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Heizen mit Strom - lohnt sich das?

Bild: Elektroheizung
Klassische Elektroheizung | © New Africa / shutterstock.com

Man hört und liest immer wieder, dass Elektroheizungen wie die Infrarotheizung, heutzutage günstig mit Strom aus der eigenen Photovoltaik-Anlage betrieben werden können. Dabei sind sie im Vergleich mit anderen Heizungen sehr preiswert in der Anschaffung.

Doch ist das tatsächlich so? Diese Frage wollen wir im folgenden Artikel so gut wie möglich beantworten. Erfahren Sie mehr über Förderung, Kosten sowie Vorteile und Nachteile von Elektroheizungen.

Inhalt


    Warum mit Strom heizen?

    Bild: Elektroheizung im Wochenendhaus
    Nur im Wochenendhaus sinnvoll: Elektroheizung |© Iakov Filimonov / shutterstock.com

    Das Heizen mit Strom hat in Deutschland selbst in 2022 nicht an Aktualität verloren, weil noch immer viele Häuser existieren, die keine Zentralheizung besitzen und daher fast zwangsläufig mit Strom beheizt werden müssen. In Ausnahmefällen kommen sogar noch ausschließlich Holz- und Kohleöfen zum Einsatz.

    Ohne ein vorhandenes Wärmeverteilsystem (Heizungsrohre und Heizkörper, gefüllt mit Wasser), ist der Kauf einer Zentralheizung vergleichsweise teuer. Ist das Budget für eine neue Heizung also knapp bemessen, stellt sich berechtigterweise die Frage, ob man nicht auch in Zukunft einfach mit Strom heizen sollte - immerhin wird dafür pro Raum nur eine Steckdose benötigt. Verlockend ist ebenfalls die Vorstellung, etwas Geld in eine Photovoltaik-Anlage zu stecken, um mit dem selbst erzeugten Solarstrom dann kostenlos heizen zu können.

    Bild: Energieheld-Tipps

    In den meisten Fällen ist das Heizen mit Strom auf Dauer viel zu teuer - auch mit einer Photovoltaik-Anlage! Je eher Sie also zum Beispiel von Nachtspeicherheizungen auf eine echte Zentralheizung umrüsten, desto mehr Geld sparen Sie insgesamt.


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    Anlagen und Kosten im Vergleich

    Bild: Teure Elektroheizung
    Elektroheizungen sind teuer im Betrieb | © Alexander Raths / shutterstock.com

    Beim Heizen mit Strom gibt es viele verschiedene Lösungen, die jeweils alle ihre ganz eigenen Vorteile und Nachteile haben. Besonders einzelne Elektro-Heizkörper sind zwar bei der Anschaffung relativ günstig (130 bis 1.000 Euro).

    Für ein ganzes Haus werden allerdings bis zu 12 Heizkörper benötigt um dieses flächendeckend zu beheizen. Außerdem braucht man noch einen Durchlauferhitzer oder einen Boiler für die Warmwasserbereitung. Das kann insgesamt auch bis zu 9.300 Euro kosten. Im Durchschnitt ist aber mit Kosten von ca. 7.500 Euro zu rechnen.

    Das Wärmeverteilsystem ist entscheidend

    Beim Heizen mit Strom muss zwischen zwei elementaren Bauweisen unterschieden werden. Elektro-Zentralheizungen oder Wärmepumpen benötigen beide ein Wärmeverteilsystem (meist Rohrleitungen mit Wasser), um die erzeugte Wärme und das Warmwasser in die jeweiligen Räume transportieren zu können. Nachtspeicher- oder Infrarotheizungen werden hingegen immer alleinstehend installiert und können nicht für die Warmwasserbereitung eingesetzt werden.

    Wärmepumpen heizen nicht direkt mit Strom

    Zwar benötigen Wärmepumpen ebenfalls Strom zum Heizen, aber dieser wird nicht direkt in Wärme umgewandelt. Durch das zugrunde liegende Wirkprinzip („umgekehrter Kühlschrank“) können aus einer Kilowattstunde Strom zwischen 3 und 4 Kilowattstunden Wärme erzeugt werden, was überaus effizient ist und in Verbindung mit Ökostrom und oder einer Photovoltaik-Anlage auch besonders umweltfreundlich. Die Kosten für Zentralheizungen in der folgenden Tabelle verstehen sich ohne Heizkörper.

    Heizen mit Strom Wärmeverteilsystem Kosten mit Förderung Heizkosten pro Jahr
    Elektro-Zentralheizung wird benötigt ab ca. 3.000 €* ab ca. 10.500 €
    Nachtspeicherheizung nicht notwendig ab ca. 7.500 €* ca. 9.900 €
    Elektro-Heizkörper (12 Stck.) nicht notwendig ab ca. 7.500 €* ca. 9.900 €
    Infrarotheizung nicht notwendig ab ca. 7.500 €* ca. 7.900 €
    Wärmepumpe (Luft-Wasser) wird benötigt ca. 12.200 € ca. 2.200 €
    Wärmepumpe (Sole-Wasser/Bohrung) wird benötigt ca. 20.300 € ca. 1.700 €

    * keine Förderung

    Was kosten Heizkörper?

