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Stroh als Dämmstoff nutzen (Baustroh) - Preise und Vorteile

Bild: Stroh ist Bau-und Dämmstoff | © Pavlofox / pixabay.com

Stroh ist schon seit Jahrhunderten als Dämmstoff bekannt, aber erst vor kurzem hat man angefangen, diesen nachwachsenden Rohstoff wieder in moderne Gebäudekonzepte einzubinden.

Warum sollte man also Stroh anderen Dämmstoffen wie Hanf oder Mineralwolle vorziehen?

Hier finden Sie Informationen zu den verschiedenen Anwendungsgebieten, den Vorteilen sowie Nachteilen und natürlich auch den Preisen einer Stroh-Dämmung.

Navigation

1. Einleitung 5. Preise (mit Einbau)
2. Vorteile / Nachteile 6. Brandschutz
3. Eigenschaften 7. Experten-Interview
4. Anwendungsbereiche

Einleitung: Stroh als Dämmstoff?

Stroh als ökologischer Dämmstoff hat bereits eine jahrelange Tradition und gewinnt im Trend der energetischen Sanierung heutzutage wieder einen höheren Stellenwert. Eine Stroh-Dämmung wird in Deutschland immer beliebter. Von Natur aus hat dieses Produkt nämlich gute Wärmedämmeigenschaften. Als landwirtschaftliches Nebenprodukt ist es überdies regional verfügbar.

Trotz langer Geschichte gibt es häufig Zweifel gegenüber einer Stroh-Dämmung. Brennt Stroh als Dämmung leicht? Wird Stroh von Schädlingen befallen? Welche Einsatzorte gibt es? All diese Fragen werden im Folgenden beantwortet.

Quelle: © Marcel Burgstaller / youtube.com

Geschichte dieses Dämmstoffes

Bild: Ein traditionelles Strohhaus Ein traditionelles Strohhaus | © junsky79 / pixabay.com

Seit Jahrhunderten dient Stroh den Menschen für Bau und Wärmedämmung. Eine noch wichtigere Funktion gewinnt das Naturprodukt Anfang des 19. Jahrhunderts:

Mit der Entwicklung der dampfbetriebenen Strohballenpresse entstehen erste Strohballenbauten in Nebraska. Daher stammt die Bezeichnung Nebraska-Stil für Häuser, deren Wände ausschließlich aus Stroh bestehen.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich dann in den USA eine lasttragende Holzkonstruktion. Anschliessend kam Stroh als Baustoff nach Europa. Seit der 1970er wurde die Stroh-Dämmung wiederentdeckt. Dieser Trend breitet sich mittlerweile auch nach Deutschland aus.

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Vorteile und Nachteile einer Stroh-Dämmung

Seitdem die Stroh-Dämmung auch in Deutschland immer bekannter geworden ist, entstehen immer wieder Debatten über die Dämm-Qualitäten des Naturprodukts. In der folgenden Übersicht können Sie sich einen Überblick hinsichtlich der Vor- und Nachteile von Stroh-Dämmung verschaffen.

Vorteile einer Stroh-DämmungNachteile einer Stroh-Dämmung
landwirtschaftliches Nebenprodukt bauaufsichtliche Zulassung nötig
keine Zusatzstoffe, schadstofffrei nicht als Kerndämmung für Mauerwerk geeginet (Feuchtigkeit)
diffusionsoffen Schutz vor Witterung und Feuchtigkeit nötig
guter Schall- und Hitzeschutz das Verhalten gegenüber Feuchtigkeit und Tragfähigkeit ist kaum erforscht
regionale Verfügbarkeit Schädlingsschutz wird benötigt
nichtindustrielle, energiearme Herstellung höhere Dämmdicke nötig
thermische und biologische Entsorgung möglich  
geringer Grundpreis

Besonderheiten und Eigenschaften von Stroh

Bild: Eigenschaften von Stroh Stroh hat gute Dämmeigenschaften | © Aleksandr1982 / pixabay.com

Die gängigen Dämmstoffe für eine Stroh-Dämmung sind Weizen, Roggen, Hafer und Gerste. Bei der Herstellung ist entscheidend, ob das Stroh später für die Wärmedämmung oder als Strohbauplatten zum Trockenbau verwendet werden soll.

