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Kork - Natur-Dämmung mit speziellem Geruch

Bild: Korkplatte
Kork - aus der Rinde des Korkbaumes | © IpeG-Institut

Kork wird aus der geschroteten Rinde der Korkeiche gewonnen und in Form von Dämm-Platten oder losem Granulat angeboten. In der Regel unterscheidet man zwischen Press- und Backkork, wobei Backkork häufiger als Dämmstoff zum Einsatz kommt.

Bei Backkork werden Korkpartikel durch heißen Wasserdampf expandiert und anschließend durch das eigene Harz zu Blöcken und Platten verklebt. Somit werden keine künstlichen Bindemittel benötigt.

Inhalt


    Herstellung und Geschichte

    Kork entsteht im Zuge eines natürlichen Prozesses, der sogenannten Akkrustierung. Um aus der Rinde sogenannten Back- oder Presskork zu machen, wird diese nach dem Ernten geschrotet. Wird der Korkschrot mit heißem Wasserdampf bearbeitet, sodass sich dessen Volumen vergrößert, nennt sich das Endprodukt Backkork.

    Presskork hingegen entsteht, wenn die Korkrinde zu Granulat zermahlen wird. Anschließend wird der Masse Bindemittel zugeführt. Die ausgehärtete Masse wird dann zu Platten ausgesägt. Die Herstellung von Backkork ist üblicher als die von Presskork, zumal letzterer häufig als Bodenbelag verwendet wird. Zur Dämmung wird bevorzugt Backkork eingesetzt.

    Die Geschichte von Kork als Werkstoff reicht sehr weit zurück, angeblich bis ins 2. Jahrhundert nach Christus. Ursprünglich war der sogenannte Korkschneider beruflich dem Ernten und Schneiden von Kork verpflichtet. Heute wird Kork vor allem im Süden Portugals kultiviert und geernet.

    Energieheld-Hinweis

    Eine Kork-Dämmung ist sehr druckbelastbar, atmungsaktiv und weist Resistenz gegenüber Verrottung, Schädlingen und Fäulnis auf. Der sehr leichte und elastische Dämmstoff ist auch diffusionsoffen. Die Dämmeigenschaften von Kork sind mit denen von mineralisch-synthetischen Dämmstoffen vergleichbar.


    Besonderheiten und Einsatzbereiche von Kork

    Bild: Kork-Platte
    Korkdämmstoff | © PublicDomainPictures / pixabay.com CC0

    Eine Besonderheit von Kork ist seine schlechte Brennbarkeit, trotz seiner Holzbasis. Mit der Einstufung in die Brandschutkategorie B1 gilt er als schwer entflammbar und eignet sich deshalb sehr gut für Ihre Immobilie, wenn diese einen erhöhten Brandschutz erhalten soll.

    Eingesetzt wird Kork vor allem zur Innendämmung sowie zur Dämmung der Kellerdecke. Darüber hinaus verfügt das Material über gute Dämmeigenschaften, die auf die gespeicherte Luft im Werkstoff zurückzuführen sind. Mit einer geringen Wärmeleitfähigkeit von durchschnittlich 0,045 Watt pro Meter und Kelvin sowie einer soliden Wärmespeicherkapazität ist Kork ein guter Dämmstoff zur Außendämmung.

    Die Materialstruktur sorgt ebenfalls für einen guten Schallschutz. Somit sollten Sie eine Dämmung mit Kork in Erwägung ziehen, wenn Ihr Haus an einer vielbefahrenen Straße liegt oder Sie Haustiere haben beziehungsweise über deren Anschaffung nachdenken. Kork-Dämmungen unter Laminat leisten nämlich gute Dienste bei der Trittschalldämmung.

    Dämmstoff Besonderheit Einsatzbereich
    Kork Schlechte Brennbarkeit Wände und Decken
    Gute Dämmeigenschaften Außenwände
    Guter Schallschutz Decken

    Sinnvolle Alternativen zu Kork als Dämmstoff

    Flachs eignet sich besonders als Dämmstoff für nachhaltiges Bauen und ist eine gute Alternative zu Dämmungen aus Kork. Flachs verfügt über gute Dämm- und Schallschutzeigenschaften. Allerdings ist sein Einsatz als Dämmung auf wenige Bereiche des Hauses beschränkt. In Kombination mit anderen Dämmstoffen kann Flachs jedoch zu einer guten Gesamtbilanz Ihrer Immobilie beitragen.

