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Inhaltsverzeichnis

Allgemeines zur Fußbodenheizung

Bild: Überreste einer einer antiken römischen Fußbodenheizung
Bei den alten Römern beliebt - die Fußbodenheizung | © Efraimstochter / pixabay.com CC0

Die Fußbodenheizung steht im Rufe, besonders modern zu sein. Tatsächlich gibt es sie jedoch schon seit der Antike. Damals war sie allerdings den Reichen vorbehalten, da sie extrem ineffizient war und Unmengen an Brennstoff benötigte.

Das ist heute anders. Seit Ende der 1970er-Jahre ist die Fußbodenheizung in Neubauten, vor allem in Einfamilienhäusern, Standard und für jedermann erschwinglich. Das liegt auch an ihrer besonderen Effizienz, auf die wir in den folgenden Kapiteln näher eingehen werden.

Bild: Energieheld Tipp

Fußbodenheizungen sind im Betrieb sehr sparsam, da sie mit niedrigen Vorlauftemperaturen auskommen und die Wärme lange halten können. Mit ihrer Hilfe lassen sich die jährlichen Heizkosten um ca. 10 Prozent senken.

Bauarten und Funktion

Wer sich eine Fußbodenheizung anschaffen will, steht angesichts verschiedener Bauarten schnell vor der Frage, für welche er sich entscheiden soll. In Neubauten kommen meist wasserführende Nass-Systeme oder Trocken-Systeme zum Einsatz. Sie bestehen aus im Boden verlegten, wasserdichten Heizleitungen und sind an die Zentralheizung angeschlossen.

In Altbauten werden dagegen häufig elektrisch betriebene Fußbodenheizungen verbaut, obwohl auch hier der Einsatz wasserführender Systeme wie etwa dem Dünnbett-System möglich ist. Elektrische Fußbodenheizungen werden in Form von Heizmatten verlegt und können unabhängig von der Zentralheizung betrieben werden.

Im Vergleich zu herkömmlichen Heizkörpern, die mit Konvektionswärme arbeiten, geben Fußbodenheizungen ihre Wärme, genau wie auch alle anderen Flächenheizungen, in Form von Strahlungswärme wesentlich gleichmäßiger an den Raum ab und kommen deshalb mit sehr niedrigen Vorlauftemperaturen von minimal 20 und maximal 35 Grad aus. Das spart in erheblichem Maße Heizenergie.

Bild: Fußbodenheizung Nass-System vor der Estrichlegung

Heizwasserfußbodenheizung

Es gibt grundsätzlich zwei unterschiedliche Arten wasserführender Fußbodenheizungen: Das Nass-System und das Trocken-System. Sie unterscheiden sich im Wesentlichen durch die Verlegeart.

Nass-Systeme werden nach dem Verlegen der Heizleitungen auf Dämmplatten mit flüssigem Heiz-Estrich übergossen, sodass sie dauerhaft im Estrich integriert sind. Trocken-Systeme sind vorgefräste Trockenestrichplatten, in die die Heizleitungen eingelassen werden.

Bild: Heizmatte einer elektrischen Fußbodenheizung vor Verlegung des Bodenbelages

Elektrische Fußbodenheizung

Elektrische Fußbodenheizungen arbeiten im Gegensatz zu wasserführenden Systemen mit strombetriebenen Heizmatten oder Heizfolien. Diese sind deutlich einfacher zu verlegen als Nass- oder Trocken-Systeme und können auch in Eigenarbeit installiert werden.

Deshalb sind sie bei Nachrüstungen als Alternative zu wasserführenden Systemen sehr beliebt. Verlegt werden die Heizmatten oder Heizfolien gewöhnlich direkt unter dem Fußbodenbelag.

Bauart Wärmequelle
Nass-System Zentralheizung
Trocken-System Zentralheizung
Elektrische Fußbodenheizung Stromnetz

Kosten einer Fußbodenheizung

Bild: Euro-Scheine, Hunderter als Haus gefaltet
Teurer in der Anschaffung, sparsamer im Betrieb - die Fußbodenheizung | © moerschy / pixabay.com CC0

Bevor man sich für den Kauf einer Fußbodenheizung entscheidet, gilt es natürlich auch einen Blick auf die damit verbundenen Kosten zu werfen. Grundsätzlich sind die Anschaffungskosten für eine Fußboden-heizung höher als die für eine wand-hängende Heizung.

