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Dämmung mit Stroh

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Inhaltsverzeichnis

Herstellung und Geschichte

Stroh-Dämmungen werden aus Roggen, Weizen, Hafer oder Gerste hergestellt. Die Halme der Pflanzen werden mittels Mähdrescher vom Korn getrennt und getrocknet. Somit entsteht Stroh als Nebenprodukt bei der Kornernte, was das Material besonders nachhaltig macht. Stroh-Dämmungen können in Form einer Einblasdämmung, als Ballen oder Platten verarbeitet werden.

Stroh als ökologischer Dämmstoff hat bereits eine jahrelange Tradition. Mit der Entwicklung der mit Dampf betriebenen Strohballenpresse entstandenen erste Bauten aus Strohballen in Nebraska. Im Laufe der Zeit entwickelte sich dann in den USA eine tragende Holzkonstruktion. Anschliessend kam Stroh als Baustoff nach Europa. Heutzutage gewinnt Stroh im Trend der energetischen Sanierung wieder einen höheren Stellenwert, denn das Material bringt von Natur aus gute Wärmedämmeigenschaften mit.

Bild: Energieheld Tipp

Stroh ist eine umweltfreundliche Alternative zu synthetischen Dämmstoffen. Die Beliebtheit der Dämmung nimmt aufgrund der vielen positiven Eigenschaften von Stroh wieder zu. Es verfügt über gute Dämmeigenschaften, ist diffusionsoffen und bringt gute Eigenschaften in Sachen Schallschutz mit. Um die Anforderungen der EnEV bezüglich einer Fassadendämmung mit einem U-Wert von 0,24 W/(m²K) zu erfüllen, ist allerdings eine hohe Dämmdicke aus Stroh notwendig.

Besonderheiten und Einsatzbereiche für Stroh

Bild: Fachwerkhaus
Strohdämmungen eignen sich für Fachwerk | © Hans / pixabay.com CC0

Die Strohballen sind so dicht gepresst, dass der Gehalt der darin befindlichen Feuchtigkeit maximal 15 Prozent beträgt. Dadurch wird das Risiko für den Befall von Schimmel und Schädlingen stark gesenkt.

Weiterhin ist Stroh diffusionsoffen, was besonders vorteilhaft ist, wenn Sie durch eine Dämmung ebenso auf eine gute Feuchtigkeitsregulierung im Haus setzen möchten. Eingesetzt wird das Material deshalb gerne im Bereich der Innendämmung.

Mit 2.100 Joule pro Kilogramm und Kelvin verfügt Stroh über eine sehr gute Wärmespeicherkapazität. Das bedeutet dass die Wärme kaum beziehungsweise nur sehr langsam nach außen verloren geht. Somit ist Stroh für Ihr Vorhaben ein passender Dämmstoff, wenn Sie in Ihren eigenen vier Wänden auf Naturmaterialien und einen guten Wärmeschutz setzen wollen.

Eine weitere Besonderheit von Stroh als Dämmung ist die Vielfalt möglicher Einsatzbereiche. So wird der Stoff zur Dämmung von Dächern verwendet. Aufgrund seiner Schallschutzeigenschaften wird die Dämmung aber auch für Fußböden eingesetzt. Auch das Auffüllen von Hohlräumen an Fenstern und Türen sowie die Dämmung mittels Einblasverfahren ist beliebt. Besonders wenn Sie ein Fachwerkhaus besitzen, bietet sich die Dämmung mit ganzen Ballen an, die zwischen die einzelnen Streben gelegt werden können.

Dämmstoff Besonderheiten Einsatzbereiche
Stroh Frei von chemischen Zusätzen Wände, Decken, Dach
Guter Schallschutz Wände und Böden
Diffusionsoffen Wände und Dach

Sinnvolle Alternativen zu Stroh als Dämmstoff

Aus welchem Grund auch immer Sie sich gegen eine Dämmung mit Stroh entscheiden, Sie können auf diverse Alternativen zurückgreifen. Besonders Naturdämmstoffe besitzen häufig spezifische Eigenschaften. So sollten Sie vorab überlegen, welche Maßnahmen zur Dämmung Sie umsetzen möchten und was der gewählte Dämmstoff können muss.

