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Dämmung mit Schafwolle

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Inhaltsverzeichnis

Herstellung und Geschichte

Dämmungen aus Schafwolle sind in Form von Matten, Stopfwolle und als Platten erhältlich. Produziert werden sie aus der Wolle von Schafen aus dem europäischen oder dem regionalen Raum. Hierfür wird das Rohmaterial nach der Gewinnung gewaschen, entfettet und der ph-Wert neutralisiert. Während der Verarbeitung wird die Wolle mit Borsalz behandelt, um die Resistenz gegenüber Schädlingen zu erhöhen.

Für die Herstellung von Matten und Platten aus Schafwolle wird das Material nun kardiert, also so bearbeitet, dass ein Vlies entsteht. Dieses wird kreuzweise übereinander gefaltet und in der sogenannten Vernadelmaschine mechanisch zusammengefügt und zugeschnitten. Um der Dämmung mehr Stabilität zu verleihen, werden der Wolle zusätzlich Kunstfasern wie Polyester beigemischt.

Als Dämmung wurde Schafwolle zuerst in Neuseeland eingesetzt. Mittlerweile hat sich der Dämmstoff auf dem deutschen Markt etabliert. Allerdings ist der tatsächliche Marktanteil von Schafwolle verhältnismäßig gering, da vergleichsweise günstigere Alternativen mit weniger speziellen baulichen Eigenschaften zur Wärmedämmung existieren.

Bild: Energieheld Tipp

Insgesamt ist Schafwolle eine gute Alternative zu synthetischen oder mineralischen Dämmstoffen. Ferner weist Schafwolle gute Eigenschaften in Sachen Wärme- und Schalldämmung auf. Auch die Dämmeigenschaften sind positiv hervorzuheben. So beträgt die Wärmeleitfähigkeit circa 0,035 bis 0,045 Watt pro Meter und Kelvin. Die Imprägnierung mit Borsalz macht den Dämmstoff resistent gegen Schädlinge.

Besonderheiten und Einsatzbereiche für Schafwolle

Bild: Schafwolle-Faser
Schafwolle reinigt die Raumluft | © stux / pixabay.com CC0

Dämmungen aus Schafwolle verfügen über hygroskopische Fasern. Das bedeutet, dass Schafwolle in der Lage ist, bis zu 33 Prozent ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben.

Diese Fähigkeit können Sie sich zunutze machen, wenn Sie beispielsweise die Innendämmung von Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit oder eine Kerndämmung planen. Weiterhin reinigt Schafwolle die Raumluft und absorbiert Gerüche sowie Schadstoffe in der Luft.

Deshalb eignet sich das Material gut für die Dämmung von formaldehydbelasteten Innenräumen. Auch in Neubauten wird Schafwolle präventiv zu diesem Zweck eingesetzt. Zu verdanken hat Schafwolle diese Besonderheit dem sogenannten Kreatin, einem Eiweißprotein, aus dem Schafwolle zu einem sehr hohen Teil besteht. Aufgrund dieser Eigenschaft wird Schafwolle als Dämmung ebenfalls im Bereich der Zwischensparrendämmung, der Untersparrendämmung sowie zur Dämmung der Geschossdecke eingesetzt.

Darüber hinaus eignet sich Schafwolle für Ihr Vorhaben, wenn Sie neben guten Leistungen als Wärmedämmung auch auf guten Schallschutz setzen möchten. Denn Schafwolle-Dämmungen eignen sich ebenfalls als Trittschalldämmung und können als Stopfwolle mögliche Hohlräume in Böden und Wänden ausfüllen.

Dämmstoff Eigenschaft Einsatzbereich
Schafwolle Hygroskopische Fasern Alle Bereiche
Reinigt Raumluft Wände
Besteht aus Kreatin Dach und Decken
Guter Schallschutz Böden
Gute Wärmedämmung Außenfassade

Sinnvolle Alternative zu Schafwolle als Dämmstoff

Wenn Sie gerne vom Einsatz von Schafwolle als Dämmung absehen möchten, stehen Ihnen verschiedene Alternativen zur Auswahl. Um die richtige zu wählen, sollten Sie vorab planen, in welchem Bereich und zu welchem Zweck der gesuchte Dämmstoff zum Einsatz kommen soll.

Eine gute Alternative mit ähnlichen Wärmedämmeigenschaften wie Schafwolle ist Hanf. Mit durchschnittlich 0,039 Watt pro Meter und Kelvin ist die Wärmeleitfähigkeit von Hanf als sehr gut zu bewerten. Darüber hinaus verfügt der Stoff über eine hohe Wärmespeicherkapazität, was sich ebenfalls positiv auf die Dämmeigenschaften auswirkt.

Wenn Sie über einen synthetischen Dämmstoff als Alternative zu Schafwolle nachdenken, kann Ihnen Styropor unter Umständen gute Dienste leisten. Das Material verfügt mit 0,039 Watt pro Meter und Kelvin ebenfalls über gute Wärmedämmeigenschaften. Dabei ist Styropor preislich wesentlich günstiger als Schafwolle.

Vorteile und Nachteile von Schafwolle

Bild: Schaf aus Holz
Schafwolle ist umweltfreundlich | © congerdesign / pixabay.com CC0

Ein großer Pluspunkt von Schafwolle-Dämmungen ist deren Umweltfreundlichkeit, denn bei Wolle handelt es sich um einen nachwachsenden Rohstoff, der prinzipiell regional erworben werden kann. Darüber hinaus wird für die Herstellung von Schafwolle-Dämmungen nur wenig Energie benötigt.