Im alltäglichen Gebrauch relativieren sich diese Mehrkosten jedoch wieder über die laufenden Kosten. Die konkreten Kosten einer Fußboden-heizung hängen neben der Bauart davon ab, ob sie in einem Neubau oder in einem Altbau installiert wird.

Außerdem spielt natürlich die Raumgröße bzw. die Wohnfläche eine wichtige Rolle. Wasserführende Fußbodenheizungen sind in der Anschaffung deutlich teurer als elektrisch betriebene. Im laufenden Betrieb dagegen sind die Kosten von elektrischen Fußbodenheizungen wesentlich höher, da das Heizen mit Strom im Vergleich mit allen anderen Energieträgern generell am teuersten ist.

Bild: Energieheld Tipp

Eine wasserführende Fußbodenheizung ist in der Anschaffung teurer als eine konventionelle Heizung. Im Betrieb ist sie allerdings deutlich sparsamer. Besonders effizient ist die Fußbodenheizung in Kombination mit einer Wärmepumpe. So lassen sich die Heizkosten um 20 Prozent senken.

Anschaffungskosten

Die Kosten für ein konventionelles Nass-System liegen inklusive Einbau bei ca. 45 bis 80 Euro pro Quadratmeter, wenn es in einem Neubau verlegt wird. Dabei machen die Einbaukosten für ein Nass-System durchschnittlich ca. 11 Euro pro Quadratmeter aus.

Trocken-Systeme sind etwas teurer. Sie kosten zwischen 70 und 100 Euro pro Quadratmeter. Die Montagekosten in Höhe von 12 Euro je Quadratmeter sind dabei bereits im Preis enthalten. Am günstigsten sind elektrische Fußbodenheizungen. Hier ist mit Kosten von 20 bis 45 Euro pro Quadratmeter inklusive Einbau zu rechnen.

Bauart Fußbodenheizung Kosten Einbau pro Quadratmeter Kosten gesamt pro Quadratmeter Kosten für 140 Quadratmeter (Neubau)
Nass-System ca. 11 € / m2 ca. 45 - 80 € / m2 6.300 - 11.200 €
Trocken-System ca. 12 € / m2 ca. 70 - 100 € / m2 9.800 - 14.000 €
Elektrische Fußbodenheizung ca. 5 - 10 € /  m2 ca. 15 - 40 € / m2* 2.100 - 5.600 €

*Kosten pro Quadratmeter sinken mit zunehmender Quadratmeterzahl

Laufende Kosten

Die laufenden Kosten einer Fußbodenheizung sind ein Argument für ihre Anschaffung, sofern sie von einer Zentralheizung mit Heizungswasser beheizt wird. Durch die gleichmäßige Wärmeabgabe in den Raum kommt sie mit deutlich niedrigeren Vorlauftemperaturen aus als wandhängende Heizkörper. So muss der Heizkessel nicht so viel arbeiten und man kann alleine dadurch ca. 10 Prozent der Heizkosten sparen.

Die laufenden Kosten von elektrischen Fußbodenheizungen sind dagegen verglichen mit Fußbodenheizungen oder wandhängenden Heizkörpern, die an eine Zentralheizung angeschlossen sind, sehr viel höher. Die durchschnittlichen Heizkosten mit Strom liegen bei 22,00 Cent pro Kilowattstunde (Großabnehmertarif, normaler Tarif 29,99 Cent / kWh) während Gas (5,86 Cent / kWh), Öl (6,43 Cent / kWh) und Pellets (5,61 Cent / kWh) deutlich günstiger sind und eine Wärmepumpe (21,00 Cent / kWh) den Strom 3,5 bis 4,5 mal effizienter verwertet.

Fußbodenheizung nachrüsten lassen

Bild: Verlegung einer Fußbodenheizung im Nass-System
Die Fußbodenheizung verteilt die Wärme gleichmäßig | © H. Raab / wikimedia.org CC-BY-SA 3.0

Heutzutage entscheiden sich auch immer mehr Eigenheimsanierer dazu, eine Fußbodenheizung zu verbauen. Je nach Bauart kann dies jedoch recht teuer werden, denn in Altbauten muss für wasserführende Systeme zunächst der alte Bodenbelag und ggf. der alte Estrich entfernt werden.

