender Nachfrage und sinkender Ressourcen mittelfristig steigen.

Vorteile und Nachteile einer Ölheizung - womit Sie rechnen müssen

Bild: Einfüllstutzen eines Öltanks an Hauswand
Einfüllstutzen eines Öltanks | © geralt / pixabay.com CC0

Der große Vorteil einer Ölheizung ist die Unabhängigkeit von Infrastruktur, die man durch sie gewinnt. Während man bei einer Gasheizung auf eine vorhandene Leitung angewiesen ist, lagert man den Brennstoff bei der Ölheizung direkt vor Ort.

Demgegenüber steht die Tatsache, dass es eine Heizung ist, die von fossilen Brennstoffen abhängig macht. Außerdem ist sie nicht besonders umweltfreundlich. In der heutigen Zeit gibt es sehr viel schonendere Möglichkeiten zu heizen, die zudem auch preiswerter sind.

Außerdem ist die Vorratshaltung gleichzeitig auch ein Nachteil, denn die Lagerung nimmt viel Platz in Anspruch. Darüber hinaus muss man den kompletten Jahrsbedarf auf einmal bezahlen.

Vorteile Ölheizung Nachteile Ölheizung
Autark (Keine Infrastruktur notwendig) Heizöl muss vorfinanziert werden
Hohe Eigenbestimmung (Ölanbieter, wann wird Öl gekauft) Benötigt viel Platz
Brennwerttechnik ist sehr effizient Selbst mit Brennwerttechnik immer noch eine der unökologischeren Heizungen
  Zukunft von Heizöl unsicher, steigende Preise

Kosten - alles über Anschaffung, Einbau und Unterhalt

Die Kosten für eine Ölheizung setzen sich aus verschiedenen Einzelposten zusammen. Grob lässt sich zwischen Einbau-Kosten und laufenden Kosten unterscheiden. Doch auch diese können weiter aufgeteilt werden. Bei den Einbau-Kosten ist entscheidend, ob es sich um einen Neubau oder den Ersatz einer alten Ölheizung handelt. Bei einem Austausch lassen sich Öltank und Wärmeverteilsystem für gewöhnlich weiterverwenden. Das senkt die Kosten.

Die laufenden Kosten hängen vor allem vom Verbrauch der Ölheizung und dem genutzten Kessel ab. Ein moderner Brennwertkessel verbraucht deutlich weniger als ein alter Konstanttemperaturkessel. Und auch gegenüber dem Niedertemperaturkessel sind erhebliche Einsparungen möglich. Dies zeichnet sich direkt in den laufenden Kosten ab.

Bauteile Höhe der Kosten
Ölkessel 3.000 - 5.000 €
Öltank (nur bei Neubau notwendig) 2.000 - 4.000 €
Installation (inklusive Verschleißteilen) 1.500 - 4.000 €
Brennwerttechnik und Schornsteinsanierung (optional) 1.000 - 2.500 €
Warmwasserspeicher (optional) 800 - 1.500 €
Zubehör (optional) 150 - 700 €
Hydraulischer Abgleich (optional) 500 - 1.500 €
   
Gesamtkosten 5.500 - 19.200 €

Einbau-Kosten - das kostet die Installation

Bild: Handwerker auf Achse
Schnell ist nicht immer gut | © charlygutmann / pixabay.com CC0

Die Einbau-Kosten setzen sich aus den Kosten für die Heizung selbst und allen begleitenden Kosten zusammen. Zu diesen Kosten zählen die Lohn-Kosten für den Handwerker ebenso, wie die Kosten für Verschleißmaterial.

Zwar verursacht die eigentliche Heizung den Löwenanteil dieser Kosten. Dennoch dürfen insbesondere die Kosten für Handwerker nicht vernachlässigt werden.

Gerade, wenn der Einbau der Heizung noch umfassendere Umbauten am Haus erfordert, fallen die Handwerkerkosten stärker ins Gewicht als ursprünglich angenommen. Hierdurch kommt es zu großer Variation der Gesamt-Kosten.

Laufende Kosten - soviel zahlen Sie jährlich

Bei einer Ölheizung macht das verbrannte Heizöl mit Abstand den größten Anteil der laufenden Kosten aus. Die Wartungskosten einer Ölheizung sind zwar existent, machen aber nur rund fünf bis zehn Prozent der laufenden Kosten aus. Die laufenden Kosten einer modernen Ölheizung mit Brennwerttechnologie liegen dabei rund ein Drittel unter den Kosten einer altmodischen Heizung.

