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Dämmung mit Flachs

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Inhaltsverzeichnis

Herstellung und Geschichte

Um Dämmplatten aus Flachs herzustellen, werden aus der Pflanze die Stängel beziehungsweise Kurzfasern gewonnen. Im Anschluss wird das Material zu einem Faservlies verarbeitet. Für gewöhnlich werden bei diesem Schritt Polyester- oder Stärkefasern hinzugegeben, die dem Produkt mehr Festigkeit verleihen. Darüber hinaus werden den Matten verschiedene Salze hinzugefügt, die als Brandschutzmittel fungieren.

Die älteste nachweisbare Flachsverarbeitung Mitteleuropas liegt rund 28.000 Jahre zurück. Damals wurde Flachs vornehmlich für die Fertigung von Kleidung verwendet. Nachdem im 18. Jahrhundert viele Dörfer niederbrannten, wurden die ersten Bestimmungen zum Umgang mit Flachs erlassen. Heute ist Flachs vor allem als umweltfreundlicher Dämmstoff bekannt.

Bild: Energieheld Tipp

Flachs eignet sich besonders als Dämmstoff für nachhaltiges Bauen, da er aus einem nachwachsenden Material gefertigt wird. Gleichzeitig verfügt das Material über gute Dämm- und Schallschutzeigenschaften. Allerdings ist der Einsatz von Flachs als Dämmung auf wenige Bereiche des Hauses beschränkt. In Kombination mit anderen Dämmstoffen kann Flachs jedoch zu einer guten Gesamtbilanz Ihrer Immobilie beitragen.

Besonderheiten und Einsatzbereiche für Flachs

Bild: Flachs in der Natur
Trocknung von Flachs | © Goossen / shutterstock.com

Wenn Sie eine Innenraumdämmung planen, ist der Einsatz von Flachs definitiv eine Überlegung wert, denn das natürliche Material besitzt gute Wärmedämmeigenschaften. Weiterhin bietet der Stoff einen sehr guten Schallschutz, was besonders praktisch ist, wenn Ihre Immobilie in einer geräuschintensiven Umgebung steht.

Darüber hinaus zeichnet sich Flachs durch eine besonders hohe Formbeständigkeit aus. So müssen Sie nicht befürchten, dass das Material mit der Zeit einschrumpft. Flachs kann bei der Dämmung der Innenräume verwendet werden. Weiterhin eignet sich der Stoff gut als Zwischensparrendämmung von Dächern und Fachwerkwänden.

Allerdings sind die möglichen Einsatzbereiche des Dämmstoffs schnell erschöpft. Als Außendämmung sowie als Dachdämmung ist Flachs nämlich nicht geeignet. Somit sollten Sie bei einer ganzheitlichen Dämmung Ihrer Immobilie Flachs in Kombination mit anderen Dämmstoffen einsetzen.

Dämmstoff Besonderheiten Einsatzbereich
Flachs Gute Wärmedämmeigenschaften Dach und Decke
Hohe Formbeständigkeit Holzbalkendecken und Wände
Sehr hoher Schallschutz Decke und Wände

Sinnvolle Alternativen zu Flachs als Dämmstoff

Kork ist eine gute Alternative zu Flachs. So können Sie Pläne verwirklichen, die über den Anwendungsbereich von Flachs hinausgehen. Gleichzeitig setzen Sie mit einer Kork-Dämmung auf ähnlich gut Wärmeeigenschaften. Darüber hinaus wird Kork in der Brandschutzklasse B1 eingestuft und liegt damit sogar höher als Flachs.

Eine weitere Alternative zu Flachs stellen Dämmstoffe aus Hanf dar. Beide Varianten sind in Form von Matten mit ähnlichen Dämm- und Brandeigenschaften erhältlich. Neben der Zwischensparrendämmung ist Hanf ebenfalls als Wanddämmung im Trockenbau einsetzbar.

Vorteile und Nachteile von Flachs

Bild: Hände mit Papierschnipseln
Flachs verfügt über gute Dämmeigenschaften | © Alexas_Fotos / pixabay.com CC0

Die Wärmeleitfähigkeit von Flachs beträgt gerade einmal 0,04 W/(mK), was sich positiv auf die Eigenschaften zur Wärmedämmung auswirkt. Dadurch benötigen Sie weniger Material, um auf einen von der Energiesparverordnung vorgegeben U-Wert von 0,24 W/(m²K) zu kommen. Allein 15 Zentimeter Dämmdicke ist dafür ausreichend.