Anstelle von Stroh können Sie Seegras als Dämmstoff verwenden. Mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,042 Watt pro Meter und Kelvin und einer Wärmespeicherkapazität von 2.500 Joule pro Kilogramm und Kelvin bringt Seegras sehr gute Dämmeigenschaften mit. Die Brennbarkeit liegt mit der Einstufung in die Klasse B2 gleichauf mit der von Stroh. Dabei ist Seegras in der Produktion ebenso umweltfreundlich wie Stroh.

Eine weitere Alternative zur Stroh-Dämmung kann der Einsatz von Kork darstellen. Die Wärmeleitfähigkeit von Kork liegt bei 0,045 Watt pro Meter und Kelvin. In Sachen Hitzeschutz besitzt Kork ähnliche Eigenschaften wie Stroh oder Seegras. Die Brandschutzklasse ist hingegen mit B1 als besser einzustufen.

Vorteile und Nachteile von Stroh

Bild: Weizenfeld
Stroh hat gute Dämmeigenschaften | © Aleksandr1982 / pixabay.com CC0

Einer der größten Vorteile des Dämmstoffs Stroh ist dessen gute Umwelt-Bilanz. Als ein Nebenprodukt der Landwirtschaft ist das Grundmaterial für Stroh-Dämmungen regional verfügbar. So entstehen keine langen Transportwege und es ist nur wenig Energie zur Herstellung notwendig.

Neben der Umweltfreundlichkeit verfügt Stroh über gute Eigenschaften in Sachen Schall- und Hitzeschutz. Im Vergleich zu anderen Naturdämmstoffen liegt Stroh mit einer Wärmespeicherkapazität von 2.100 Joule pro Kilogramm und Kelvin im oberen Bereich. So heizt sich das Innere des Hauses im Sommer nicht auf und auch die Kälte des Winters wird abgehalten. Hinzu kommt, dass die Kosten für Stroh im unteren Preissegment anzusiedeln sind.

Allerdings bringt der Einsatz von Stroh als Dämmung viele Nachteile mit sich. Zum einen muss das Material vor Witterung und Nässe geschützt werden, da es keinerlei Resistenz diesbezüglich in sich trägt. Um den von der Einergieeinsparverordnung vorgegebenen U-Wert von 0,24 W/(m²K) für eine Fassadendämmung zu erreichen, muss beim Einsatz von Stroh eine Dämmdicke von 28 Zentimetern eingeplant werden. Bei der Innendämmung kann dies unter Umständen eine Verkleinerung der Raumgröße bedeuten. Darüber hinaus gilt Stroh als normal entflammbar und wird in die Brandschutzklasse B2 eingeordnet.

Dämmstoff Vorteile Nachteile
Stroh Sehr umweltfreundlich Schutz vor Witterung und Nässe nötig
Regionale Verfügbarkeit Durchschnittliche Wärmeleitfähigkeit
Guter Schallschutz Hohe Dämmdicke notwendig
Sehr guter Hitzeschutz Normal entflammbar
Günstiger Preis -

Übliche Preise für Stroh (Material / Einbau)

Eine pauschale Preisübersicht für Stroh-Dämmungen zu geben ist schwierig, da dieses Dämm-Verfahren noch nicht weit verbreitet ist und es bisher nur wenige Nischen-Unternehmen gibt. Daher sind auch noch keine Preislisten für den Dämmstoff Stroh bei den Herstellern vorhanden. Annäherungswerte geben bisher nur Häuser, bei denen eine Stroh-Dämmung durchgeführt wurde. In Deutschland liegt der Preis für einen Quadratmeter Stroh zwischen 5 und 15 Euro und kann mit der jeweiligen Abnahmemenge variieren.

Beispiel: Fassadendämmung (130 m²) mit Stroh

Im folgenden Beispiel stellen wir für Sie die Kosten für eine Dämmung der Fassade mit Stroh dar. Hierfür gehen wir von einer Fläche von 130 Quadratmetern sowie einer Dämmdicke von 28 Zentimetern aus. Letzteres dient dem Erreichen des von der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) vorgeschriebenen U-Werts von 0,24 W/(m²K).

