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Dämmung mit Calciumsilikat

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Inhaltsverzeichnis

Herstellung und Geschichte

Ist von Calciumsilikat im Zusammenhang mit Dämmungen die Rede, ist meist die Calciumsilikat-Platte gemeint. Diese besteht aus Kalzium- und Siliziumoxid, auch bekannt als Kalk und Sand. Für die Herstellung der Platte wird das Rohmaterial in Wasser aufgewirbelt, sodass die Stoffe miteinander reagieren und Calciumsilikat entsteht.

Im Anschluss an das Aufschlämmen wird die Masse unter hohem Druck mittels heißem Wasserdampf zu Platten geformt. Im Zuge der Trocknung entstehen feine Poren, die Wasser gut abgeben und aufnehmen können. Zur Historie von Calciumsilikat sind keine Details bekannt. Da die Dämmung aus Kalk und Sand besteht, wird sie zu den mineralischen Dämmstoffen natürlichen Ursprungs gezählt.

Bild: Energieheld Tipp

Calciumsilikat eignet sich mitunter für die Dämmung von Innenräumen. Dies ist besonders bei Altbauten mit historischer Fassade vorteilhaft, die bestimmten baulichen Auflagen unterliegen. Darüber hinaus wirkt das diffusionsoffene Material hervorragend der Schimmelbildung entgegen. Allerdings verfügt Calciumsilikat über mittelmäßige Dämmeigenschaften. Um den von der EnEV vorgesehenen U-Wert von 0,24 W/(m²K) zu erreichen, wird eine vergleichsweise große Materialmenge benötigt.

Besonderheiten und Einsatzbereiche für Calciumsilikat

Bild: Haus mit Gerüst davor
Calciumsilikat zur Innendämmung von Fassaden | © webandi / pixabay.com CC0

Der Dämmstoff Calciumsilikat wird in die höchste Brandschutzklasse A1 eingestuft und häufig verbaut, wenn die von Ihnen geplante Dämmung einen besonders guten Brandschutz vorweisen soll. Eine weitere Besonderheit dieses Dämmstoffes ist der recht hohe pH-Wert, der die Schimmelbildung in den eigenen vier Wänden verhindert.

Calciumsilikat kommt vor allem im Bereich der Innendämmung von Gebäuden mit historischer Fassade zum Einsatz. Wenn Sie ein Haus besitzen, das unter Denkmalschutz steht, können Sie mit Calciumsilikat dämmen und gleichzeitig der baulichen Auflage einer unveränderten Fassade nachkommen. Als Zwischensparrendämmung im Dach oder der obersten Geschossdecke wird Calciumsilikat ebenfalls verarbeitet. Allerdings ist letztere dadurch nicht mehr begehbar, aber zugänglich. Nutzen Sie Calciumsilikat auch als Dämmung, wenn Sie planen, eine Decke abzuhängen.

Dämmstoff Besonderheiten Einsatzbereich
Calciumsilikat Höchster Brandschutz Dach und Wand
Hoher pH-Wert Historische Fassaden
Druckfest Obere Geschossdecke

Sinnvolle Alternativen zu Calciumsilikat als Dämmstoff

Wer nicht mit Calciumsilikat dämmen möchte, kann beispielsweise auf Dämmplatten aus Holzfaser ausweichen. Diese verfügen über eine hohe Wärmekapazität und regulieren Feuchtigkeit ebenso gut wie Calciumsilikat. Das Material ist als Platten sowie als Einblasdämmung erhältlich und unter anderem im Trockenbau einsetzbar. Ebenso wie Calciumsilikat werden Holzfasern für die Dämmung des Dachs, aber auch der Fassade verwendet.

Vorteile und Nachteile von Calciumsilikat als Dämmstoff

Bild: Daumen rauf und Daumen runter
Calciumsilikat hat Vorteile und Nachteile | © geralt / pixabay.com CC0

Einer der Vorteile von Calciumsilikat ist die einfache Verarbeitung des Materials. Die Platten lassen sich problemlos schneiden und sägen und sind damit ohne großen Aufwand auch an unregelmäßige Bau- und Fensterformen anpassbar.

Ein weiterer Pluspunkt des Materials ist die Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen, die im Material selbst schnell austrocknet. Allerdings bringt Calciumsilikat vergleichsweise schlechte Dämmeigenschaften mit sich. So weist das Material eine relativ hohe Wärmeleitfähigkeit von 0,062 W/(mK) auf.

