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Dämmung mit Blähton

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Inhaltsverzeichnis

Herstellung und Geschichte

Das erste Blähtonwerk in Deutschland wurde wohl 1955 in Hennstedt in Betrieb genommen. Seinen Ursprung hat der Dämmstoff in den USA, wo 1917 in einer Ziegelei der erste Versuch zur Herstellung desselben unternommen wurde. Das entwickelte Verfahren wurde anschließend unter anderem in Dänemark aufgegriffen.

Im Zuge des Verfahrens wird roher Ton mit Wasser aufbereitet und zerkleinert. Anschließend wird das Gemisch bei circa 1.200 Grad Celsius in einem sogenannten Drehrohrofen gebrannt. Dabei verbrennen die organischen Anteile des Rohmaterials und Kohlendioxid entsteht. Dieses bläht den Ton in Form von kleinen Kugeln auf, sodass am Ende das vier- bis fünffache des anfänglichen Volumens vorliegt.

Bild: Energieheld Tipp

Blähton ist ein vielseitger Dämmstoff aus natürlichem Material. Er ist resistent gegenüber Frost und Feuchtigkeit und gilt als nicht brennbar. Allerdings verfügt Blähton über verhältnismäßig schlechte Dämmeigenschaften, sodass viel Material benötigt wird, um einen guten U-Wert von 0,24 W/(m²K) zu erreichen.

Besonderheiten und Einsatzbereiche für Blähton

Bild: Dach mit Sonne
Blähton verfügt über einen guten Hitzeschutz | © falco / pixabay.com CC0

Blähton bietet sich für Häuser an, die sich im Sommer schnell aufheizen, denn die Kügelchen speichern sehr gut Wärme und sorgen somit für eine ausgewogene Raumtemperatur. Liegt ihr Haus an einer vielbefahrenen Straße, bringt Ihnen eine Dämmung mit Blähton zudem ruhige Nächte.

Dies liegt daran, dass das Material sich durch gute Schallschutzeigenschaften auszeichnet. Blähton wird in der höchsten Brandschutzklasse A1 eingestuft und gilt damit als nicht brennbar. Dies erweist sich vor allem dann als praktisch, wenn es sich bei Ihrer Immobilie um ein Gebäude mit erhöhtem Brandschutzbedarf handelt, wie beispielsweise Reihen- oder Hochhäuser.

Wenn Sie eine nachträgliche Dämmung Ihres Hauses planen, wird Blähton als Schüttung eingesetzt, um Hohlräume in Wänden, Dächern und Fußböden zu befüllen. Besonders für die oberste Geschossdecke eignet sich das Material aufgrund seiner hohen Belastbarkeit, welche die Geschossdecke weiterhin begehbar macht. Wenn Sie Blähton für die Dämmung Ihrer Außenwand einsetzen möchten, ist dies bei einem zweischaligen Mauerwerk möglich.

Dämmstoff Besonderheiten Einsatzbereich
Blähton Guter Hitzeschutz Dach und Außenwand
Guter Schallschutz Fußböden und Wände
Hoher Brandschutz Dach, Wände, Fußböden

Sinnvolle Alternativen zu Blähton als Dämmstoff

Wenn Sie keinen Blähton verwenden möchten, existieren verschiedene Alternativen mit denen Sie ähnlich arbeiten können. Diese unterscheiden sich von Blähton meist in der Brandschutzklasse, der nötigen Materialmenge sowie der Wärmekapazität.

Statt Blähton bietet sich eine Dämmung mittels Holzfaser an, denn Holzfasern kommen als Einblasdämmung ebenso wie Blähton für die Fassade und im Dachbereich zum Einsatz. Dabei verfügt der Dämmstoff über eine hohe Wärmekapazität, sodass weniger Material notwendig ist als bei Blähton. Allerdings werden Holzfasern mit der Brandschutzklasse B2 eingestuft und gelten damit als normal entflammbar.

