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Steinwolle DĂ€mmung: Kosten & Vorteile

Von Mike Kinder
Steinwolle
Steinwolle wird in der DÀmmung oft verwendet | © Cornelia Pithart / fotolia.com

Steinwolle DĂ€mmung gehört, wie Glaswolle, zu den mineralisch-synthetischen DĂ€mmstoffen. Das Material fĂŒr die DĂ€mmung wird oft auch als Mineralwolle bezeichnet. Zu den Vorteilen von Steinwolle gehört der hohe Brandschutz und eine gute DĂ€mmleistung. Steinwolle ist zudem ein relativ gĂŒnstiger DĂ€mmstoff.

Steinwolle DĂ€mmung wird aus Mineralien wie Feldspat, Dolomit oder anderen recycelten Formsteinen hergestellt. Die Mineralien werden aufgeschmolzen und zu einem Vlies versponnen. Die Vliesmatten aus Steinwolle werden dann mit einem synthetischen Bindemittel versetzt und ausgehĂ€rtet.

Inhalt


    Steinwolle DĂ€mmung: Herstellung & Geschichte

    Steinwolle DĂ€mmung ist in Form von Matten, Platten und als EinblasdĂ€mmung erhĂ€ltlich und zĂ€hlt zur Mineralwolle. Der DĂ€mmstoff besteht aus Stein, Kalkstein und Recycling-Formsteinen, die gemeinsam bei 1.500 Grad in einem Ofen geschmolzen werden. Anschließend wird die Steinschmelze zu Fasern versponnen. Im nĂ€chsten Schritt werden dem Gemisch Binde- und ImprĂ€gniermittel hinzugefĂŒgt. Danach wird das Ganze erneut erhitzt, sodass die Bindemittel aushĂ€rten.

    Der GrĂŒnder der Firma GrĂŒnzweig Et Hartmann, Carl GrĂŒnzweig, und sein Sohn Max, waren in der Entwicklung von DĂ€mmstoffen tĂ€tig und arbeiteten vornehmlich mit Kork. Doch dieser DĂ€mmstoff erhielt mit der Erfindung der Glaswatte eine ernstzunehmende Konkurrenz, sodass die GrĂŒnzweigs mit der Forschung nach einem DĂ€mmstoff aus Mineralfaser begannen. Nach vier Jahren Arbeit entstand angeblich 1939 die Steinwolle.

    Bild: Energieheld-Tipps

    Steinwolle DĂ€mmung verfĂŒgt ĂŒber gute WĂ€rmedĂ€mmeigenschaften. DarĂŒber hinaus gilt das Material als nicht brennbar. Im Vergleich zu anderen mineralischen DĂ€mmstoffen wie Glaswolle besitzt Steinwolle bessere Eigenschaften in Sachen Schallschutz. Allerdings verlieren sowohl Steinwolle als auch Glaswolle beim Kontakt mit Feuchtigkeit einen großen Teil ihrer DĂ€mmwirkung.


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    Steinwolle als DĂ€mmung: Besonderheiten & Einsatzbereiche

    Fenster im Dachgeschoss
    Steinwolle als DÀmmung im Dach | © Free-Photos / pixabay.com CC0

    Steinwolle DĂ€mmung bietet gute WĂ€rmedĂ€mmeigenschaften. So ist die WĂ€rmeleitfĂ€higkeit des Materials niedrig und betrĂ€gt im Durchschnitt gerade einmal 0,035 Watt pro Meter und Kelvin. Aus diesem Grund wird Steinwolle gerne im Bereich des Dachs oder als DeckendĂ€mmung eingesetzt.

    Falls Sie neben guten DĂ€mmeigenschaften auch auf Schallschutz setzen möchten, ist Steinwolle eine gute Wahl. Die DĂ€mmung sorgt dafĂŒr, dass weniger LĂ€rm von außen in Ihr Haus eindringt und GerĂ€usche innerhalb des Wohnraums minimiert werden. Somit können Sie Steinwolle DĂ€mmung zur Abschottung von RĂ€umen oder zur SchalldĂ€mmung in Geschossdecken einsetzen.

    Wenn Sie Maßnahmen zur FassadendĂ€mmung planen, sollten Sie ĂŒber den Einsatz von Steinwolle DĂ€mmung nachdenken. Denn als vlieskaschierte DĂ€mmplatte stellt der mineralische Stoff eine gute Alternative zu EPS dar. Um HohlrĂ€ume an Fenstern und TĂŒren aufzufĂŒllen, kann Steinwolle als EinblasdĂ€mmung genutzt werden.