Der Wärmedurchgangskoeffizient von Calciumsilikat ist ebenfalls relativ hoch. Den U-Wert von 0,24 W/(m²K) erreichen Sie mit Calciumsilikat erst mit einer inneren Dämmdicke von 26 Zentimetern. Damit einher geht die Verkleinerung des Wohnraums, falls eine Außendämmung oder Kerndämmung nicht realisierbar ist. Darüber hinaus ist Calciumsilikat vergleichsweise teuer. Verwenden Sie für eine optimale Dämmleistung das Material in Verbindung mit anderen Dämmstoffen.

Dämmstoff Vorteile Nachteile
Calciumsilikat Einfache Verarbeitung Hohe Wärmeleitfähigkeit = viel Wärme dringt nach außen
Diffusionsoffen Hoher Wärmedurchgangskoeffizient = schneller Verlust der Wärme
An unregelmäßige Bauformen anpassbar Hohe Materialdicke notwendig

Übliche Preise für Calciumsilikat (Material / Einbau)

Calciumsilikat ist im Vergleich zu anderen Dämmungen sehr teuer. Die Materialkosten belaufen sich ohne Einbau auf um die 294 Euro pro Quadratmeter. Dennoch kann die Dämmung mit Calciumsilikat sinnvoll sein, beispielsweise wenn bauliche Vorgaben für Altbauten mit historischer Fassade eingehalten werden müssen. Für Material inklusive Einbau sollten Sie um die 334 bis 354 Euro pro Quadratmeter rechnen. Mit Blick auf die vorbeugende Eigenschaft in Sachen Schimmelbildung kann Calciumsilikat dennoch lohnenswert sein.

Beispiel: Dämmung der Fassade (130 m²) mit Calciumsilikat

Wir haben für Sie das folgende Beispiel ausgerechnet, um Ihnen einen ganz groben Überblick über mögliche Kosten der Dämmung einer Fassade von 130 Quadratmetern zu geben. Neben der tatsächlichen Größe der zu dämmenden Fläche ist der Gesamtpreis auch von Ihrem individuell geplanten Vorhaben abhängig.

Dämmstoff Dämmung Materialkosten Einbaukosten Kosten für 130 m²
Calciumsilikat Kerndämmung 294 € pro m² 40 - 60 € pro m² 43.400 - 46.000 €

Die wichtigsten Eigenschaften von Calciumsilikat

Bild: Ein Haus aus Glas
Calciumsilikat ist gesundheitlich unbedenklich | © 8188956 / pixabay.com

Calciumsilikat ist ein unverrottbarer und besonders druckfester Stoff, wodurch es sich beispielsweise gut für eine geplante Dämmung der obersten Geschossdecke eignet.

Weiterhin ist die Dämmung alkalisch und verhindert damit die Bildung von Schimmel. Aufgrund dieser Eigenschaft eignet sich Calciumsilikat sehr gut zur Dämmung der Innenwände. Darüber hinaus gilt das Material als baubiologisch unbedenklich.

Dämmstoff Eigenschaft Wirkung in Praxis
Calciumsilikat Unverrottbar Langlebiges Material
Baubiologisch unbedenklich Kein Gesundheitsrisiko, unproblematische Entsorgung
Alkalisch Verhindert die Bildung von Schimmel

Umweltfreundlichkeit

Als Dämmstoff ist Calciumsilikat sehr umweltfreundlich. Weder bei der Herstellung noch bei der Verarbeitung wird die Umwelt belastet. Auch in der Anwendung zeigen sich keinerlei gesundheitliche Bedenken.

Kälteschutz und Hitzeschutz

In Sachen Hitzeschutz bedient Calciumsilikat mit einer Wärmespeicherkapazität von 1.000 J/(kgK) das Mittelfeld. Darüber hinaus breiten sich Kälte und Hitze im Dämmstoff besonders schnell aus. So verfügt Calciumsilikat mit einem Wärmeleitkoeffizienten von durchschnittlich 0,062 W/(mK) über einen verhältnismäßig schlechten Schutz vor Hitze und Kälte.

Brennbarkeit und Feuchtigkeitsregulierung (Schimmelgefahr)

Calciumsilikat wird in die höchste Brandschutzklasse eingestuft. Damit gilt der Stoff als nicht brennbar. Weiterhin ist die Dämmung diffusionsoffen. Das heißt, sie nimmt Feuchtigkeit besonders gut auf und gibt sie kontrolliert nach außen ab. So setzt sich feuchte Luft nicht an kalten Wänden ab, sodass kein Schimmel entstehen kann.

Entsorgung von Calciumsilikat

Calciumsilikat-Platten bestehen aus rein mineralischem Material und zählen deshalb zur Kategorie Bauschutt. Dieser kann in der Regel unkompliziert auf der zugelassenen Deponie in Ihrer Nähe entsorgt werden. Beachten Sie dabei die maximale Annahmemenge pro Tag. Die Kosten für die Entsorgung liegen bei grob 60 bis 70 Euro pro Tonne.

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