Alternativ kann man auch eine wasserführende Dünnbett-Fußbodenheizung installieren. Sie wird direkt unter dem Bodenbelag verlegt. Allerdings ist sie nicht so leistungsstark wie die gängigen Nass-Systeme und Trocken-Systeme und kann Wärme auch nicht so lange speichern wie diese. Deshalb werden eventuell zusätzlich noch normale Heizkörper benötigt.

Am günstigsten in der Anschaffung ist die elektrische Fußbodenheizung. Ihre Installation ist recht unkompliziert und deshalb schnell durchgeführt. Das Heizen mit Strom ist im Vergleich mit Brennwertheizungen oder einer Wärmepumpe allerdings exorbitant teuer. Deshalb wird in Altbauten häufig nur das Badezimmer mit einer elektrischen Fußbodenheizung ausgestattet. Wird diese vernünftig geregelt, bleiben die Betriebs-Kosten dafür vertretbar.

Bauart Kosten Demontage alter Estrich / Bodenbelag / Heizköper Kosten Nachrüstung gesamt (inklusive Demontage / Installation) Kosten 140 Quadratmeter (Altbau)
Nass-System 20 - 40 € / m2 ca. 60 - 120 € / m2 8.400 - 16.800 €
Trocken-System 20 - 40 € / m2 ca. 95 - 135 € / m2 13.300 - 18.900 €
Elektrische Fußbodenheizung 20 - 30 € / m2 ca. 35 - 60 € / m2 4.900 - 8.400 €

 

Vorteile und Nachteile der Fußbodenheizung

Bild: Wärmepumpe und Wärmespeicher in Keller, Einbausituation
Heizkosten sparen mit Fußbodenheizung und Wärmepumpe | © Buderus Deutschland

Die Vorteile einer wasserführenden Fußboden-heizung liegen auf der Hand: Sie ist komfortabel und sorgt für eine gleichmäßige Verteilung der Wärme im Raum bzw. im Haus. Dadurch ermöglicht sie niedrige Vorlauftemperaturen, die die Heizkosten senken und die Effizienz von umweltfreundlichen Heizungen, besonders der Wärmepumpe, weiter steigern.

Außerdem entsteht ein gutes Raumklima, ohne dass die Fußbodenheizung Staub, Milben oder Schimmelsporen aufwirbeln würde. Das ist besonders gut für Allergiker. Zudem sehen Räume ohne wandhängende Heizkörper einfach besser aus. Wichtig zu erwähnen ist auch, dass verschiedene Förderprogramme vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) z. B. zur Optimierung der Heizung zur Verfügung stehen.

Allerdings hat die Fußbodenheizung auch Nachteile. Dazu gehören die geringfügig höheren Anschaffungskosten und die relativ lange Vorlaufzeit bis zur effektiven Wärmeabgabe. Verglichen mit wandhängenden Heizkörpern dauert es nämlich deutlich länger, bis sie die Wärme ausstrahlen kann. Der wohl größte Nachteil ist aber, dass Reparaturen deutlich komplizierter und teurer sind. Außerdem fehlt im Badezimmer die Möglichkeit, Handtücher über der Heizung zu trocknen.

Vorteile Nachteile
Komfortabel Höhere Anschaffungskosten
Gleichmäßige Wärmeverteilung ermöglicht niedrige Vorlauftemperatur Lange Vorlaufzeit bis Heizwärme sich im Raum verteilt
Niedrige Vorlauftemperatur senkt die Heizkosten Reparaturen ggf. sehr kompliziert und teuer
Besonders geeignet für Wärmepumpe; steigert deren Effizienz Im Bad fehlt Heizkörper für Handtücher
Förderung durch BAFA / KfW  
Erzeugt gutes Raumklima; gut für Allergiker  
Ästhetisch ansprechende Optik  

Betrieb mit Wärmepumpe, PV, Solaranlage und Pelletheizung

Die Fußbodenheizung eignet sich besonders gut zum Betrieb in Kombination mit einer Wärmepumpe. Sie steigert deren Effizienz durch ihre niedrigen Vorlauftemperaturen, denn Wärmepumpen arbeiten im Niedertemperaturbereich am effizientesten. So kann man mit der Kombination aus Fußbodenheizung und Wärmepumpe weitere 6 bis 12 Prozent der Heizkosten einsparen. Wer die Heizkosten noch weiter senken will, der kann seine Wärmepumpe mit Strom aus der eigenen Photovoltaik-Anlage speisen.