Kesseltyp Brennstoffkosten und Wartung pro Jahr
Konstanttemperaturkessel 3.040 €
Niedertemperaturkessel 2.690 €
Brennwertkessel 2.090 €

Eine Ölheizung kaufen - das sollten Sie unbedingt beachten

Wenn Sie eine Ölheizung kaufen wollen, sollten Sie dabei vor allem eines bedanken: Öl ist ein fossiler Rohstoff, dessen Quellen irgendwann erschöpft sind. Im Moment mag der Ölpreis sehr gering sein, es gibt aber keine Garantie dafür, dass dies langfristig so bleibt.

Im Gegenteil, derzeitig steigt der Ölpreis nach seinem zwischenzeitigen Tiefststand von 2016 wieder und alle Experten erwarten, dass er sich langfristig nur in eine Richtung entwickelt: Nach oben. Da der Kauf einer neuen Heizung eine Investition auf viele Jahre ist, sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie wirklich eine Ölheizung kaufen wollen, oder ob es bessere Alternativen gibt.

Wenn keine Alternative in Frage kommt, dann sollten Sie darauf achten, dass Sie sich eine moderne Heizung vom Fachmann kaufen. Zwar finden sich immer wieder „Schnäppchen“ auf dem Gebrauchtmarkt. Mit diesen verzichten Sie aber auf Annehmlichkeiten wie eine Hersteller-Garantie. Auch von einem eigenhändigen Einbau kann nur abgeraten werden, wenn Sie nicht gerade selbst Installateur sind.

Umwälzpumpe erneuern - für den kleinen Geldbeutel

Wer seine Heizung modernisieren möchte, aber nicht in der Lage ist, eine Neuanschaffung finanziell zu stemmen, kann einfach Komponenten der vorhandenen Heizung modernisieren. Hier bietet sich vor allem eine Modernisierung der Umwälzpumpe an, denn alte Umwälzpumpen gehören zu den größten Stromverbrauchern im Haushalt. Hocheffizienzpumpen bieten hier ein großes Einsparpotenzial. Die Kosten hierfür sind überschaubar.

Die neue Pumpe kostet ca. 280 Euro, der Einbau schlägt mit weiteren 120 Euro zu Buche. Da der Austausch der Umwälzpumpe vom Bundesministerium für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit 30 Prozent der Nettoinvestition gefördert wird bleiben Kosten von 300 Euro für den Besitzer. Diesen Kosten stehen ca. 100 Euro Einsparungen pro Jahr gegenüber, sodass sich der Austausch der Umwälzpumpe nach 3 Jahren amortisiert. Danach sind die Einsparungen reiner Gewinn.

Alternativen zur Ölheizung

Die Ölheizung ist derzeitig eine der rentabelsten Heizungen, die es auf dem Markt gibt. Das liegt allerdings vor allem am momentan niedrigen Ölpreis. Dieser ist jedoch nur eine Momentaufnahme, die auf den Preiskampf der größten Anbieter zurückzuführen ist. Tatsächlich steigt der Ölpreis bereits wieder und schon ein Anstieg von 0,01 Euro im Dreijahresmittel lässt die Ölheizung im Vergleich zu anderen Heizungen unrentabel werden. Deshalb sollte man sich genau überlegen, ob man sich eine Ölheizung kauft.

Alternativen zur Ölheizung gibt es nämlich mehrere. Da wäre zunächst die Gas-Brennwertheizung zu nennen. Sie ist umweltfreundlicher und mittel- und langfristig sparsamer als eine Ölheizung. Außerdem kann man sie mit einer heizungsunterstützenden Solarthermie-Anlage kombinieren, was die laufenden Kosten weiter senkt. Das gilt auch für alte Gasheizungen. Auch diese sind in Kombination mit einer Solarthermie-Anlage sparsamer als eine Ölheizung.

Eine weitere Alternative, vor allem wenn kein Gasanschluss möglich ist, ist die Anschaffung einer Holzheizung. Hier kommen Pelletheizung, Hackschnitzelheizung und der Scheitholzvergaser infrage. Allerdings rentieren sich Holzheizungen nur, wenn sie unter Volllast laufen. Das heißt, sie eignen sich vorrangig für ungedämmte und schlecht gedämmte Gebäude mit einem hohen Wärmebedarf. Für unsanierte Altbauten ist eigentlich nur die Anschaffung einer Pelletheizung sinnvoll.

Und schließlich gibt es noch verschiedene Wärmepumpen, die man anstatt einer Ölheizung einsetzen kann. Hier lohnt sich eine Kombination mit einer Photovoltailk-Anlage, die den zum Betrieb nötigen Strom liefert. Sie eignen sich am besten für gut gedämmte und durchschnittlich gedämmte Gebäude.