Sie können alternativ auch Zellulose als Dämmung einsetzen, vor allem dann, wenn Sie in Ihrem Haus Probleme mit einer zu hohen Luftfeuchtigkeit haben; denn Zelluloseflocken sind feuchtigkeitsregulierend und gleichzeitig schimmelbeständig. Durch die Einstufung in die Brandschutzklasse B2 steht das Material einer Dämmung mit Holzfasern nichts nach. Allerdings sind Zelluloseflocken außerhalb eines Hohlraums nicht druckbelastbar, sodass beispielsweise beim Einsatz in der obersten Geschossdecke dieselbe dadurch nicht mehr begehbar ist.

Vorteile und Nachteile von Blähton

Bild: Entscheidungshilfe Pro und Contra
Blähton hat Vorteile und Nachteile | © Alexas_Fotos / pixabay.com CC0

Blähton gibt während des Einsatzes keinerlei Schadstoffe ab. Wenn Sie beispielsweise eine erneute Dämmung planen und bereits über Blähton verfügen, kann dieser aufgesaugt und erneut verwendet werden. Auch die Entsorgung von Blähton ist in der Regel unkompliziert möglich.

Negativ zu beurteilen ist jedoch die Dämmeigenschaft von Blähton. Dieser weist eine hohe Wärmeleitfähigkeit von 0,10 - 0,18 W/(m K) auf. Der Wärmedurchgangskoeffizient von Blähton ist ebenfalls relativ hoch. Um den Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) mit einem geforderten Wärmedurchgangskoeffizienten von U = 0,24 W/(m²K) gerecht zu werden, müsste eine Mauerdicke von 72 cm installiert und gedämmt werden.

Aus diesem Grund wird Blähton häufig in Kombination mit anderen Dämmstoffen verwendet. Auch für die Produktion von Wänden aus Leichtbeton wird der Stoff eingesetzt, sodass Sie beim Bau eines massiven Fertighauses vermutlich einen gewissen Anteil Blähton erhalten werden.

Dämmstoff Vorteile Nachteile
Blähton Schadstofffrei im Einsatz Hohe Wärmeleitfähigkeit = viel Wärme dringt nach außen
Wiederverwendbar bzw. problemlos zu entsorgen Hoher Wärmedurchgangskoeffizient = schneller Verlust der Wärme
Kostengünstig Hohe Materialdicke notwendig

Übliche Preise für Blähton (Material / Einbau)

Die Preise für Blähton sind im Allgemeinen sehr niedrig. 50 Liter erhält man für circa 18 bis 20 Euro. Somit belaufen sich die reinen Materialkosten für Blähton auf rund 40 Cent pro Liter. Hinzu kommen die Kosten für den Einbau und Hilfsmittel.

Für Material und Einbau können Sie grob mit einer Preisspanne von 20 bis 250 Euro pro Quadratmeter Dämmung rechnen. Doch gilt es für die genaue Berechnung der Kosten, die einzelnen Maßnahmen zu beachten. Beispielsweise variiert der Preis für ein Vorhaben, wenn Sie lediglich eine Trittschalldämmung oder eine Dämmung des Dachs inklusive Neueindeckung planen.

Beispiel: Einblasdämmung mit Blähton im Dachgeschoss (60 m²)

Das folgende Beispiel soll Ihnen dazu dienen, die allgemeinen Kosten für eine einzelne Dämmmaßnahme grob einschätzen zu können. Dabei haben wir berechnet, wie hoch die Kosten für eine Einblasdämmung im begehbaren und nicht begehbaren Dachgeschoss mit 60 Quadratmetern Fläche sind.

Dämmstoff Dämmung Materialkosten Einbaukosten Kosten für 60 m²
Blähton Nicht begehbare Geschossdecke 20 € pro m² 15 - 25 € pro m² 2.100 - 2.700 €
Begehbare Geschossdecke 20 € pro m² 40 - 60 € pro m² 3.600 - 4.800 €

Die wichtigsten Eigenschaften von Blähton als Dämmstoff

Bild: Baustelle mit Fahrzeug
Blähton besteht aus natürlichem Material | © paulbr75 / pixabay.com CC0

Jeder Dämmstoff bringt verschiedene Eigenschaften mit sich. Blähton besteht aus natürlichem Material und verfügt über eine kapillaraktive sowie diffusionsoffene Struktur. Das bedeutet, dass Blähton Feuchtigkeit aufnehmen und nach außen wieder abgeben kann, wodurch beispielsweise die Bildung von Schimmel verhindert werden kann.

