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Dämmung mit Kokosfaser

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Inhaltsverzeichnis

Herstellung und Geschichte

Kokosfasern werden aus der Umhüllung des Kerns gewonnen. Dafür lagern unreife Kokosfrüchte mehrere Monate im Wasser, sodass es zur Loslösung der Fasern vom Kern kommt. Anschließend werden diese durch Klopfen vollständig gelöst und nach Farben und Feinheit sortiert. Im letzten Arbeitsschritt werden die Kokosfasern dann zu Garnen verarbeitet.

Ihren Ursprung hat die Kokosfaser in Indonesien, Malaysia, Indien und auf den Philippinen. Dabei gilt Sri Lanka als das Zentrum der Industrie von Kokosfasern. In Deutschland findet sich die Faser primär im privaten Haushalt, vor allem im Bereich des Gartens. Als Dämmmaterial werden Kokosfasern hierzulande eher zurückhaltend eingesetzt.

Bild: Energieheld Tipp

Die Dämmung mit Kokosfaser als organischem, nachwachsendem und natürlichem Dämmstoff hat diverse Vorzüge. Der Stoff hat ein sehr breites Anwendungsfeld und kann sowohl für die Innendämmung, die Kerndämmung als auch für die Außendämmung verwendet werden.

Besonderheiten und Einsatzbereiche für Kokosfaser

Bild: Palme mit Kokosnüssen
Kokosfasern verfügen über nützliche Gerbstoffe | © 3dman_eu / pixabay.com CC0

Der exotische Dämmstoff kommt für Sie dann infrage, wenn Sie im Zuge Ihrer geplanten Dämmung gleichfalls auf einen erhöhten Schallschutz setzen möchten. So können Kokosfasern zum Befüllen von Hohlräumen in Böden eingesetzt werden und sorgen somit für die Eindämmung der Geräuschkulisse im mehrstöckigen Haus.

Darüber hinaus enthalten die Fasern bestimmte Gerbstoffe. Durch diese erhält das Material eine Resistenz gegenüber Schimmel. Gleichzeitig sind Kokosfasern damit verrottungsresistent und punkten so als langlebiger Dämmstoff. Eine weitere Besonderheit der Faser-Dämmung liegt im breiten Anwendungsfeld, denn Kokosfasern sind sowohl für die Innendämmung und die Außendämmung als auch für die Kerndämmung geeignet. Auch der Einsatz als Zwischensparrendämmung ist möglich.

Dämmstoff Besonderheit Einsatzbereich
Kokosfaser Schallschutz Wände und Decken
Resistent gegen Verrottung und Schimmel Alle Bereiche
Vielfältiger Einsatz Innen, Außen, Zwischensparren

Sinnvolle Alternativen zu Kokosfaser als Dämmstoff

Viele Bauherren greifen gerne auf Alternativen zurück. Anstatt eine Dämmung aus Kokosfasern einzusetzen, können Sie auf Baumaterial aus Hanf zurückgreifen. Ebenfalls als Matten erhältlich, verfügt der Dämmstoff über eine sehr gute Wärmespeicherkapazität. Gleichzeitig ist Hanf widerstandsfähig gegenüber Fäulnis und Feuchtigkeit. Mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,039 Watt pro Meter und Kelvin wird für die Einhaltung des von der Energieeinsparverordnung (EnEV) vorgegebenen U-Werts von 0,24 W/(m²K) eine Dämmdicke von 16 Zentimetern notwendig.

Vorteile und Nachteile von Kokosfaser

Bild: Plus- und Minuszeichen
Vorteile und Nachteile von Kokosfasern | © geralt / pixabay.com CC0

Die Dämmwirkung von Kokosfasern ist im gehobenen Bereich anzusiedeln und somit als vorteilhaft zu bewerten. So beträgt die Wärmeleitfähigkeit ca. 0,04 bis 0,05 Watt pro Meter und Kelvin.

Eine Dämmschicht von circa 18 Zentimetern ist also ausreichend, um den Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) bezüglich des Wärmedurchgangskoeffizienten bei einer Fassadendämmung mit einem U-Wert von 0,24 W/(m²K) gerecht zu werden. Der Dämmstoff ist zudem diffusionsoffen und wirkt feuchtigkeitsregulierend. So bleiben die Fasern selbst bei längerem Kontakt mit Feuchtigkeit geruchlos.

Negativ zu beurteilen ist unter anderem der überdurchschnittliche Preis von Dämmungen aus Kokosfasern. Zudem fällt auch die Ökobilanz durch die weite Anlieferung aus Ozeanien schlechter aus als bei den anderen, regionalen, pflanzlichen Dämmstoffen. Ein weiterer Nachteil ist die Tatsache, dass die Kokosfasern trotz der Zugabe von Borsalzen und Ammoniumphosphat der Brandschutzklasse B2 zugeordnet werden, also als normal entflammbar einzustufen sind.