Infografik: Darstellung alternativer Heizungstypen
Alternative Heizungstypen sortiert nach Gebäudestatus | © Energieheld

Staatliche Förderung für eine neue Ölheizung

Bild: Schematische Darstellung von Ölheizung und Solarthermie
Schematische Darstellung von Ölheizung und Solarthermie | © Buderus

Da Deutschland vor allem den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben möchte, erhalten diese auch vorrangig eine Förderung. Aus diesem Grund gibt es keine direkte Förderung für den Einbau einer Ölheizung. Wohl aber ist es möglich bei einem Umstieg von einem veralteteten Öl-Kessel auf einen Brennwertkessel eine Förderung zu erhalten, wenn gleichzeitig ein hydraulischer Abgleich durchgeführt wird.

Außerdem bekommt man eine zusätzliche Förderung, wenn gleichzeitig eine Solarthermie-Anlage eingebaut wird. Trotz hoher Anschaffungskosten lohnt sich die Investition wegen der Senkung der Heizkosten bereits nach einigen Jahren.

Ansonsten können Sie vor allem dann eine Förderung erhalten, wenn Sie Ihre alte Ölheizung durch eine neue, umweltfreundliche Technologie ersetzen. Gerade Wärmepumpe und Pelletheizung werden über die Förderung zu lohnenden Investitionen.

Förderung (Institution) Beantragung Höhe der Förderung
Heizungsaustausch / Modernisierung (Einzelmaßnahme, Effizienzhaus, KFW) Zusammen mit Energieberater vor Baubeginn. 15 % der Kosten, maximal 7.500 € pro Wohneinheit
Einbau Solarthermie (BAFA) Zusammen mit Energieberater vor Auftragsvergabe. 2.000 €
Einbau Brennwertkessel (BAFA) Zusammen mit Energieberater vor Auftragsvergabe. 500 €

Wirtschaftlichkeit und Amortisation - lohnt sich eine neue Ölheizung?

Bild: Taschenrechner und Geld
Sparen mit Brennwerttechnik | © WerbeFabrik / pixabay.com CC0

Derzeitig ist die Ölheizung eine der preiswertesten im Vergleich mit anderen Heizungstypen. Das gilt sowohl für die Anschaffung, als auch für die laufenden Kosten für Bennstoff. Genau hier liegt allerdings das Problem: Denn die niedrigen Kosten für Heizöl sind nur einer kurzfristigen Marktentwicklung zu verdanken.

Da mittelfristig und vor allem langfristig mit einem deutlichen Anstieg des Ölpreises zu rechnen ist, kann von einer Amortisierung keine Rede mehr sein. Und die Anschaffung einer Ölheizung ist bei einer zu erwartenden Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren definitiv eine langfristige Anschaffung.

Wer aber mangels Gasnetz und mangels Kapital nicht auf Gas oder Biomasse umsteigen will oder kann, dem kann der Umstieg von einem Konstanttemperaturkessel auf eine modere Brennwertheizung empfohlen werden. Hier ist eine Amortisierung garantiert, da sich die Heizkosten um ein gutes Drittel reduzieren.

Jahr Heiz-Kosten Konstanttemperaturkessel gesamt Heiz-Kosten gesamt und Anschaffungskosten Brennwertkessel
1 3.040 € 10.780 €
5 16.110 € 19.780 €
10 34.790 € 32.640 €
15 56.450 € 47.540 €

In der obenstehenden Tabelle können Sie sehen, dass sich die Anschaffung des Kessels nach knapp 10 Jahren amortisiert. Ab diesem Zeitpunkt rentiert sich der Brennwertkessel und man spart jährlich ca. 900 Euro an Heiz-Kosten. Die mögliche Förderung für den neuen Brennwertkessel wurde bereits eingerechnet. Ein Kesseltausch lohnt sich vor diesem Hintergrund also in jedem Fall.

Infografik: Darstellung der Amortisation eines Öl-Brennwertkessels
Die Erneuerung der Technik lohnt sich | © Energieheld

Dennoch bleibt festzuhalten, dass die Anschaffung eines Öl-Brennwertkessels nur dann sinnvoll ist, wenn Alternativen wie etwa ein Gas-Brennwertkessel mangels Gasanschluss oder Holzheizungen und Wärmepumpen wegen der hohen Anschaffungs-Kosten nicht infrage kommen. Denn wegen der zu erwartenden Preissteigerungen für Heizöl sind die alternativen Heizungen mittel- und langfristig preiswerter.