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Dämmung mit Seegras

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Inhaltsverzeichnis

Herstellung und Geschichte

An den Stränden des Mittelmeers wird das sogenannte Seegras in Form von kleinen Kugeln angeschwemmt. Dabei handelt sich um eine Ansammlung abgestorbener Teile von Blattrippen und Blattscheiben. Die markante Form entsteht dabei durch die Wellen des Meers, die die einzelnen Bestandteile sozusagen zu Bällen aufrollt.

Am Strand werden die einzelnen Knäuel von der Sonne getrocknet, sodass sie eingesammelt werden können. Anschließend werden sie von Sand und Kleinfasern mechanisch zerkleinert. Das dabei entstehende Produkt kann bereits als Dämmwolle verwendet werden. Die Wolle aus Seegras kann als Schüttung, als Stopfwolle oder als Einblasdämmung Anwendung finden.

Monika und Dr. Richard Meier, die Gründer der Neptu GmbH, sind per Zufall auf die Idee gekommen, dass Seegras eine gute Dämmung darstellen könnte. In einem ihrer Urlaube in Spanien nahmen sie die kleinen Kugeln das erste Mal bewusst wahr. Nun vertreiben Monika Meier und Sohn Michael, nach dem Tode Dr. Richard Meiers inzwischen die Geschäftsführer der Neptu GmbH, seit über zehn Jahren den Dämmstoff aus Seegras. Auf dem deutschen Markt ist das Unternehmen eines der wenigen, die Seegras vertreiben.

Bild: Energieheld Tipp

Die Verwendung von Seegras als natürlichem Dämmstoff für die eigenen vier Wände erlebt nicht zuletzt dank der Neptu GmbH eine Renaissance. Dabei bringt Seegras gute Hitze- und Schallschutzeigenschaften mit. Weiterhin ist es normal entflammbar. Da es sich um einen nachwachsenden Rohstoff handelt, stellt Seegras eine gute Wahl für eine umweltfreundliche und natürliche Dämmung dar.

Besonderheiten und Einsatzbereiche für Seegras

Bild: Neptutherm in Verwendung
Dachdämmung mit Neptutherm | © Neptutherm

Seegras kann in vielen Bereichen des Hauses als Dämmmaterial genutzt werden. Planen Sie beispielsweise die Dämmung Ihres Dachs, können Sie Seegras als Zwischensparrendämmung einsetzen. Das Material ist dabei vor allem sehr beständig gegen Feuchtigkeit und eignet sich damit für witterungsintensive Bereiche.

Falls Sie die Auffüllung von Hohlräumen an Fenstern und Türen planen, leistet Ihnen Seegras ebenfalls gute Dienste. Als Schüttung oder Stopfwolle verfügt das Material neben seiner normalen Entflammbarkeit auch über einen guten Hitzeschutz. Neben den genannten Bereichen wird Seegras auch zur Dämmung der Fassade, der Decken sowie zur Dachdämmung eingesetzt. Die Verwendung von Seegras kommt auch als Dämmung in Fertighäusern oder Immobilien mit Holzrahmenbauweise infrage. Der Dämmstoff fungiert sehr gut als Trittschalldämmung und bringt somit Ruhe in die unteren Räumlichkeiten Ihres Hauses.

Dämmstoff Besonderheit Einsatzbereich
Seegras Feuchtigkeitsresistent Dach
Füllung von Hohlräumen Wände, Decken, Dach
Schlechte Entflammbarkeit Dach und Wände
Guter Schallschutz Decken und Böden

Sinnvolle Alternativen zu Seegras als Dämmstoff

Falls Sie sich gegen eine Dämmung mit Seegras entscheiden, können Sie alternativ über den Einsatz von Zellulose nachdenken. Dabei handelt es sich ebenfalls um einen organischen Dämmstoff, der Seegras in Sachen Hitzespeicherkapazität und Dämmqualität ähnlich ist. Zellulose ist ebenfalls feuchtigkeitsregulierend und beständig gegen Schimmel.

