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Inhaltsverzeichnis

Allgemeines zur Gastherme

Gasthermen kommen meist in kleinen Einfamilienhäusern und in Mehrfamilienhäusern zum Einsatz und dienen der Heiz- und ggf. der Warmwasserbereitung nach dem Durchlaufprinzip. Im Gegensatz zur herkömmlichen Zentralheizung befindet sich bei Mehrfamilienhäusern eine separate Gastherme in jeder einzelnen Wohnung. Auf diese Weise entstehen individuelle Heizkostenabrechnungen, die nicht auf alle Mieter umgelegt werden müssen.

Um Energieverluste zu vermeiden, ist es heutzutage üblich, die Gasflamme in der Gastherme durch eine Piezozündung zu entfachen. Dies erfolgt durch Abgabe einer elektrischen Ladung. Damit bei der Gasverbrennung in der Gastherme keine notwendige Luft aus der Umgebung verwendet wird, bevorzugt man heute eine raumluftunabhängige Betriebsweise. Diese gewährleistet eine kontrollierte Luftzufuhr von außen. Die Lebensdauer einer Gastherme beträgt in der Regel 15 bis 25 Jahre.

Bild: Energieheld Tipp

Gasthermen werden überwiegend in Mehrfamilienhäusern eingesetzt, da so für jede Wohneinheit eine separate Heizkostenabrechnung erstellt werden kann. Dabei handelt es sich jedoch meist um Gasthermen mit Niedertemperaturtechnik, da ein Wechsel zur sparsameren und umweltfreundlicheren Brennwerttechnik wegen deren spezieller Abgasregelung und der gemeinsamen Schornsteinnutzung nur möglich ist, wenn er in allen Wohneinheiten gleichzeitig vollzogen wird.

Kosten für eine Gastherme

Grundsätzlich muss man bei Gasthermen zwischen den verschiedenen Bauarten unterscheiden, denn davon hängt letztlich der Preis ab. Am preiswertesten sind Gasthermen ohne Brennwerttechnik, die ausschließlich der Erzeugung von Heizungswärme dienen. Sie sind schon ab 1.500 Euro zu haben. Kombithermen, die im Durchlauf auch Warmwasser erzeugen, kosten dagegen schon mindestens 2.000 Euro. Einfache Gasthermen mit Brennwerttechnik sind ab ca. 2.500 Euro zu haben und als Kombitherme ab ca. 3.500 bis 4.000 Euro.

Nach oben ist die Preisskala natürlich offen. Die durchschnittlichen Preise einer Gastherme liegen je nach Bauart jedoch zwischen 1.500 und 4.000 Euro bei einer Leistung von 14 bis 24 Kilowatt (kW). Der Preis eines zusätzlichen Speichers, der 200 bis 300 Liter fasst, beträgt 1.000 bis 1.500 Euro. Aber auch die Montagekosten sollten bei der Anschaffung nicht vergessen werden. Sie liegen bei ca. 2.000 bis 2.500 Euro.

Für den Fall, dass Sie einen Gasanschluss legen lassen müssen, ist noch einmal mit Kosten von 1.500 bis 2.500 Euro zu rechnen. Darüber hinaus fallen Kosten in Höhe von ca. 850 Euro für den hydraulischen Abgleich an. Komplettpakete mit Niedertemperaturtechnik sind inklusive Montage schon ab 4.000 Euro zu haben. Für ein Komplettpaket mit Brennwerttechnik müssen Sie inklusive Montage mit mindestens 7.000 Euro rechnen. In der Tabelle unten finden Sie noch einmal eine genaue Aufstellung der einzelnen Posten.

Bauteil Kosten
Gastherme 1.500 - 4.000 €
Warmwasserspeicher (optional) 1.000 - 1.500 €
Gasanschluss (falls noch nicht vorhanden) 1.500 - 2.500 €
Brennwerttechnik + Schornsteinsanierung) 1.500 - 2.500 €
Hydraulischer Abgleich 850 €
Montagematerial / Verrohrung 150 €
Installation 2.000 - 2.500 €
   
Gesamtkosten: 6.000 - 10.000 €

Laufende Kosten

Neben den Anschaffungskosten gibt es laufende Kosten, die durch die Nutzung und die Wartung der Gastherme entstehen. Der jährliche Wärmebedarf einer vierköpfigen Familie in einem Einfamilienhaus mit 140 m² Wohnfläche liegt bei circa 28.000 kWh. Das entspricht Brennstoffkosten von etwa 1.600 Euro pro Jahr (Stand Januar 2019). Neben Gas benötigt die Gasheizung auch Strom, zum Beispiel für die Umwälzpumpe oder den Zündfunken. Diese Mengen sind aber sehr gering, sodass für Strom hier nur circa 50 Euro im Jahr anfallen.

