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Die Gastherme - Vorteile, Nachteile, Kosten, Förderung

Bild: Wandhängende Gastherme
Gasthermen gibt es wandhängend oder bodenstehend | © Buderus

Die Begriffe Gastherme und Etagenheizung sind praktisch Synonyme. In der Theorie existieren zwar auch einzelne Varianten, die mit Öl betrieben werden, aber in der Regel meint man eher eine Gastherme, wenn von einer Etagenheizung die Rede ist.

Bei uns erfahren Sie alles zu einzelnen Aspekten wie Kosten, Förderung sowie Vorteilen und Nachteilen dieser Heizung. Wir klären auch die Frage, wann für Sie ein Warmwasserspeicher in Frage kommt. Erfahren Sie hier mehr über die Gastherme!

Inhalt


    Allgemeines zur Gastherme

    Gasthermen kommen meist in kleinen Einfamilienhäusern und in Mehrfamilienhäusern zum Einsatz und dienen der Heiz- und ggf. der Warmwasserbereitung nach dem Durchlaufprinzip. Im Gegensatz zur herkömmlichen Zentralheizung befindet sich bei Mehrfamilienhäusern eine separate Gastherme in jeder einzelnen Wohnung. Auf diese Weise entstehen individuelle Heizkostenabrechnungen, die nicht auf alle Mieter umgelegt werden müssen.

    Um Energieverluste zu vermeiden, ist es heutzutage üblich, die Gasflamme in der Gastherme durch eine Piezozündung zu entfachen. Dies erfolgt durch Abgabe einer elektrischen Ladung. Damit bei der Gasverbrennung in der Gastherme keine notwendige Luft aus der Umgebung verwendet wird, bevorzugt man heute eine raumluftunabhängige Betriebsweise. Diese gewährleistet eine kontrollierte Luftzufuhr von außen. Die Lebensdauer einer Gastherme beträgt in der Regel 15 bis 25 Jahre.

    Energieheld-Hinweis

    Gasthermen werden überwiegend in Mehrfamilienhäusern eingesetzt, da so für jede Wohneinheit eine separate Heizkostenabrechnung erstellt werden kann. Dabei handelt es sich jedoch meist um Gasthermen mit Niedertemperaturtechnik, da ein Wechsel zur sparsameren und umweltfreundlicheren Brennwerttechnik wegen deren spezieller Abgasregelung und der gemeinsamen Schornsteinnutzung nur möglich ist, wenn er in allen Wohneinheiten gleichzeitig vollzogen wird.


    Neue Gastherme vom Fachmann

    Kosten für eine Gastherme

    Bild: Förderung senkt Kosten der Gastherme
    Weniger Kosten durch Förderung | © fizkes / shutterstock.com

    Grundsätzlich muss man bei Gasthermen zwischen den verschiedenen Bauarten unterscheiden, denn davon hängt letztlich der Preis ab. Am preiswertesten sind Gasthermen ohne Brennwerttechnik, die ausschließlich der Erzeugung von Heizungswärme dienen. Sie sind schon ab 1.500 Euro zu haben.

    Kombithermen, die im Durchlauf auch Warmwasser erzeugen, kosten dagegen schon mindestens 2.000 Euro. Einfache Gasthermen mit Brennwerttechnik sind ab ca. 2.500 Euro zu haben und als Kombitherme ab ca. 3.500 bis 4.000 Euro.

    Nach oben ist die Preisskala natürlich offen. Die durchschnittlichen Preise einer Gastherme liegen je nach Bauart jedoch zwischen 1.500 und 4.000 Euro bei einer Leistung von 14 bis 24 Kilowatt (kW). Der Preis eines zusätzlichen Speichers, der 200 bis 300 Liter fasst, beträgt 1.000 bis 1.500 Euro. Aber auch die Montagekosten sollten bei der Anschaffung nicht vergessen werden. Sie liegen bei ca. 2.000 bis 2.500 Euro.

    Für den Fall, dass Sie einen Gasanschluss legen lassen müssen, ist noch einmal mit Kosten von 1.500 bis 2.500 Euro zu rechnen. Darüber hinaus fallen Kosten in Höhe von ca. 850 Euro für den hydraulischen Abgleich an. Komplettpakete mit Niedertemperaturtechnik sind inklusive Montage schon ab 4.000 Euro zu haben. Für ein Komplettpaket mit Brennwerttechnik müssen Sie inklusive Montage mit mindestens 7.000 Euro rechnen. In der Tabelle unten finden Sie noch einmal eine genaue Aufstellung der einzelnen Posten.