    DĂ€mmstoff Besonderheiten Einsatzbereich
    Steinwolle Gute DĂ€mmeigenschaften Dach und Decken
    Guter Schallschutz Decken und WĂ€nde
    VielfÀltige Formen Decken, WÀnde, Dach, Fassade

    Sinnvolle Alternativen fĂŒr Steinwolle DĂ€mmung

    Warum auch immer Sie sich gegen eine DĂ€mmung mit Steinwolle entscheiden, Ihnen stehen unterschiedliche Alternativen zur VerfĂŒgung. Die richtige finden Sie, indem Sie sich darĂŒber klar werden, fĂŒr welchen genauen Zweck die DĂ€mmung verwendet werden soll.

    Eine Alternative ist beispielsweise Hanf als DĂ€mmstoff. Dieser verfĂŒgt mit durchschnittlich 0,039 Watt pro Meter und Kelvin ĂŒber Ă€hnliche DĂ€mmeigenschaften wie Steinwolle. Weiterhin bietet Hanf einen sehr guten Hitzeschutz. Allerdings gilt der Stoff durch die Einordnung in die Brandschutzklasse B2 als normal entflammbar und ist nur in Form von Matten erhĂ€ltlich.

    Eine synthetische Alternative zu Steinwolle stellt der DĂ€mmstoff Styropor / EPS dar, da sich die beiden Materialien in vielen Dingen Ă€hneln. So verfĂŒgt EPS ĂŒber Ă€hnliche Eigenschaften in Sachen WĂ€rmeleitfĂ€higkeit und Hitzeschutz. ZusĂ€tzlich ist EPS DĂ€mmung resistent gegenĂŒber Feuchtigkeit und Schimmelbildung, dafĂŒr aber als normal entflammbar eingestuft.

    Unterschied zwischen Steinwolle und Glaswolle und Mineralwolle

    Oft stellen sich Hausbesitzer die Frage, worin der Unterschied zwischen Steinwolle, Glaswolle und Mineralwolle besteht. Die Unterscheidung ist einfach: Mineralwolle ist der Oberbegriff fĂŒr verschiedene DĂ€mmstoffe, die eine mineralische Grundlage haben und kĂŒnstlich zu Fasern weiterverarbeitet werden. Dies sind vor allem Glaswolle und Steinwolle.

    Der Unterschied zwischen Steinwolle und Glaswolle liegt nicht nur im unterschiedlichen Ausgangsmaterial, sondern vor allem in einzelnen Eigenschaften. WÀhrend die DÀmmwirkung (WÀrmeleitgruppe, U-Wert) ungefÀhr identisch ist, hat Steinwolle durch ihre höhere Rohdichte einen besseren Hitzeschutz und einen höheren Schallschutz. Glaswolle wiederum hat eine geringere Rohdichte und ist dementsprechend leichter. Dies kann bei bestimmten DÀmmungen von Vorteil sein, etwa bei der ZwischensparrendÀmmung im SchrÀgdach.


    Steinwolle als DĂ€mmung: Vorteile & Nachteile

    Straßenschild vor Bergpanorama
    Steinwolle hat viele Vorteile | © Pexels / pixabay.com CC0

    Ein Vorteil von Steinwolle als DĂ€mmstoff ist die Resistenz gegenĂŒber Schimmel und Ungeziefer. DarĂŒber hinaus verfĂŒgt Steinwolle DĂ€mmung mit der Brandschutzklasse A1 - nicht brennbar – ĂŒber beste Brandschutzeigenschaften.

    Die WĂ€rmeleitfĂ€higkeit von Steinwolle betrĂ€gt lediglich 0,035 bis 0,040 Watt pro Meter und Kelvin und ist somit als gut zu bewerten. Um die Vorgaben des GebĂ€udeenergiegesetzes (GEG) â€“ also dem Nachfolger der Energieeinsparverordnung (EnEV) – bezĂŒglich eines U-Werts von 0,24 W/(mÂČK)zu erfĂŒllen, muss eine reine Steinwolle-DĂ€mmung lediglich circa 14 Zentimeter stark sein. Allerdings birgt Steinwolle als DĂ€mmstoff auch negative Aspekte.

