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Dämmung mit Styropor

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Inhaltsverzeichnis

Herstellung und Geschichte

Der Dämmstoff EPS ist umgangssprachlich unter dem Markennamen Styropor bekannt. EPS ist polymerisiertes Polystyrol, ein perlenförmiges Granulat, das mit Treibmitteln wie Pentan gemischt wird. Im ersten Schritt der Produktion von EPS wird mit Wasserdampf in einem sogenannten Vorschäumer das Granulat auf 90 Grad Celsius erhitzt. Dabei blähen sich die Kügelchen auf und erreichen etwa das Zwanzig- bis Fünfzigfache ihres ursprünglichen Volumens. Als Nächstes wird das erhitzte Granulat zwischengelagert und im Anschluss zu EPS-Platten verarbeitet.

Die technische Herstellung von Polystyrol begann angeblich 1931 im I.G.-Farbenwerk in Ludwigshafen. Als Schaumkunststoff, sprich Styropor, wurde das Material im Jahr 1949 bei der BASF entwickelt und ein Jahr später zum Patent angemeldet. Auf der Kunststoffmesse 1952 wurde Styropor dann erstmals vorgestellt. Heute zählt EPS mit zu den gängigsten Dämmstoffen auf dem deutschen Markt. Da das EPS-Granulat auf dem begrenzten Rohstoff Erdöl basiert, sind allerdings immer mehr Bauherren an organichen Alternativen interessiert.

Bild: Energieheld Tipp

Styropor wird in loser Form für die Einblasdämmung beziehungsweise für die Kerndämmung sowie als Platten hergestellt. Generell verfügt Styropor über hervorragende Dämmeigenschaften. Es weist eine relativ geringe Wärmeleitfähigkeit auf. Dadurch ist der Wärmedurchgangskoeffizient von Styropor ebenfalls gering. Nicht zu vernachlässigen sind die geringen Kosten von EPS-Dämmungen.

Besonderheiten und Einsatzbereiche für EPS

Bild: Styropor als Kugeln
Styropor hat gute Dämmeigenschaften | © counselling / pixabay.com CC0

Generell verfügt Styropor über hervorragende Dämmeigenschaften. Es weist eine relativ geringe Wärmeleitfähigkeit von 0,032 bis 0,040 Watt pro Meter und Kelvin auf. Dadurch ist der Wärmedurchgangskoeffizient von Styropor ebenfalls gering. Das heißt dass nur wenig Wärme durch die Dämmung hindurch verloren geht.

Darüber hinaus ist EPS in vielen Bereichen einsetzbar und damit der perfekte Dämmstoff für Sie, wenn Sie umfangreiche Maßnahmen zur Wärmedämmung planen. So wird EPS in loser Form für die Einblasdämmung beziehungsweise für die Kerndämmung hergestellt. Anwendung findet EPS auch bei der Dachdämmung und bei der Fassadendämmung. Auch wenn Sie die Dämmung der obersten Geschossdecke planen, erweist Ihnen Styropor gute Dienste.

Styropor beziehungsweise EPS ist vergleichsweise druckbelastbar. Deshalb können Sie den Dämmstoff einsetzen, wenn Sie beispielsweise eine Trittschalldämmung in Ihrem Haus planen. Weiterhin kann Styropor aufgrund seiner Belastbarkeit sowie seiner Resistenz gegenüber Feuchtigkeit auch zur Perimeterdämmung eingesetzt werden.

Dämmstoff Besonderheit Einsatzbereich
Styropor / EPS Gute Dämmeigenschaften Wände, Decken und Dach
In verschiedenen Formen erhältlich Wände und Decken
Druckbelastbar Böden
Resistent gegenüber Feuchtigkeit Dach, Wände und Fassade

Sinnvolle Alternativen für EPS als Dämmstoff

Bevor Sie sich für oder gegen einen Dämmstoff entscheiden, sollten Sie Ihr Projekt planen. Nur wenn Sie wissen, für welche Bereiche und Maßnahmen die Dämmung geeignet sein sollte, können Sie den für Ihr Anliegen passenden Dämmstoff finden.

Wenn Sie auf eine EPS-Dämmung verzichten möchten, können Sie auf den synthetischen Dämmstoff XPS, extrudiertes Polystyrol, zurückgreifen, denn XPS weist sehr ähnliche Eigenschaften wie Styropor auf. So verfügt XPS mit einer Wärmeleitfähigkeit von durchschnittlich 0,038 Watt pro Meter und Kelvin ebenfalls über sehr gute Dämmeigenschaften. Zusätzlich ist der Stoff durckbelastbar, weshalb er sich gut für den Einsatz als Trittschalldämmung eignet. Im Bereich der Perimeterdämmung wird der Einsatz von XPS sogar bevorzugt. Im direkten Vergleich ist XPS häufig etwas teurer als EPS.

