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Allgemeines zum Heizkessel

Da in einer Verbrennungsheizung (Öl, Gas, Biomasse) Wärme durch die Verbrennung der Rohstoffe erzeugt wird und diese Wärme in die Heizkörper gelangen muss, wird zunächst Wasser in einem Kessel erhitzt und dieses Wasser dann in den Heizwasserkreislauf geleitet. Dabei existieren verschiedene Bauarten. Diese wurden im Laufe der Zeit immer effizienter und sauberer, sodass moderne Brennwertkessel zwar keine erneuerbare Wärme liefern, aber auch keine ökologische Katastrophe mehr sind. 

Die Bauarten des Heizkessels

Bei Verbrennungheizungen werden drei verschiedene Kessel genutzt, beziehungsweise auch nicht mehr genutzt. Konstanttemperaturkessel und Niedertemperaturkessel gelten heute als veraltete Technologie und werden normalerweise nicht mehr verbaut. Lediglich Niedertemperaturkessel dürfen in Ausnahmefällen noch eingebaut werden, werden aber auch nicht mehr hergestellt. Der aktuelle Stand der Technik ist der Brennwertkessel. Dieser arbeitet deutlich effizienter und sauberer als seine Vorgänger.

Kesseltyp Übliche Vorlauftemperatur Effizienz
Konstanttemperaturkessel 70 - 90 °C ~ 70 %
Niedertemperaturkessel 40 - 80 °C ~ 85 %
Brennwertkessel 40 - 60 °C ~ 98 - 110 %

Konstanttemperaturkessel

Der Konstanttemperaturkessel war lange Zeit der Standard der Heiztechnik und löste seinerzeit die Kohleheizungen ab. Aufgrund der damaligen Einschränkungen durch Material und Verarbeitung muss der Konstanttemperaturkessel dauerhaft eine hohe Temperatur halten, um Kondensation zu vermeiden.

Dadurch erzeugt er zwar eine Menge Heizwärme, viel dieser Energie verpufft aber ungenutzt. Heizungen mit Konstanttemperaturkessel erzielen im Schnitt nur eine Effizienz von 70 Prozent. Durch die Energieeinsparverordnung wurde der Konstanttemperaturkessel endgültig verboten und bestehende Geräte müssen ausgetauscht werden, wenn sie älter als 30 Jahre sind und das Gebäude nach dem 01.02.2002 erworben wurde.

Bild: Energieheld Tipp

Der Austausch alter Konstanttemperaturkessel ist in der Energieeinsparverordnung von 2014 nicht nur gesetzlich festgeschrieben. Der Austausch ist auch dringend zu empfehlen, da die alten Kessel sehr ineffizient sind und deshalb hohe Heizkosten verursachen. Die Anschaffung eines Brennwertkessels lohnt sich also schon nach wenigen Jahren und schont nicht nur das Portemonnaie sondern auch die Umwelt.

Niedertemperaturkessel

Der Niedertemperaturkessel ersetzte in den Achtzigerjahren den Konstanttemperaturkessel. Durch verbesserte Technik und Verarbeitung musste der Kessel nicht mehr dauerhaft hohe Temperaturen halten. Durch die niedrigere Vorlauftemperatur wurde die Heizung effizienter und sparte somit Heizenergie und -kosten ein.

Doch auch diese Technologie gilt inzwischen als veraltet. Nach dem Gebäudeenergiegesetz GEG (ehemals EnEV) dürfen die Niedertemperaturkessel zwar noch verbaut, aber nicht mehr produziert werden. Das hat vorrangig den Grund, dass der Gesetzgeber die Nutzung von Brennwerttechnik fördern möchte.

Brennwertkessel

Bild: Heizkessel Förderung
Heizkessel austauschen und dabei sparen? | © nattanan23 / pixabay.com CC0

Der Brennwertkessel ist der aktuelle Standard der Kessel in Verbrennungsheizungen. Eine Effizienz von fast 100 Prozent wird durch die erneute Nutzung der Abgase als Wärmequelle erreicht.

Einziger Nachteil dieser extrem effizienten Technologie ist, dass das gesamte Heizsystem aufgerüstet werden muss, da die Verbrennung mit Brennwertkessel Abgase erzeugt, die zwar kälter sind, dafür aber ätzende Kondensate enthalten, die nicht aufgerüstete Schornsteine beschädigen würden.

Stand Juli 2021: Der Austausch einer bestehenden Gasheizung zu einer Gas-Brennwertheizung wird im Rahmen der Anfang 2021 neu eingeführten Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) staatlich gefördert, wenn sie gleichzeitig zu einer Hybridheizung mit Komponente auf Basis erneuerbarer Energien (EE) ausgebaut oder zu deren Ausbau vorbereitet wird. Dafür erhalten Sie vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mindestens 20 bis 30 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten. Sollte Ihnen das nötige Kapital zur Anschaffung der Heizung fehlen, können Sie alternativ zur Förderung des BAFA auch den Kredit KfW 262 über 60.000 Euro von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Anspruch nehmen.

Dieser beinhaltet auch einen Tilgungszuschuss von 20 bis 30 Prozent der Kreditsumme. Wenn Sie eine bestehende Ölheizung durch eine Gas-Hybridheizung (fertig installiert!) ersetzen, erhalten Sie sogar 40 Prozent der förderfähigen Investitionskosten bzw. der Kreditsumme. Diese erhöhte Förderung gewähren das BAFA oder die KfW im Rahmen der sogenannten Öl-Austauschprämie. Noch höher kann diese Förderung ausfallen, wenn der Austausch in einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) angeraten wurde (iSFP-Bonus: + 5 Prozent).

Handelt es sich bei der EE-Komponente der Hybridheizung um einer besonders emissionsarme Holzheizung, greift der Innovationsbonus und die Förderung steigt nochmals um 5 Prozent. Insgesamt kann man also bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten als Förderung erhalten. Das entspricht einer Summe von maximal 30.000 Euro. Ölheizungen werden dagegen gar nicht mehr gefördert - auch nicht als Brennwertheizung oder als Hybridheizung mit Komponente auf Basis erneuerbarerer Energien.

Heizkessel austauschen?

Prinzipiell lohnt sich der Wechsel auf einen Brennwertkessel früher oder später immer. Konstanttemperaturkessel müssen ohnehin ausgetauscht werden, von daher haben Sie bei dieser Entscheidung keine Wahl.

Einen bestehenden Niedertemperaturkessel können Sie ohne allzu schlechtes Gewissen weiter nutzen, sollten aber überlegen, frühzeitig seine Umwälzpumpe zu tauschen. Diese Geräte haben in den letzten Jahren enorme Effizienzfortschritte gemacht und benötigen heute weit weniger Strom als noch vor einigen Jahren.

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