Gleiches gilt für Kork. Der natürliche Dämmstoff verfügt über gute Werte im Bereich der Wärmedämmung. Zusätzlich ist der Stoff diffusionsoffen und druckbelastbar. Auch die Wärmespeicherkapazität von Kork nähert sich der einer Dämmung aus Seegras an. Darüber hinaus verfügt Kork über eine gute Wärmeleitfähigkeit.

Vorteile und Nachteile von Seegras

Bild: Neptunbälle am Strand
Neptunbälle am Strand | © Neptutherm

Die größten Vorteile von Neptutherm sind neben den sehr guten Dämmwerten eine hohe Feuchtigkeitsbeständigkeit, normale Entflammbarkeit sowie die Resistenz gegenüber Schädlingen und Schimmelbildung.

Die Wärmeleitfähigkeit des Seegrases beträgt 0,039 bis 0,046 W/(m K). Um den Anforderungen der EnEV 2014 gerecht zu werden, muss bei einer Fassadendämmung ein U-Wert von 0,24 W/(m²K) erreicht werden.

Um diesen Vorgaben zu entsprechen, müsste die Dämmung mit Seegras daher 19 Zentimeter betragen. Ebenso kann die sommerliche Hitze durch diesen Dämmstoff gut abgewehrt werden, so hat das Frauenhofer-Institut für Bauphysik IBP einen sehr hohen Wert für die Wärmespeicherkapazität festgestellt. Je höher dieser Wert ist, desto besser ist das Haus gegenüber äußeren Witterungen geschützt.

Als nachteilig einzustufen sind die Kosten für eine Seegrasdämmung. So kann mit rund 30 bis 34 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden. Andere Dämmstoffe wie beispielsweise Styropor sind da weitaus günstiger zu erwerben, haben jedoch nicht die ökologischen Vorteile von Neptutherm. Weiterhin ist die Verwendung von Seegras nur in Form der angespülten Kugeln aus dem Mittelmeer möglich, da die Seegraswiesen in Deutschland als gefährdete Biotope der Roten Liste gesetzlich geschützt sind.

Dämmstoff Vorteile Nachteile
Seegras Gute Dämmeigenschaften Hoher Preis
Hohe Resistenz gegenüber Feuchtigkeit Eingeschränkte Gewinnung
Resistent gegenüber Schädlingen und Schimmel -
Ökologisch -

Übliche Preise für Seegras (Material / Einbau)

Die Materialkosten von Seegras belaufen sich ohne Einbau auf 30 bis 34 Euro pro Quadratmeter. Damit lässt sich Seegras im höheren Preissegment pflanzlicher Dämmstoffe einordnen. Die preisliche Entwicklung ist als konstant zu bewerten. Dies hängt damit zusammen, dass der Vertrieb von Seegras in Deutschland durch verschiedene Firmen nicht sonderlich ausgeprägt ist. Somit entsteht keinerlei Druck durch den Markt, der eine Erhöhung oder Senkung des Preises nach sich ziehen könnte.

Beispiel: Dämmung der Geschossdecke (60 m²) mit Seegras

Das folgende Beispiel berechnet die Kosten für eine Dämmung mit Seegras in der obersten Geschossdecke. Der Rechnung liegen die Annahmen einer Fläche von 60 Quadratmetern sowie einer Dämmdicke von 19 Zentimetern zugrunde. Weiterhin sind die geschätzten Kosten für den Einbau enthalten. Das Beispiel gilt für eine Dämmung aus reinem Neptutherm und berücksichtigt nicht die Dämmeigenschaften von Bauträgern oder anderen Elementen.