    Für unser 140 Quadratmeter großes Musterhaus rechnen wir bei einer Zentralheizung mit einem Wärmeverteilsystem, dass aus 12 Heizkörpern samt dazugehöriger Verrohrung besteht. Ein Heizkörper kostet inklusive Einbau und Verrohrung durchschnittlich zwischen 500 und 1.000 Euro, sodass bei 12 Heizkörpern Kosten von ca. 6.000 bis 12.000 Euro entstehen. Dazu kommt noch ein hydraulischer Abgleich für ca. 70 bis 80 Euro pro Heizkörper / Ventil - also zusammen ca. 850 Euro.


    Vorteile und Nachteile beim Heizen mit Strom

    Bild: Elektrischer Durchlauferhitzer
    Weiterer Nachteil: Warmwasserbereitung mit Strom | © Santiparp Wattanaporn / shutterstock.com

    Sofern Sie nicht gerade eine Wärmepumpe nutzen, haben Sie beim Heizen mit Strom eigentlich nur gravierende Nachteile. Die einfache und günstige Installation wird alleine bei einzelnen Räumen oder in Ferienhäusern zum Vorteil, weil hier die Heizkosten sehr überschaubar bleiben.

    Auch in Badezimmern kann man sie bedenkenlos als Handtuchheizkörper installieren. Ansonsten ist der Betrieb einer Heizung mit Strom wegen der extrem hohen Kosten vollkommen unrentabel. Die Einsparung durch die niedrigen Anschaffungskosten ist in einem Einfamilienhaus bei normalem Heizbetrieb binnen einem oder weniger Jahre aufgebraucht.

    Vorteile Nachteile
    Vermeintlich niedrige Anschaffungskosten Extrem hohe Verbrauchskosten für Strom, zum Beheizen einer kompletten Immobilie ökonomisch unsinnig (jede andere Heizung ist um ein Vielfaches preiswerter im Betrieb)
    Kann einfach an die Steckdose angeschlossen und nach Wunsch im Raum positioniert werden Ökologisch fragwürdig
    Kann keinen Wasserschaden verursachen Braucht neben Heizung noch mindestens einen Durchlauferhitzer zur Warmwasserbereitung; zusätzliche Anschaffungskosten und auch für die Warmwasserbereitung enorm hohe Verbrauchskosten
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    Photovoltaik mit Elektroheizung kombinieren

    Bild: Photovoltaik-Anlage auf Dach
    Selbst mit PV-Strom unrentabel: Elektroheizungen | © PNUMETAL / shutterstock.com

    Die Kombination aus Elektroheizung und Photovoltaik-Anlage erscheint auf den ersten Blick nur Vorteile mit sich zu bringen. Sie sparen sich die Kosten für eine komplette Zentralheizung und beziehen kostenlosen Heizstrom vom eigenen Dach. Auf den zweiten Blick zeigen sich dann jedoch auch schnell die Fehler in diesen Überlegungen.

    Zu aller erst sollte man Wissen, dass der durchschnittliche Wärmebedarf eines Hauses weit über dem Strombedarf liegt und kaum über eine Photovoltaik-Anlage gedeckt werden kann. Mit etwa 130 Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter alleine für die Raumwärme, benötigen Sie bei 140 Quadratmetern Wohnfläche schon mindestens 18.200 Kilowattstunden pro Jahr. Dazu kommt noch, dass eine Solaranlage nur Tagsüber Energie liefert.

    Für die Abendstunden wird dann ein Stromspeicher benötigt, der meist noch mal genauso viel wie die PV-Anlage kostet. Für die Kombination aus Photovoltaik und Elektroheizung (ohne Speicher!) stehen also mindestens 17.000 bis 20.000 Euro auf der Rechnung und selbst dann müssen Sie noch sehr viel Strom zum Heizen hinzukaufen. Für dasselbe Geld bekommen Sie schon eine Wärmepumpe. Das Wärmeverteilsystem gibt es ab 6.000 Euro dazu - Kosten die sich durch den niedrigeren Strombedarf der Wärmepumpe schon in den ersten Jahren nach dem Einbau amortisieren.


    Alternativen zum Heizen mit Strom

    Bild: Wärmepumpe im Garten
    Wärmepumpen sind extrem effizient und werden gefördert | © Studio Harmony / shutterstock.com

    Es gibt viele gute Alternativen zum Heizen mit Strom und nahezu alle sind auf Dauer günstiger als Nachtspeicher und Co. Doch welche Heizung sollte man wählen? Zu den einfachsten und besten Lösungen heutzutage zählen die Wärmepumpen, die wie bereits erwähnt, eigentlich auch nicht in die Kategorie „Heizen mit Strom“ gehören. Auch Holzheizungen stellen eine sinnvolle Art zu heizen dar.

    Zwar wird für solche Zentralheizungen ein Wärmeverteilsystem in jedem Raum benötigt, aber die Kosten hierfür werden zusammen mit der Heizung selbst vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bzw. der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit bis zu 45 Prozent gefördert (als Zuschuss oder Kredit mit Tilgungszuschuss). Auch Ölheizungen und Gasheizungen sind durchaus valide Alternativen zum Heizen mit Strom, aber werden durch die CO2-Steuer jährlich teurer im laufenden Betrieb. Zudem werden sie nicht mehr gefördert. Dennoch sind ihre Heizkosten um ein Vielfaches niedriger als die einer Elektroheizung, sodass sie sich im Vergleich schnell amortisieren.