    Weiterhin können Sie alternativ Matten aus Mineralschaum für die Dämmung Ihrer Immobilie verwenden. Ebenso wie Kork ist Mineralschaum druckfest. Zusätzlich eignet sich der Stoff für die Innendämmung sowie Fassadendämmung, da er als nicht brennbar - Brandschutzklassse A1 - eingestuft wird.

    Neue Dämmung vom Fachmann

    Vorteile und Nachteile von Kork

    Bild: Baum mit Rinde aus Kork
    Kork ist ein nachwachsender Rohstoff | © Simon / pixabay.com CC0

    Die Dämmwirkung von Kork ist im gehobenen Mittelfeld anzusiedeln. So beträgt die Wärmeleitfähigkeit circa 0,04 bis 0,05 Watt pro Meter und Kelvin. Um den Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) als Nachfolger der Energieeinsparverordnung (EnEV), bezüglich des Wärmedurchgangskoeffizienten zu entsprechen, muss bei einer Fassadendämmung ein U-Wert von 0,24 W/(m²K) erreicht werden.

    Wird nur Kork als Dämmstoff verwendet, müsste die Dämmschicht circa 18 Zentimeter betragen, was sich unmittelbar auf die Kosten einer Kork-Dämmung auswirkt. Diese sind übrigens als durchschnittlich und damit neutral zu bewerten. Negativ zu beurteilen ist die Tatsache, dass eine Kork-Dämmung zwar aus natürlichen, nicht aber aus heimischen Rohstoffen besteht.

    So bestehen für Kork lange Transportwege, zumeist aus Portugal, sodass die Ökobilanz etwas verschlechtert wird. Ein weiterer Nachteil ist auch, dass Kork einen charakteristischen Eigengeruch entwickelt und somit keine passende Wahl für jedermann darstellt. Dies könnte gerade bei Innendämmungen problematisch werden.

    Dämmstoff Vorteile Nachteile
    Kork Gute Dämmwirkung Lange Transportwege
    Geringe Dämmdicke notwendig Spezieller Geruch des Materials

    Übliche Preise für Kork (Material / Einbau)

    Der Preis für Kork ist im mittleren Preissegment anzusiedeln und hängt stark von der Dämmstoffdicke ab. Als Orientierung kann davon ausgegangen werden, dass sich die Materialkosten für Kork als Dämmstoff ohne Einbau auf circa 30 bis 80 Euro pro Quadratmeter belaufen.

    Die Kosten in Sachen Einbau können variieren und hängen von der Art der Maßnahme zur Dämmung ab. So sind Einblasdämmungen wesentlich kostengünstiger als beispielsweise die Montage eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS). Für letzteres können Korkplatten verwendet werden, sodass Sie grob 30 bis 40 Euro pro Quadratmeter für den Einbau einer solchen Maßnahme veranschlagen können.

    Beispiel: Dämmung der Fassade (130 m²) mit Kork

    Das folgende Beispiel soll Ihnen einen ersten Überblick über die Kosten geben, die bei einer Fassadendämmung mit einer Fläche von 130 Quadratmetern mit Kork entstehen können. Der Rechnung liegt eine Dämmdicke von 18 Zentimetern zugrunde, um dem vom GEG vorgegebenen U-Wert von 0,24 W/(m²K) zu entsprechen.

    Dämmstoff Dämmung Materialkosten Einbaukosten Kosten für 130 m²
    Kork Kerndämmung 78 € pro m² 10 € pro m² 11.440 €

    Die wichtigsten Eigenschaften von Kork als Dämmstoff

    Bild: Pinnwand aus Kork mit Glühbirne
    Kork ist vielseitig einsetzbar | © AbsolutVision / pixabay.com CC0

    Dank seiner lufthaltigen Struktur ist Kork elastisch, was sich als besonders vorteilhaft beim Einbau des Materials erweist. So können Kork-Dämmungen gut an individuelle Bauformen angepasst werden.

