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Ölheizung erneuern oder neue Heizung installieren? - ein Ratgeber

Bild: Sole-Wasser-Wärmepumpe in Einbausituation
Wärmepumpen sind sehr effizient | © Abbildung: Viessmann Werke

Ob Sie Ihre alte Ölheizung erneuern oder doch lieber ersetzen ist letztlich auch eine Frage der langfristigen Rentabilität. Zudem kann man für den Austausch der Ölheizung durch eine Heizung auf Basis erneuerbarer Energien bis zu 27.000 Euro Förderung erhalten, was die Wirtschaftlichkeit klar verbessert.

Ob und unter welchen Bedingungen es sich lohnt eine Ölheizung trotzdem zu erneuern und wann es rentabler ist die Ölheizung zu ersetzen, können Sie im folgenden Artikel erfahren. Außerdem zeigen wir Ihnen, wie Sie in besonderem Maße davon profitieren können, wenn Sie Ihre Ölheizung austauschen.

Inhalt


    Die Ölheizung in 2022

    Bild: Wartung einer Ölheizung
    Alte Ölheizungen haben sehr hohe Betriebskosten | © riopatuca / shutterstock.com

    Die Ölheizung ist auch 2022 noch für viele Eigenheimbesitzer die einzige Möglichkeit, dieses zu beheizen. Das ist z. B. der Fall, wenn kein Gasanschluss verfügbar ist, es keinen Platz für die Einrichtung eines Pelletsilos gibt und eine ausreichende Dämmung für den Betrieb einer Wärmepumpe nicht oder nur schwer realisierbar ist.

    Dann ist es am Besten, wenn Sie die Ölheizung erneuern. Hat man allerdings Alternativen zur Wahl, sollte man einmal darüber nachdenken, ob man die Ölheizung ersetzen lässt. Ölheizungen werden seit 2020 nicht mehr gefördert und der Ölpreis wird nachfragebedingt zudem mittelfristig steigen.

    Ölheizungen sind noch nicht verboten

    Aktuell sind Ölheizungen noch nicht verboten. Ab 2026 wird es jedoch nur noch in Ausnahmefällen erlaubt sein eine Ölheizung zu installieren. Diese treten dann ein, wenn der Austausch der Heizung gegen eine andere mit unzumutbaren finanziellen Härten verbunden ist. Bis dahin ist ihr Einbau jedoch noch generell erlaubt.

    Steigende CO2-Steuer macht Heizöl immer teurer

    Ein weiterer Grund die alte Ölheizung ersetzen zu lassen, ist die sogenannte CO2-Steuer. Sie wurde 2021 eingeführt und beträgt 25 Euro pro Tonne emittiertem CO2. Bis 2026 soll der CO2 Preis auf mindestens 55 Euro pro Tonne steigen. Ob es danach zu weiteren Preiserhöhungen kommen wird, ist derzeit noch nicht sicher aber wahrscheinlich. Dadurch steigt der Ölpreis zusätzlich und das Heizen mit Öl wird im Vergleich immer unrentabler.

    Energieheld-Hinweis

    Wenn man vor der Entscheidung steht, seine alte Ölheizung zu erneuern oder durch eine andere Heizung zu ersetzen, sollte man sich für den Austausch entscheiden, sofern dies möglich ist. Dieser wird mit bis zu 27.000 Euro gefördert, wenn die neue Heizung ganz oder teilweise auf Basis erneuerbarer Energien betrieben wird.


    Neue Ölheizung vom Fachmann

    Ölheizung erneuern - ab 9.000 Euro

    Bild: Montage einer Ölheizung
    Häufig die einzige Möglichkeit zu heizen: Ölheizung | © rtbilder / shutterstock.com

    Ob man die alte Ölheizung erneuert, sollte man sich vorher gut überlegen. Die Kosten für die Anschaffung liegen bei ca. 9.000 Euro. Unterm Strich ist das vermutlich am teuersten, da man keine Förderung erhält und der Preis für Heizöl in den nächsten Jahren deutlich steigen wird.