Dämmstoff Dämmung Materialkosten Einbaukosten Kosten für 130 m²
Stroh Einblasdämmung 10 € pro m² 10 - 15 € pro m² 2.600 - 3.250 €

Die wichtigsten Eigenschaften von Stroh als Dämmstoff

Bild: Strohballen auf dem Feld
Strohdämmungen sind umweltfreundlich | © bogitw / pixabay.com CC0

Stroh ist aufgrund seiner natürlichen Beschaffenheit diffusionsoffen, was dem Material als Dämmstoff zugute kommt. So sorgt eine Dämmung mit Stroh für ein angenehmes Raumklima. Außerdem besitzt Stroh gute Dämmeigenschaften. Diese können verstärkt werden, wenn die Halme senkrecht zum Wärmedurchgang verlaufen.

Weiterhin verfügt Stroh über gute Eigenschaften in Bezug auf den Schallschutz. Die Dämmung absorbiert Geräusche im Haus und jene, die von außen eindringen. Dabei gilt: Je dicker die Strohschicht, desto höher der Lärmschutz. Stroh-Dämmungen enthalten keinerlei chemische Zusätze, sodass sowohl der Einsatz als auch die Verarbeitung unbedenklich für die Gesundheit sind. Ist Stroh vor Witterung und Nässe geschützt, verspricht der Dämmstoff eine lange Lebensdauer.

Dämmstoff Eigenschaft Wirkung in der Praxis
Stroh Diffusionsoffen Reguliert Raumklima
Gute Dämmeigenschaften Schutz vor Hitze und Kälte
Guter Schallschutz Senkung des Geräuschpegels
Natürliche Beschaffenheit Unbedenkliche Verarbeitung
Lange Lebensdauer bei ausreichend Schutz Nachhaltig

Umweltfreundlichkeit

Stroh ist nachhaltig, problemlos zu entsorgen und für Natur und Mensch unbedenklich. Weiterhin wird für die Herstellung von Stroh-Dämmungen nur wenig Primärenergie benötigt, da es sich bei dem Material um ein Nebenprodukt der Landwirtschaft handelt. Zusätzlich bindet Stroh in der Wachstumsphase CO2 aus der Atmosphäre. So unterstützen Sie mit dem Einsatz von Stroh als Dämmung den Umweltschutz auf doppelte Weise.

Kälteschutz und Hitzeschutz

Die Leistung von Stroh in Bezug auf den Kälte- und Hitzeschutz ist als sehr positiv zu bewerten. Mit einer Wärmespeicherkapazität von 2.100 Joule pro Kilogramm und Kelvin zählt Stroh zu den Spitzenreitern dieser Kategorie. Eine Dämmung mit Stroh verhindert somit das plötzliche Aufheizen Ihres Hauses im Sommer und schützt im Winter vor dem Eindringen der Kälte.

Brennbarkeit und Feuchtigkeitsregulierung (Schimmelgefahr)

Stroh gilt zwar als diffusionsoffen, allerdings geht damit nicht eine Resistenz gegenüber Feuchtigkeit einher. So besteht bei anhaltender Nässe oder feuchter Witterung die Gefahr, dass das Material anfängt zu schimmeln. In Sachen Brennbarkeit ist die Leistung von Stroh als schlecht zu bewerten. Der Dämmstoff wird in die Brandschutzklasse B2 eingestuft und gilt damit als normal entflammbar.

Entsorgung von Stroh

Die Entsorgung von Stroh ist sowohl auf biologische als auch auf thermische Weise möglich. In reiner Form kann eine ausgediente Stroh-Dämmung kompostiert oder wiederverwendet werden. Die thermische Verwertung des Dämmstoffs kann in Verbrennungsanlagen oder Anlagen zur Herstellung von Biomethan stattfinden. Aber auch die Abgabe von ausgedienten Strohmatten als Bauschutt auf Ihrer örtlichen Deponie ist möglich. Rechnen Sie hierfür mit rund 30 bis 50 Euro pro Tonne.

Experteninterview zum Thema Stroh als Dämmstoff

Auf dem Blog von Energieheld steht der Experte Christian Reisenthaler Rede und Antwort. Der österreichische Blogger setzte bei seinem eigenen Haus ebenfalls auf Stroh und beschäftigt sich schon lange ausgiebig mit dem Dämmstoff. Ist Stroh der Dämmstoff der Zukunft? Diese und weitere Fragen beantwortet Reisenthaler auf dem Energieheld-Blog.

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