Was den Dämm-Stoff angeht, dieser wird im ersten Schritt mithilfe des Mähdreschers hergestellt, der das Korn vom Stroh trennt. Bereits dieser Schritt ist ausschlaggebend dafür, dass das Stroh in der Dämmung später uninteressant für Schädlinge ist.

Anschließend folgt die Verarbeitung zu Strohballen mittels einer Presse. Am Ende muss der Strohballen eine Dichte von 90 bis 110 Kilogramm pro Kubikmeter und einen Feuchtegehalt von maximal 15 Prozent vorweisen, was das Risiko bezüglich Schädlingen und Schimmel drastisch senkt. Bei der Herstellung der Baustrohballen sind keinerlei Zusätze oder chemische Behandlungen notwendig. Vorteilhaft ist hinsichtlich der Wärmedämm-Wirkung außerdem, wenn die Ausrichtung der Halme senkrecht zum Wärmedurchgang verläuft.

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Das fertige Dämm-Material überzeugt mit guten Wärmedämm- und Schallschutz-Eigenschaften. Die Wärmeleitfähigkeit von Stroh liegt bei etwa 0,051 bis 0,055 Watt pro Meter und Kelvin (W/mK). Der Wärmeleitkoeffizient gibt an, in welchem Maße das Material oder der Gegenstand Wärme leitet. Hierbei gilt: Je geringer die Wärmeleitfähigkeit ist, desto besser eignet sich das Material zur Wärmedämmung. Eine weitere Eigenschaft des Dämmstoffs ist die Diffusionsoffenheit, die für ein sehr gutes Wohnklima sorgt.

Eines muss bei einer Stroh-Dämmung jedoch beachtet werden: Dies betrifft die U-Wert-Vorgabe nach der Energiesparverordnung 2014 (EnEV 2014). Der U-Wert - auch Wärmedurchgangskoeffizient genannt - ist ein Maß für die Wärmedurchlässigkeit eines Bauteils nach außen und wird für das jeweilige Bauteil bestimmt. Je kleiner der U-Wert für ein Bauteil ist, desto besser ist die Wärmedämm-Wirkung.

Die U-Wert-Vorgabe der EnEV 2014 für Dächer und Außenwände liegt bei weniger oder maximal 0,24 Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/(m²K)). Um diese Anforderung zu erfüllen, ist bei der Stroh-Dämmung eine Mindest-Stärke von 28 Zentimetern (U-Wert von 0,18 W/(m²K)) nötig – besser noch 35 Zentimeter (U-Wert von 0,15 W/(m²K)).

Eigenschaft Kennwert
Wärmeleitfähigkeit 0,051 - 0,055 W/mK
Baustoffklasse in Naturform leichtentflammbar (B3)
als Dämmstoff feuerhemmend (F30-B gemäß Din 4102)
Rohdichte 90 - 110 kg/m³

Anwendungsbereiche für eine Stroh-Dämmung

Die Einsatzmöglichkeiten von Stroh sind vielfältig: Von der Dämmung der Wände, Dächer und Fußböden bis hin zur Nutzung von Strohballen als Baustoff für Strohbauten. Sogenannte lasttragenden Bauweisen müssen in Deutschland allerdings individuell genehmigt werden. Die Dämmung mit Stroh ist unter Berücksichtigung der Bauvorschriften allerdings erlaubt.

Grundsätzlich werden die Strohballen in ein Holzständerwerk eingelegt. Nach vier bis acht Wochen werden die Dämm-Elemente dann beidseitig verputzt, wodurch sich das Material verhärtet. Möglich sind anstelle des Putzes auch Verkleidungen aus Holzbauplatten oder Brettern. Loses, geschnittenes Stroh lässt sich darüber hinaus für eine Einblasdämmung nutzen.