    Für Heizungen (außer Öl-Hybridheizungen), die teilweise oder ausschließlich auf Basis erneuerbarer Energien arbeiten, ist die Förderung dagegen aktuell so hoch wie noch nie. Speziell dann, wenn Sie sich entschließen Ihre alte Ölheizung ersetzen, erhalten Sie eine um 10 Prozent erhöhte Förderung (bis zu 45 Prozent der Investitionskosten).

    Fraglich ob das in 15 oder 20 Jahren noch so ist. Jetzt ist also vermutlich der günstigste Moment, um die Ölheizung ersetzen zu lassen. Sollten keine Alternativen zur Auswahl stehen, empfiehlt sich zumindest die Kombination mit einer Solarthermie-Anlage. So sparen Sie gerade im Sommer viel Geld für die Warmwasserbereitung, da die Ölheizung dann gar nicht erst angefeuert werden muss. Die Anschaffung einer Solarthermie-Anlage ist also eine Investition, die sich schon nach wenigen Jahren bezahlt macht und zudem auch gefördert wird.

    Neue Ölheizung vom Fachmann

    Alte Öltanks erneuern oder entsorgen lassen

    Bild: Öltank in Außenaufstellung
    Öltanks müssen fachgerecht entsorgt werden | © Donald Gargano / shutterstock.com

    Bevor Sie Ihre Ölheizung erneuern, sollten Sie prüfen, ob der Heizöltank noch intakt ist. Ein Defekt kann sich z. B. durch sogenannte „Elefantenfüße” ankündigen, wenn der Öltank seine Form verliert und unten dicker wird oder wenn er sich zur Seite neigt.

    Dann müssen Sie nicht nur die Ölheizung erneuern sondern auch den Öltank. Dieser kostet 2.500 bis 3.800 Euro. Man sollte also überlegen, ob es nicht sinnvoller ist, auf eine Alternative zurückzugreifen und die Ölheizung ersetzen zu lassen.

    Hier bietet sich z. B. eine Pelletheizung an. Den dazugehörigen Pelletbunker können Sie in der Regel problemlos anstelle des Heizöltanks einrichten. Die Kosten für die fachgerechte Öltankentsorgung, die je nach Bauart bei 400 bis 2.000 Euro liegen hat man sowieso. Von einem Umbau des alten Heizöltanks zum Pelletbunker sollte man dagegen lieber absehen, da dies mit einigem Aufwand und damit zusätzlichen Kosten verbunden ist.

    Neue Ölheizung vom Fachmann

    Gute Alternativen zur Ölheizung

    Bild: Holz-Pellets für Pelletheizung
    Holzpellets sind deutlich billiger als Heizöl | © Mr_Mrs_Marcha / shutterstock.com

    Gute Alternativen zur Ölheizung gibt es viele. Zudem werden Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien noch höher gefördert, wenn sie eine alte Ölheizung ersetzen (Austauschprämie für Ölheizung).

    Doch die Rahmenbedingungen müssen stimmen, damit die neue Heizung auch wirtschaftlich betrieben werden kann. So brauchen z. B. Wärmepumpen zur Entfaltung ihrer maximalen Effizienz, eine gute Gebäude-Dämmung und eine Flächenheizung.

    Holzheizungen dagegen benötigen Platz für die Aufbewahrung des Brennstoffs und sollten zudem am besten unter Volllast betrieben werden um effizient zu arbeiten. Und Gasheizungen benötigen neben einem Gasanschluss oder einem Gastank eine zusätzliche Komponente auf Basis erneuerbarer Energien, um eine Förderung zu erhalten.