Weiterhin ist Blähton resistent gegen Frost und damit als langlebiges Dämmmaterial beliebt. Blähton zeichnet sich zudem durch ein geringes Gewicht aus, was den Transport des Materials zur Baustelle und hin zur entsprechenden Dämmstelle enorm erleichtert. Aufgrund seiner geringen Schwere ist Blähton für den Einsatz bei der Dachbegrünung sehr beliebt.

Im Gegensatz zu anderen Dämmstoffen ist die Schüttung von Blähton ohne größere Gesundheitsrisiken möglich. Es kann sich lediglich etwas Staub bilden, weshalb gegebenenfalls ein Atemschutz notwendig ist. Darüber hinaus weist Blähton eine Resistenz gegenüber Ungeziefer und Nagetieren aus, die in der Regel keinerlei Interesse an der Dämmung zeigen.

Dämmstoff Eigenschaft Wirkung in der Praxis
Blähton Resistent gegen Feuchtigkeit Schimmel und Pilze haben dem Material nichts an
Diffusionsoffen Nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie nach außen ab
Resistent gegen Frost Garantiert langlebigen Einsatz
Geringes Gewicht Unproblematischer Transport
Resistent gegen Ungeziefer und Nager Kein Schädlingsbefall

Umweltfreundlichkeit

Blähton zählt zu den mineralischen Dämmstoffen und besteht aus dem natürlichem Material Ton. Dieses muss in der Regel nicht erst künstlich hergestellt werden, sondern ist in reiner Form in der Natur vorhanden. Zwar wirkt sich dieser Aspekt positiv auf die Umweltfreundlichkeit der Herstellung von Blähton aus. Allerdings gleicht sich dieser Effekt im Gesamten wieder aus, da zum Aufblähen des Tons zu Kügelchen ein hoher Energieaufwand notwendig ist.

Weiterhin wird Blähton als schadstofffrei bewertet. Der Einbau sowie die Entfernung der Dämmung können also ohne gesundheitliche Risiken durchgeführt werden. Auch eine umweltfreundliche Entsorgung ist möglich. Dadurch, dass der Stoff als nicht brennbar gilt, können im Falle eines Feuers auch keine giftigen Gase entstehen.

Kälteschutz und Hitzeschutz

Der Wärmeleitkoeffizient von Blähton liegt mit durchschnittlich 0,14 W/(m K) verhältnismäßig hoch. Dies bedeutet, dass die Wärmedämmung des Materials nicht sonderlich gut ist, sodass eine große Materialmenge oder die Kombination mit anderen Dämmstoffen notwendig ist.

Brennbarkeit und Feuchtigkeitsregulierung (Schimmelgefahr)

Die Brennbarkeit von Dämmstoffen wird mittels unterschiedlicher Brandschutzklassen angegeben. Blähton wird als nicht brennbar und damit in die Kategorie A1 eingestuft. Dies ermöglicht den Einsatz des Stoffes in Gebäuden wie Hoch- und Reihenhäusern, die einen guten Schutz bei Feuer gewährleisten müssen.

Blähton ist darüber hinaus nicht anfällig für die Bildung von Schimmel oder Pilzen auf dem Dämmmaterial. Dies verdankt die Dämmung seiner Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben.

Entsorgung von Blähton

Die Entsorgung von ausgedientem Blähton ist in der Regel unkompliziert und umweltfreundlich. Das Material kann beispielsweise zerkleinert werden und als Ausgangsstoff für Leichtbeton oder Mörtel zum Einsatz kommen. Dabei ist die notwendige Energie für das Recyceln und die Weiterverarbeitung verhältnismäßig gering.

Private Haushalte können ausgedienten Blähton auf dem Wertstoffhof abgeben. Recherchieren Sie vorab die mögliche Menge, die bei Ihnen vor Ort täglich angenommen wird. Dabei fällt Blähton unter die Kategorie Bauschutt beziehungsweise Bauabfälle, bei deren Entsorgung mit Kosten zwischen 30 und 45 Euro pro Kubikmeter zu rechnen ist.

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