    Gleichzeitig behält die Dämmung ihre Druckbelastbarkeit. Diese Eigenschaft ermöglicht es, den Stoff zur Dämmung von belasteten Elementen wie Decken beziehungsweise Fußböden problemlos einzusetzen.

    Weiterhin ist Kork diffusionsoffen. So ist das Material in der Lage, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben. In dieser Eigenschaft begründet sich die Beständigkeit von Kork gegenüber Fäulnis. Auch Schädlinge zeigen aufgrund der natürlichen Beschaffenheit von Kork keinerlei Interesse an dem Material.

    Gleichzeitig ist Kork beständig gegenüber Verrottung, was den langen Einsatz der Dämmung ermöglicht. Dies wirkt sich positiv auf die Öko-Bilanz aus und gleicht die negative Tendenz des langen Transportwegs ein Stück weit aus.

    Dämmstoff Besonderheit Wirkung in der Praxis
    Kork Speichert Luft in Zellen Elastisch, einfache Anpassung
    Druckbelastbar Einsatz in Bereichen mit Last
    Diffusionsoffen Resistent gegenüber Fäulnis
    Eigengeruch Beständig gegen Ungeziefer
    Verrottungsresistent Langlebig

    Umweltfreundlichkeit

    Auf der einen Seite handelt es sich bei Kork um einen nachwachsenden Rohstoff, was sich positiv auf die Umwelt-Bilanz auswirkt. Auf der anderen Seite entsteht beim Transport des Dämmstoffs nach Deutschland sehr viel CO2. So stehen sich diese beiden Aspekte gegenüber und erschweren eine eindeutige Bewertung. Mit Blick auf den Einsatz im Haus ist Kork allerdings eine umweltfreundliche Dämmmethode, da das Material langlebig und gesundheitlich unbedenklich ist.

    Kälteschutz und Hitzeschutz

    Mit einem Höchstwert von 2.100 Joule pro Kilogramm und Kelvin ist die Wärmespeicherkapazität von Kork als überdurchschnittlich zu bewerten. Die durch den Produktionsprozess gespeicherte Luft in der Struktur des Materials verhindert das schnelle Eindringen von Hitze oder Kälte. So bleibt Ihr Haus mit einer Kork-Dämmung im Sommer von brütender Hitze verschont und im Winter vor kalter Luft geschützt.

    Brennbarkeit und Feuchtigkeitsregulierung (Schimmelgefahr)

    Im Gegensatz zu anderen pflanzlichen Dämmstoffen verfügt Kork über einen hervorragenden Brandschutz. Das Material wird in die Brandschutzklasse B1 eingestuft und gilt somit als schwer entflammbar. Auch die Feuchtigkeitsregulierung ist als gut zu bewerten. Dank der spezifischen Materialstruktur bietet Kork Fäulnis und Schimmel keine Basis.

    Ist eine Dämmung aus Kork gesundheitsschädlich?

    Da eine Dämmung aus Kork vollständig aus der natürlichen Rinde der Korkeiche besteht, sind keine negativen Einflüsse auf die Gesundheit zu erwarten. Auch der Ein- und Ausbau einer solchen Dämmung kann ohne aufwändige Vorsichtsmaßnahmen durchgeführt werden. Durch einen guten Schutz vor Schimmel und Feuer kann die Dämmung aus Kork als besonders gesundheitsschonend beschrieben werden.

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    Entsorgung von Kork

    Die für Dämmungen häufig verwendeten Backkork-Matten sind in der Regel nicht mit Zusätzen versehen und deshalb problemlos zu entsorgen. Es besteht die Möglichkeit, dass Reste aus Kork zu Granulat weiterverarbeitet werden. Ausgediente Kork-Dämmungen, die keinerlei weitere Behandlung erfahren haben, können als Bauschutt bei Ihrer örtlichen Deponie entsorgt werden. Diesbezüglich können Sie mit Kosten von um die 40 Euro pro Tonne rechnen. Dabei variieren die tatsächlichen Preise je nach Region.