Eine weitere sinnvolle Kombination ist die einer Fußbodenheizung mit einer Pelletheizung und einer Solarthermie-Anlage. Durch ihre vergleichsweise großen „Heizkörper” und die Tatsache, dass diese die Wärme deutlich länger halten können als wandhängende Heizkörper, braucht die Pelletheizung nicht so viel zu heizen. Eine Solarthermieanlage kann im Sommer das Warmwasser bereitstellen, ohne dass die Holzheizung überhaupt heizen müsste. Voraussetzung ist jedoch ein entsprechend großer Wärmespeicher.

Heizung EFH, 140 m2, 28.000 kWh Wärmebdarf / anno Jährliche Heizkosten Heizkörper Jährliche Heizkosten Fußbodenheizung
Öl-Brennwertheizung (Preis Öl: 6,43 Ct / kWh) 1.700 € 1.530 €
Gas-Brennwertheizung (Preis Gas: 5,86 Ct / kWh) 1.650 € 1.480 €
Pellet-Brennwertheizung (Preis Pellets: 5,61 Ct / kWh) 1.570 € 1.410 €
Sole-Wasser-Wärmepumpe (Preis WP-Strom: 21,00 Ct / kWh)* 1.310 € 1.070 €
Elektroheizung (Strompreis: 22,00 Ct / kWh)** 6.150 € 5.535 €

*Wärmepumpentarif; **Großabnehmertarif

Heizkörper und Fußbodenheizung kombinieren?

Bei all ihren Vorteilen steht die Fußbodenheizung im Badezimmer jedoch vor einem kleinen Dilemma: Das Vorheizen des Badezimmers dauert wegen der niedrigen Vorlauftemperatur sehr lange. Außerdem gibt es keinen Heizkörper zum Aufhängen und Trocknen nasser Handtücher.

Um diesen Standard herzustellen, gibt es zwei Möglichkeiten. Badezimmer mit einem wassergeführten System können zusätzlich mit einem elektrischen Handtuchheizkörper ausgestattet werden. Aufgrund der kurzen Nutzungsdauer sind die Betriebskosten hierfür überschaubar und die Anschaffungskosten sind mit 40 bis 200 Euro auch nicht so hoch.

Badezimmer mit elektrisch betriebenen Fußbodenheizungen können zusätzlich mit einem normalen wandhängenden Heizkörper ausgestattet werden, sofern das restliche Haus mit einer Zentralheizung beheizt wird. Wird das gesamte Haus mit Strom beheizt, kommt auch hier der elektrisch betriebene Handtuchheizkörper zum Einsatz. Über die Mehrkosten braucht man sich in diesem Szenario ohnehin keine Gedanken mehr zu machen.

Reparatur der Fußbodenheizung

Bild: Geldscheine, Euro
Eine Reparatur kann teuer werden | © martaposemuckel / pixabay.com CC0

Das größte Problem der Fußbodenheizung ist wohl das Risiko einer Funktionsstörung des Heizkreises. Denn dieser liegt größtenteils unter dem Bodenbelag im Estrich verlegt und ist somit z. B. im Falle einer Leckage nicht so einfach zugänglich wie etwa wandhängende Heizkörper mit ihren Heizkreisen.

Im ungünstigsten Fall müssen der Bodenbelag an der betroffenen Stelle entfernt und der Estrich aufgestemmt werden, um das Problem zu beheben. Das kann sehr teuer werden und ist auch nicht an einem Tag erledigt. Der neue Estrich muss z. B. einige Tage trocknen, bevor der Fußbodenbelag neu verlegt werden kann. Zudem entsteht eine Menge Dreck und Staub, der sich im betroffenen Raum verteilt.

Glücklicherweise sind Schäden, die eine solche Reparatur nötig machen, bei einer modernen Anlage aber eher die Ausnahme, solange diese regelmäßig gewartet wird (erstmals nach 10 Jahren, danach alle 2 Jahre). Gewöhnlich sind Störungen vom Fachmann auch ohne das Aufstemmen des Estrichs zu beseitigen. Und auch mit Verschleiß ist bei neueren Anlagen eher nicht zu rechnen, da diese für eine Lebensdauer von 50 Jahren ausgelegt sind.

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