Dämmstoff Dämmung Materialkosten Einbaukosten Kosten für 60 m²
Seegras Begehbare Geschossdecke (Dämmmatten) 30 - 34 € pro m²

40 - 60 € pro m²

4.200 - 5.640 €
Nicht begehbare Geschossdecke (Einblasdämmung) 30 - 34 € pro m² 15 - 20 € pro m² 2.700 - 3.240 €

Die wichtigsten Eigenschaften von Seegras als Dämmstoff

Bild: Seegras am Strand
Seegras am Strand | © cocoparisienne / pixabay.com CC0

Dämmungen aus Seegras bringen eine hohe Beständigkeit gegen Feuchtigkeit mit sich. Diese Eigenschaft verdankt die Dämmung ihrer Diffusionsoffenheit. Das heißt Seegras ist in der Lage, Feuchtigkeit aufzunehmen und kontrolliert abzugeben. Damit einher geht die Förderung eines gesunden Raumklimas.

Zudem ist Seegras resistent gegenüber Schimmel und Fäulnis, da die Entstehung derselben durch die Feuchtigkeitsbeständigkeit des Materials verhindert wird. Weiterhin sorgen Sie mit einer Dämmung aus Seegras für einen guten Hitzeschutz Ihres Hauses im Sommer. Die natürliche Beschaffenheit macht das Material darüber hinaus für Schädlinge uninteressant.

Eine weitere Eigenschaft von Dämmungen aus Seegras ist der relativ gute Brandschutz. Denn Seegras ist von Natur aus normal entflammbar und wird deshalb in die Brandschutzklasse B2 eingestuft. Zurückzuführen ist dies auf den hohen Silikat- und Salzgehalt, den der Stoff von Natur aus mitbringt.

Dämmstoff Besonderheit Wirkung in der Praxis
Seegras Feuchtigkeitsbeständig Resistent gegen Schimmel, Fäulnis
Diffusionsoffen Reguliert Raumklima
Struktur des Materials Guter Hitzeschutz
Hoher Silikat- und Salzgehalt Natürlicher Brandschutz

Umweltfreundlichkeit

Unter ökologischen Gesichtspunkten ist Seegras beziehungsweise Neptutherm exzellent aufgestellt. Die Herstellung bzw. Aufbereitung des Dämmstoffs benötigt nur wenig Energie, da die Produktion der Kugeln sozusagen von der Natur übernommen wird. Primärenergie wird vor allem für das Säubern und Zerkleinern des Stoffs benötigt. Darüber hinaus ist Seegras frei von gesundheitsschädlichen Stoffen.

Kälteschutz und Hitzeschutz

Mit einer Wärmespeicherkapazität von 2.502 Joule pro Kilogramm und Kelvin ist der Hitze- und Kälteschutz von Seegras als überdurchschnittlich gut zu bewerten. So ist Ihr Haus mit einer Seegras-Dämmung an heißen Tagen gut davor geschützt, sich aufzuheizen. Im Winter sorgen die Dämmeigenschaften von Seegras dafür, dass die Kälte des Winters nicht in die eigenen vier Wände vordringen kann.

Brennbarkeit und Feuchtigkeitsregulierung (Schimmelgefahr)

Seegras ist reich an Silikat und Salz. Diese Bestandteile verleihen dem Material seinen natürlichen Brandschutz, weshalb es in die Brandschutzklasse B2, normal entflammbar, eingestuft wird. Im Gegensatz zu anderen Naturdämmstoffen kann Seegras somit ohne weitere Behandlungen verwendet werden. Darüber hinaus verfügt Seegras über eine hervorragende Feuchtigkeitsregulierung, was der Bildung von Schimmel, Fäulnis und Pilzen vorbeugt.

Entsorgung von Seegras

Da es sich bei Seegras um einen unbehandelten Rohstoff natürlichen Ursprungs handelt, gestaltet sich die Entsorgung unproblematisch. So kann das Dämmmaterial in reiner Form einfach im Bereich des Gartens weiterverwertet werden. Beispielsweise kann Seegras zum Pflanzenwachstum beitragen, denn vermischt mit Gartenerde sorgt der Stoff für einen lockeren Boden.

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