    Bauteil Kosten
    Gastherme 1.500 - 4.000 €
    Warmwasserspeicher (optional) 1.000 - 1.500 €
    Gasanschluss (falls noch nicht vorhanden) 1.500 - 2.500 €
    Brennwerttechnik + Schornsteinsanierung) 1.500 - 2.500 €
    Hydraulischer Abgleich 850 €
    Montagematerial / Verrohrung 150 €
    Installation 2.000 - 2.500 €
       
    Gesamtkosten: 6.000 - 10.000 €

    Laufende Kosten

    Neben den Anschaffungskosten gibt es laufende Kosten, die durch die Nutzung und die Wartung der Gastherme entstehen. Der jährliche Wärmebedarf einer vierköpfigen Familie in einem Einfamilienhaus mit 140 m² Wohnfläche liegt bei circa 28.000 kWh. Das entspricht Brennstoffkosten von etwa 1.600 Euro pro Jahr (Stand Januar 2019). Neben Gas benötigt die Gasheizung auch Strom, zum Beispiel für die Umwälzpumpe oder den Zündfunken. Diese Mengen sind aber sehr gering, sodass für Strom hier nur circa 50 Euro im Jahr anfallen.

    Außerdem sollten Sie die Gastherme regelmäßig warten lassen, am besten vor dem Besuch des Schornsteinfegers. Die Wartung und die Kosten der Prüfung der Gasheizungsanlagen durch den Schornsteinfeger liegen zusammen durchschnittlich bei 200 Euro pro Jahr. Unser Tipp an Sie: Vergleichen Sie verschiedene Gasanbieter! Durch den ständigen Wettbewerb der Unternehmen können Sie bares Geld sparen.

    Ausgabe Kosten Einfamilienhaus (140 m²)
    Jährlicher Gasverbrauch ca. 1.600 € (28.000 kWh)
    Stromkosten ca. 50 €
    Wartung (inklusive Schornsteinfeger) ca. 200 €
    Laufende Kosten (gesamt) ca. 1.850 €

    Für eine 50 Quadratmeter große Altbau-Wohnung mit 2-Personen-Haushalt und einem jährlichen Wärmebedarf von 5.500 Kilowattstunden ist dagegen mit Heizkosten von rund 320 Euro pro Jahr zu rechnen. Die Kosten für die Wartung inklusive Schornsteinfeger liegen bei ca. 150 Euro jährlich.

    Ausgabe Kosten Eigentumswohnung / Mietwohnung (50 m²)
    Jährlicher Gasverbrauch (inkl. Stromkosten) ca. 320 € (5.500 kWh)
    Wartung (inkl. Schornsteinfeger) ca. 200 €
    Laufende Kosten (gesamt) ca. 520 €
    Neue Gastherme vom Fachmann

    Förderung für eine Gastherme

    Auch 2022 werden Gasheizungen als Einzelmaßnahme nicht mehr gefördert. Gefördert werden Gasheizungen nur noch als Gas-Hybridheizungen, z. B. in Kombination mit einer Solarthermie-Anlage. Träger der Förderung für Heizungsmodernisierungen als Einzelmaßnahme ist auch im Rahmen der 2021 neu eingeführten Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA (BEG EM).

    Ansonsten fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Gasheizungen seit 01.07.2021 in der BEG EM mit dem Kredit KfW 262 mit Tilgungszuschuss. Außerdem fördert die KfW Heizungen im Zuge von Sanierungen oder Neubauten nach Effizienzhaus-Standard noch anteilig. Hier können Sie zwischen dem Kredit KfW 261 mit Tilgungszuschuss oder dem einmaligen Zuschuss KfW 461 wählen.

    KfW-Förderung für eine Gastherme

    Bild: Innenansicht einer Gastherme
    Gastherme Schnittbild | © Buderus

    Seit der Einführung der BEG 2021 muss man sich grundsätzlich entscheiden, ob man einen einmaligen Zuschuss des BAFA (BEG EM) oder den Kredit KfW 262 mit Tilgungszuschuss als Förderung für die Installation einer neuen Gastherme haben möchte. Entscheidet man sich für den Kredit, kann man für eine Gastherme mit Brennwerttechnik einen Kredit bis zu 60.000 Euro erhalten, der Tilgungszuschuss liegt bei maximal 18.000 Euro.