Eine Alternative aus der Kategorie nicht-synthetischer Dämmstoffe zu finden, ist nicht ganz einfach, denn nur wenige Dämmungen bringen dieselben Dämmeigenschaften und dieselbe Bandbreite an Einsatzbereichen mit wie Styropor. Wenn Sie dennoch auf eine natürliche Alternative bestehen, können Sie auf Dämmungen aus Steinwolle setzen. Im Schnitt hat Steinwolle eine Wärmeleitfähigkeit von 0,035 Watt pro Meter und Kelvin. Darüber hinaus gilt sie als nicht brennbar und ist in nahezu allen Bereichen des Hauses einsetzbar. Allerdings hält Steinwolle als Dämmung thermische Energie nicht vor dem Eindringen ins Haus ab. Weiterhin ist diese Variante preislich höher anzusiedeln.

Vorteile und Nachteile von EPS

Bild: Styropor als Platte
Styropor ist langlebig | © Humusak / pixabay.com CC0

Styropor beziehungsweise EPS bringt einige Vorteile mit sich. Zum einen verwittert das Material nur langsam und ist damit langlebig. So müssen Sie nicht fürchten, die Dämmung nach einigen Jahren direkt austauschen zu müssen.

Ebenfalls vorteilhaft ist die hohe Beständigkeit von EPS gegenüber Feuchtigkeit. Dadurch ist die Dämmung auch in den Bereichen des Hauses einsetzbar, die Umwelteinflüssen stärker ausgesetzt sind. Darüber hinaus verfügt Styropor über ein geringes Eigengewicht, was sowohl den Transport als auch die Anbringung des Stoffs erleichtert. Nicht zu vergessen sind natürlich die sehr guten Dämmeigenschaften mit einer Wärmeleitfähigkeit von durchschnittlich 0,035 Watt pro Meter und Kelvin. Für eine Fassadendämmung die die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) für einen U-Wert von 0,24 W/(m²K) erfüllt ist bei einer Dämmung mit EPS eine Dämmdicke von gerade einmal 14 Zentimetern notwendig.

Unglücklicherweise gilt Styropor als normal entflammbar. Zwar wird der Stoff mit Mitteln für einen höheren Flammschutz bearbeitet, allerdings können sich dadurch im Brandfall starker Qualm und toxische Gase bilden. Ein weiterer Nachteil von EPS ist die begrenzte Verfügbarkeit des Rohstoffes Erdöl, welches bei der Produktion von Styropor in großen Mengen genutzt wird. Weiterhin ist das Material empfindlich gegenüber UV-Einstrahlung. Obwohl EPS während des Einsatzes im Haus als gesundheitlich unbedenklich gilt, kann es bei der Verarbeitung der Dämmung zur Bildung von Feinstaub kommen.

Dämmstoff Vorteile Nachteile
Styropor / EPS Langsame Verwitterung Normal entflammbar
Beständig gegenüber Feuchtigkeit Im Brandfall Qualm und toxische Gase möglich
Geringes Eigengewicht Begrenzte Ressourcen
Gute Dämmeigenschaften Feinstaub bei Verarbeitung
Geringe Dämmdicke notwendig -

Übliche Preise für EPS (Material / Einbau)

Die Preise von EPS beziehungsweise Styropor sind sehr niedrig. Auch im Vergleich zu anderen Dämmstoffen liegt die synthetische Dämmung im unteren Preisbereich. Die Materialkosten für Styropor als Dämmstoff belaufen sich auf etwa 5 bis 20 Euro pro Quadratmeter, abhängig von der gewünschten Dicke der Dämmung.

Hinzu kommen noch die Kosten für den Einbau. Wenn Sie handwerklich geschickt sind, können Sie zum Beispiel das Dach (Zwischensparren), die oberste Geschossdecke (Dachboden) und auch die Kellerdecke selbst dämmen. Wir raten jedoch dazu, einen professionellen Fachbetrieb zu beauftragen.