Stroh als Fassadendämmung

Bild: Fachwerk-Fassade Strohdämmungen eignen sich für Fachwerk | © Hans / pixabay.com

Wer die Fassade des Eigenheims gegen Wärmeverluste schützen und Heizkosten sparen möchte, hat mit der Stroh-Dämmung eine sehr innovative und hochgradig umweltfreundliche Alternative gefunden. Mit Stroh als Fassadendämmung erhält man bei ausreichender Dämm-Stärke dieselbe Dämm-Wirkung. Eine Stroh-Fassadendämmung ist generell bei jedem Haus möglich. Ob der Einsatz von Stroh jedoch lohnenswert ist, hängt natürlich von den Gegebenheiten des Hauses ab.

Besonders beim Bau eines Fachwerkhauses bietet sich eine Stroh-Fassadendämmung an, da bereits ein Holzständerwerk vorhanden ist. In dieses können die Strohballen eingelegt werden. Hinsichtlich der Fassadendämmung kann Stroh sowohl als Außendämmung als auch als Innendämmung verwendet werden. Gedämmt wird wie folgt: Die Strohballen werden in ein Holzständerwerk eingesetzt, das später mit Putz, Bauholz oder Holzbauplatten abgeschlossen wird.

Als Holzständerbauweise, als lasttragende Konstruktion

In Deutschland ist es neben der reinen Strohdämmung darüber hinaus auch möglich, ganze Wände aus Stroh zu bauen. Dabei wird allerdings die Last von einer Holzkonstruktion, die aus vertikalen und horizontalen Holzträgern besteht, getragen. Obwohl diese Holzständerbauweise bereits oft durchgeführt wurde, ist das Genehmigungsverfahren immer noch verhältnismäßig kompliziert.

Lasttragende Strohballenbauten - also Konstruktionen ohne Holzständer - sind in einigen Ländern (unter anderem USA, Dänemark, Schweiz) mit Genehmigung erlaubt. In Deutschland allerdings ist diese Bauweise mit Stroh bisher noch nicht zugelassen.

Stroh als Dachdämmung

Auch das Dach können Sie mit Stroh gegen Wärmeverluste dämmen. Dieses ist von der Außenseite oder von innen möglich. Bei einer Dachdämmung von außen sollte beachtet werden, dass die Dacheindeckung auf die Strohdämmung abgestimmt ist. Ansonsten ist das Procedere ähnlich wie bei den üblichen Dämmstoffen. Um das Stroh vor Feuchtigkeit zu schützen, wird eine Dampfbremse von der Innenseite ausgelegt.

Von außen ist eine Überdämmung (z.B. Holzfaserdämmplatten) nötig, damit der Dämmstoff vor Temperaturunterschieden und unterschiedlichen Witterungsbedingungen geschützt wird. Auch eine Dämmung von der Innenseite - wie z.B. eine Zwischensparrendämmung - ist mit Strohballen möglich.

Stroh als Einblasdämmung

Im Bereich der Einblasdämmung hat der Dämmstoff Stroh noch eine höchst innovative und bisher seltene Rolle. Zurzeit gibt es nur wenige Anbieter (vorwiegend in Österreich), die Stroh für die Einblasdämmung herstellen. Bei diesem Dämm-Verfahren wird durch gebohrte Löcher im entsprechenden Bauteil das Dämmmaterial eingeblasen.

Als Dämmmaterial eignet sich vor allem geschnittenes, loses Weizenstroh. Eine solche Weizenstroh-Einblasdämmung überzeugt mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,043 Wm/K. Mehr Details zum Verfahren der Einblasdämmung finden Sie hier.