Weiterhin weist Schafwolle gute Eigenschaften in Sachen Schall- und Wärmedämmung auf. So beträgt die Wärmeleitfähigkeit circa 0,035 bis 0,045 Watt pro Meter und Kelvin. Um einen U-Wert von 0,24 W/(m²K) nach Vorgabe der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) für eine Fassadendämmung zu erreichen, müsste die Dämmschicht aus Schafwolle lediglich rund 16 Zentimeter betragen. Als nachteilig zu bewerten ist allerdings die Einstufung in die Brandschutzklasse B2. Somit gilt Schafwolle als normal entflammbar.

Da Schafwolle zum größte Teil aus Kreatin besteht, ist der Stoff ohne weitere Behandlung für Insekten und Verrottung anfällig, was ebenfalls negativ zu bewerten ist. Denn für die hier nötige Resistenz wird eine Behandlung Borsalz notwendig, wodurch wiederum die Kompostierung alter Wolle nicht mehr problemlos möglich ist.

Dämmstoff Vorteile Nachteile
Schafwolle Sehr umweltfreundlich Geringer Brandschutz
Gute Wärmedämmung Behandlung mit Borsalz notwendig
Guter Schallschutz Ggfs. keine Kompostierung möglich
Geringe Dämmschicht notwendig -

Übliche Preise für Schafwolle (Material / Einbau)

Das tierische Fasermaterial ist im unteren mittleren Preissegment einzustufen. So können sich die Materialkosten für Schafwolle als Dämmstoff auf circa 15 bis 25 Euro pro Quadratmeter belaufen. Hinzu kommen dann die Kosten für den Einbau, die stark von der durchgeführten Maßnahme abhängen. So ist das Nutzen-Kosten-Verhältnis bei einem Einsatz von Schafwolle als natürliche Dämmung als ausgeglichen zu bezeichnen.

Beispiel: Dämmung der Geschossdecke (60 m²) mit Schafwolle

Die folgende Tabelle stellt für Sie beispielhaft die Kosten für die Dämmung der obersten Geschossdecke mit Schafwolle dar. Dabei liegt der Rechnung die Annahme einer 60 Quadratmeter großen Fläche zugrunde. Da Schafwolle nicht druckbelastbar ist, finden Sie die Kosten für eine begehbare sowie eine nicht begehbare Geschossdecke im Vergleich.

Dämmstoff Dämmung Materialkosten Einbaukosten Kosten für 60 m²
Schafwolle Begehbare Geschossdecke (Dämmmatten) 45 € pro m² 40 - 60 € pro m² 5.100 - 6.300 €
Unbegehbare Geschossdecke (Einblasdämmung) 20 € pro m² 10 - 15 € pro m² 1.800 - 2.100 €

Die wichtigsten Eigenschaften von Schafwolle als Dämmstoff

Bild: Säcke mit Schafwolle
Schafwolle - geruchsneutrale Dämmung | © Jan-Mallander / pixabay.com CC0

Im Gegensatz zu anderen Naturdämmstoffen ist Schafwolle geruchsneutral, weshalb ein dezenter Einsatz möglich ist. Die einzelnen Fasern sind von ziegelartigen Schuppen sowie einer Wachsschicht umhüllt, sodass das Material eine wasserabweisende und schmutzabweisende Eigenschaft erhält.

Gleichzeitig ist Schafwolle als Dämmung diffusionsoffen und verfügt somit über die Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen und nach außen kontrolliert abzugeben. Das macht den Dämmstoff resistent gegenüber Schimmel und Pilzsporen. Weiterhin ist Wolle antistatisch, sodass das Material viele Stäube und Schadstoffe in der Raumluft binden kann. Dies kann unter Umständen Allergien vorbeugen oder Allergikern ihren Alltag in den eigenen vier Wänden erleichtern.

Dämmstoff Eigenschaft Wirkungin der Praxis
Schafwolle Geruchsneutral Dezenter Einsatz
Spezielle Struktur der Fasern Wasserabweisend, schmutzabweisend
Diffusionsoffen Resistent gegen Schimmel und Pilze
Antistatisch Bindet Staub und Schadstoffe in der Luft

Umweltfreundlichkeit

Schafwolle ist ein sehr umweltfreundlicher Dämmstoff. Die Öko-Bilanz im Zuge der Herstellung ist als besonders positiv zu bewerten, da Schafwolle ein nachwachsender Rohstoff ist und kaum Primärenergie notwendig ist. Auch die potenziell kurzen Transportwege des Dämmstoffs wirken sich positiv aus.

Kälteschutz und Hitzeschutz

Mit 1.300 Joule pro Kilogramm und Kelvin liegt die Wärmespeicherkapazität von Schafwolle vergleichsweise im mittleren bis unteren Bereich. So kann der Stoff nur wenig Wärme speichern. Allerdings gleicht die niedrige Wärmeleitfähigkeit von Schafwolle diesen durchschnittlichen Wert aus und sorgt für einen soliden Schutz vor Hitze und Kälte.

Brennbarkeit und Feuchtigkeitsregulierung (Schimmelgefahr)

Da Schafwolle hauptsächlich aus Kreatin besteht, gilt das Material als normal entflammbar. So wird es in die Brandschutzklasse B2 eingestuft und liegt damit gleichauf mit vielen anderen Naturdämmstoffen. In Sachen Schimmelgefahr punktet Schafwolle hingegen aufgrund der Resistenz gegenüber Sporen.

Entsorgung von Schafwolle

Von einer Kompostierung von mit Borsalz behandelter Schafwolle ist abzusehen. Das reine Produkt hingegen kann gut für den Einsatz im Garten verwendet werden. Ausgedienten Dämmstoff aus Schafwolle können Sie auf Ihrer örtlichen Deponie entsorgen. Dabei können Sie mit Kosten von rund 45 Euro pro Tonne rechnen.

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