Außerdem sollten Sie die Gastherme regelmäßig warten lassen, am besten vor dem Besuch des Schornsteinfegers. Die Wartung und die Kosten der Prüfung der Gasheizungsanlagen durch den Schornsteinfeger liegen zusammen durchschnittlich bei 200 Euro pro Jahr. Unser Tipp an Sie: Vergleichen Sie verschiedene Gasanbieter! Durch den ständigen Wettbewerb der Unternehmen können Sie bares Geld sparen.

Ausgabe Kosten Einfamilienhaus (140 m²)
Jährlicher Gasverbrauch ca. 1.600 € (28.000 kWh)
Stromkosten ca. 50 €
Wartung (inklusive Schornsteinfeger) ca. 200 €
Laufende Kosten (gesamt) ca. 1.850 €

Für eine 50 Quadratmeter große Altbau-Wohnung mit 2-Personen-Haushalt und einem jährlichen Wärmebedarf von 5.500 Kilowattstunden ist dagegen mit Heizkosten von rund 320 Euro pro Jahr zu rechnen. Die Kosten für die Wartung inklusive Schornsteinfeger liegen bei ca. 150 Euro jährlich.

Ausgabe Kosten Eigentumswohnung / Mietwohnung (50 m²)
Jährlicher Gasverbrauch (inkl. Stromkosten) ca. 320 € (5.500 kWh)
Wartung (inkl. Schornsteinfeger) ca. 200 €
Laufende Kosten (gesamt) ca. 520 €

Förderung für eine Gastherme

Stand Januar 2020: Die Förderung für Heizungen ist zum Jahresbeginn 2020 durch die Bundesregierung novelliert worden. Dadurch hat sich die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die zum Teil für die Heizungsförderung zuständig war nahezu komplett aus dieser zurückgezogen. Das gilt auch für Gasheizungen: Die Anschaffung einer Gasheizung wird als Einzelmaßnahme nicht mehr gefördert. Lediglich im Rahmen von Komplettsanierungen nach KfW-Effizienzhaus-Standard erhält man für die Anschaffung einer Gasheizung noch anteilig Förderung.

KfW-Förderung für eine Gastherme

Bild: Innenansicht einer Gastherme
Gastherme Schnittbild | © Buderus

Grundsätzlich muss man sich entscheiden, ob man einen einmaligen Zuschuss oder einen Kredit mit zusätzlichem Zuschuss von der KfW haben möchte. Zur Verfügung stehen die Programme KfW 430 (Zuschuss) oder KfW 151 (Kredit).

Bei der Förderung einer Komplettsanierung mit dem Programm KfW 430 erhalten Sie einen Zuschuss von 40 Prozent der bei 120.000 Euro gedeckelten Investitionskosten. Das sind maximal also 48.000 Euro.

Entscheidet man sich für die Kredit Variante KfW 151, erhält man einen Kredit von höchstens 120.000 Euro. Zudem erhält man noch einen einmligen Tilgungszuschuss der einem bei der Tilgung des Kredites hilft. Dieser beträgt bis zu 40 Prozent der Kreditsumme, maximal aber 48.000 Euro. Wichtig: Der Antrag auf Förderung muss zusammen mit einem Energieberater VOR Beginn der Baurbeiten vor Ort gestellt werden.

Des Weiteren fördert das KfW-Programm 430 auch Einzelmaßnahmen. Dazu gehören Wärmedämmung von Wänden, die Dachdämmung, die Keller- und Geschossdeckendämmung, die Erneuerung der Fenster, der Tausch der Außentüren sowie die Installation einer Lüftungsanlage. Außerdem kann man den Austausch einer alten Umwälzpumpe gegen eine Hocheffizenzpumpe sowie eine hydraulischer Abgleich bestehender Heizungen fördern lassen.

Heizung Programm Förderung
Gastherme KfW Zuschuss 430 (Effizienzhaus-Sanierung) Bis zu 40 % Ihrer förderfähigen Kosten, maximal jedoch 48.000 € pro Wohneinheit
Gastherme KfW Sanierungskredit 151 (Effizienzhaus-Sanierung) Kredit über höchstens 120.000 €, mit Tilgungszuschuss von 40 % der Kreditsummme, maximal also 48.000 € pro Wohneinheit

BAFA-Förderung für eine Gastherme

Im wesentlichen ist die Heizungsförderung zu Beginn des Jahres 2020 in die Hände des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) übergegeangen. Das BAFA fördert allerdings nur Heizungen, die ausschließlich oder zumindest teilweise auf Basis erneuerbarer Energien arbeiten. Das gilt auch für Gas-Brennwertheizungen, bzw. Gasthermen mit Brennwerttechnik.

Für die Vorbereitung zum späteren Ausbau als Hybridheizung mit Komponente auf Basis erneuerbarer Energien (renewable Ready) erhält man 20 Prozent der förderfähigen Kosten. Der Ausbau muss binnen zwei Jahren folgen. Lässt man sich gleich eine Hybridheizung installieren, erhält man 30 Prozent der förderfähigen Kosten als Förderung.