Dämmstoff Vorteile Nachteile
Kokosfaser Gute Dämmwirkung Hoher Preis
Geringe Dämmdicke notwendig Langer Transportweg
Diffusionsoffen Normal entflammbar

Übliche Preise für Kokosfaser (Material / Einbau)

Der Preis von Kokosfasern liegt eher im leicht gehobenen Bereich. So betragen die Materialkosten für Kokosfasern als Dämmstoff ohne Einbau circa 35 bis 55 Euro pro Quadratmeter. Vor dem Hintergrund des breiten Anwendungsfeldes sowie kombiniert mit den guten Umwelt- und Dämmeigenschaften ist der Einsatz von Kokosfasern dennoch eine gute Wahl.

Beispiel: Dämmung der Geschossdecke (60 m²) mit Kokosfaser

Das folgende Beispiel zeigt die Kosten für eine Dämmung der obersten Geschossdecke mit Kokosfaser-Matten. Dabei legen wir der Rechnung eine Fläche von 60 Quadratmetern zugrunde.

Dämmstoff Dämmung Materialkosten Einbaukosten Kosten für 60 m²
Kokosfaser Einblasdämmung 35 € pro m² 10 - 15 € pro m² 2.700 - 3.000 €

Die wichtigsten Eigenschaften von Kokosfaser als Dämmstoff

Bild: Affe aus Kokosnuss
Kokosfasern sind vielfältig einsetzbar | © raedon / pixabay.com CC0

Eine wichtige Eigenschaft von Kokosfaser-Dämmungen ist deren Diffusionsoffenheit. Das bedeutet, dass die Struktur des Materials dazu in der Lage ist, Feuchtigkeit aufzunehmen und kontrolliert nach außen abzugeben.

Dies beugt zum einen der Entstehung von Schimmel vor. Zum anderen reguliert der Dämmstoff dadurch das Raumklima. Weiterhin verfügen Kokosfasern über die Eigenschaft einer elastischen Beweglichkeit. Dies bringt den Vorteil mit sich, dass die einzelnen Matten auf individuelle Bauformen zugeschnitten werden können. Generell können Dämmmatten aus Kokosfaser einfach verarbeitet werden. Eine weitere Eigenschaft des Materials ist seine Bruchfestigkeit. Diese begünstigt den Einsatz des Dämmstoffs in vielen Bereichen des Hauses.

Dämmstoff Eigenschaft Wirkung in der Praxis
Kokosfaser Diffusionsoffen Beugt Schimmel vor, reguliert Raumluft
Elastisch Individuelle Anpassung
Bruchfest Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Umweltfreundlichkeit

Zwar bestehen Kokosfasern aus pflanzlichen, nachwachsenden Stoffen, doch ist die Ökobilanz des Dämmstoffs im Verhältnis als schlecht zu bewerten. Ein Grund dafür ist der lange Transportweg von Übersee. Weiterhin werden zur Herstellung von Kokosfasern meist Monokulturen angebaut, die negative Folgen für Boden und Artenvielfalt mit sich bringen.

Kälteschutz und Hitzeschutz

Die einzelnen Fasern des Dämmstoffs sind innen hohl, was den Kälte- sowie Hitzeschutz des Dämmstoffs eigentlich begünstigt. Dennoch liegen Kokosfasern mit einer Wärmespeicherkapazität von 1.300 bis 1.600 Joule pro Kilogramm und Kelvin eher im Mittelfeld, sodass die Leistung in diesem Bereich als durchschnittlich zu betrachten ist.

Brennbarkeit und Feuchtigkeitsregulierung (Schimmelgefahr)

Kokosfasern werden in die Brandschutzklasse B2 eingeordnet und gelten somit als normal entflammbar. Dies lässt den Dämmstoff für Vorhaben mit erhöhtem Brandschutz ausscheiden. Allerdings verfügen Dämmungen aus Kokosfasern über sehr gute Eigenschaften zur Feuchtigkeitsregulierung, sodass der Entstehung von Schimmel vorgebeugt wird.

Entsorgung von Kokosfaser

Dämmungen aus Kokosfaser sind langlebig, sodass eine Entsorgung erst nach ausgiebigem Einsatz notwendig wird. Dabei sollte ausgedientes Material nicht auf dem Kompost entsorgt werden, falls dieses zuvor mit Brandschutzmitteln behandelt wurde. Ist dies der Fall, kann der Dämmstoff auf einer Deponie als Bau- und Abbruchholz entsorgt werden. Hierfür belaufen sich die groben Kosten auf um die 55 Euro pro Tonne.

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