Quelle: © ecofilm / youtube.com
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Preise für eine Stroh-Dämmung (mit Einbau)

Bild: Preise für Strohdämmungen Wie hoch sind die Kosten für Stroh? | © nattanan23 / pixabay.com

Eine pauschale Preisübersicht für Stroh-Dämmungen zu geben, ist schwierig, da dieses Dämm-Verfahren noch nicht weit verbreitet ist und es bisher nur wenige Nischen-Unternehmen gibt. Daher sind auch noch keine Preislisten für den Dämmstoff Stroh bei den Herstellern vorhanden. Annäherungswerte geben bisher nur Häuser, bei denen eine Stroh-Dämmung durchgeführt wurde.

In Deutschland liegt der Preis für einen Quadratmeter Stroh zwischen 10 und 15 Euro. Laut der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) kann man für eine strohgedämmte Außenwand mit etwa 283 Euro pro Quadratmeter Wandfläche kalkulieren. Dieser Preis erscheint zunächst sehr hoch. Einberechnet wurden hier allerdings unter anderem die Lieferung von Holz und Strohballen, die Montage von Holzrahmen und Streben, das Verputzen sowie der Innen- und Außenanstrich.

Eine wesentlich günstigere Alternative - je nach Gegebenheiten des Hauses - ist hingegen eine Stroh-Einblasdämmung, da der Aufwand relativ gering ist und das Dämm-Material in loser Form verarbeitet wird. Da dieses Verfahren aber sehr neu ist, gibt es noch keine Vergleichswerte.

Stroh, das eigenständig vom Landwirtschaftsbetrieb erworben wurde, kann gegebenenfalls auch als Dämmstoff verwendet werden. Allerdings sollte dies vorher einem fachmännischen Blick unterzogen werden, damit die Qualität für die Dämmung stimmt. Ein interessantes Thema bei Dämmungen sind zudem die Einbau-Kosten: Unter den Handwerkern, die sich auf die Stroh-Dämmung spezialisiert haben, gibt es nur wenige. Es handelt sich eher noch um ein Nischendasein. Viele Heimwerker, die ihr Haus mit Strohballen dämmen möchten, tun dies daher in Eigenregie. Da es wie bei jeder Dämmung vieles zu beachten gibt, ist der Einbau durch einen Fachmann dennoch empfehlenswert.

EinbauortBauweisePreis pro m² (mit Einbau)
Fassade Holzständerwerk 283 € pro m²
Fassade Einblasdämmung 25 - 50 € pro m²

Brandschutz und Brennbarkeit von Stroh als Dämmstoff

Entgegen der Vorurteile, eine Stroh-Dämmung sei leicht entflammbar, sprechen die Fakten: In Deutschland wird das Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen nach den Klassen der DIN 4102 beurteilt. Zunächst ist zwischen der Verwendung von Stroh zu unterscheiden: Stroh in seiner naturbelassenen Form fällt nach dieser Prüfnorm in die Klasse B3 „leichtentflammbar“. In der jeweiligen Landesbauordnung heißt es dann meist, dass dieser Baustoff ohne weiteren Maßnahmen, die zu einer höheren Klassifizierung gemäß DIN 4102 führen, nicht beim Bau verwendet werden darf.

Aber wieso wird Stroh dann zur Wärmedämmung von Gebäuden eingesetzt? Zunächst wird der Dämmstoff bei der Verarbeitung so stark gepresst, dass zu wenig Sauerstoff für das Entflammen vorhanden ist. Des Weiteren sorgt die Verkleidung von außen und innen für ein Herabsetzen der Entflammbarkeit. Hierzu wird häufig Lehm- oder Kalkputz verwendet. Eine solche Stroh-Dämmung wird dann als feuerhemmend (F30-B gemäß Din 4102) klassifiziert. Wer also über eine Stroh-Dämmung nachdenkt, braucht sich nicht von diesem Vorurteil abschrecken lassen.

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Ein Experten-Interview zur Stroh-Dämmung

Ein Blick hinter die Kulissen: Wir haben Christian Reisenthaler, einen Experten für Stroh-Dämmungen, zu diesem nachwachsenden Rohstoff befragt. Das ganze Interview finden Sie in unserem Blog.


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Geschrieben von:
Philipp Kloth


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