 

Vorteile und Nachteile einer Gastherme

Damit Sie sich einen besseren Überblick verschaffen können, haben wie hier für Sie die Vorteile und Nachteile der Gastherme einmal aufgeführt.

Vorteile Gastherme Nachteile Gastherme
Arbeitet lediglich bei Wärmebedarf (geringer Energieverlust) Nur geringe Wärmeleistung möglich
Benötigt wenig Platz Benötigt Platz in Küche oder Bad
Relativ günstig im Verbrauch Gaspreise steigen
Emissionsarm Austausch gegen umweltfreundlichere Brennwerttechnik in Mehrfamilienhäusern wegen Schornsteinsanierung oft problematisch
In Mehrfamilienhäusern ist leichter nachzuvollziehen, wer wie viel verbraucht (jeder bezahlt das, was er verbraucht)
 

Durchlauferhitzer oder Warmwasserspeicher?

Bild: Durchlauferhitzer und Warmwasserspeicher
Warmwasserspeicher, Durchlauferhitzer | © 2015 Vaillant GmbH, Remscheid

Nun ist es wichtig, herauszufinden, welches System der Warmwasserbereitung besser zu Ihnen passt - Durchlauferhitzer oder Warmwasserspeicher? Hierbei kommt es auf die Art Ihres Warmwasserverbrauchs an.

Es sollte betont werden, dass es sich hierbei tatsächlich nur um die Bereitstellung von warmem Trinkwasser (Warmwasser) zum Duschen, Waschen und Trinken handelt. Die Heizungswärme wird in einer Gastherme ohnehin im Durchlaufprinzip erzeugt.

Der Durchlauferhitzer (Gas oder Strom) eignet sich für die Warmwasserbereitung in niedrigen Mengen, beispielsweise wie in Wohnungen. Vorteile eines Durchlauferhitzers sind der geringe Platzbedarf, die niedrigen Investitionskosten, dass es sich um eine relativ einfache Installation handelt und dass es keine langen Aufheizzeiten gibt.

Wenn Sie allerdings in einem Mehrfamilienhaus leben und ein hoher Warmwasserbedarf besteht, eignet sich eher ein Warmwasserspeicher. Durch den Warmwasserspeicher können auch mehrere Zapfstellen mit höherer Abnahmemenge gleichzeitig versorgt werden. Eine Alternative dazu stellt die Kombitherme dar. Sie bereitet sowohl Heizungswärme als auch Warmwasser zum Duschen oder Waschen.

Brennwert-Gastherme

Mittlerweile wird der Großteil der Gasthermen mit Brennwerttechnik ausgestattet, da dies sehr umweltfreundlich ist. Die Gasbrennwerttechnik nutzt die Kondensationswärme der Abgase, die beim Verbrennen von Gas entstehen. Im Wärmetauscher des Brennwertkessels kondensiert der Wasseranteil der Abgase und die freigesetzte Wärme kann das Kesselwasser zusätzlich erwärmen - so wird Abwärme zu Nutzwärme. Dies verringert den Energiebedarf der Gastherme beachtlich. So können bis zu 15 Prozent der Energiekosten eingespart werden und zusätzlich verringert sich der Schadstoffausstoß.

In Mehrfamilienhäusern ist die Umstellung einzelner Konstanttemperaturkessel bzw. Niedertemperaturkessel auf Brennwerttechnik jedoch häufig problematisch, da die Gasthermen in den Wohnungen alle an ein oder zwei Schornsteine angeschlossen sind. Da für die Umstellung auf Brennwerttechnik jedoch der Schornstein umgebaut werden muss, können die Heizungen, die am selben Schornstein angeschlossen sind, nur alle gleichzeitig im Rahmen einer großen Sanierungsmaßnahme auf Brennwerttechnik umgestellt werden. Oder gar keine.

Weil der Austausch sämtlicher Gasthermen eines Hauses sehr zeitaufwendig und kostenintensiv ist, neigen die meisten Vermieter entweder dazu, einzelne defekte Gasthermen nach und nach durch solche mit Niedertemperaturtechnik zu ersetzen oder alle Gasthermen des Hauses im Rahmen einer Maßnahme durch eine zentrale Öl- oder Gasbrennwertheizung auszutauschen. Das ist billiger und lässt sich schneller umsetzen. Für den Mieter kann das bedeuten, dass die Warmwasserbereitung zukünftig von einem elektrisch betriebenen Durchlauferhitzer übernommen wird, was die laufenden Kosten für Warmwasser gegenüber der Warmwasserbereitung mit einer Kombitherme fast vervierfacht.

Gasthermen im Test

Nicht alle Gasthermen sind identisch. Bei einigen Herstellern mangelt es an der Verarbeitung, während andere Geräte hohe Heizkosten verursachen. Einen unabhängigen Vergleich verschiedener Gasthermen finden Sie hier.

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