Beispiel: Dämmung der Fassade (130 m²) mit Styropor / EPS

Die folgende Tabelle stellt für Sie beispielhaft dar, welche Kosten bei einer Fassadendämmung mit einer Fläche von 130 Quadratmetern mit Styropor als Kerndämmung entstehen. Dabei gehen wir von einer Dämmdicke von 14 Zenitmetern aus, um den von der Energieeinsparverordnung vorgegebenen U-Wert von 0,24 W/(m²K) zu erreichen.

Dämmstoff Dämmung Materialkosten Einbaukosten Kosten für 130 m²
Styropor / EPS Kerndämmung 10 € pro m² 10 € pro m² 2.600 €

Die wichtigsten Eigenschaften von EPS als Dämmstoff

Bild: Handwerker vor Haus
Styropor kann gut angepasst werden | © jarmoluk / pixabay.com CC0

Bei EPS handelt es sich um einen Stoff mit geringem Eigengewicht. Damit belastet EPS in der Anwendung nicht die Statik des Hauses und kann auch im Leichtbau eingesetzt werden. Diese Eigenschaft ist auf die aufgeschäumte Struktur zurückzuführen, die im Zuge der Produktion entsteht.

Die Verarbeitung sowie das Anpassen von EPS-Platten können problemlos mit gängigen Handwerksgeräten stattfinden, sodass der Einsatz an individuellen Bauteilen möglich ist. Beim Zuschneiden von Styropor sollte ein Mundschutz getragen werden, da Feinstaub entstehen kann, der wiederum Reizungen der Atemwege und Schleimhäute verursachen kann. Styropor ist aufgrund seiner synthetischen Beschaffenheit in der Regel für das meiste Ungeziefer uninteressant. Aufgrund seiner Beständigkeit gegenüber Feuchtigkeit sowie seiner Beschaffenheit verwittert Styropor nur langsam.

Dämmstoff Eigenschaft Wirkung in der Praxis
Styropor / EPS Geringes Eigengewicht Keine zusätzliche Belastung von Bauteilen
Spezifische Struktur des Materials Leicht zu verarbeiten
Chemische Zusammensetzung Uninteressant für Ungeziefer
Beständig gegenüber Feuchtigkeit Langlebig

Umweltfreundlichkeit

Als Dämmstoff ist Styropor beziehungsweise EPS als nicht umweltfreundlich zu bewerten. Zum einen basiert es auf dem begrenzten Rohstoff Erdöl. Zum anderen wird im Zuge der Herstellung eine große Menge Energie benötigt. Hinzu kommt, dass EPS-Dämmungen die noch mit dem Flammschutzmittel HBCD behandelt wurden nur schwer entsorgt werden können. Im Falle eines Brandes entstehen zum Teil Gase und Qualm, die für Mensch und Tier gesundheitsschädigend sein können.

Kältzeschutz und Hitzeschutz

EPS-Dämmungen halten die Hitze des Sommers und die Kälte frostiger Tage nur geringfügig vom Eindringen ins Innere des Hauses ab. Mit einer Wärmespeicherkapazität von 1.400 bis 1.500 Joule pro Kilogramm und Kelvin ist Styropor in Sachen Hitze- und Kälteschutz vergleichsweise im Mittelfeld einzusortieren.

Brennbarkeit und Feuchtigkeitsregulierung (Schimmelgefahr)

Eingeordnet in die Brandschutzklasse B2 gilt EPS als normal entflammbar. Bei einem Brand können giftige Gase entstehen. Auch in Sachen Feuchtigkeitsregulierung ist die Qualität von Styropor eher negativ zu bewerten. Zwar ist der Stoff beständig gegenüber Feuchtigkeit, allerdings reguliert er die Feuchtigkeit nicht wie andere, diffusionsoffene Dämmungen. So kann es bei einer völligen Abdichtung eines Raumes zur Schimmelbildung kommen.

Entsorgung von EPS

Seit 2016 ist der Einsatz des Flammschutzmittels HBCD innerhalb der EU verboten. Es existieren einige Ausnahmen für EPS. Somit gestaltet sich die Entsorgung von EPS-Dämmungen ohne die Behandlung mit HBCD einfacher. EPS ohne HBCD-Zusätze kann als Bauaball auf Ihrer örtlichen Deponie entsorgt werden. Für die Entsorgung können Sie zwischen 30 bis 50 Euro pro Tonne einplanen.

Styropor das noch mit HBCD behandelt wurde muss zu speziell zugelassenen Müllverbrennungsanlagen gebracht werden. Davon gibt es allerdings wenige, sodass die Entsorgung von HBCD-haltigem Styropor in einigen Regionen nur schwer möglich ist.