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Glaswolle - die am häufigsten verwendete Dämmung

Bild: Glasfaser als Dämmstoff
Glasfaser-Dämmmatte | © John Kasawa / shutterstock.com

Glaswolle stellt eine Verbindung aus mineralischen und synthetischen Substanzen dar. Bei der Glaswolle-Herstellung wird in den meisten Fällen auf Altglas zurückgegriffen, welches mit Kalkstein- oder Sandbeimischung aufgeschmolzen wird.

Das geschmolzene Glas wird zu Fäden gesponnen. Das dabei entstehende Vlies wird nach der Zugabe eines Bindemittels ausgehärtet. Glaswolle gilt als ein sehr vielfältiger Mineraldämmstoff. Erfahren Sie hier bei Energieheld alles über Dämmstoffe und Dämmungen.

Inhalt


    Herstellung und Geschichte

    Ursprünglich wurde Glaswolle zur Herstellung von Textilien entwickelt. Dafür erhitzte angeblich Jules de Brunfaut im Jahr 1849 Glasstäbe, zog aus ihnen Fasern und wickelte sie über eine Rolle. Beim späteren Abziehen von derselben zogen sich die Fasern spiralförmig zusammen. Im Laufe der Jahre wurden viele unterschiedliche Verfahren zur Herstellung von Glaswolle entwickelt. Sie unterscheiden sich je nach Hersteller.

    Glaswolle ist in Form von gepressten Matten und Platten unterschiedlicher Stärke erhältlich. Der Dämmstoff besteht über die Hälfte aus Altglas, Quarzsand, Soda und Kalk. Ein gängiges Verfahren zur Herstellung von Glaswolle sieht die Erhitzung des Rohstoffe bei 1.600 Grad Celsius vor, sodass eine Schmelze entsteht. Anschließend werden aus dieser durch Schleudern oder Ziehen Fasern erzeugt. Nach der Zugabe von Bindemitteln werden die Fasern zu Matten oder Platten verarbeitet.

    Energieheld-Hinweis

    Der mineralische Dämmstoff Glaswolle besteht zu einem großen Teil aus Altglas und bringt viele Vorteile mit sich. Beispielsweise besitzt die Dämmung eine niedrige Wärmeleitfähigkeit und gute Schallschutzeigenschaften. Allerdings kann Glaswolle nicht in Bereichen eingesetzt werden, die mit Feuchtigkeit in Berührung kommen. Andernfalls kann der Dämmstoff seine Effektivität verlieren.


    Besonderheiten und Einsatzbereiche für Glaswolle

    Bild: Schuhe auf Holzfußboden
    Glaswolle als Trittschalldämmung | © MabelAmber / pixabay.com CC0

    Liegt Ihr Haus an einer viel befahrenen Straße oder in einer lauten Nachbarschaft, wird Ihnen Glaswolle als Dämmstoff gute Dienste leisten. Das Material verfügt nämlich über gute Eigenschaften in Sachen Schallschutz und findet häufig als Trittschalldämmung in Decken Verwendung.

    Weiterhin überzeugt Glaswolle durch gute Wärmedämmeigenschaften. So ist die Wärmeleitfähigkeit des Stoffs vergleichsweise niedrig und beträgt durchschnittlich 0,038 Watt pro Meter und Kelvin. Aus diesem Grund können Sie Glaswolle verwenden, wenn Sie beispielsweise die Dämmung Ihres Dachs planen. Das Material ist sowohl als Zwischensparrendämmung als auch als Aufsparrendämmung geeignet.

    Neben den bereits genannten Bereichen wird Glaswolle auch vermehrt als Innendämmung verwendet. Der Dämmstoff verfügt über gute Brandschutzeigenschaften und gilt als nicht brennbar, weshalb er beliebt ist für die Dämmung von Hochhäusern und öffentlichen Gebäuden. Planen Sie also Maßnahmen, die einen hohen Brandschutz erfordern, können Sie auf Glaswolle zurückgreifen.