Ein Nachteil von Flachs ist seine Entflammbarkeit, denn trotz der Behandlung durch verschiedene Salze bei der Herstellung bleibt der Stoff brennbar. Hinzu kommt, dass die Fasern nicht sonderlich elastisch und somit nur für konventionelle Bauformen geeignet sind. Auch die begrenzten Anwendungsfelder einer Flachs-Dämmung schlagen sich als Minuspunkt nieder.

Dämmstoff Vorteile Nachteile
Flachs Gute Wärmeleitfähigkeit Hohe Brennbarkeit
Geringe Dämmdicke ausreichend Begrenzt in Anwendung

Übliche Preise für Flachs (Material / Einbau)

Abhängig von der gewünschten Dämmdicke können Sie bei einer Dämmung mit Flachs zwischen 13 und 30 Euro rechnen. Damit ist Flachs ein verhältnismäßig günstiger Dämmstoff. Um den U-Wert von 0,24 W/(mK) zu erreichen, lässt sich mit einem Preis um die 15 Euro kalkulieren. Für Einbau und Material zusammen können Sie von 30 bis 40 Euro pro Quadratmeter ausgehen.

Beispiel: Dämmung des Innenraums (130 m²) mit Flachs

Die folgende Tabelle dient Ihnen als Hilfe, um einen ersten Überblick über potenzielle Kosten bei einer Dämmung der Innenräume mit Flachs zu erhalten. Dabei haben wir für Sie den Preis bei einer zu dämmenden Fläche von 130 Quadratmetern berechnet.

Dämmstoff Dämmung Materialkosten Einbaukosten Kosten für 130 m²
Flachs Kerndämmung 15,30 € pro m² 30 - 40 € pro m² 3.900 - 5.200€

Die wichtigsten Eigenschaften von Flachs als Dämmstoff

Flachspflanze
Flachs kommt in der Natur vor | © manfredrichter / pixabay.com CC0

Flachs besteht zu einem großen Teil aus Zellulose, was den Dämmstoff reistent gegenüber Fäulnis und Schimmel macht. Auch ist das Material dadurch vor Insekten und Ungeziefer auf natürliche Weise geschützt.

Wenn Sie beispielsweise einen Altbau sanieren möchten, leistet Flachs Ihnen dank seiner Diffusionsoffenheit gute Dienste. Dank der Fähigkeit Feuchtigkeit aufzunehmen und nach außen abzugeben reguliert Flachs das Raumklima auf natürliche Weise. Zu guter Letzt zeichnet sich Flachs durch seine Eigenschaft aus, durch seine Anbringung die Durchlässigkeit von Lärm und Geräuschen durch die Wand zu verringern.

Dämmstoff Eigenschaft Wirkung in der Praxis
Flachs Zellulosehaltig Resistent gegenüber Schimmel, Fäulnis und Ungeziefer
Diffusionsoffen Reguliert die Feuchtigkeit im Raum
Schallmindernd Reduziert den Geräuschpegel

Umweltfreundlichkeit

Als in der Natur vorkommender Rohstoff eignet sich Flachs ideal für eine nachhaltige Bauweise. Auch die Herstellung wirkt sich positiv auf die Umweltbilanz des Dämmstoffs aus, da nur wenig Energie notwendig ist. Darüber hinaus ist Flachs unbedenklich für Gesundheit und Natur. Zudem ist der Erwerb lokal produzierter Dämmstoffe sowie pestizidfreier Materialien möglich.

Kälteschutz und Hitzeschutz

Der Dämmstoff kann einen Wärmeleitkoeffizienten von durchschnittlich 0,04 W/(mK) vorweisen, sodass Hitze und Kälte sich in Flachs verhältnismäßig langsam ausbreiten. Hingegen ist der Hitzeschutz von Flachs mit einer Wärmespeicherkapazität von 1.300 Joule pro Kilogramm und Kelvin als schlecht zu bewerten, denn das heißt, dass das Material nur wenig Energie speichern kann.

Brennbarkeit und Feuchtigkeitsregulierung (Schimmelgefahr)

Eingestuft in die Brandschutzklasse B2 gilt Flachs als normal entflammbar, sodass der Dämmstoff beispielsweise nicht in Gebäuden mit der Auflage eines hohen Brandschutzes eingesetzt werden sollte. Im Gegensatz dazu wird die hervorragende Feuchtigkeitsregulierung von Flachs von Bauherren geschätzt.

Entsorgung von Flachs

Aufgrund der Zusätze sollte von der Kompostierung von Flachs abgesehen werden. Doch es gibt auch eine umweltfreundliche Möglichkeit, das Material zu entsorgen, denn Flachs ist wiederverwertbar und kann dem Produktionsprozess wieder zugeführt werden.