    Ein Nachteil: Zwar ist Steinwolle schimmelresistent, Feuchtigkeit innerhalb der DĂ€mmung geht jedoch zu Ungunsten der DĂ€mmleistung. Außerdem wird bei der Herstellung von Steinwolle sehr viel PrimĂ€renergie benötigt, was die Öko-Bilanz des Stoffs verschlechtert.

    DĂ€mmstoff Vorteile Nachteile
    Steinwolle Resistent gegen Schimmel und Ungeziefer Feuchtigkeit fĂŒhrt zu geringerer DĂ€mmleistung
    Nicht brennbar Nicht fĂŒr Außenbereiche geeignet
    Niedrige WÀrmeleitfÀhigkeit Hoher Energiebedarf bei Herstellung
    Geringe DĂ€mmdicke notwendig -

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    Steinwolle DĂ€mmung: Übliche Preise fĂŒr Material & Einbau

    Die Materialkosten fĂŒr Steinwolle als DĂ€mmstoff belaufen sich ohne Einbau und je nach Hersteller auf circa 7 bis 28 Euro pro Quadratmeter. Im Vergleich zu anderen DĂ€mmungen und mit Blick auf die guten Eigenschaften von Steinwolle kann dies als gĂŒnstig betrachtet werden. Zum Preis fĂŒr das Material sind die Kosten fĂŒr den Einbau noch hinzuzurechnen. Wie viel Sie letztlich fĂŒr eine DĂ€mmung aus Steinwolle einplanen sollten, hĂ€ngt auch von der verwendeten DĂ€mmdicke und dem konkreten Vorhaben ab.

    Beispiel: DĂ€mmung der Geschossdecke (60 mÂČ) mit Steinwolle

    Im folgenden Beispiel stellen wir fĂŒr Sie die potenziellen Kosten bei einer DĂ€mmung der obersten Geschossdecke mit Steinwolle dar. Dabei gehen wir von einer DĂ€mmdicke aus, die die Vorgaben des GEG erfĂŒllt. Weiterhin finden Sie die Kosten fĂŒr Maßnahmen einer begehbaren und nicht begehbaren Geschossdecke gegenĂŒbergestellt. WĂ€hrend wir bei der Umsetzung einer nicht begehbaren Geschossdecke mit einer EinblasdĂ€mmung rechnen, setzen wir bei der begehbaren Version eine DĂ€mmung durch Matten voraus.

    DĂ€mmstoff DĂ€mmung Materialkosten Einbaukosten Kosten fĂŒr 60 mÂČ
    Steinwolle Nicht begehbare Geschossdecke (EinblasdĂ€mmung) 28 € pro mÂČ 10 -15 € pro mÂČ 2.300 - 2.600 €
    Begehbare Geschossdecke (DĂ€mmmatten) 28 € pro mÂČ 45 - 65 € pro mÂČ 4.400 - 5.600 €



    Steinwolle: Die wichtigsten Eigenschaften

    Streichholzkopf mit Qualm
    Steinwolle ist nicht brennbar | © HG-Fotografie / pixabay.com CC0

    Dank der ImprÀgnierung sowie der Beimischung von Bindemitteln im Produktionsprozess ist Steinwolle stabil und wasserabweisend. So ist der Stoff resistent gegen Schimmel. Eine weitere besondere Eigenschaft von Steinwolle ist deren Rohdichte.

    Diese sorgt zwar fĂŒr ein vergleichsweise hohes Eigengewicht, aber auch fĂŒr einen guten Schallschutz. So werden Schallwellen und damit GerĂ€usche eingedĂ€mmt. Auch Ungeziefer zeigt in der Regel keinerlei Interesse an dem mineralischen Stoff. DarĂŒber hinaus kann die schlechte Brennbarkeit von Steinwolle als besonders wichtige Eigenschaft gewertet werden und ist vor allem dann von Vorteil, wenn ihr Projekt einen hohen Brandschutz erfordert.