    Dämmstoff Besonderheit Einsatzbereich
    Glaswolle Guter Schallschutz Decken und Wände
    Gute Dämmeigenschaften Dach und Wände
    Hoher Brandschutz Dach und Wände

    Sinnvolle Alternativen zu Glaswolle als Dämmstoff

    Wenn Sie sich gegen den Einsatz von Glaswolle als Dämmung entscheiden, können Sie sich über andere Dämmstoffe informieren. Die Entscheidung für eine Alternative sollte dabei vom konkreten Einsatzbereich des Materials abhängig gemacht werden.

    Anstatt Glaswolle kann als synthetische Alternative XPS verwendet werden. XPS hat mit 0,038 Watt pro Meter und Kelvin vergleichbare Dämmeigenschaften und verfügt über einen guten Hitzeschutz. Weiterhin ist XPS preisgünstig, wird allerdings nur in die Brandschutzklasse B2 eingestuft.

    Hanf stellt auch eine gute Alternative dar und ist ein umweltfreundlicher Naturdämmstoff. Mit 0,039 Watt pro Meter und Kelvin besitzt er ähnlich gute Dämmeigenschaften wie Glaswolle. Darüber hinaus wird Hanf auch zum Schallschutz eingesetzt. Aber auch dieser Dämmstoff verfügt über eine geringere Brandschutzklasse als Glaswolle.

    Neue Dämmung vom Fachmann

    Vorteile und Nachteile von Glaswolle

    Bild: Wegweiser blanko
    Glaswolle hat viele Vorteile | © geralt / pixabay.com CC0

    Die Wärmeleitfähigkeit von Glaswolle beträgt lediglich 0,032 bis 0,040 Watt pro Meter und Kelvin. Im Vergleich zu anderen Dämmstoffen ist dieser Wert niedrig und gilt damit als gut, da nur wenig Wärme durch den Stoff fließt.

    Um den Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) gerecht zu werden, das Ende 2020 aus der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) hervorgegangen ist, muss bei einer Fassadendämmung ein U-Wert von 0,24 W/(m²K) erreicht werden. Um diesen Vorgaben zu entsprechen, muss eine reine Dämmung aus Glaswolle lediglich 14 Zentimeter dick sein. Ein weiterer Vorteil von Glaswolle ist deren Resistenz gegenüber Schimmel. Auch Ungeziefer bietet der Dämmstoff keinen Lebensraum.

    Hinzu kommen die Vorteile eines hohen Brandschutzes sowie der schalldämmenden Eigenschaften. Doch hat Glaswolle als Dämmstoff auch Nachteile. Als nachteilig einzustufen ist die Tatsache, dass die Dämmmatten nur dort eingesetzt werden können, wo keine Feuchtigkeit eindringt und keine starken Druckbelastungen entstehen. Ein weiterer Nachteil ist der hohe Energieaufwand, welcher bei der Glaswolle-Produktion entsteht.

    Dämmstoff Vorteile Nachteile
    Glaswolle Niedrige Wärmeleitfähigkeit Empfindlich bei Nässe
    Geringe Dämmdicke notwendig Hoher Energieaufwand bei Produktion
    Resistent gegen Schimmel Nicht druckbelastbar
    Resistent gegen Ungeziefer -
    Hoher Brandschutz -

    Übliche Preise für Glaswolle (Material / Einbau)

    Die Preise von Glaswolle sind sehr niedrig und belaufen sich auf nur circa 10 bis 20 Euro pro Quadratmeter. Hinzu kommen dann noch die Kosten für den Einbau der Dämmung. Der endgültige Betrag hängt vor allem davon ab, welche Bauteile Sie dämmen möchten und welche Dämmdicke Sie anstreben.

    Beispiel: Dachdämmung (100 m²) mit Glaswolle

    Das folgende Beispiel stellt für Sie exemplarisch die Kosten für eine Dämmung des Dachs mit Glaswolle dar. Dabei gehen wir von einer Fläche von 100 Quadratmetern und einer Zwischensparrendämmung aus. Weiterhin werden weitere Bauteile, die Einfluss auf die Dämmdicke und damit auf den Preis nehmen können, vernachlässigt.