    Dafür muss sie allerdings entweder binnen zwei Jahren nach Installation als „Renewable Ready” ausgebaut werden (nachträglicher Einbau einer Komponente auf Basis erneuerbarer Energien) oder gleich als Gas-Hybridheizung installiert werden. Für eine Gas-Hybridheizung können Sie mit allen neu eingeführten Boni theoretisch sogar einen Zuschuss bzw. Tilgungszuschuss von max. 30.000 Euro erhalten, für eine Gasheizung „Renewable Ready” immerhin bis zu 15.000 Euro.

    Man kann die Gastherme aber auch im Rahmen einer Sanierung oder eines Neubaus nach Effizienzhaus-Standard anteilig mit fördern lassen. Für eine Sanierung bietet die BEG für Wohngebäude (BEG WG) den Zuschuss KfW 461 mit bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten von 150.000 Euro - also maximal 75.000 Euro. Fehlt es Ihnen an Kapital für die Anschaffung können Sie wahlweise aber auch mit dem Kredit KfW 261 bis zu 150.000 Euro inklusive Tilgungszuschuss bis zu 75.000 Euro erhalten.

    Heizung Programm Förderung
    Gastherme
    (als Gas-Hybridheizung)
    Kredit KfW 262
    (BEG EM)
    Tilgungszuschuss von mindestens 20 - 30% der Kreditsumme von höchstens 60.000 €, max. 12.000 - 18.000 €*
    Kredit KfW 261
    (BEG WG)
    Tilgungszuschuss bis zu 50 % der Kreditsumme von höchstens 150.000 €, max. 75.000 €*
    Zuschuss KfW 461 (BEG WG) Zuschuss bis zu 50 % der förderfähigen Kosten von höchstens 150.000 €, max. 75.000 €*

    * pro Wohneinheit

    BAFA-Förderung für eine Gastherme

    Im wesentlichen ist die Heizungsförderung zu Beginn des Jahres 2020 in die Hände des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) übergegangen. Seit 2021 gilt nun die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Im Rahmen desssen vergibt das BAFA seit 01.01.2021  Förderung für die Sanierung von Bestandsbauten mit Einzelmaßnahmen (BEG EM). Das BAFA fördert allerdings nur Heizungen, die ausschließlich oder zumindest teilweise auf Basis erneuerbarer Energien arbeiten.

    Das gilt auch für Gas-Brennwertheizungen, bzw. Gasthermen mit Brennwerttechnik. Für die Vorbereitung zum späteren Ausbau als Hybridheizung mit Komponente auf Basis erneuerbarer Energien (Renewable Ready) erhält man 20 Prozent der förderfähigen Kosten. Der Ausbau muss binnen zwei Jahren folgen. Lässt man sich gleich eine Gas-Hybridheizung mit Komponente auf Basis erneuerbarer Energien installieren, erhält man mindestens 30 Prozent der förderfähigen Kosten als Förderung.

    Neue Gastherme mit Förderung

    Vorteile und Nachteile einer Gastherme

    Damit Sie sich einen besseren Überblick verschaffen können, haben wie hier für Sie die Vorteile und Nachteile der Gastherme einmal aufgeführt.

    Vorteile Gastherme Nachteile Gastherme
    Arbeitet lediglich bei Wärmebedarf (geringer Energieverlust) Nur geringe Wärmeleistung möglich
    Benötigt wenig Platz Benötigt Platz in Küche oder Bad
    Relativ günstig im Verbrauch Gaspreise steigen
    Emissionsarm Austausch gegen umweltfreundlichere Brennwerttechnik in Mehrfamilienhäusern wegen Schornsteinsanierung oft problematisch
    In Mehrfamilienhäusern ist leichter nachzuvollziehen, wer wie viel verbraucht (jeder bezahlt das, was er verbraucht)
     

    Durchlauferhitzer oder Warmwasserspeicher?