    DĂ€mmstoff Eigenschaft Wirkung in der Praxis
    Steinwolle ImprÀgnierung Wasserabweisend
    Zusatz von Bindemitteln Stabil
    Spezifische Rohdichte DÀmmt GerÀusche ein
    Materialstruktur Resistent gegen Ungeziefer
    Schlechte Brennbarkeit Hoher Brandschutz

    Umweltfreundlichkeit

    Bei der Produktion von Steinwolle wird viel Energie benötigt. Zwischen 150 und 400 kWh PrimĂ€renergie wird pro Kubikmeter Steinwolle verbraucht. Als Vergleich: Die Kunststoff-DĂ€mmung Styropor / EPS, welche als sehr energieaufwendig in der Herstellung gilt, benötigt etwa 250 bis 750 kWh PrimĂ€renergie pro Kubikmeter DĂ€mmstoff. Dem gegenĂŒber muss die Tatsache gestellt werden, dass Steinwolle aus mineralischen, nachhaltigen Bestandteilen zusammengesetzt ist. So ist eine abschließende Bewertung der Öko-Bilanz von Steinwolle nicht möglich.

    KĂ€lteschutz, Hitzeschutz und Brandschutz

    Mit 840 Joule pro Kilogramm und Kelvin bewegt sich Steinwolle in Sachen Hitzeschutz im unteren Bereich. Dementsprechend ist der Schutz vor sommerlicher WĂ€rme oder frostiger KĂ€lte gering. Im Kombination mit anderen DĂ€mmstoffen kann jedoch auch mit Steinwolle ein guter Hitze- und KĂ€lteschutz erzeugt werden. Steinwolle wird in die höchste Brandschutzklasse A1 eingeordnet und gilt damit als nicht brennbar. Im Kombination mit seinen anderen Eigenschaften wird der Stoff deshalb gerne fĂŒr die DĂ€mmung von HochhĂ€usern verwendet.

    Kann Steinwolle DĂ€mmung schimmeln?

    In Sachen Schimmelbildung punktet Steinwolle, da die Eigenschaften die Bildung von Schimmel verhindern. Neue Steinwolle-DÀmmungen sind diffusionsoffen und ermöglichen damit einen Luftaustausch und eine Feuchtigkeitsabfuhr. Falls doch einmal Feuchtigkeit in die Steinwolle-DÀmmung eindringt, wird zwar die DÀmmleistung verringert, das Material selbst wird aber nicht zu schimmeln beginnen.

    Ist eine DÀmmung aus Steinwolle gesundheitsschÀdlich?

    Die Steinwolle gehört zu den Mineralwollen und kann durch ausgezeichneten Brandschutz, sowie eine gute Resistenz gegenĂŒber langfristiger Feuchtigkeit (drohende Schimmelgefahr) ĂŒberzeugen. Bei dem Ein- und Ausbau von DĂ€mmungen aus Steinwolle, welche nach 2000 installiert worden sind, sollten Sie auf eine Feinstaub-Atemmaske und eine Schutzbrille achten. Bei DĂ€mmungen, welche vor 2000 installiert worden sind, sollten Sie gegebenenfalls einen professionellen Betrieb beauftragen. So schĂŒtzen Sie sich vor den EinflĂŒssen von Kleinstfasern, welche in die Lunge geraten können.

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    Steinwolle: Entsorgung

    Steinwolle ist ebenso wie Glaswolle nicht brennbar, was zwar fĂŒr den Einsatz im Haus besonders vorteilhaft ist, bei der Entsorgung aber zu Komplikationen fĂŒhrt. So kann ausgediente Steinwolle nicht einfach zur MĂŒllverbrennungsanlage gebracht werden, sondern muss auf einer Deponie gelagert werden. Auch eine Weiter- oder Wiederverwertung von Steinwolle-DĂ€mmungen ist in der Regel nicht möglich. Da nicht alle Deponien in Deutschland fĂŒr die Lagerung von Steinwolle DĂ€mmung zertifiziert sind, können die Kosten je nach Region variieren. Rechnen Sie mit circa 300 Euro pro Tonne verpresster Steinwolle.



    Zum Autor: Mike Kinder

    Mike Kinder - Autor Energieheld

    Mike Kinder hat einen Master of Engineering im Bereich „Energieeffizientes und nachhaltiges Bauen“ und ist seit 2017 in der Bau- und Sanierungsbranche tĂ€tig. Als zertifizierter Energieeffizienz-Experte fĂŒr WohngebĂ€ude setzt er sich leidenschaftlich fĂŒr innovative und nachhaltige Sanierungslösungen ein. 

    Wenn er nicht gerade fĂŒr Energieheld schreibt, trĂ€gt er dazu bei, AnsĂ€tze zu entwickeln, um die Klimaziele im GebĂ€udesektor zu erreichen. Hier gelangen Sie zu Mikes LinkedIn Profil.