    Dämmstoff Dämmung Materialkosten Einbaukosten Kosten für 100 m²
    Glaswolle Zwischensparren 19 € pro m² 20 - 40 € pro m² 3.900 - 5.900 €

    Die wichtigsten Eigenschaften von Glaswolle als Dämmstoff

    Bild: Schlafende Katze
    Glaswolle punktet in Sachen Hitzeschutz | © StockSnap / pixabay.com CC0

    Zu den wichtigsten Eigenschaften von Glaswolle als Dämmung zählt die Rohdichte des Materials, das der Dämmung gute Qualitäten in Sachen Schallschutz verleiht. Darüber hinaus handelt es sich bei Glaswolle um einen langlebigen Stoff, der gegenüber Schimmel und Ungeziefer resistent ist. Dies verdankt die Glaswolle ihrer mineralischen Basis.

    Weiterhin verfügt Glaswolle über gute Wärmedämmeigenschaften. Im Vergleich zu Steinwolle liegt die Wärmespeicherkapazität von Glaswolle höher. Möchten Sie also auf einen erhöhten Hitzeschutz setzen, ist Glaswolle die bessere Wahl in Bezug auf Dämmungen aus Mineralwolle. Mit der Brandschutzklasse A1 ausgezeichnet, gilt Glaswolle als nicht brennbar. Diese Eigenschaft ist ebenfalls auf das Grundmaterial der Dämmung zurückzuführen.

    Dämmstoff Eigenschaft Wirkung in der Praxis
    Glaswolle Spezifische Rohdichte Schallschutz
    Langlebiger Stoff Resistent gegen Schimmel und Ungeziefer
    Guter Hitzeschutz Langsames Aufheizen im Sommer
    Zusammensetzung des Materials Hoher Brandschutz

    Umweltfreundlichkeit

    Ebenso wie bei Steinwolle ist eine abschließende Bewertung der Öko-Bilanz von Glaswolle schwer möglich. Bei der Herstellung des Dämmstoffs wird sehr viel Primärenergie benötigt und CO2 ausgestoßen. Allerdings besteht Glaswolle zu einem Teil aus recyceltem Altglas, wodurch der Dämmstoff in Sachen Umweltfreundlichkeit wieder ein wenig punkten kann.

    Kälteschutz und Hitzeschutz

    Im Gegensatz zu Steinwolle verfügt Glaswolle über einen durchschnittlich guten Hitzeschutz. Mit einer Wärmespeicherkapazität von 840 bis 1.100 Joule pro Kilogramm und Kelvin sorgt Glaswolle dafür, dass Wärme und Kälte von außen verhältnismäßig langsam in Ihr Haus eindringen. Allerdings empfiehlt sich an dieser Stelle die Kombination mit einem weiteren Dämmstoff, um einen optimalen Wert zu erhalten.

    Brennbarkeit und Feuchtigkeitsregulierung (Schimmelgefahr)

    Glaswolle verfügt nicht über die Fähigkeit, die Feuchtigkeit der Raumluft zu regulieren. Aber der Dämmstoff ist wasserabweisend und verhindert dadurch die Bildung von Schimmel. Mit der Einordnung in die Brandschutzklasse A1 gilt Glaswolle als nicht brennbar und verfügt deshalb über gute Brandschutzeigenschaften.

    Ist eine Dämmung aus Glaswolle gesundheitsschädlich?

    Die Dämmung aus Glaswolle kann durch ihre guten Eigenschaften im Bereich des Brandschutzes überzeugen. Bei dem Ein- und Ausbau einer solchen Dämmung sollte jedoch unbedingt auf zusätzliche Schutzmaßnahmen wie eine Feinstaubmaske und Schutzbrille zurückgegriffen werden. Besonders bei Dämmungen, welche vor 2000 installiert worden sind, kann es sinnvoll sein auf einen professionellen Entsorgungsservice zurückzugreifen um die eigene Gesundheit zu schützen.

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    Entsorgung von Glaswolle

    Glaswolle ist nicht brennbar. Dies ist für den Brandschutz eines Hauses zwar gut, wirkt sich aber auch auf die Entsorgung aus. Denn Glaswolle kann nicht zur Müllverbrennungsanlage gebracht werden und muss auf einer Deponie gelagert werden. Doch sind nicht alle Deponien in Deutschland dafür zugelassen, sodass die Preise von Region zu Region variieren können. Rechnen Sie mit circa 180 Euro pro Tonne verpresster Glaswolle.