    Bild: Durchlauferhitzer und Warmwasserspeicher
    Warmwasserspeicher, Durchlauferhitzer | © 2015 Vaillant GmbH, Remscheid

    Nun ist es wichtig, herauszufinden, welches System der Warmwasserbereitung besser zu Ihnen passt - Durchlauferhitzer oder Warmwasserspeicher? Hierbei kommt es auf die Art Ihres Warmwasserverbrauchs an.

    Es sollte betont werden, dass es sich hierbei tatsächlich nur um die Bereitstellung von warmem Trinkwasser (Warmwasser) zum Duschen, Waschen und Trinken handelt. Die Heizungswärme wird in einer Gastherme ohnehin im Durchlaufprinzip erzeugt.

    Der Durchlauferhitzer (Gas oder Strom) eignet sich für die Warmwasserbereitung in niedrigen Mengen, beispielsweise wie in Wohnungen. Vorteile eines Durchlauferhitzers sind der geringe Platzbedarf, die niedrigen Investitionskosten, dass es sich um eine relativ einfache Installation handelt und dass es keine langen Aufheizzeiten gibt.

    Wenn Sie allerdings in einem Mehrfamilienhaus leben und ein hoher Warmwasserbedarf besteht, eignet sich eher ein Warmwasserspeicher. Durch den Warmwasserspeicher können auch mehrere Zapfstellen mit höherer Abnahmemenge gleichzeitig versorgt werden. Eine Alternative dazu stellt die Kombitherme dar. Sie bereitet sowohl Heizungswärme als auch Warmwasser zum Duschen oder Waschen.

    In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig zu wissen, dass die Kosten einer Kombitherme vom BAFA gefördert werden, wenn diese nach BEG EM förderfähig ist. Warmwasserspeicher sind ebenfalls unter Bedingungen förderfähig. Sollten Sie hierzu Fragen haben, nutzen Sie unser Kontakformular. Unsere Berater helfen Ihnen gerne und beantworten Ihre Fagen.


    Brennwert-Gastherme

    Mittlerweile wird der Großteil der Gasthermen mit Brennwerttechnik ausgestattet, da dies sehr umweltfreundlich ist. Die Gasbrennwerttechnik nutzt die Kondensationswärme der Abgase, die beim Verbrennen von Gas entstehen. Im Wärmetauscher des Brennwertkessels kondensiert der Wasseranteil der Abgase und die freigesetzte Wärme kann das Kesselwasser zusätzlich erwärmen - so wird Abwärme zu Nutzwärme. Dies verringert den Energiebedarf der Gastherme beachtlich. So können bis zu 15 Prozent der Energiekosten eingespart werden und zusätzlich verringert sich der Schadstoffausstoß.

    In Mehrfamilienhäusern ist die Umstellung einzelner Konstanttemperaturkessel bzw. Niedertemperaturkessel auf Brennwerttechnik jedoch häufig problematisch, da die Gasthermen in den Wohnungen alle an ein oder zwei Schornsteine angeschlossen sind. Da für die Umstellung auf Brennwerttechnik jedoch der Schornstein umgebaut werden muss, können die Heizungen, die am selben Schornstein angeschlossen sind, nur alle gleichzeitig im Rahmen einer großen Sanierungsmaßnahme auf Brennwerttechnik umgestellt werden. Oder gar keine.

    Weil der Austausch sämtlicher Gasthermen eines Hauses sehr zeitaufwendig und kostenintensiv ist, neigen die meisten Vermieter entweder dazu, einzelne defekte Gasthermen nach und nach durch solche mit Niedertemperaturtechnik zu ersetzen oder alle Gasthermen des Hauses im Rahmen einer Maßnahme durch eine zentrale Öl- oder Gasbrennwertheizung auszutauschen. Das ist billiger und lässt sich schneller umsetzen. Für den Mieter kann das bedeuten, dass die Warmwasserbereitung zukünftig von einem elektrisch betriebenen Durchlauferhitzer übernommen wird, was die laufenden Kosten für Warmwasser gegenüber der Warmwasserbereitung mit einer Kombitherme fast vervierfacht.

    Neue Gastherme vom Fachmann

    Gasthermen im Test

    Nicht alle Gasthermen sind identisch. Bei einigen Herstellern mangelt es an der Verarbeitung, während andere Geräte hohe Heizkosten verursachen. Einen unabhängigen Vergleich verschiedener Gasthermen finden Sie hier.