    Heizung Kosten Anschaffung Brennstoffkosten Förderung Kosten inkl. Förderung
    Öl-Brennwertheizung 9.000 € 0,0611 € / kWh keine 9.000 €
    Gas-Hybridheizung (Solarthermie) 18.000 € 0,0617 € / kWh BEG EM; Öl-Austauschprämie: 40 % der förderfähigen Kosten von höchstens 60.000 €*; 7.200 € 10.800 €
    Luft-Wasser-Wärmepumpe 15.000 € 0,21 € / kWh** BEG EM; Öl-Austauschprämie: 45 % der förderfähigen Kosten von höchstens 60.000 €*; 6.750 € 8.250 €
    Erd-Wärmepumpe 17.000 € 0,21 € / kWh** BEG EM; Öl-Austauschprämie: 45 % der förderfähigen Kosten von höchstens 60.000 €*; 6.750 € 9.350 €
    Pelletheizung 20.000 € 0,0563 € / kWh BEG EM; Öl-Austauschprämie: 45 % der förderfähigen Kosten von höchstens 60.000 €*; 6.750 € 11.000 €

    * BEG EM, BAFA: Austauschprämie für Ölheizungen; ** Wärmepumpen-Tarif

    Gasheizung - ab 10.000 Euro

    Eine Gas-Brennwertheizung ist schon ab 10.000 Euro inklusive Gasanschluß zu haben. Allerdings erhält die Gasheizung so keine Förderung. Um diese zu erhalten, muss die Gas-Brennwertheizung zumindest zum späteren Ausbau zur Gas-Hybridheizung vorbereitet („Renewable Ready”) oder gleich zu einer Gas-Hybridheizung ausgebaut werden. Das kostet meist um die 14.500 bzw. 18.000 Euro. Die Förderung beträgt dabei mindestens 20 bis maximal 40 Prozent der förderfähigen Kosten, wenn die alte Ölheizung ersetzt wird. Die erneuerbare Komponente senkt die Betriebskosten dafür allerdings erheblich.

    Luft-Wasser-Wärmepumpe - ab 15.000 Euro

    Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist sehr effizient, kann eigentlich überall eingebaut werden und kostet ca. 15.000 Euro. Zudem hat die Luft-Wasser-Wärmepumpe niedrige Betriebskosten. Zudem erhalten Sie 45 Prozent der förderfähigen Kosten als Förderung, wenn Sie Ihre alte Ölheizung durch eine Wärmepumpe ersetzen. Voraussetzung für einen wirtschaftlichen Betrieb ist allerdings eine gute Dämmung und eine Flächenheizung wie etwa eine Fußbodenheizung. Andernfalls kann sie ihr Potenzial zum Energie sparen nicht vollständig ausschöpfen.

    Erd-Wärmepumpe - ab 17.000 Euro

    Eine Erdwärmepumpe (auch als Sole-Wasser-Wärmepumpe bekannt) kostet mindestens 17.000 Euro (Erdwärmekörbe / Flächenkollektoren). Wird eine Bohrung für eine Erd-Sonde vorgenommen, kostet die Erdwärmepumpe dagegen ca. 25.000 Euro. Zudem ist die Bohrung genehmigungspflichtig. Dafür ist die Erd-Wärmepumpe mit Sonde aber hocheffizient und hat besonders niedrige Betriebskosten. Zudem erhält man eine Förderung von 45 Prozent der förderfähigen Kosten, wenn die Sole-Wasser-Wärmepumpe die alte Ölheizung ersetzt.

    Pelletheizung - ab 20.000 Euro

    Eine Pelletheizung kostet ca. 20.000 Euro. Voraussetzung für einen rentablen Betrieb ist die Einrichtung eines Pelletlagers, dass den Jahresvorrat aufnehmen kann sowie ein Wärmespeicher. Das Pelletsilo braucht in der Regel doppelt so viel Platz wie ein Öltank, kann aber meist im gleichen Raum eingerichtet werden, wenn dieser hoch genug ist. Auch die Pelletheizung wird mit 45 Prozent der förderfähigen Kosten gefördert, wenn sie eine alte Ölheizung ersetzt.